EU will VPNs verbieten – Der finale Schlag gegen die Privatsphäre im Internet

8. Mai 2026von 4 Minuten Lesezeit

Nach der Einführung von Altersverifikationssystemen, biometrischen Ausweisen und der massiven Überwachung durch den Digital Services Act (DSA) rückt nun das letzte Bollwerk der digitalen Privatsphäre ins Visier der Brüsseler Machthaber – die VPNs. Was als „Kinderschutz“ verkauft wird, ist schlicht der systematische Angriff auf das Grund- und Menschenrecht der Anonymität im Netz.

Laut einem aktuellen Briefing des Europäischen Parlaments diskutieren EU-Offizielle offen, den Zugang zu VPN-Diensten einzuschränken oder gar zu regulieren, weil Bürger damit die neuen Altersverifikationspflichten umgehen. Ein Bericht des Think Tanks des Parlaments (EPRS) warnt explizit vor dem Anstieg von VPN-Nutzung in Ländern mit strengen digitalen Kontrollen. Die Lösung der Eurokraten? VPNs nur noch für Erwachsene – also genau jene Tools verbieten oder erschweren, die Bürger vor totaler Überwachung schützen.

Die Architektur der digitalen Gefangenschaft

Der Vorwand ist, wie immer, „emotional unangreifbar“: Es geht angeblich um Online-Altersverifizierung. Die Realität ist jedoch, dass die EU-Bürokratie – wie bei Armstrong Economics treffend analysiert – eine Infrastruktur schafft, die den Zugang zum Internet an eine staatlich verifizierte digitale Identität knüpft.

  • Der „digitale Mündigkeitsstatus“: Es ist davon die Rede, den Zugang zu VPNs an ein sogenanntes „digitales Mündigkeitsalter“ zu koppeln. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Staat entscheidet, wer das Recht auf Privatsphäre hat und wer nicht.

  • Vom Schutz zur Überwachung: Was mit dem Digital Services Act begann, entwickelt sich zu einem lückenlosen Überwachungssystem. Wenn Nutzer beginnen, VPNs zu verwenden, um sich der totalen Erfassung durch Gesichtsscans und biometrische Daten zu entziehen, werden diese Werkzeuge schlichtweg kriminalisiert.

Was ist ein VPN genau?

Ein Virtual Private Network verschlüsselt den gesamten Internetverkehr und verbirgt die echte IP-Adresse sowie den Standort des Nutzers. Internetprovider, Konzerne und Regierungen können nicht mehr nach Belieben mitlesen, was Sie suchen, lesen oder schreiben.

Unternehmen, Banken, Journalisten und Millionen normaler Bürger nutzen VPNs täglich – nicht aus kriminellen Gründen, sondern weil Privatsphäre ein Grundrecht ist. Für die Überwachungsstaaten ist genau das das Problem.

Der klassische EU-Trick: Kinderschutz als Vorwand

Zuerst kommt die Regulierung der Plattformen unter dem Deckmantel der „Sicherheit“. Dann folgen verpflichtende Altersverifikationen mit Ausweisdokumenten, Gesichtsscans oder Biometrie – alles natürlich „nur zum Schutz der Kinder“. Sobald Bürger mit VPNs diese Hürden umgehen, wird das Tool selbst zum Feind erklärt. EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen hat bereits signalisiert, dass man die Umgehung der neuen Alters-Apps „adressieren“ müsse.

Das Muster ist immer dasselbe: Man baut eine Infrastruktur der Kontrolle auf, und wenn sie nicht funktioniert, erweitert man sie – bis hin zur Abschaffung der Anonymität. 

Der Weg in den Totalitarismus

Es ist ein Fehler, diese Maßnahmen isoliert zu betrachten. Wir erleben hier keine zufällige Aneinanderreihung von Gesetzen, sondern ein präzise geplantes Gesamtsystem:

  1. Regulierung der Sprache: Unter dem Vorwand der Bekämpfung von „Desinformation“ wird kritischer Diskurs unterdrückt.

  2. Identitätszwang: Unter dem Vorwand des Kinderschutzes wird der anonyme Zugang zum Netz zerstört.

  3. Die Vernichtung der Privatsphäre: Mit der geplanten Einschränkung von VPNs fällt die letzte Bastion der Anonymität.

Diese Komponenten bilden, zusammen mit der Einführung von CBDCs (digitalem Zentralbankgeld) und zentralisierten digitalen IDs, das Fundament für ein Kontrollregime, das in der Geschichte der westlichen Welt beispiellos ist. Wenn jede Suchanfrage, jede Kommunikation und bald jede finanzielle Transaktion lückenlos mit der digitalen Identität verknüpft ist, endet die persönliche Freiheit.

