
Luftfahrtkrise nicht gestoppt
Viele Airlines stecken in akuten Problemen. Der Angriff auf den Iran hat in der Luftfahrt eine beispiellose Krise ausgelöst. Flugausfälle und explodierende Ticketpreise haben gerade erst begonnen.
Die Luftfahrtkrise hat wohl gerade erst begonnen. Während asiatische Airlines sofort betroffen waren – nicht nur durch die de-facto-Stilllegung der Drehkreuze am Persischen Golf –, kommt die Krise auch auf dem europäischen Markt immer näher.
Dass die Krise alles andere als vorbei ist, zeigt ein Bericht der französischen Zeitung Le Monde von letzter Woche. Demnach hat der Konflikt das Geschäft der Airlines erschüttert. Manche Unternehmen sind verwundbarer als andere, doch generell gebe es eine beispiellose Krise in der Branche.
Der Kern des Problems liegt beim Kerosinpreis. Dieser ist in Europa gegenüber dem Vorjahr um über 105 Prozent gestiegen. Dabei heißt es auch immer wieder, dass die Vorräte teilweise nur noch für Wochen reichen würden. Das hört man allerdings seit Anfang März, und mit diesen Schlagzeilen werden auch die Preise getrieben. Die Airlines geben die Kosten an die Kunden weiter.
Innereuropäische Flüge sind noch nicht so stark gestiegen. Doch Air France-KLM hat etwa die Langstrecken-Economy-Tickets pauschal um 50 Euro pro Hin- und Rückflug erhöht, andere Gesellschaften um 5 bis 15 Prozent oder mehr. Auf manchen Asien-Europa-Routen explodierten die Preise zeitweise um bis zu 560 Prozent. In den USA liegen die Durchschnittspreise für Inlandsflüge derzeit 18 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Der französische Luftfahrtverband FNAM betonte auf seiner Pressekonferenz am 12. Mai, dass keine corona-ähnlichen Gesundheitsmaßnahmen geplant seien. Dennoch sei die Lage ernst: Notfallmaßnahmen mildern den Treibstoffmangel, doch die volle Tragweite der Krise werde erst noch sichtbar.
Die Preise werden also ganz klar weiter steigen, mehrere Flugverbände kündigen weitere Ausfälle an. Dazu kommt keine absehbare Deeskalation rund um den Iran, eher im Gegenteil. Der Sommer könnte an den Flughäfen ungemütlich werden. Le Monde urteilt:
„Die kommerzielle Luftfahrt befindet sich in einer Krise, die die Fluggesellschaften geschwächt und anfällig gemacht hat – aufgrund steigender Ticketpreise, Flugausfällen und der Befürchtung von Engpässen bei Flugbenzin. Der starke Anstieg der Betriebskosten hat nicht nur zu einem beispiellosen Anstieg der Ticketpreise geführt, sondern auch das Überleben vieler Fluggesellschaften gefährdet, die mit einer Liquiditätskrise und Energieknappheit zu kämpfen haben.“
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Inszenierte Verknappung: Die Lüge der Energiekrise
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.