
Zum „Musik“-Contest: Orden für die Wahrheit und Bomben für den Libanon
Demnächst läuft in Österreich organisiert vom Staatsfunk das „europäische“ Festival des Mittelmaßes mit Beteiligung des westasiatischen Apartheitsstaates Israel der gleichzeitig die Zivilbevölkerung des Libanon bombardiert und tötet. Spanien hat die Teilnahme neben Israel abgelehnt. Spaniens Premier Sanchez geht noch einen Schritt weiter und verleiht der schärfsten Kritikern von Israels Politik einen Orden.
Der spanische Premierminister Pedro Sánchez hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese mit dem Orden für zivile Verdienste auszeichnete. Eine Geste, die den Anschein erweckt, Spanien würde sich gegen die herrschenden Narrative stellen und das Völkerrecht über die Interessen der Hegemonen heben.
Auf X/Twitter schreibt Sanchez:
Spanien schaut nicht weg.
Die Sanktionierung derjenigen, die den internationalen Rechtsstaat verteidigen, setzt das gesamte System der Menschenrechte aufs Spiel.
Die EU darf angesichts dieser Verfolgung nicht die Hände in den Schoß legen.
Deshalb fordern wir heute von der Kommission, das Blockstatut zu aktivieren, um die Unabhängigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs und der Vereinten Nationen zu schützen sowie ihre Maßnahmen zum Ende des Völkermords in Gaza.
España no mira hacia otro lado.
Sancionar a quienes defienden la justicia internacional es poner en riesgo todo el sistema de derechos humanos.La UE no puede permanecer de brazos cruzados ante esta persecución.
Por eso, hoy pedimos a la Comisión que active el Estatuto de…
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) May 6, 2026
Und Sanchez weiter:
Die öffentliche Verantwortung impliziert auch die moralische Pflicht, nicht wegschauen zu müssen.
Es ist eine Ehre, den Orden des Zivilverdienstes einer Stimme zu verleihen, die das Gewissen der Welt aufrechterhält: @FranceskAlbs, Sonderberichterstatterin der UN im besetzten palästinensischen Gebiet.
España no mira hacia otro lado.
Sancionar a quienes defienden la justicia internacional es poner en riesgo todo el sistema de derechos humanos.La UE no puede permanecer de brazos cruzados ante esta persecución.
Por eso, hoy pedimos a la Comisión que active el Estatuto de…
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) May 6, 2026
Albanese ist die erste und einzige UN-Sonderberichterstatterin, gegen die die USA wegen ihrer Tätigkeit im Rahmen ihres Mandats Sanktionen verhängt haben; Regierungsvertreter bezeichneten die Strafmaßnahmen als „auf Terroristen-Niveau“. Washington verhängte im Juli Finanz- und Reisesanktionen gegen sie, fror ihre Vermögenswerte in den USA ein, schnitt sie vollständig vom globalen Finanzsystem ab und blockierte sogar alltägliche Transaktionen.
Ihre Familie verklagte die US-Regierung im Februar wegen der verfassungswidrigen Maßnahmen und erklärte, diese kämen einer Bestrafung für durch das First Amendment geschützte Meinungsäußerungen gleich und hätten ihr Leben erheblich beeinträchtigt, unter anderem durch die Einschränkung des Zugangs zu ihrem Haus in Washington.
Vielen Dank, Herr Präsident, für diese Anerkennung, für die Verteidigung eines Europas, das seinen Völkern gehört, im Respekt vor dem Völkerrecht, nicht darüber hinweg noch dagegen, und für die Solidarität, dem lebenswichtigen Saft der menschlichen Familie.
Freies Palästina, und wir mit ihm.
Gracias, Presidente, por este reconocimiento, por defender una Europa que pertenezca a sus pueblos, en el respeto del derecho internacional, no por encima ni en contra de él, y por la solidaridad, linfa vital de la familia humana.
Palestina libre, y nosotros con ella. https://t.co/d1Fv1BQONo
— Francesca Albanese, UN Special Rapporteur oPt (@FranceskAlbs) May 7, 2026
In Albaneses jüngstem Bericht, der im März veröffentlicht wurde, wurde Israels systematischer Einsatz von Folter gegen Palästinenser in Gefängnissen sowie durch Massenvertreibung, Aushungerung und Zerstörung als integraler Bestandteil eines kolonialen Völkermords hervorgehoben; dabei wurde der Internationale Strafgerichtshof aufgefordert, unverzüglich Haftbefehle gegen die Spitzenminister Itamar Ben-Gvir, Bezalel Smotrich und Israel Katz zu erlassen.
Die Realität auf dem Schlachtfeld: Bomben statt Musik, Intensität statt Diplomatie
Während in Wien Songs geträllert werden und in diplomatischen Salons über Menschenrechte und Auszeichnungen debattiert wird, zeigt die Realität in Libanon ein völlig anderes Gesicht. Dort sehen wir, wie die „zivilisierte Welt“ zuschaut, während Israel in Wellen von hochintensiven Luftangriffen den Süden des Libanons bombardiert.
Laut libanesischen Quellen und Berichten bombardiert Israel den Süden des Landes in mehreren Wellen hochintensiver Aggression. Dörfer und Städte wie Saksakieh, Ain Baal, Nabatieh und weitere Gebiete geraten unter schweren Beschuss. Trotz des offiziellen Waffenstillstands melden libanesische Behörden Dutzende Tote und Verletzte in den letzten Tagen.
