Christ und Anti-Christ – Benedikts großer Rücktritt

1. Januar 2023von 2,1 Minuten Lesezeit

Giorgio Agamben erinnert an den verstorbenen Papst Benedikt, der Christ und Anti-Christ als untrennbar verbunden verstanden hatte. Ohne geistlichen Sinn wird die Kirche ebenso zum Anti-Christen wie die politischen Institutionen. 

Giorgio Agamben ist wohl der wichtigste noch lebende Philosoph der Welt. Keiner aus der Kaste der intellektuellen Elite sprach sich so deutlich gegen das Covid-Regime aus wie er. Vom Mainstream wurde der berühmte Denker deshalb gecancelt. Der Italiener gilt auch als Kenner der katholischen Kirche und ihrer Geschichte. Im Jahr 2015 erschien das Buch „Das Geheimnis des Bösen. Bendikt XVI. und das Ende der Zeiten“. Anlässlich des Todes von Benedikt hat das US-amerikanische „Compact„-Magazin Agamben um einen Text gebeten. TKP hat den Text übersetzt:

Benedikts großer Rücktritt

Der am Samstag verstorbene Papst Benedikt XVI. wird nicht zuletzt wegen seines Rücktritts im Jahr 2013 in Erinnerung bleiben. Diese markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Kirche, der die Welt, die sich immer noch als christlich definiert, beunruhigen muss.

Als junger Theologe beschäftigte sich Joseph Ratzinger mit den Gedanken von Tyconius, einem Theologen aus dem vierten Jahrhundert, der sagte, dass der Leib der Kirche in eine dunkle und böse Kirche und eine gerechte Kirche gespalten ist. Im gegenwärtigen Zustand sind die beiden Leiber der Kirche untrennbar miteinander verbunden, aber am Ende der Zeit werden sie sich trennen.

Die Kirche, schrieb der künftige Papst 1956, ist bis zum Jüngsten Gericht sowohl die Kirche Christi als auch die Kirche des Antichristen: „Der Antichrist gehört zur Kirche, wächst in ihr und mit ihr bis zur großen Trennung, die durch die letzte Offenbarung eingeleitet werden wird.“

Indem er die Einheit und Legitimität der Kirche in Frage anzweifelte, stellte Benedikt XVI. an der Spitze der ältesten bestehenden Institution des Abendlandes sogleich den Sinn und die Legitimität aller Institutionen in Frage. Auch der Körper unserer politischen Gesellschaft ist, wie der der Kirche gespalten, eine Mischung aus Gut und Böse, Unrecht und Gerechtigkeit.

Benedikt XVI. erinnerte eine Kurie, die nur auf ihr eigenes weltliches Fortbestehen bedacht ist, an den geistlichen Sinn der letzten Dinge. Ebenso werden unsere politischen Institutionen nur dann den Sinn, den sie verloren haben, wiedergewinnen können, wenn wir es verstehen, das blinde wirtschaftliche Treiben infrage zu stellen.

Bild James MillerCritical Mass (Pope Benedict XVI)CC BY-SA 3.0

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Zum Ende der Pandemie

Giorgio Agamben: Über das Recht auf Widerstand

18 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 8. Januar 2023 at 9:58Antworten

    https://www.gloria.tv/share/GP7KerazmGWQ2NyF6PP9ULajV
    Die Predigt gehört gedruckt an die Wittenberg Schlosskirche genagelt.

  2. nachdenklich 6. Januar 2023 at 11:50Antworten

    zu meMO an mich selbst
    1. Januar 2023 at 17:14Antworten
    …..Aber ob Kreis oder Linie – Gut & Böse sind verwoben, in einem Strang/Faden…..
    …..Erst wenn man erkennt, dass alles – auch Gut & Böse – ein und dieselbe Sache sind (je nach Blickwinkel, Situation, Vorgeschichte, etc), erst dann kann man frei urteilen…

    Oft, ob es immer so ist, weiß ich nicht, kann man sich einer Wirklichkeit nur annähern,
    wenn man viele, sich auf den ersten Augenblick widersprüchliche Aussagen neben einander stellt,
    und die Verbindung sucht.
    Und wir würden schon sagen, dass das eine durch das uns bewusste Gegenteil erst
    deutlich wird.
    Aber dass das Gegenteil dann ein Teil des einen ist, möchte ich doch sehr hinterfragen.

