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Wirtschaft

ORF OFF: Blamage für ORF bei WM-Auftakt von Österreich

8 Kommentare 17. Juni 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Österreich gewinnt seinen WM-Auftakt gegen Jordanien – und der ORF erlebt ein technisches Debakel. Viele Zuseher, die jährlich rund 200 Euro ORF-Gebühren zahlen müssen, saßen vor schwarzen Bildschirmen. Der Livestream auf ORF ON war nicht zuverlässig.

Für Fußball-Österreich war es ein historischer Morgen: Nach 28 Jahren kehrte der ÖFB bei einer Fußball-Weltmeisterschaft zurück. Zum ersten Mal seit 1990 (2:1 gegen die USA) konnte Österreich wieder ein WM-Spiel gewinnen. Doch statt über den Sieg wurde vor allem über den ORF diskutiert. Der Sender, der im Land ohnehin stark umstritten ist, lieferte wieder einmal eine Negativ-Schlagzeile.

Mitten in der Inflationswelle wurde die ORF-Steuer eingeführt – eine Zwangsgebühr von rund 185 Euro pro Haushalt und Jahr. Beim Zugriff auf den Livestream am Mittwochmorgen war der ORF damit jedoch überfordert. Die Einführung der sogenannten „Haushaltsabgabe“ wurde zudem auch mit der Verbesserung des Web-Services argumentiert.

Offenbar hatte man am Küniglberg aber nicht damit gerechnet, dass so viele Österreicher um diese frühe Uhrzeit (Anpfiff um 6 Uhr) das Spiel verfolgen würden. Die Technik versagte: Der Livestream auf ORF ON brach in der zweiten Halbzeit mehrfach zusammen. Viele Zuschauer sahen rund um den Ausgleich zum 1:1 nur noch einen schwarzen Bildschirm.

Der ORF selbst teilte lediglich mit: „Beim Livestream zum Auftaktspiel Österreichs gegen Jordanien bei der Fußball-WM in den USA gibt es aktuell technische Probleme. Der Stream ist derzeit in ORF ON nicht abrufbar.“

Man schob die Ausfälle auf die Streaming-Infrastruktur der Austria Presse Agentur (APA). Der Sender betonte zwar, dass Zuschauer, die bereits im Stream gewesen seien, teilweise weiterschauen konnten – für alle, die später dazukamen oder neu luden, half das jedoch wenig. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die APA zu etwa 45 Prozent dem ORF selbst gehört.

Der Server war offenbar überlastet. Bei einem Live-Stream mit über 100.000 Zuschauern gleichzeitig handelt es sich für das öffentlich-rechtliche Medium um außergewöhnlich hohe Zahlen. Diesmal wurden diese Spitzenwerte offenbar deutlich überschritten – und die Technik hielt nicht stand. Die notwendigen Vorkehrungen scheinen im Vorfeld nicht getroffen worden zu sein.

Ironischerweise hat der ORF es in diesem Fall geschafft, das Land zu einen. Auf X, wo der Sender ohnehin wenig beliebt ist, wurde heftig Kritik geäußert: „200 Euro Gebühren im Jahr und dann Black Screen beim ersten WM-Spiel seit Jahrzehnten? Unfassbar!“ Auch in anderen Netzwerken regte sich Unmut. Falter-Chefredakteur Florian Klenk schrieb etwa: „ORF, ihr Wappler.“

Immerhin lief die Übertragung im klassischen Fernsehen weitgehend problemlos. Der ORF gewann das Spiel – und kassierte gleichzeitig eine handfeste Blamage.


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8 Kommentare

  1. Jakob
    Antworten

    Da Österreich sowieso Weltmeister wird, schalte ich erst bei den Siegesfeiern ein.

  2. Jan
    Antworten

    Auch Livestreams werden mittlerweile (seit html5) mit ein wenig Latenz in kleine .mp4-Dateien zerhackt und vom Browser wie in einer „Playlist“ abgespielt. Während echtes Streaming offene Verbindungen zwischen zwei Computern erfordert, ist ein solcher „Livestream“ nichts anderes als das Bereitstellen von Dateien. Und die werden über den Zeitstempel in Server-Caches zur Verfügung gestellt. Wenn also jemand einen solchen Stream anbietet, geht der Nutzer zu seinem Proxy, der fordert die Datei an und reicht sie an alle verbundenen Clients weiter. Eine bewährte Methode, ein alter Rechner reicht für unbegrenzte Zugriffe aus.