Eskalation trotz „Waffenruhe“
Am 6. Mai 2026 führte Israel erstmals seit dem „Waffenstillstand“ einen Schlag auf die südlichen Vororte Beiruts aus und tötete nach eigenen Angaben einen Kommandeur der elite Radwan-Einheit der Hisbollah. Nur einen Tag später und in den folgenden Tagen setzten sich die Angriffe im Süden fort – mit Luftschlägen, Drohnen und Artillerie. Am 8. Mai meldeten libanesische Quellen weitere Tote, darunter Zivilisten und Rettungskräfte.
Israel begründet die Operationen mit der Bekämpfung von Hisbollah-Stellungen, Waffenlagern und Bedrohungen. Die libanesische Seite und Hisbollah sprechen von systematischer Aggression gegen zivile Gebiete und Verletzung des Waffenstillstands. Die libanesische Gesundheitsbehörde berichtet von über 2.700 Toten seit Beginn der jüngsten Eskalationsphase im März 2026.
Das Muster der Konfliktverlängerung
Dieses Vorgehen folgt einem bekannten Muster: Israel führt gezielte Tötungen und präventive Schläge durch, Hisbollah antwortet mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische Stellungen, worauf weitere israelische Wellen folgen. Die angebliche Waffenruhe dient offenbar eher als diplomatische Kulisse denn als reale Waffenruhe. Israel hat sich so gut wie noch nie an einen Waffenstllstand gehalten. Während in Washington über weitere Verhandlungen gesprochen wird, sterben im Süden Libanons weiter Menschen.
Kritiker sehen darin den Versuch, die Hisbollah dauerhaft zu schwächen und möglicherweise Pufferzonen oder Kontrolle über Gebiete südlich des Litani-Flusses zu sichern – unabhängig von internationalen Abkommen. Die Zerstörung ganzer Dörfer und die Vertreibung von Bewohnern erinnern fatal an Vorgänge, die man zuvor aus Gaza kennt.
Für die libanesische Bevölkerung bedeutet dies anhaltendes Leid, Zerstörung von Infrastruktur und eine humanitäre Lage, die sich weiter verschlechtert. Die internationale Gemeinschaft beobachtet weitgehend passiv – wie so oft, wenn es um diesen Konflikt geht. Die Vertreter des Landes, das dies verursacht, singen in Wien.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Spanien hat recht. Andere Länder sollten dem Beispiel folgen, besonders Österreich. Man sollte I. ausladen. Sicher brauchen die wieder ein riesiges Aufgebot an Sicherheitskräften. Dass ihnen das nicht peinlich ist?!
Der Songcontest ist aber sowieso eine geschobene Partie. Ich schau mir den schon lange nicht mehr an. In den letzten Jahren dient er nur noch in der Gendergaga-Agenda. Zum Speim…
Bin seit 33 Jahren mit muslimischen Menschen tagtäglich beschäftigt. Tendenziell sind es sicher immer über 50 % in den meisten Klassen.
Ich habe zufälligerweise jetzt als Klassenvorstand heuer eine Maturaklasse mit 29, über 90 % mit Migrationshintergrund, wovon zwei Drittel muslimisch sind.
Ich fühle mich in diesem Umfeld aber relativ wohl, jedenfalls wohler als in rechthaberischen Kreisen, die sich links gebärden. Hauptsächlich links liegen und dort auch liegenbleiben.
Dabei ist die ganze Gesellschaft so sehr in Bewegung, wie sie selten war.
Es zählt letztlich nur, was man praktisch auch wirklich umsetzt.
Entscheidend ist darum nicht ein Kopftuch samt Interpreten, sondern, was sich darunter wirklich abspielt.
Mir gefallen die, die nichts sagen, aber Taten sprechen lassen, sehr viel mehr.
Als Antwort auf thermoNUkular gedacht
Übrigens ein Funfact:
Der Song Contest ist genauso fake wie der Rest des Wertewestens. Die „Fachjurys“ der Teilnehmerländer handeln ihre zu vergebenden Punkte wie Teppiche am Bazar.
Aber das überrascht heute wohl kaum noch jemanden….;))
Eine andere Wahrheit, die sich über kurz oder lang durchsetzen wird:
Die 42 % öffentlichen muslimischen Schüler werden sich nicht so schnell umerziehen und auch nicht auf Dauer als Terroristen beschimpfen lassen.
Sie werden dieses neutrale Österreich mehr prägen, als manchen lieb ist.
Und das kann sehr wohl auch auf sehr positive WeIse erfolgen.
Vorstadtprinzen, die von uns teilkastriert werden sollen, sind natürlich eine spezielle Herausforderung für alle.
Aber es gibt z.B. auch sehr viele recht intensiv wirkende Freundschaften zwischen zum Teil sehr mutig gekleideten Mädchen und solchen, die zwar über dem Kopf ein Tuch tragen, aber gar nicht kopflos erscheinen.
Es wirkt so, als würde die eine in der anderen die nicht gelebte Seite irgendwie insgeheim bewundern.
Und genau deshalb ihre Nähe suchen.
Wie kommen Sie darauf, dass alle Muslimas das Kopftuch als verpflichtende Erniedrigung betrachten?
Können Menschen im Westen nicht mehr differenzieren, dass es auch solche gibt, die es als positiv empfinden und absolut freiwillig tragen?