    Nehmen wir eine vierstellige PIN, um die Komplexität zu reduzieren
    sagen wir sie hat die Kombination „0000“, und die Zeichen beschränken sich auf die Zahlen 0-9.
    Dann habe ich als Gegenteil 9999 Möglichkeiten.
    Und so wie ich es verstehe in diesem Beispiel, sind alle anderen Zahlen in ihrer Gänze
    eben nicht Bestandteil dieser „0000“. Es besteht zwar eine hohe Übereinstimmung mit der Zahl

    0001, 0010, 0100, 1000, 0002, 0020 usw.
    Und die Null ist ja zumindest je dreimal in diesen Lösungen vertreten,
    die 0001 liegt sogar als nächstes daneben.
    Dennoch sind dieses Zahlen nicht Teil der „0000“.

    Bei vielen geschaffenen Dingen kann es sein, dass diese Abweichung nicht soviele Probleme macht,
    vielleicht bei Impfstoffen schon. Da kenn ich mich nicht aus.

    Aber bei dem Vergleich „Gut und Böse“ kann das anders sein.
    Damit man mich aber versteht, muss ich deutlich machen,
    was ich mit gut und böse meine.

    „Gut“ gibt es meiner Meinung nach nur bei „Gott“.
    Das glaub ich ihm einfach kindlich.
    Das schließt alles mit ein, was ich erlebe,
    auch wenn ich es ihm nicht immer kindlich glaube.
    Und da haben wir schon das erste Teil der Widersprüchlichkeit.
    Das wäre dann ich und mein Glaube.

    Aber nicht Gott.
    In seiner „Gutheit“ ist Gott rein.
    Nichts Böses ist in ihm.
    Sonst könnte er nicht beständig sein. (das reimt sich sogar….).

    Wenn ich also oben genannten Satz zustimmen kann,
    dann nur unter der Voraussetzung, dass er nicht Gott betrifft.
    Denn alles was wir denken, ahnen, planen, machen, alle Sachen,
    sind niemals durchgängig gut.

    Jede Millisekunde ist durchdrungen
    von einer vergänglichen Seite.
    Die trägt mit sich eine große Pleite.
    Nämlich das Manko,
    aus dem „Gut“ herausgefallen zu sein,
    deshalb ist der Mensch nun in sich „allein“.

    Er will wieder „gut“ werden,
    und gerät auf die vielen Bahnen der Perfektion.
    Damt landet er im Gegenteil.
    Seine Revolutionen fressen seine Kinder,
    früher oder später,
    der Mensch sucht sich ständig „sein“ Heil.

    Gott bietet zwar die Rückkehr an,
    aber er spricht den Menschen nicht gut,
    sondern gerecht.

    Er versetzt den vergänglichen Menschen in einen
    von ihm konstruierten Zustand der Unvergänglichkeit,
    das Medium hierzu ist der Glaube.

    Weg, Wahrheit und Leben ist Jesus Christus.
    Weg, Wahrheit und Leben ist die von ihm empfangende Liebe.
    Hier ist der Mensch nie 100% gut oder 100% schlecht.
    Aber durch sein Wegschauen von sich, auf diese Liebe,
    wird er gerecht gesprochen,
    der Mensch selber wird jedoch nicht gerecht.

    Würde er es so begreifen,
    was er leider auch macht,
    könnte er sich ja etwas darauf einbilden.

    Und so könnt er schon wieder vergleichen,
    andere Menschen in Begriffe und Bilder zwängen,
    und damit ihre Würde vor Gott einengen.

    DIe Sehnsucht nach der Makellosigkeit ist
    vielleicht die Sehnsucht nach Gott.

    Aber die Strömung,
    in der sich der Mensch bewegt,
    in sich, ist, dass er aber, er selbst,
    Gott sein will.

