
Sogar Deutschland distanziert sich von Israels Invasion des Libanons
Deutschland gehört zu Unterstützern jedweder Taten der rechtsextremsten israelischen Regierungen, einschließlich des vermutlichen Völkermords in Gaza, wo sich die Bundesregierung sogar mit auf die Anklagebank setzte, um Israel zu verteidigen. Wenn sich nun sogar Deutschland beginnt, von israelischer Politik zu distanzieren, was steckt dahinter?
Deutschland lehnt vorgeschlagenen israelischen „Sicherheitsgürtel“ im Südlibanon ab, eine dauerhafte militärische Präsenz im Südlibanon zu etablieren, nachdem der israelische Kriegsministers Israel Katz erklärte, dass Besatzungstruppen sich nicht aus neu eroberten Gebieten zurückziehen werden. Der Sprecher des Auswärtigen Amts Martin Giese bestätigte am Montag Berlins Ablehnung und erklärte, die Bundesregierung lehne eine dauerhafte Präsenz israelischer Truppen ab und fordere, dass vertriebene libanesische Zivilisten in ihre Häuser zurückkehren dürfen, hielt sich aber mit Kritik an der kompletten Zerstörung von Wohnraum, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen zurück. Regierungssprecher Stefan Kornelius unterstrich die Erklärung und wiederholte Deutschlands offizielle Unterstützung für die territoriale Integrität des Libanon.
Der diplomatische Spagat
Gegenüber der aktuellen Politik Israels bewegt sich die deutsche Bundesregierung zunehmend in einem diplomatischen Spagat, formuliert inzwischen jedoch deutliche Kritik an Völkerrechtsverstößen und der Rhetorik israelischer Minister. Einerseits steht das übergeordnete Bekenntnis zur Sicherheit Israels („Staatsräson“) nach wie vor im Zentrum der deutschen Außenpolitik. Andererseits verurteilt Berlin die konkrete Umsetzung der Militäroperationen im Südlibanon und den besetzten Gebieten scharf.
Zerstörung von Wohnraum und Infrastruktur
Das Auswärtige Amt bewertet das Ausmaß der systematischen Zerstörungen im Südlibanon zusehends als unverhältnismäßig. Regierungsvertreter betonen wiederholt, dass Begriffe wie „Pufferzone“ oder „Evakuierung“ das tatsächliche Leid nicht beschönigen dürfen. Wenn ein ganzer Landstrich unbewohnbar gemacht und zivile Infrastruktur wie Brücken oder Wohnhäuser großflächig vernichtet wird, mahnt Berlin die Einhaltung des humanitären Völkerrechts an, nachdem der Druck zu groß geworden war.
Reaktion auf die Vertreibungsrhetorik israelischer Minister
Aussagen rechtsreligiöser und ultranationalistischer Minister in der israelischen Regierung, wonach vertriebene Zivilisten „nie mehr zurückkehren dürften“ oder Annexionen vorbereitet werden, lehnt die Bundesregierung in aller Deutlichkeit ab. Bundeskanzler Friedrich Merz und das Außenministerium haben in gemeinsamen Erklärungen mit europäischen Partnern davor gewarnt, dass Vertreibungen und eine schleichende Aneignung von Territorium schwere Verstöße gegen das Völkerrecht darstellen. Berlin pocht strikt auf das unumstößliche Recht der libanesischen und palästinensischen Zivilbevölkerung auf eine sichere Rückkehr in ihre Heimat.
Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen & Siedlungspolitik
Sowohl im Libanon als auch im Westjordanland verurteilt Deutschland das Schaffen vollendeter baulicher oder zerstörerischer Tatsachen. Erst kürzlich kritisierte die Bundesregierung die illegale Ausweitung von Siedlungen und die damit einhergehende Zerstörung von Lebensgrundlagen scharf, da sie eine langfristige Friedenslösung auf Basis einer Zwei-Staaten-Lehre unmöglich machen.
Warum Deutschland nicht schärfer durchgreift
Obwohl Bundeskanzler Merz das israelische Vorgehen als „beispiellos“ in seinem Ausmaß kritisiert und einen dauerhaften Waffenstillstand fordert, zieht die Bundesregierung kaum spürbare politische oder wirtschaftliche Konsequenzen. Ein kompletter Stopp von Waffenlieferungen oder harke Sanktionen werden auf Regierungsebene – anders als von Teilen der SPD oder internationalen Partnern gefordert – weiterhin blockiert, um Israel angesichts regionaler Bedrohungen durch den Iran und dessen Milizen nicht diplomatisch isoliert im Stich zu lassen.
D.h. Politiker reden, aber in erster Linie, um dem Druck der Öffentlichkeit entgegenzuwirken, lassen den Worten aber keine Taten folgen.
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