Musk bläst zum Angriff auf Soros

24. Juni 2026von 3,9 Minuten Lesezeit

Elon Musk schießt erneut scharf gegen George Soros. In einem Kommentar auf X zu einer Analyse der Soros-Stiftung „Open Society“ schrieb er: „Soros wants to end Western Civilization.“

Eine Analyse zur Open Society Foundations, die mittlerweile vom Soros-Sohn Alexander geleitet wird, ging durch einen Post von Elon Musk viral. Der Beitrag sieht die Stiftung als philosophische Umkehrung von Karl Poppers Idee der „offenen Gesellschaft“ – durch Masseneinwanderung, Multikulturalismus als Staatsdoktrin und Identitätspolitik, die soziales Vertrauen und rationale Kritik untergraben sollen.

Hier zunächst die besagte Analyse:

Die offene Gesellschaft und ihr Feind, Soros.

Während er seine Open Society Foundations nach Karl Poppers „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ benannt hat, stellt sein Projekt eine philosophische Umkehrung von allem dar, was Popper verteidigte.

Poppers offene Gesellschaft beruhte auf dem kritischen Rationalismus, der Erkenntnis, dass niemand über die endgültige Wahrheit verfügt, dass Institutionen offen für Kritik und schrittweise Reformen bleiben müssen und dass Demokratie als Methode dient, Herrscher ohne Blutvergießen abzusetzen.

Er lehnte den Historizismus ab, den Glauben an eiserne Gesetze der Geschichte, die es rechtfertigen, gegenwärtige Generationen für eine utopische Zukunft zu opfern, und warnte, dass solches Denken unvermeidlich geschlossene, autoritäre Gesellschaften hervorbringt.

Soros hat das Etikett umfunktioniert, um ein großes Projekt der gesteuerten demografischen Transformation voranzutreiben. Durch Masseneinwanderung, Multikulturalismus als offizielle Politik und Diversitätsvorgaben, die Gruppenidentität über individuelle Verdienste und Assimilation stellen, lösen seine Stiftungen aktiv die kulturelle Kontinuität und das soziale Vertrauen auf, die rationale Kritik und schrittweisen Wandel ermöglichen.

Popper verstand, dass Offenheit einen stabilen Rahmen erfordert, eine gemeinsame Sprache der Vernunft, grundlegende Kohäsion und Institutionen, die Bürger als kollektives Eigentum empfinden.

Soros betrachtet diese Grundlagen als Hindernisse, die im Namen einer abstrakten, grenzenlosen Offenheit überwunden werden müssen.

Die konkreten Ergebnisse sind sichtbar. Parallele Gesellschaften, die unter anderen Normen funktionieren, öffentliche Räume, in denen Debatten über Umfang und Auswahl der Einwanderung als illegitim gelten, und der Aufstieg identitätsbasierter Hierarchien, die Dissens im Namen der Gleichheit unterdrücken.

Das sind sicherlich keine Erweiterungen der offenen Gesellschaft, sondern neue Formen der Abschottung, tribal im Charakter, durch institutionelle Übernahme durchgesetzt statt durch offene Diktatur, doch feindlich gegenüber dem kritischen Geist, den Popper ins Zentrum des zivilisierten Lebens stellte.

Philosophisch ersetzt Soros Poppers Falsifikation und Demut vor der Realität durch einen neuen Historizismus, die Überzeugung, dass globaler Multikulturalismus und offene Grenzen unausweichlichen moralischen Fortschritt darstellen und dass Widerstand aus tatsächlich existierenden Gemeinschaften den neuen Feind ausmacht.

Die im Namen der Offenheit finanzierte Maschinerie prüft ihre eigenen Annahmen nicht an Beweisen, sie unterdrückt die Fragen.

Diejenigen, die das Ideal einer offenen Gesellschaft noch schätzen, sollten Popper auf eigene Rechnung lesen. Sie werden feststellen, dass Soros die offene Gesellschaft nicht erweitert hat, sondern ihre raffiniertesten zeitgenössischen Feinde geliefert hat.

Musk kritisiert Soros bereits seit Jahren. Viele Beobachter sehen darin den Konflikt zwischen zwei Lagern innerhalb der westlichen Eliten: auf der einen Seite der libertäre und kulturell traditionalistische Musk, auf der anderen Seite ein Soros (oder auch Gates), der für Zentralismus und kulturellen Progressivismus steht.

In den letzten Jahren forderte Musk wiederholt harte Maßnahmen – von RICO-Verfahren gegen die Soros-Organisation über Vorwürfe von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bis hin zu direkten Angriffen auf Soros persönlich.