    Und ehrlich geseh’n,
    dem Menschen ist Gott wurscht,
    er befriedigt nur den eigenen Durst.
    Mir gings da auch nicht anders.

    Gottes makelosse,
    reine Liebe, ist die einzige,
    die etwas daran ändern kann,
    sie berührt uns Menschen,
    und wenn man sich vom Evangelium seiner Liebe
    berühren lässt,
    dann ändert er auch etwas daran.

    Das „Böse“ ist das Wegseh’n von Gott,
    was wir anseh’n nimmt uns gefangen,
    und obwohl wir alle tödlich gebissen sind
    und sterben müssen,
    seh’n wir nicht auf Gott.

    Lieber verlangen wir nach unserem Verlangen,
    „des inneren Bestehen vor uns selbst“.

    Nach mehr, noch mehr, überaus mehr,
    so werden wir selbst ein totes Heer,
    auf einem Planet mit totem Meer.

    Darum finde ich,
    das Gut und Böse nicht das Gleiche sind,
    Im göttlichen Guten steckt nichts Böses,
    und in keinem Bösen steckt etwas Gutes.
    Gott baut nicht auf uns Menschen auf.

    Aber im menschlichen,
    im menschlichen „Gutes“ Tun
    ist sein gutes Tun,
    immer auch vom Bösen
    mal offenkundig, mal verborgen,
    mal laut, mal sanft,
    im menschlichen Tun …

    … manchmal sind nur kleine veränderte PINS zu lesen,
    und war es wirklich mal wirklich gut,
    dann war es von Gottes Wirken allein gewesen.

    Er sucht beim menschlichen Herzen
    keine Perfektion,
    denn alle Perfektion,
    die hat er ja schon.

    Was er nicht hat,
    und auch nicht kaufen kann,
    nicht wirklich befehlen kann,
    bei all den menschlichen Trieben,
    ist, dass Menschen seine Liebe erkennen,
    und ihn von Herzen lieben.

    Das aber ist jenseits von
    menschlich gedachten
    und menschlich gemachten
    „Gut und Böse“.

    Die Liebe Gottes ist nicht von dieser Welt,
    sie ist aus der Unsichtbarkeit,
    von einem anderen Reiche,
    und wenn man sich dieser Liebe stellt
    und liebt,
    dann sterben alle Vergleiche.

    Was wär das schön,
    wenn sich Menschen
    ohne Vergleiche ansehn.
    Keiner müsste über den anderen stehn.

    Jeder würde auf Jesu Liebe
    dort am Kreuz hinseh’n.
    Und endlich würde Gott geehrt werden,
    dann wäre auch ein Frieden auf Erden.

    Darum mag ich nicht das Böse,
    auch wenn ich es in mir lese.
    Denn meine Identität
    wurde anders ausgesprochen.

    Also muss ich auch den anderen
    nicht an seinem „Bösen“ festnageln,
    oder was ich „für Böse halte“.

    Sondern sollte ihm vergeben,
    mit Herzen und Händen,
    so dass ich neben meinen Händen
    auch meine Sinne zuwendend falte.

    Gott möchte,
    dass die Liebe,
    mit der er mich ehrt,
    die mir eine unaussprechliche Würde verleiht,

    dass diese gleiche Liebe,
    dass diese Liebe mein Herz
    auch jedem anderen gewährt.
    Das ist eines seiner Ziele in dieser Zeit.

  3. Jan 2. Januar 2023 at 10:12Antworten

    Eine „gespaltene Kirche“ kann kaum ein paar Kinderschänder meinen, man spaltet in zwei etwa gleiche Hälften. Kirche wirkt nach außen, eine „Kirche des Antichristen“ ist etwas anderes, als ein paar innerbetriebliche schwarze Schafe.
    Es muss also um den Kern des Glaubens selbst und auch um Liturgie gehen.

