
Ungarn kapituliert vor Brüssel – doch Bulgarien wählt gegen Brüssel: Neue Verschiebungen in der EU
Die Mainstream-Medien feiern es als „Rückkehr Europas“: Viktor Orbán ist nach 16 Jahren Macht in Ungarn abgewählt. Sein Nachfolger Péter Magyar von der Tisza-Partei soll das Land zurück in den Schoß der EU führen. Genau umgekehrt fielen die Wahlen in Bulgarien aus. Was das für die EU bedeutet.
Die Brüsseler Bürokraten atmen auf – endlich ein Störenfried weniger. Doch wer genau hinsieht, erkennt das altbekannte Muster: Wer sich Brüssel widersetzt, wird wirtschaftlich stranguliert, bis die Regierung fällt. Genau das beschreibt Martin Armstrong in seinem aktuellen Beitrag auf Armstrong Economics eindrucksvoll. Brüssel hat Milliarden an EU-Geldern für Ungarn eingefroren, Regulierungsdruck ausgeübt und politische Isolation betrieben. Das Ergebnis: Orbán, der letzte große Verfechter nationaler Souveränität in der EU, musste gehen. Das neue Regime wird nun brav mit Brüssel stimmen – mehr Geld für die Ukraine, keine Blockade mehr bei Eskalationen, Schluss mit dem Widerstand gegen die Konfiszierung russischer Vermögenswerte.
Armstrong formuliert es treffend: „Ungarn hat Souveränität gegen Liquidität eingetauscht.“ Russland hat Ungarn prompt als „unfreundlich“ eingestuft – trotz der anhaltenden Energieabhängigkeit Budapests. Ein klassischer Fall von Brüsseler Erpressungspolitik, verpackt als „demokratischer Fortschritt“.
Kaum ist die Tinte unter dem ungarischen Wahlergebnis trocken (12. April 2026), da liefert Bulgarien die passende Antwort. Am 19. April 2026 hat das bulgarische Volk in der achten Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren Klartext gesprochen: Rumen Radev und seine neu gegründete Progressive Bulgaria-Partei holen mit 44,7 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit – rund 131 von 240 Sitzen. Die etablierten Pro-EU-Kräfte wie GERB von Boyko Borissov (13,4 %) oder die liberale PP-DB-Koalition (12,7 %) werden regelrecht weggefegt.
Radev, ehemaliger Präsident und Luftwaffenpilot, ist kein Freund endloser Sanktionen gegen Russland und lehnt militärische Hilfe für die Ukraine ab. Er steht für Anti-Korruptions-Politik, Stabilität und einen pragmatischen Dialog mit Moskau – genau das, was Brüssel als „kremlfreundlich“ brandmarkt. Die Mainstream-Presse (CNN, Guardian) warnt schon vor einem „neuen Orban“ oder gar einem Ersatz für den verlorenen ungarischen Störenfried. Und tatsächlich: Während Ungarn nun brav mitmacht, stellt Bulgarien den EU-Kurs im Ukraine-Krieg ernsthaft infrage. Siehe auch den aktuellen TKP-Bericht zu Radevs Erdrutschsieg.
Was bedeutet das für die EU insgesamt?
Die Abwahl Orbáns sollte eigentlich ein Befreiungsschlag für Brüssel sein: mehr Einheit bei Sanktionen, Ukraine-Hilfe, Energiepolitik und der nächsten Finanzrahmenplanung 2027–2034. Die Visegrád-Gruppe verliert ihren schärfsten Kritiker, die Einstimmigkeitsregel im Rat wird weniger blockiert, und die eingefrorenen Kohäsionsmittel können wieder fließen – als Belohnung für Gehorsam. Magyar hat bereits angekündigt, die Beziehungen zu Brüssel zu reparieren und sogar den Euro-Eintritt anzustreben.
Doch der bulgarische Erdrutschsieg zeigt: Der Widerstand gegen die Brüsseler Zentralisierung ist nicht tot. Radev könnte genau die Rolle übernehmen, die Orbán bisher innehatte – als Stimme für nationale Interessen, gegen blinden Sanktionswahn und für eine realistische Energie- und Außenpolitik.
Bulgarien bleibt NATO- und EU-Mitglied, doch mit einer Regierung, die offene Konfrontation mit Russland ablehnt und Korruption im eigenen Land priorisiert, wird Brüssel erneut vor Herausforderungen stehen. Die EU verliert einen Blocker und gewinnt potenziell einen neuen. Die „Einheit“ bleibt brüchig.
Das Muster ist klar: Brüssel setzt auf finanzielle Erpressung und mediale Dämonisierung, um abweichende Regierungen zu disziplinieren. Gegen Bulgarien hat die EU-Zentrale ein Mittel, das gegen Ungarn gefehlt hat. Bulgariens vorige Regierung hat das Land in die Euro-Abhängigkeit geführt. Wer sich dafür interessiert, wie das funktioniert, sollte sich Griechenland und Zypern ansehen. Da hatte die EU-Kommission mit Hilfe der EU-Zentralbank die Daumenschrauben angesetzt und die Länder in einen Austeritätskurs und zum Verkauf des Tafelsilbers gezwungen.
Armstrong warnt: Orbáns Niederlage ist eine Mahnung an alle europäischen Nationen. Wer sich widersetzt, wird wirtschaftlich ausgehungert, bis die Regierung kippt. Doch Wahlen wie in Sofia zeigen, dass der Souveränitätsgedanke in der Bevölkerung lebendig bleibt.
Europa steuert weiter auf Konflikt, Finanzstress und innere Unruhen zu (Armstrongs Zyklus 2027–2029). Die Brüsseler Strategie der „teile und herrsche“-Politik mag kurzfristig funktionieren, langfristig treibt sie die Mitgliedsländer nur weiter auseinander. Ungarn hat Souveränität gegen Liquidität getauscht. Bulgarien scheint den umgekehrten Weg zu wählen. Die EU verändert sich – aber nicht unbedingt in die Richtung, die von der Leyen und Co. erhofft haben.
Die Bürger Europas beobachten genau. Und sie wählen – manchmal gegen Brüssel.
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Ich halte es für zwingend notwendig Europa den Rücken zu kehren. Die Zukunft liegt in Asien und Russland, während in Europa Demokratie und Meinungsfreiheit geschleift und der ökonomische Untergang betrieben wird.
Armstrongs Spruch, „Ungarn hat Souveränität gegen Liquidität eingetauscht“, gilt besonders für die Polit-Marionetten in Brüssel! Sie haben ihre Verpflichtung gegenüber dem Volk gegen Geld und Karriere eingetauscht! Den meisten naiven Wählern wird das aber erst auffallen, wenn die Daumenschrauben bereits angelegt sind und es kaum noch ein Zurück gibt!