In den USA wurde der Einfluss der Open Society Foundations deutlich zurückgedrängt. Innerhalb der EU bleiben sie jedoch weiterhin sehr aktiv. Alexander Soros pflegt enge Kontakte etwa zu Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Ein Brüsseler Büro der Stiftung arbeitet gezielt daran, die EU-Politik im Sinne „offener Gesellschaften“ zu beeinflussen – mit Schwerpunkt auf Migrationspolitik, Inklusion und Menschenrechte.

Zwischen 2016 und 2023 flossen laut einer Studie des Center for Fundamental Rights rund 90 Millionen US-Dollar an NGOs mit Sitz in Brüssel. Die Ausgaben stiegen 2023 stark an – kurz vor den Europawahlen. Bis 2019 fanden mindestens 64 Treffen von Soros und seinen Lobbyisten mit hochrangigen Vertretern der EU-Kommission statt. Zudem fördert die OSF zivilgesellschaftliche Organisationen, die die EU-Institutionen zu Themen wie Migration und Justizreformen beraten.

Die Open Society Foundations vertreten offiziell Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – Werte, mit denen die EU-Kommission dann auch Politik macht, bis hin zu Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedstaaten. Musk positioniert sich klar als Gegenspieler und warnt vor den langfristigen Folgen für westliche Gesellschaften.

Bild „George Soros – World Economic Forum Annual Meeting Davos 2003“ by World Economic Forum is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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11 Kommentare

  1. Pusteblume 24. Juni 2026 um 18:47 Uhr - Antworten

    Vor allem, dass Soros so frei heraus in die Kamera gesagt hat, dass ihm Ethik in seinem Handeln egal sei und er lediglich auf Gewinn-Machen aus sei. Entlarvend für diese Type Verbrecher.

    • Andreas_Sch. 25. Juni 2026 um 18:18 Uhr - Antworten

      Diese Kerls sind so flach. Das ist wie bei kleinen Kindern: die eskalieren so lange, bis denen jemand klare, eindeutige Grenzen setzt. Wenn allerdings die Leute, deren Verantwortung es wäre, diese klare Grenze durchzusetzen sich weigern ihren „Job“ zu machen, oder schlimmer noch, die „Kleinen“ noch extra anstiften, ja dann …

  2. Der alte Marxist 24. Juni 2026 um 16:11 Uhr - Antworten

    Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Totengräber im ganzen Land?

    • Fritz Madersbacher 24. Juni 2026 um 17:38 Uhr - Antworten

      @Der alte Marxist
      24. Juni 2026 um 16:11 Uhr
      „Spieglein, Spieglein an der Wand, …“

      … und welcher dieser Totengräber ist der beste Popperianer im Land? Einerseits lustig, diese Reaktionäre …

      • Der alte Marxist 24. Juni 2026 um 18:20 Uhr

        Ja genau! Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Popperianer im ganzen Land? Und wer der beste Mont Pèleriner?

  3. Waldgaengerin 24. Juni 2026 um 15:21 Uhr - Antworten

    Schlange gegen Schlange – show für den Pöbel.

    „Steve Bannons Rolle als Perfektionist der Marketingstrategie „Make America Great Again“ 2015 – Erfinder war die Heritage Foundation, ein Think Tank, und sie wurde bereits von R. Reagan genutzt – Plan: Eroberung Europas – 2018: Gründung von „The Movement“ als Gegen“macht“ zu George Soros mit Ziel: Neues, altes Europa geführt von „Patrioten und nationaler Identität“ – beteiligte Politiker: Le Pen (Frankreich), Farage (GB), J. Akesson (Schweden, SD-Partei), V. Orban (Ungarn), J. Kaczynski (Polen, PiS), G. Wilders (Niederlande) –

    Bannon zwingt die Open Society Foundations von Soros in den letzten zehn Jahren zum Rückzug in mehreren Regionen Europas – Bannon sorgte für mehrere Schlagzeilen und auch Rücktritte in verschiedenen Bereichen katholischer Institutionen in Italien- auf CBS (USA) äußerte er, dass er eine „Gladiatorenschule des jüdisch-christlichen Westens“ in Italien aufbauen wolle – die Bezeichnung „jüdisch-christlicher Westen“ verwendet Bannon häufiger – Javier Milei (Argentinien) ist Schlüsselfigur im Kampf gegen den „Globalismus“ und für, Zitat: „die Wiederbelebung der jüdisch-christlichen Kultur“, so Bannon –
    Die Afd und Israel:

