Norwegens „Epstein-Ministerpräsident“ im Krankenhaus – Suizidversuch?

24. Februar 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Thorbjørn Jagland, ehemaliger norwegische Ministerpräsident, liegt seit einer Woche im Krankenhaus. Jagland wurde kurz davor wegen schwerer Korruption im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein angeklagt.

Norwegen versinkt zunehmend im Epstein Schlamm. Der ehemalige Ministerpräsident Thorbjørn Jagland (Jahrgang 1950) liegt seit einer Woche im Krankenhaus, nachdem gegen ihn in der Epstein-Causa ermittelt wird. Nach Informationen des Online-Mediums iNyheter soll es sich um die Folgen eines Selbstmordversuchs handeln. Sein Gesundheitszustand wird als ernst beschrieben.

Die Meldung von iNyheter löste in Norwegen sofort Kontroversen aus. Laut iNyheter bestätigte Jaglands Anwalt Anders Brosveet gegenüber dem Medium den Selbstmordversuch und die ernste Lage. Andere norwegische Medien wie VG und Dagbladet berichteten hingegen, der Anwalt habe einen solchen Versuch ausdrücklich bestritten – er räumte lediglich eine Krankenhauseinweisung ein, ohne Details zur Ursache zu nennen.

Brisant ist der Vorfall, weil Jagland am 12. Februar wegen grober Korruption angeklagt worden ist. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit seiner langjährigen Verbindung zu Jeffrey Epstein. Dokumente zeigen, dass Jagland zwischen 2011 und 2018 mehrfach Epsteins Wohnungen in Paris, New York und Palm Beach nutzte. Epstein soll Reise- und Hotelkosten für Jagland und Begleiter übernommen haben. Zudem soll Jagland Epstein um Unterstützung bei einem Bankkredit gebeten haben. Es kam zu Hausdurchsuchungen in Oslo und Risør.

Am 17. Februar – also wenige Tage nach der Anklage und offenbar nach dem Vorfall – verschickte Anwalt Brosveet ein Schreiben an ausgewählte Redaktionen. Darin informierte er über die „aktuellen Umstände“ und die eingeschränkte Gesprächsfähigkeit seines Mandanten. iNyheter spricht von einer stillschweigenden Übereinkunft mit der Norsk Redaktørforening (Norwegischer Redakteursverband), den Vorfall nicht öffentlich zu machen. Der Suizidversuch wäre demnach gleich auch noch ein Medienskandal. Die Redaktørforening wies dies zurück und betonte, es habe keine Abmachung gegeben, über Jagland nicht zu berichten.

Jagland selbst äußerte sich am 12. Februar knapp: „Ich habe nur eine Sache zu sagen, und das ist, dass ich sehr froh bin, dass die Sache aufgeklärt wird. Nichts weiter.“ Auf weitere Fragen verwies er auf seinen Anwalt. Der Mainstream berichtet noch äußert zurückhaltend über den Fall.

Thorbjørn Jagland war von 1996–1997 Ministerpräsident Norwegens, langjähriger Außenminister, Parlamentspräsident und von 2009–2019 Generalsekretär des Europarats. Er leitete zudem mehrmals das Norwegische Nobelkomitee.

Bild Chatham HouseThorbjørn Jagland, Secretary General, Council of Europe (22167149560)CC BY 2.0

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6 Kommentare

  1. Der Zivilist 25. Februar 2026 um 8:45 Uhr - Antworten

    Ok, er hat Geschenke, Gefälligkeiten von einem Freund erhalten, aber das ist noch keine grobe Korruption, womit, mit welchen Gegenleistungen hat er bezahlt ?

  2. therMOnukular 24. Februar 2026 um 22:15 Uhr - Antworten

    „Die Redaktørforening wies dies zurück und betonte, es habe keine Abmachung gegeben, über Jagland nicht zu berichten.“

    Geradezu klassisch – so lügen Medien. Sie sagen damit nämlich nicht, dass es keine Abmachungen gegeben hat. Sie sagen nur, es wäre nicht abgemacht worden, über ihn generell nicht zu berichten. Aber das hat niemand behauptet, dass „nicht berichtet“ wird. Es geht um falsche oder unvollständige Informationen.