  4. Mine 2. Januar 2023 at 5:27Antworten

    Die RKK sollte in erster Linie den Zölibat abschaffen und dann aufhören, die Gaia und andere Naturgötter anzubeten wie es die Grünen tun. Die Kirche macht mal wieder mit, zB beim Genderwahn und bei der Zwangsgenspritze, aber auch beim Klimawahn und der Vernichtung unseres Wohlstands, sowie auch beim Migrationspakt. Die ist da überall dabei, weil die Priester lauter Warme sind….

    • copixmedia 4. Januar 2023 at 13:01Antworten

      …sie kann nicht anders, denn sie ist das Tier, das seine Macht vom DRACHEN bekommt und die christliche Gemeinde der „Übrigen“ seit Jahrhunderten verfolgt und ermordet..!! Und das wußten schon alle Reformatoren. Denn es steht schon 2.000 Jahre geschrieben…

  5. Victory 2. Januar 2023 at 2:23Antworten

    Jesus Christus und der Antichrist haben nichts miteinander gemein. Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben und sein Widersacher ist von jeher sein (besiegter) und des Menschen Feind. Während Christus die Liebe Gottes zu uns Menschen verkörpert, die Wahrheit lehrte,danach handelt und die Menschen heilte, hat sein Gegenspieler das Unkraut unter den Weizen gesät. Der Antichrist lehrt und handelt äußerst hinterlistig und klug , indem er vorgibt Christi Stellvertreter auf Erden zu sein, damit die Welt ihm folgt und ihn allein anbetet. Dieses falsche Christentum ist im Begriff, zur Weltreligion zu werden.–.Es ist ein „Christentum“ , das alle Religionen annehmen und das alle Religionen in „einem Glauben“ vereinnahmt. Daher rührt auch der immer größer werdende Abfall und es ist die Aufgabe des Papsttums, diesen diabolischen Zeitgeist seit vielen Jahrhunderten an die jeweilige Epoche anzupassen, um die Menschheit mit Täuschungen und Verführungen besonders in diesen letzten Tagen gehörig zu verwirren.
    1,Joh.2,18 „Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.“
    Übrigens glauben auch die Dämonen, das es nur einen Gott gibt und sie zittern.

    • Hanna 2. Januar 2023 at 12:38Antworten

      Ich kann mich Ihren Anmerkungen nur anschließen und möchte idZ auch folgende Stellen zitieren:

      »So laßt uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein!« – 1. Thessalonicher 5,6

      »Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;« – 1. Petrus 5,8

      Nicht nur in den beiden Versen ruft das Wort Gottes die Menschen auf, den eigenen Verstand einzuschalten und zu prüfen, kritisch zu sein.

      Kritisches Prüfen von Lehren, Aussagen etc. „Nüchtern sein“ bedeutet im biblischen Kontext, nicht zu schlafen, sondern den Verstand auch wirklich zu benutzen, iSv

      »Prüft alles, das Gute behaltet!« – 1. Thessalonicher 5,21

      • Hanna 2. Januar 2023 at 13:00

        Erg. meine Empfehlung eines Buches des profunden Bibelkenners Roger LIEBI. Ein Buch, das rund 180 bis ins Detail erfüllte biblische Prophetien in Bezug mit belegten weltgeschichtlichen Daten bringt (und auch zum eigenen Reflektieren und Nachdenken anregt).

        »Leben wir wirklich in der Endzeit?« enthält auch Tabellen, Karten und Bilder, die bestimmte (auch aktuell wichtige) historische Stationen – so auch die schrittweise Rückführung des jüdischen Volkes ins heutige Israel – lebendig und verständlich darlegen.

        Besonders spannend auch, wenn politische Ereignisse der Neuzeit – wie etwa der irakische Überfall auf Kuwait, u.a. – in den Kontext der biblischen Prophetie gestellt werden.

        *www.leseplatz.de/media/pdf/7b/f7/01/271437_Endzeit-Leseprobe.pdf

    • I.B. 2. Januar 2023 at 15:11Antworten

      @Victory
      2. Januar 2023 at 2:23
      „…so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.“

      Ohne provozieren zu wollen: Diese letzte Stunde dauert schon ziemlich lange, nicht?
      Ich weiß, der Zeitbezug ist relativ. So ist ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Ob aber für Johannes und die Gläubigen damals der Zeitbezug der letzten Stunde auch so weitumspannend war?