    Die Rolle der Heritage Foundation als einflußreichste Denkfabrik in der Rubrik „Politische Kraft“ – Trumps Wahlkampagnen wurden allesamt von dieser Gruppe entwickelt und dieser think tank wähle auch alle (!) Mitarbeiter von Trumps Team, über 70 an der Zahl, aus – Trump bekam eine Agenda vorgelegt, die er abzuarbeiten hatte – ein Jahr später hatte Trump 64 Prozent dieses Pflichtenhefts umgesetzt –
    Heritage Foundation Gründung 1973 – Heritage Foundation als Teil der Mont Pelerin Society –

    „Die Mont Pelerin Society wurde 1947 in der Schweiz – wo sonst – gegründet, und zwar von 8 deutsch-amerikanischen Psychopathen, ausgehend vom Zweiten Weltkrieg, dass die einzige Macht von reichen Unternehmen ausgehen muss, und nicht vom Staat.

    Zu den weiteren Gründungsmitgliedern gehörten Milton Friedman, Ludwig von Mises, George Stigler, Frank Knight, Michael Polanyi und Friedrich August von Hayek.“

    den Rest selber suchen.
    Tipp: konjunktion punkt info.

  4. Jakob 24. Juni 2026 um 14:56 Uhr - Antworten

    Unter was reihe ich das ein?
    Kampf Würgeschlange gegen Giftschlange?

  5. Frank59 24. Juni 2026 um 13:35 Uhr - Antworten

    Alle verfolgen das gleiche Ziel – sie alle sind beim WEF Stammgäste, das sollte niemand vergessen – und Musk kann man glauben, sollte man vielleicht aber nicht, denn die Menschen interessieren ihn nicht, genauso wie das bei den anderen der Fall ist, Geld und Macht schon – er macht hin und wieder einen „Ausreißer“, um ebenfalls für ein wenig Ablenkung und „Unterhaltung“ auf X zu sorgen.

    https://www.weforum.org/stories/authors/georgesoros/

    https://www.weforum.org/people/alexander-soros/

    https://www.weforum.org/people/elon-musk/

    https://www.weforum.org/stories/authors/bill-gates/

    https://www.weforum.org/stories/authors/ursula-von-der-leyen/

    https://www.weforum.org/stories/authors/donald-j-trump/

    Und der „feine“ Regierungschef Spaniens Pedro Sánchez sagte beim WEF-Treffen 2025 der Online-Anonymität den Kampf an, vielleicht weil er nicht möchte, dass der Korruptionsskandal um seine „ehrenwerte“ Gattin und andere Personen, die in einem Naheverhältnis zu ihm stehen weiterhin verfolgt bzw. der Öffentlichkeit preisgegeben wird

    https://www.euractiv.com/news/spanish-prime-ministers-wife-faces-corruption-trial/

    nun, jeder mit ein wenig Hausverstand kann sich denken, dass all diese WEF-Stammgäste etwas zu verbergen haben, ansonsten würden sie nicht funktionieren wie dressierte „Zirkusäffchen“ oder so irgendwie…. – sollte man vielleicht auch nicht vergessen.

    https://www.weforum.org/meetings/world-economic-forum-annual-meeting-2025/sessions/special-address-by-pedro-sanchez-prime-minister-of-spain-ea27d813ca/

    Sánchez behauptete, soziale Medien würden Fake-News, Hassrede und Cyber-Belästigung fördern, der „geistigen Gesundheit“ der Nutzer schaden und die „Demokratie“ untergraben, was einfach nur lächerlich ist. Deshalb müssten die Technologieunternehmen gezwungen werden, alle Konten mit einer europäischen digitalen Identitätsbörse zu verknüpfen. Tja, wie erwähnt… sie alle sind indoktriniert, durch was auch immer und ziehen am gleichen Faden….. bzw. werden gezogen und niemand von denen stellt sich in der Realität gegen einen anderen von ihnen! Dieses Hin- und Her Spiel dient lediglich der breiten Masse der Leichtgläubigen, die jeden Tag darauf zu warten scheinen, ein wenig falsche Hoffnung vor ihre Füße geworfen zu bekommen….

  6. Glass Steagall Act 24. Juni 2026 um 13:34 Uhr - Antworten

    Elon Musk ist auch mit Vorsichtig zu genießen, aber diesen Soros habe ich wirklich gefressen!

  7. Daisy 24. Juni 2026 um 13:28 Uhr - Antworten

    Ich drücke Musk die Daumen…

    • Waldgaengerin 24. Juni 2026 um 17:54 Uhr - Antworten

      War schon klar als Israel-Liebchen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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