
420.000 Pfirsichbäume in den USA staatlich gefördert gerodet
Nach der Insolvenz des Konservenherstellers Del Monte Foods werden rund 3.000 Hektar Pfirsichplantagen gerodet. Die kalifornische Lebensmittelkette wird ausgelöscht. Der Staat finanziert die Rodung.
Del Monte Foods wurde 1916 in Kalifornien gegründet – im Jahr 2026 ist endgültig Schluss. Das Unternehmen hatte im Juli 2025 Chapter-11-Insolvenz angemeldet und im April 2026 seine beiden Fabriken im amerikanischen Sonnenstaat Kalifornien dauerhaft geschlossen. Die Anlagen verarbeiteten einst 30 bis 35 Prozent der kalifornischen Pfirsiche für die Dosenobstindustrie. Nun sind die Pfirsichbäume nicht mehr wirtschaftlich.
Weniger Pfirsich
Durch die Schließung wurden langfristige Lieferverträge mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren gekündigt. Die Bauern stehen vor Verlusten von über 550 Millionen US-Dollar. Etwa 50.000 Tonnen Pfirsiche haben in diesem Jahr keinen Abnehmer mehr. Nur rund 24.000 Tonnen übernahm der Kooperativverarbeiter Pacific Coast Producers. Der Rest drohte zu verfaulen – statt Umsatz wären hohe Entsorgungskosten entstanden.
Die Bäume der Clingstone-Sorte sind speziell für die Konservenindustrie gezüchtet und lassen sich nicht einfach umwidmen. Viele Familienbetriebe im Central Valley hatten über Generationen hinweg auf Del Monte gesetzt. Alternativen wie Mandeln oder Pflaumen sind teuer und zeitaufwendig: Mandeln erfordern hohe Investitionen, Pflaumen brauchen sieben bis acht Jahre, bis sie Ertrag bringen.
Die Insolvenz traf eine alte Marke hart und hinterließ nicht nur arbeitslose Fabrikmitarbeiter, sondern auch eine ganze Region ohne Abnehmer. Die Pleite wird mit verändertem Konsumverhalten – frisches Obst statt Dosenobst – und hohen Betriebskosten erklärt.
Doch dann griff die Politik ein. Die US-Landwirtschaftsbehörde USDA hat auf Druck von über 40 kalifornischen Abgeordneten bis zu neun Millionen Dollar Fördergeld bewilligt. Doch wofür ist dieses Geld gedacht? Nicht zum Erhalt der Obstwirtschaft, die letztlich auch der Lebensmittelsicherheit dient. Stattdessen soll damit die Rodung der riesigen Fläche an Pfirsichbäumen finanziert werden.
Das Beispiel der kalifornischen Pfirsichbauern ist näher an Europa, als wir denken. Es zeigt, wie schnell eine zentralisierte Lebensmittelversorgung zusammenbrechen und ausgelöscht werden kann. Ein großer Player versagt – und die gesamte Kette bricht zusammen. Die Politik nutzt die Gelegenheit dann nicht, um die Lebensmittelsicherheit zu stärken, sondern um weiter zu zentralisieren und die Versorgung noch stärker von großem Kapital abhängig zu machen. Besonders in einem sich deindustrialisierenden Europa sollte man mit besorgtem Blick nach Kalifornien schauen.
Bild „Pfirsichbaum, 2022 Barcs“ by Globetrotter19 is licensed under CC BY-SA 3.0.
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Werden oder wurden die Pfirsichbäume bereits gerodet?
Denn falls noch nicht, könnte ein kalifornischer Pfirsichschnaps (oder auch Marmelade) daraus produziert werden, was dann mit Sicherheit weltweit zahlreiche Abnehmer finden wird.
Gesunde und ertragsreiche Pfirsichbäume zu vernichten, ist kurz gesagt einfach nur infantil und ist geistig passend zu vergleichbaren zerstörerischen Aktivitäten (tinyurl.com/29f5x7tk) gewisser elitären Kreise inkl. staatlichem Anhang.
3000 Hektar neue Bebauungsfläche.
Juhu, ein großartiger deal.
Wer wird den Zuschlag erhalten? Kuschner oder wie der heißt?
Einfach nur grauenhaft das Ganze.