Ist der neue Oberste Führer des Iran schon tot?

10. März 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Mojtaba Khamenei ist der neue Oberste Führer des Iran. Er folgt – entgegen den Wünschen seines Vorgängers Ali Khamenei und des ersten Revolutionsführers Ruhollah Khomeini – seinem Vater. Aber lebt der neue starke Mann des Iran – Oberbefehlshaber der Streitkräfte – überhaupt noch?

Seit der Ernennung von Mojtaba Khamenei, dem Sohn von Ali Khamenei, brodeln in den sozialen Medien die Gerüchte. Schon beim Anschlag auf den zweiten Obersten Führer des Iran, seinen Vater, zu Kriegsbeginn hieß es, dass auch Mojtaba unter den Toten sei. Das wurde später dementiert. Öffentlich aufgetreten ist der neue „Supreme Leader“ des Iran bislang jedoch noch nicht – was die Spekulationen nur weiter befeuert.

Der US-Kommentator Bill Mitchell löste mit einem X-Post am Montag eine wilde Debatte aus. Er schrieb: „Wie wählt man einen Führer, der nicht getötet werden kann? Man nimmt einen, der schon tot ist!“ und verwies auf die fehlenden öffentlichen Auftritte seit Kriegsbeginn.

Die iranischen Staatsmedien feiern die Wahl von Mojtaba Khamenei als Zeichen der Stabilität und Einigkeit. Er gilt als Mann der Revolutionsgarde, die offenbar bei der Ernennung entscheidend mitgewirkt hat. Auch Ali Khamenei wollte nicht, dass sein Sohn die Führung übernimmt – das erinnert zu sehr an die Zeiten des Schahs.

Die Spekulationen, ob der dritte Oberste Führer der Islamischen Republik überhaupt noch lebt, dürften dem Regime jedoch gelegen kommen. Bei der Treueid-Zeremonie in Teheran stand statt des neuen Führers nur eine lebensgroße Pappfigur auf der Bühne – live im Staatsfernsehen übertragen. Mojtaba wird zudem als „Jaanbaz des Ramadan“ (verwundeter Kämpfer) bezeichnet, was auf eine Verletzung bei einem israelischen Schlag hindeutet.

Bei der „Angelobung“ erschien nur ein Foto des neuen Oberhaupts.  

Mehrere westliche Medien von der New York Post über die New York Times bis zur Sun sprechen von einem überlebten Attentatsversuch. Seit Kriegsausbruch gibt es jedenfalls keine Videos oder Fotos von ihm.

Israel hat Mojtaba bereits zum Ziel erklärt – offenbar glaubt man dort also, dass er noch lebt. Oppositionelle Iraner skandieren zumindest im Ausland „Tod dem Mojtaba“. Das Regime schweigt zu seinen fehlenden Auftritten. Vielleicht baut es gerade einen Mythos auf. Offiziell leitet Mojtaba das Land, doch die Pappfigur und das anhaltende Schweigen werfen Fragen auf. Diese sind vermutlich gewollt – entweder damit der erste Auftritt größere Wirkung entfaltet oder damit Israel seine Ressourcen darauf verschwendet, ein Gespenst zu jagen.

Bild Tasnim News AgencyAyatollah Mojtaba Khamenei, March 8, 2026CC BY 4.0

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5 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 11. März 2026 um 11:07 Uhr - Antworten

    Ich möchte dazu nur anmerken: Bestimmte Menschen sterben nicht! Sie werden lediglich ersetzt.

  2. Daisy 11. März 2026 um 3:33 Uhr - Antworten

    Tousi TV:
    Mojtaba Khamenei In COMA Dying – IRGC Members Admit Islamic Republic Is Over
    Verlässlich ist diese Quelle wohl nicht. Sie ist zu euphorisch. Aber es könnte stimmen. Wie auch immer. Man wusste schon vorher, dass Khamenei der Kopf einer Hydra ist. Mit solchen Attentaten bringt man nur die Iraner und Moslems in Rage. Einen Regime-Change kann man damit wohl eher nicht erzielen.

    Netanjahu hingegen ist glaube ich kein Hydrakopf (über sein Ableben gibt es auch Gerüchte)….

  3. Wolliku 10. März 2026 um 21:47 Uhr - Antworten

    Boots on the Grounds und die Amis werden im selbst provozierten Chaos versinken. Sie würden vermutlich selbst mit einem Atomschlag auf die Bunker von Isfaham das hochangereicherte Uran nicht zerstören können. Und nachfolgend würde der Iran nicht mehr zu bewegen sein, Pläne für eine nukleare Verteidigung aufzugeben. Es würde dann so laufen wie einst in Nordkorea. Trump hat sich jetzt tierischen Ärger ans Bein gebunden und die Israelis haben alle Feinde ihres Landes effektiv beworben, Feinde zu bleiben oder die Feindschaft zu erneuern. Es gingen Gerüchte, Trump hätte mit Putin über einen potentiellen Ausstieg im Irankonflikt gesprochen, aber Putin hätte auch nichts tun können. Solche Enthauptungsschläge funktionieren in den seltensten Fälle, möglicherweise hat der Ermordete sogar sein Märtyrertum im Sinne der Sache aktiv hingenommen. Er wußte genau, was dann auch geschah. Nur alle Eliten auszumerzen und jede nachwachsende Elite auch terminieren, klingt überhaupt nicht nach einem durchdachten Plan. Mich erinnerte es bei Donald Trump an sein Insolvenzverfahren vor Dekaden, als er seinen Gläubigern erklärte, es würde ja nicht an ihm liegen, wenn sie kein Geld mehr bekämen. Schuld wären allein die Banken, weil sie ihm kein Geld mehr geben würden. So kann man es auch machen, wenn man amerikanischer Präsident ist. Ohne Plan ist alles total mega Maga.

  4. Varus 10. März 2026 um 15:14 Uhr - Antworten

    Röper brachte hingegen gestern den Artikel: „Netanjahu ist seit Tagen nicht mehr öffentlich aufgetreten“ – „… Netanjahu ist seit Tagen nicht mehr öffentlich aufgetreten, nachdem er zuvor mehrmals täglich Videobotschaften veröffentlicht hat. Es beginnen Spekulationen darüber, ob er einem iranischen Angriff zum Opfer gefallen ist und was das für den Krieg bedeuten könnte. …“
    Vielleicht ist auch der Zionismus-Ayatollah weg? Sicher dürfte hingegen sein, dass Seine Trumpigkeit am Leben ist, da keine KI derart wirres Zeug nachmachen kann, welches diese Figur von sich gibt.

  5. Jan 10. März 2026 um 14:52 Uhr - Antworten

    Trotz neuem Führer bleibt offenbar die Mosaikdoktrin in Kraft, die bei Enthauptung der Zentralregierung das Land in 31 autonome Kommandos aufteilt.

    Damit müssen die USA 31 regionale „Warlords“ besiegen, um Stabilität zu schaffen. Sehr schwierig!

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