      • Hanna 2. Januar 2023 at 20:35

        an I.B.

        zum Thema „Die letzte Stunde“ hat Roger LIEBI im 12/2021 den Vortrag rogerliebi.ch/r195-06-1johannes-folge-6-ab-kapitel-2-18-warnungen-kindlein gehalten

  6. Taktgefühl 1. Januar 2023 at 20:58Antworten

    Zeit ist eine Illusion. Sie basiert auf der Beobachtung, daß sich etwas verändert. In gleiche Abstände geteilt, erzeugt sie die Illusion von Linearität und Gleichlauf. Diese Illusion fließt in die Messgeräte ein, denn ohne die Illusion von Zeit kann nichts gemessen werden. So erzeugt die Wissenschaft mit der Illusion von Zeit fortlaufend neue Illusionen und hält uns darin gefangen.

    Natürlich gibt es Gut und Böse. Gut und Böse hat die Menschen immer beschäftigt. Wir sagen noch immer, der Wolf hat Kreide gefressen, wenn uns ein Bösewicht mit Schmeicheleien übertölpeln will.

    Gut und Böse bilden eine Polarität und sind die Bezeichnung für die gegensätzlichen Kräfte und Mächte, für die Wertmaßstäbe und Verhaltensweisen, die einer übernatürlichen Ordnung entsprechen, oder zuwiderlaufen. Der Kampf zwischen Gut und Böse und ihren Personifikationen und Verkörperungen durchzieht das Leben des einzelnen Menschen von der Urzeit bis zur Endzeit.

    Joseph Ratzinger hat den Wandel vom liberalen zum barocken Papst perfekt vollzogen. Na ja, der Vatikan ist ein Multimilliardenkonzern und die Geschäfte waren nie ganz sauber. Da kommt man wahscheinlich ins grüblen, eine falsche Tür geöffnet, und alles bricht zusammen. Er war deshalb nicht eben beliebt. Auch mir ist er mit mancher Theorie ziemlich aufgestossen. Aber wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Er glaubte an die Bibel, und an das letzte Gericht. Das ist der Wissenschaft völlig entgegengesetzt.
    Das Goldene Zeitalter ist heute völlig aus der Mode gekommen und unterscheidet sich vom modernen, platonischen Weltbild der menschlichen „Höherentwicklung“ ganz grundsätzlich. Vorausgesetzt ist eine lineare Zeitachse, an deren Anfang die Schöpung steht und am Ende der Weltuntergang.
    Ganz anders Bergoglio, den kann man richtig hassen. Der ist so angepaßt wie Regen im Wasser.

    Was ist Sinn? Wir sagen oft, das macht Sinn. Das ist falsches Deutsch, eine Sache kann keinen Sinn machen, sie kann nur einen Sinn haben.
    Diese Seite hat den Sinn, wissenschaftliche, mediale, politische und gesellschaftliche Ungereimtheiten aufzudecken. Zum Beispiel.
    Das ist wichtig. Wir empfinden unser Tun oft als sinnlos. Die Ursache kann schon in einer verwahrlosten Sprache liegen. Wenn wir fragen, welchen Sinn hat das? Wissen wir das schon.
    Dieser Kommentar hat auch einen Sinn.

    • copixmedia 4. Januar 2023 at 13:15Antworten

      …dann recherchieren Sie mal zu Ratzinger und dem „ninth circle“, dem neunten Zirkel – einem satanistischen Kult, der von der Ndrangheta mit Kindern beliefert wird und in dem viele „bekannte Persönlichkeiten“ ihr dunkles UN-Wesen seit Jahrzehnten betreiben. Weitere Stichworte: common law Gerichte, Kevin Annett… Ratzefummel ist nicht plötzlich „aus dem öffentlichen Verkehr gezogen“ worden, weil er in Ruhe in der Villa Gandolpho beten wollte…;-)

  7. Dr. med. Veronika Rampold 1. Januar 2023 at 14:36Antworten

    MeMo, wir müssen unterscheiden

    zwischen dem objektiven Sein, in dem Dunkel und Licht kooperieren, um das Ganze zu bilden, yin-yang,

    und der speziessubjektiven Realität des Menschen, dem menschlichen Sein, in dem es immer die Dichotomie „Gut vs. Böse“ gegeben hat – nicht als Störfaktor, sondern als Leitschnur.