    So geht schlechtes NLP……

  3. Jan 24. Februar 2026 um 21:04 Uhr - Antworten

    Jagland muss sich nicht fürchten! Kleinkinder zu Tode foltern und essen ist weder in den USA noch in Europa strafbar. Nicht einer in Haft! Weitergehen, Leute.

  4. Wolliku 24. Februar 2026 um 18:23 Uhr - Antworten

    Welche Rolle Onkel Epstein in der Weltpolitik einmal gespielt haben könnte, lässt sich nicht mehr „ohne Geschmäckle“ dezidiert aufklären. Epsteins Tod kam vielen Zeitgenossen sehr gelegen. Inwieweit mehr hinter seinem Tod steckt, dürfen Verschwörungspraktiker gerne erörtern. Auf jeden Fall sind wildeste Stories im Umlauf, um Hinz und Kunz wirkungsvoll ans Bein zu pieseln. Manch ein ungeliebter und geopferter Zeitgenosse wird das Prozedere nicht bis zum Ende lebend durchziehen wollen, wie auch der Politiker Jagland. Manche Story hat quasi hanebüchene Ausmaße angenommen, so soll der Ex-Prinz Andrew mit einem Kleinkind Ball gespielt haben, der einer weiblichen Brust so ähnlich gewesen sein soll. Gut das er dabei nicht auch noch eine Schlangengurke in der Hand hatte. Ich musste sofort an „Asterix und Obelix bei den Briten“ denken, mit der zentralen Erkenntnis: die spinnen die B..en. Ich finde diese Schlammschlachten mittlerweile nur mehr ärgerlich und überflüssig, denn von objektiven Sachverhalten kann gar keine Rede mehr sein. Auch kann sich der wie auch immer ums Leben gekommene Epstein nicht mehr wehren und dem öffentlichen Mißbrauch dieser Person sind Tür und Tor geöffnet.

    • K Kaefer 24. Februar 2026 um 21:22 Uhr - Antworten

      Absolut richtig – Theater. Und deswegen, trotz der sich häufenden Kollateralschäden, die Frage „Wozu das Ganze“ ?

      Ein durchaus plausibler Ansatz:

      Spiegel: „Gründlicher kann die Demokratie nicht unterhöhlt werden …. Das ganze System steht dadurch in Frage“

      Erzeugt wird gerade eine Massenhysterie wie bei Milosovic, Ghadafi, Hussein, Epstein: „Kinderschlächter“ – der schlimmste Vorwurf den man einem Menschen machen kann. Wurde schon im 1. WK von den Briten gegen Deutschland erfolgreich eingesetzt damit 750.000 Männer (930.000 mit Soldaten aus den britischen Kolonien) bereit waren ihr Leben in den Schützengräben, an Land und zur See zu lassen.

      Nackte Propaganda. US-Führungsschichten sollen komplett abgeräumt werden – Revolution auf globaler Ebene. Vorbereitung des Systemwechsels.

      yt Die Epstein-Files – Alles nur ein großes Theater? – Gerhard Wisnewski im Interview
      (ab ca. 19:00)

    • joseph53 3. März 2026 um 16:57 Uhr - Antworten

      Ich würde es sehr begrüßen, wenn Epstein noch in der Lage wäre, sich zu wehren!
      Keineswegs würde er seine Mitschuld abstreiten, dafür aber die hauptsächlich Schuldigen vor den Vorhang holen können.
      Daß der Mossad ganz wesentlich beteiligt war, könnten alle gut informierten Menschen wissen.
      Darüber genauer zu recherchieren, zu berichten und dessen Auftraggeber zur Verantwortung zu ziehen, würde wohl eine riesengroße Portion Mut erfordern.

      Derart mutige Kräfte gibt es im vereinten Westen nicht – oder nicht mehr – wodurch das heimtückische Intrigenspiel mit allen schrecklichen Kriegen ungestört weiterlaufen kann.

      Aber die Hoffnung stirbt zuletzt:
      Die weltweiten Geheimdienste wissen ähnlich viel wie der Mossad – und der Bogen ist schon überspannt.
      Die BRICS-Gruppe wächst, braucht Energie ohne Ende und muß bald einmal reagieren.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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