Historischer Kontext: Kontrolle in Krisenzeiten

Europa steckt in wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen. Sinkendes Vertrauen, steigende Schulden, politische Instabilität – in solchen Phasen greifen Regierungen traditionell nicht zu mehr Freiheit, sondern zu mehr Überwachung und Zentralisierung. Die Geschichte zeigt: Notstandsmaßnahmen und Überwachungssysteme bleiben nie auf ihren ursprünglichen Zweck beschränkt. Sie werden zur Dauerinfrastruktur und dehnen sich aus, bis die gesamte Gesellschaft um sie herum neu geordnet ist.

Sobald echte Anonymität im Netz verschwindet, wird jede Suche, jede Nachricht, jede Transaktion nachverfolgbar. Genau darauf läuft es hinaus, egal wie harmlos die heutige Begründung klingt.

In Ländern wie Spanien, Dänemark oder Großbritannien gibt es bereits konkrete Vorstöße gegen VPNs – sei es durch Gerichtsentscheide bei Piraterie-Bekämpfung oder direkte Verbotspläne. Die EU bereitet mit neuen Data-Retention-Regeln den Boden für breitere Überwachungspflichten vor, die auch VPN-Anbieter treffen sollen.

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12 Kommentare

  1. Satya 9. Mai 2026 um 7:44 Uhr - Antworten

    Kommen Regulierungen / Verbote, kommen Umwege – wächst die eine Seite, wächst die andere auch. Leben erscheint polar statt.Die soganannte Illegalität ist einer Regulierung immer einen Schritt voraus.

  2. fdik 9. Mai 2026 um 7:04 Uhr - Antworten

    Ein VPN simuliert den physischen Ort, an dem man sich mit dem Internet verbindet, und spiegelt einen anderen als den echten allen ausserhalb des VPNs vor.

    Innerhalb des VPNs weiss zumindest der Betreiber, wer und wo man wirklich ist. Meist können es auch alle anderen im VPN wissen.

    Privatsphäre bietet ein VPN deshalb gar keine. Es ändert nur, wer einen überwachen kann und wer nicht – von der lokalen Macht auf diejenige, die den VPN-Betreiber kontrolliert. Man entzieht sich also lokaler Kontrolle, begibt sich jedoch unausweislich stattdessen in die Kontrolle der Betreiber und der Mächte, die Abhörschnittstellen bei den Betreibern haben, weil sie unter ihrer Kontrolle stehen.

    • Picassofisch 9. Mai 2026 um 9:09 Uhr - Antworten

      Völlig korrekt fdik, ein Beispiel ist der Iran, wo die Regierung den Zugriff auf viele Seiten blockiert. Die vermeintlich rebellische Jugend, die sich gegen Ihre regierungstreuen Eltern wendet, benutzt dann kostenfreie VPN’s die von der CIA und dem Mossad auf ständig wechselnden URL’s und Namen zur Verfügung gestellt werden. Diese Jugend interessiert sich nicht dafür, wer diese Server betreibt und legt damit ihren eigenen gesamten Datenverkehr Ihren eigenen Erzfeinden offen, die die Bomben auf sie schmeissen. Was wird dann mit diesen VPN’s geschaut? Iran International aus London. Bezahlt von Saudi-Arabien. Registriert wird das dann über eine Gmail-Adresse – hoffnungslos, diese Jugend. In Deutschland sieht es nicht besser aus. Die Leute halten sich für kompetent in diesen Technologiefragen, sobald sie in der Lage sind , das zu benutzen, sind aber gleichzeitig völlig bewußtlos, wenn es um politische Machtfragen geht, und interessieren sich nicht dafür. Aus meiner sicht eine hoffnungslose, verlorene Generation, die einzig nur noch konsumieren will.

  3. Tabascoman 8. Mai 2026 um 21:23 Uhr - Antworten

    Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll – keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

  4. Daisy 8. Mai 2026 um 19:58 Uhr - Antworten

    Es geht der EU auch darum, zu vermeiden, dass wir uns frei informieren können.

    Durch VPN, zB in Opera, kann man geblockte Seiten lesen, zB RT, das „böse Medium“, der „Feindsender“, den man in Österreich nicht verlinken darf, sonst drohen hohe Geldstrafen.

    Die EU ist eine Diktatur. Sie kann freie Meinung, Medienpluralismus, Informationen und Fakten daher nicht zulassen. ZB ist ja der Klimawahn Schwarzsinn oder Gendergaga. In GB ist es zB schon verboten, zu sagen, dass es nur zwei biolog. Geschlechter gäbe. Da das alles unwissenschaftlicher Nonsense ist, braucht die EU totale 10suhr. Mit VPN zeigt sich ein anderes Herkunftsgebiet in deinem Browser an. Für EU-Bürger sind div. Medien gespxrrt, nicht aber für Amerikaner oder Asiaten. Dann könnte man ja sehen, was die EU alles verheimlicht und 10siert…

    Klar muss sie das verbieten…

  5. MDGerlach 8. Mai 2026 um 18:37 Uhr - Antworten

    Es wird immer noch dreister und leider kommt auch kein wirklicher Aufschrei mehr aus der Bevölkerung…

    • fdik 9. Mai 2026 um 7:10 Uhr - Antworten

      Portale wie Netzpolitik.org sorgen durch ihre Unterstützung des Beendens des freien Internets für genügend Pseudo-Opposition. Sie lenken die DIskussion darauf, wie man die Ketten sehr ausbruchssicher machen kann, in die die Führer das Volk legen.