    Der Wille des lebenden Organismus, glaubten einige Biologisten vor ca 100 Jahren, sei nichts als ein Heliotropismus, ein instinktives biologisch bedingtes Streben hin zum Licht, weg von der Finsternis.

    Das stimmt so natürlich nicht – aber diese Idee gibt den menschlichsten unserer Instinkte wider.

    Er besteht in einer Art Heliotropismus auf der Empfindungsebene, man sucht, was gut tut, und meidet, was schädlich ist.
    Schauen wir uns die Sprache an, sie zeigt uns, worum es geht. Das „Böse“ ist „schwarz“, „finster“, „eiskalt“ „Gift“, „Tod“, das „Gute“ ist „Liebe, Wärme, Licht, Brot, Leben“. In vielen Sprachen hat man für Sünde und Schmutz ein und dasselbe Wort. Man wäscht Sünden mit Wasser ab, wie Schmutz.

    Wenn vielen von uns das Denken in Gut und Böse heute zuwider ist, liegt das nicht daran, dass es selbst ein falsches Konzept sei, sondern daran, dass heute sehr viele Menschen „falsch“, unwahrhaftig sind. Sie nehmen „Gut und Böse“ nicht mehr unbefangen zur Leitschnur, sondern benutzen den Moralkodex, den sie erlernt haben, nur zynisch zum eigenen Vorteil und zum Nachteil Anderer.

    Wie einst die Pharisäer.

    Und damit sind wir bei Jesus! Bei dem wollte ich eigentlich gar nicht landen, aber es ergibt sich logisch, denn Jesus wurde gefragt, siehe Neues Testament, ob er gekommen sei, „Gesetz und Propheten aufzulösen“ d.h. die damalige Leitschnur bz Gut und Böse abzuschaffen, abzuschneiden.

    Wieso wurde er sowas gefragt?
    Weil die damaligen Menschen vom ständigen Missbrauch von Gut und Böse ebenso enttäuscht waren wie jene Autoren, die in den 1950-60ern Bücher mit Titeln wie „das sogenannte Böse“ schrieben!

    Was hat er geantwortet? „Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen“
    und lehrte, dass man das Gesetz nicht zynisch und listig, sondern liebevoll und ehrlich anzuwenden habe.
    Davon handeln die Evangelien. Dass es einen gab, der das lehrte – und konnte! – , bleibt Frohe Botschaft.

    Yin und Yang im übrigen ist eine Konzeption, die mit „Gut vs Böse“ nur zu tun hat, dass man sie mit einem Zeichen in den Farben Schwarz und Weiss symbolisiert – aber sonst nichts.

    • meMO an mich selbst 1. Januar 2023 at 17:14Antworten

      Alles schön und gut, ehrenwerte Foren-Kollegin. Aber am Gedanken vorbei.

      Die „Leitschnur“ ergibt sich nur als Schnur, weil sie Anfang und Ende hat, Gut und Böse. Nun kann man mit dieser Schnur lapidar gesprochen einen Kreis bilden – und dann erst wird daraus eine runde Sache. Aber ob Kreis oder Linie – Gut & Böse sind verwoben, in einem Strang/Faden.

