
Der US-Israel-Krieg gegen Iran und Libanon: Tag 71 – Eskalation im Hormuz, anhaltende Angriffe trotz „Waffenstillstand“
Am 71. Tag des US-israelischen Krieges gegen Iran und seine Verbündeten eskaliert die Lage erneut, besonders im strategisch entscheidenden Strait of Hormuz. Die Realität ist eine fragile Waffenruhe, die ständig durchbrochen wird, massive humanitäre Kosten und eine globale Energiekrise, die sich verschärft.
Iranische Quellen berichten von anhaltenden Spannungen. Teheran wirft den USA vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben, indem Schiffe im Strait of Hormuz angegriffen wurden. Fars News meldet, dass Iran US-Vorschläge prüft, aber keine Fristen akzeptiert. Gleichzeitig haben US-Kräfte iranische Schiffe attackiert, was zu Feuerwechseln führte. Präsident Trump behauptet, US-Zerstörer hätten „großen Schaden“ zugefügt, ohne selbst Verluste zu erleiden – eine Darstellung, die aus iranischer Sicht stark geschönt wirkt.
Al Jazeera berichtet von gegenseitigen Vorwürfen: Iran habe einen Tanker im Golf von Oman aufgebracht, während die USA Schiffe „deaktiviert“ hätten. Dies geschieht, obwohl die Waffenruhe nominell hält. Die Blockade iranischer Schifffahrt und die Kontrolle über den Hormuz – durch den normalerweise ein Fünftel des Weltöls fließt – treiben die globalen Energiepreise in die Höhe und belasten Lieferketten weltweit.
Trump in China: Verzweifelte Diplomatie oder Machtverlust?
Mitten in der anhaltenden Krise reist US-Präsident Trump nach China. Der Besuch unterstreicht die wachsende Erkenntnis in Washington, dass die USA die strategische Lage am Persischen Golf nicht mehr allein kontrollieren können.
Wie das US-amerikanische Portal Sonar21 analysiert, sind Russland und China ernsthaft dabei, die USA als Machtvermittler in der Region abzulösen. Beide Mächte nutzen den Konflikt, um ihre Präsenz auszubauen und alternative Sicherheitsarchitekturen für die Golfstaaten anzubieten.

Dieser Besuch Trumps wirkt wie ein Versuch, Peking als Vermittler oder zumindest als stabilisierenden Faktor einzubinden – ein Eingeständnis, dass die einseitige Militärstrategie an ihre Grenzen stößt. China, das einen Großteil seines Öls über den Hormuz bezieht, hat ein vitales Interesse an Stabilität und signalisiert bereits, dass es weder einen totalen Kollaps Irans noch eine unkontrollierte Eskalation akzeptieren wird.
Libanon: Israel setzt Angriffe fort
Parallel dazu geht der israelische Feldzug gegen den Libanon und Hisbollah unvermindert weiter. Haaretz meldet Evakuierungsanordnungen für Gemeinden im Süden des Libanon, Angriffe auf über 85 Hisbollah-Ziele in den letzten 24 Stunden und den Fund einer Drohne auf israelischem Gebiet. Israel bombardiert Beirut-Vororte und südliche Regionen, trotz angeblicher Waffenstillstands-Vereinbarungen.
Middle East Eye und Al Jazeera dokumentieren Dutzende Tote bei israelischen Angriffen im Süden und Osten des Libanon. Hisbollah reagiert mit Raketen und Drohnen. Die libanesische Bevölkerung leidet massiv: Hunderttausende Vertriebene, zerstörte Infrastruktur und eine humanitäre Katastrophe, die von der EU bereits als existentiell für Teile der Bevölkerung bezeichnet wird.
Bilanz nach 71 Tagen: Hohe Kosten, unklare Ziele
Der Krieg begann Ende Februar 2026 mit massiven US-israelischen Luftangriffen, die unter anderem den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei trafen. Tausende Tote in Iran und Libanon, Dutzende in Israel und den Golfstaaten. Die Wirtschaft leidet: Steigende Lebensmittel- und Treibstoffpreise, Warnungen vor Gewinnrückgängen bei Fluggesellschaften. Iran behauptet, seine Raketenbestände seien trotz Verlusten weiterhin robust.