  6. markwalser 8. Mai 2026 um 17:59 Uhr - Antworten

    Vielleicht will der Brüsseler Kindergarten als nächstes dann die Installations-Dateien von OpenVPN für illegal erklären? Oder das Anmieten von günstigen Servern im EU-Ausland? Warum nicht gleich Verschlüsselung als solche verbieten? Jeder drittklassige ITler wird denen erklären, dass die Idee zum scheitern verurteilt ist.

  7. VerarmterAdel 8. Mai 2026 um 17:11 Uhr - Antworten

    „EU will VPNs verbieten – Der finale Schlag gegen die Privatsphäre im Internet“

    Das kann sich diese ferngesteuerte Mickey-Mouse-Truppe abschminken! Dass die das überhaupt diskutieren, zeigt die weltfremde Abgehobenheit dieser Kreaturen.

    Sollen die Mitarbeiter großer Konzerne – BASF, Bayer, Rheinmetall, BMW… – Betriebsgeheimnisse von jedem abgehört werden können, der die Berechtigung von einer Bande ferngesteuerter Schwarzköpfe und Berufsschwerstverbrecher bekommen hat?

    Wo leben wir hier eigentlich? Und wo meinen die, wo wir leben? In ihrem Privatknast?

    Man muss sie nicht mögen, aber Frau Nudelmann hat den Nagel auf den Kopf getroffen: „…the EU!“

  8. local.man 8. Mai 2026 um 16:54 Uhr - Antworten

    den Zugang zu VPN-Diensten einzuschränken oder gar zu regulieren, weil Bürger damit die neuen Altersverifikationspflichten umgehen.

    Interessant ist ja, dass die Bürger über ihre eigene Überwachung und Kontrolle niemals abgestimmt und ihr ok gegegen haben und auch nicht würden, daher wird es ja immer einfach übergestülpt.
    Also ist die Wahrheit ja erstmal, dass diese Altersverifikation, die hier so als Normal und Recht verkauft wird, das Unrecht und das eigentliche Verbrechen sind.

    Daraus ergibt sich, dass hier niemand etwas umgeht, sondern erstmal nur sich gegen das bestehende Unrecht der „Altersverifikation“, erschaffen von organisierten kriminellen herrschsüchtigen Machttyrannen, vernünftiger Weise wehrt und weiter sein normale Freiheit wahrnimmt.

    Diese orwellianische Umkehrung der Tatsachen, ist immer wieder dieser subtile Versuch, die organisierte Kriminalität der besitzenden(durch permanenten verbrecherischen Diebstahl) Großkriminellen zu verrechtlichen und dies ins System zu schieben, mit sich an den Hebeln.

    Jeder Versuch diese natürliche Freiheit zu entfernen ist das eigentliche Verbrechen und muss angeklagt und beseitigt werden.

    Alleine das man schon VPNs nutzen muss, zeigt wie tief und weitreichend das Verbrechen vorangeschritten ist.

  9. Stunning Greenhorn 8. Mai 2026 um 16:12 Uhr - Antworten

    Warten wir ab, wie Unternehmen und Universitäten reagieren, zwei typische Bereiche in denen VPN täglich tausendfach anzutreffen ist. Die Universitäten werden als treue Propagandaverstärker wohl mitmachen, eine dümmliche Geschichte erfinden, warum es nicht anders geht und sich darauf verlassen, dass das promovierte Gesindel sie durchsetzt (die JKU wird wohl laut schreiend vorausrennen). Aber ob sich mächtige Konzerne wie Voest Alpine, die chemische Industrie, Versicherungen, Banken und Beratungshäuser abklemmen lassen wollen, bleibt abzuwarten. Ich glaube nicht, dass sich VPN so einfach aus dem Weg räumen lässt.

    • fdik 9. Mai 2026 um 7:08 Uhr - Antworten

      Die EU wird nicht alle VPN-Technologie verbieten. Die Interessen der Konzerne bleiben unangetastet. Sie will bloss, dass ihre Insassen keine Chance mehr haben, sich EU-Repressionsmassnahmen zu entziehen. Dazu gehört der Zugang zu einem VPN, um Zugang zum freien Teil des Internets zu erhalten, indem man den Betreibern vorspiegelt, man sei an einem anderen Ort zuhause und dürfe das noch – anders als in der EU, wo das freie Internet beendet werden soll, mit Unterstützung von Organisationen wie beispielsweise das deutsche Portal Netzpolitik.org, übrigens.

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