      Also im Ernst:
      Auch Ihre Leitschnur funktioniert nur dadurch, dass das Eine im Anderen enthalten ist, untrennbar. Das Eine lässt sich ohne das Andere nicht identifizieren, nicht definieren. Ein Faden hat 2 Enden, weil er zunächst EIN Ende hat (es sei denn man will jetzt flunkern er wäre unendlich, dann zieht sich das mit dem 2. Ende natürlich etwas hin ;)). Wenn Sie da Gut & Böse trennen wollen, haben Sie am Ende nur 2 Fäden die gleich aussehen, ohne zu wissen welcher nun der gute und welcher der schlechte ist.
      Oder wo ist im Kreis der Anfang oder das Ende? In diesem Kreis lässt sich das Eine vom Anderen nicht mehr differenzieren – und das ist absurder Weise das, wo wir hinsollten. Erst wenn man erkennt, dass alles – auch Gut & Böse – ein und dieselbe Sache sind (je nach Blickwinkel, Situation, Vorgeschichte, etc), erst dann kann man frei urteilen.

      Stellen Sie sich vor, Sie stünden am Nordpol und freuen sich über die Elimination der Möglichkeiten, denn hier gibt es nur noch eine Himmelsrichtung: Süden (und Süden ist gut).
      Sehr schön, aber wissen Sie nun deshalb, wohin Sie gehen müssen um nach Hause zu gelangen?

      Gut & Böse ist ein gedankliches und kommunikatives Hilfsmittel, so wie auch links & rechts. Im Alltag teils nötig, aber völlig falsch für die „innere Schau“ oder Philosophie des Lebens. Denn dann kommt erst so etwas wie Kirche raus, wenn man versucht es zu trennen (siehe den Versuch der Katholiken, die böse Sünde der Lust aus den guten Priestern zu eliminieren…..;)))

  8. meMO an mich selbst 1. Januar 2023 at 13:26Antworten

    Nix für ungut, ich verstehe den ursprünglichen Gedanken, ich habe nichts gegen den Ratzinger usw. – aber dieses Gut-Böse nervt mich gewaltig.

    Was, wenn man es gar nicht trennen kann? Und auch nicht soll? Was würde mit dem Sonnensystem geschehen, wenn man ihm die Zentripetalkraft aus der Gleichung streicht? Was wäre der Tag ohne die Nacht? Mann ohne Frau?

    Woher kommt eigentlich diese ewige Sehnsucht nach Makellosigkeit (also die absolute Trennung in absolut reine Einzelmengen von was auch immer) – wo doch der „Makel“ immanente Basis des ganzen Universums ist? Ohne ihn kein Werden und Vergehen! Nicht einmal die Zeit gäbe es ohne ihn.
    Ohne den guten Fleck im „Bösen“ wäre es nicht „das Böse“, ohne bösen Fleck im „Guten“ wäre es nicht „das Gute“. Warum hat wohl das Yin-Yang-Symbol die Punkte in den Flächen?….

    Perfektion ist lediglich das ideale Maß an Irrtum.

    Der einzig „reine“ Zustand ist der Tod (des Universums), wenn die Entropie keine „Energien mehr verschiebt“, nichts mehr von Einem zum Anderen strebt, um sich wiederum von Teilen des Anderen abzustoßen usw.
    Darum ist amS dieses binäre Gut-Böse-„Denken“ das größte, (immer noch) aktuelle Problem der Menschheit. Wie schon mal gesagt: die Aufklärung hat nie so stattgefunden wie es nötig wäre, um das, was eigentlich den „Zeitgeist“ darstellt, auf die nächste Stufe zu heben. Und darum quälen wir uns auch immer noch mit links (derzeit gut) und rechts (derzeit böse) herum usw. und so man sich als demokratischen Humanisten bezeichnet wird man gefragt „wos soi des sei?“.

    • Bernd Klaus 1. Januar 2023 at 15:06Antworten

      Sehr gut!

  9. Stefan Ochsner 1. Januar 2023 at 11:39Antworten

    Sehr schön so etwas zu lesen in Zeiten des Objektivismus und Konsumismus

    Ideologien sind der Ideen Tod

    Nieder mit den Ismen

    • Bernd Klaus 1. Januar 2023 at 15:09Antworten

      auch: Sehr gut!

      Alle Ismen sind Illussionen, dh. Lügen, dh. Realitätsverweigerung. Wer seinen Geist in sowas einwebt bekommt absolut nichts mit von der Welt.

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