Die angestrebte „Regime-Change“-Strategie hat nicht zum schnellen Zusammenbruch geführt, sondern zu einem zermürbenden Konflikt mit hohem Kollateralschaden für die Zivilbevölkerung und die Weltwirtschaft. Die Abhängigkeit vom Hormuz macht deutlich, wie verwundbar globale Energieversorgung ist – ein Faktum, das in europäischen Hauptstädten gerne ignoriert wird.
Verhandlungen oder neuer Eskalationszyklus?
Trump signalisiert, dass er eine Antwort Irans auf US-Vorschläge erwartet. Teheran prüft diese ohne Zeitdruck. Gleichzeitig drängt Israel auf weitere Handlungsfreiheit im Libanon. Die Lage bleibt volatil: Jeder Vorfall im Hormuz oder eine neue Bodenoperation könnte den fragilen Waffenstillstand endgültig beenden.
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„….China, das einen Großteil seines Öls über den Hormuz bezieht,….“
Detail am Rande, aber das ist falsch und leider weit verbreitet. Der Iran mag der größte Öl-Importeur für China sein, China produziert aber auch selbst Energie. Der Iran ist also größter Importeur, aber nicht die größte Ölquelle für China, denn das ist China selbst. China erleidet derzeit Einbußen von grob 10% seiner Gesamt-Verfügbarkeit von Gas & Öl, so meine „Informanten“.
Ja, der Dollar ist kurzfristig gestärkt und China ein bisschen geschwächt. „Well done“, Wertewesten..
ABER für wie lange? Und um welchen Preis?
Man hat seinen Einfluss auf die ganze Region verloren, oder ist gerade unaufhaltsam dabei. Und auch die noch willigen Scheichs werden mittel- bis längerfristig lieber Milliarden mit chinesischen Yuan verdienen wollen, als Millionen mit dem Petrodollar – eine Bilanz, die sich auch durch Bestechung nicht ewig schönfärben und verhindern lässt.
Der Iran ist definitiv DIE Supermacht in dieser Region. Die positive Verbindung des Iran zu Russland und China wird also zwangsläufig dazu führen, dass sich die Scheichs lieber an diese Vertrauten wenden, als sich von den blutrünstigen Nazionisten ewig zur Zielscheibe machen zu lassen, ohne den erhofften – und teuer bezahlten – Schutz zu erhalten.
Für alle anderen gilt die ewige Wahrheit Gorbatschows: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
China produziert 5,3 Mio bpd selbst und importiert 10,5 Mio bpd, davon ca. die Hälfte über die Straße von Hormus.
Aus Saudi-Arabien 1,8-2 Mio bpd, 1,5-1,8 Mio bpd aus dem Irak, 1,1 Mio bpd aus Iran, 0,3 Mio bpd Kuweit und Oman, 0,5 Mio bpd aus den VAE.
Über ESPO und Kosmino gehen etwa 2,2 Mio bpd aus Russland, 1 Mio bpd aus Brasilien, 0,5 Mio bpd aus Angola, 0,5 Mio bpd aus Kasachstan (über die Kasachstan-China-Pipeline), 0,3 Mio bpd aus Venezuela und 0,2 Mio bpd aus den USA.
Unter anderem die Zerstörung von Energie-Infrastruktur und Lieferketten mit globalen Auswirkungen auf Energieversorgung, Wirtschaft, Mobilität, Nahrungsmittelsicherheit – in der Folge mit Sozialen Unruhen, Instabilität, Verarmung bereiten auch den Weg für die fortschreitende Implementierung von Überwachungsmassnahmen bis hin zur Digital ID und der Einführung der CBDC. Die Auswirkungen dieses Krieges erzeugen all das – mit unermesslichem Leid für die Menschen, Tod und Zerstörung der Umwelt.