    1. audiatur et altera pars
      Antworten

      Auch live isn’t live, nanananana …

  3. Andreas N.
    Antworten

    Auf orf.at steht zu lesen: „Als Internetprovider des ORF ist die APA-IT für das Hosting der Angebote zuständig, unter anderem auch von ORF ON. Das ORF-Onlineangebot sei grundsätzlich gut auf Hochlastsituationen ausgelegt, heißt es in einer ORF-Stellungnahme.“

    Der Ex-Boss genau jener APA wird aber der neue Wunderwuzzy im ORF. Das hat was.

    Die ORF-Steuer zahlt man übrigens auch am Arbeitsplatz, je nach Größe des Unternehmens bis zum vielfachen des Haushaltstarifes. Dh einmal voll und zusätzlich anteilige Kosten über den Arbeitgeber. Wir sollten nicht vergessen wie gierig diese Krake zulange. Und weil das alles nicht genügt versorgen sinnlose Pseudokampagnen (next: E-ngste vor dem Elektroauto werden mit 2 Mio Budget bekämpft) mit großer ORF-lastigkeit gestreut. Es lebe die Sparsamkeit von Bund und Ländern!!

  4. Leontinger
    Antworten

    Ich schaltete zw ORF und ZDF hin und her. Der ZDF Moderator war besser!

    Jetzt schau ich auf Servus Tv Kroatien!

  5. Daisy
    Antworten

    Seit 2002 schaue ich keinen ORF mehr. 1x im Jahr Kitzbühel mit Assinger. Knaus ist überflüssig. Den Ausdruck „Gesäß“ hat er vom Assinger geklaut. In der C-Zeit las ich teletext.orf.at, weil bei der Kürze nur Info enthalten sein konnte. Doch muss ich trotzdem zahlen. Es gibt wenig, was ich hasse, aber der ORF verursacht bei mir Juckböckchen. Wann endlich wird er privatisiert? BTW, sone Cryptocard habe ich zwar mal gekauft, auch einen Receiver, der das kann, aber die wollen immer wieder eine Anmeldung…die wieder was kostet. Der Blitz möge sie beim Scheißen (Burgtheaterdeutsch) treffen…es gab Jahre mit Sky, da habe ich absichtlich die bayr. Schiűbertragungen angeschaut, damit sie nicht meinen, ich wäre interessiert. Sky habe ich auch längst gekündigt….
    Fußball hat mich noch nie interessiert. Ich mag Einzelkämpfer…

  6. audiatur et altera pars
    Antworten

    Vielleicht versäumten die Zuschauer diesmal den ausdrücklichen “Trottel” von Pariasek (nicht vs Polzer, sondern vs. Herzog nach einem Halbschmäh in Sachen erlebtes und nichterlebtes 1954) und die üblich peinlichen Pölzerchen. Diesmal hatte zu welcher “Uhrzeit” (=Spielminute) und abseits vom polzerschen Handyschirm im Strafraum etwa Alexander Schlager [Anm.: Tormann] angeblich „immer im Blick, wo sein Tor steht”.

    Die Überraschung des Morgens: Andreas Ivanschitz als Freund klarer Gedanken und gepflegter Ausdrucksweise wie bei den privaten Freunden von ServusTV üblich.
    – Jo deaf ma denn sowos am Küniglberg?

  7. therMOnukular
    Antworten

    Das ist beim ORF Normalzustand, sozusagen Default-Setting.
    Ich kann mich da zB an einen F1-Stream erinnern, der alle 10 Minuten abbrach und neu geladen werden musste…..

    Es ist mit dem ORF jedenfalls nicht möglich zB einen Podcast aufzudrehen und nebenbei auf der Couch zu dösen – es ist permanentes Troubleshooting erforderlich.
    Ein Glück, dass der ORF so wenig anzubieten hat, das man sehen möchte.

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