Brasilien will digitales Geld ab 2024

15. Dezember 2022von 1,6 Minuten Lesezeit

In Brasilien sind die Pläne für das nationale digitale Zentralbankgeld weit fortgeschritten. Der Internationale Währungsfonds lobt das Modell des BRICS-Staates und sieht es als Vorbild für andere Länder. 

Brasilien setzt zur Einführung seiner digitalen Zentralbankwährung (CBDC) an. Nach einem Pilotprojekt 2023 soll es 2024 zur flächendeckenden Umsetzung kommen. Das gab der Präsident der brasilianischen Zentralbank, Roberto Campos Neto, vor wenigen Tagen bei einer Veranstaltung bekannt.

Das „brasilianische Model“ habe „internationale Anerkennung“ gefunden, berichtet „Reclaim The Net“. Denn mit dem Konzept könnten Finanzinstitute dazu „ermutigt“ werden, ihre Vermögen zu „tokenisieren“, also zu digitalisieren. Das neue zentrale Geld soll die nationale Geldpolitik nicht stören und auch die Bilanzen nicht beeinträchtigen.

Zugleich führte Neto alle möglichen „Vorteile“ an. Etwa würde das CBDC die Prüfung von Banken erleichtern, Transaktionen würden billiger werden und das Zahlungssystem der Zentralbank würde mehr Akzeptanz finden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll ebenfalls begeistert vom „brasilianischen Modell“ sein. Denn dieses sei „einfach zu implementieren“ und könnte ein Vorbild für andere Zentralbanken sein. „Am Ende fühlten wir uns sogar geschmeichelt, dass wir uns ein System ausgedacht haben, über das andere Zentralbanken jetzt nachdenken“, so Neto.

Ob 2024 das digitale Geld das brasilianische Bargeld gleich komplett ersetzen soll, ist ungewiss. Lange dürfte das Bargeld aber nicht überleben, sollten die Pläne erfolgreich umgesetzt werden. Weltweit läuft ein Angriff auf das Bargeld. Vorne dabei ist die EU, die größere Bargeldzahlungen in Zukunft verbieten will. Mit dem digitalen Euro können die Behörden dann genau verfolgen, was wer kauft und verkauft.

„Wäre das nicht wunderbar?“, heißt es in einem kritischen Artikel auf „ZeroHedge“ dazu polemisch.

Bild Santeri Viinamäki, Digital money illustration 20180111CC BY-SA 4.0

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11 Kommentare

  1. Alexander 16. Dezember 2022 at 17:55Antworten

    Digitales Geld ohne Bargeld ist Enteignung. Denn die Verwendbarkeit des digitalen Geldes bestimmt dann die Partei, die die Hoheit über seine Programmierbarkeit hat. Das ist in jedem Fall dann die Zentralbank und ihre Machthaber.

    Kann also der Einzelne nicht mehr unahängig über die Verfügung und Verwendung des Geldes entscheiden, ist man de facto enteignet. DAS meine Klaus Schwab mit: „Ihr werdet nichts besitzen und glücklich sein“.

  2. Georg Uttenthaler 16. Dezember 2022 at 8:14Antworten

    Programmierbarkeit ist ein hypothetisches Merkmal einer digitalen Währung, das es dem Emittenten ermöglichen würde, Grenzen und Kontrollen für ihre Verwendung festzulegen. Was, Wo, und mit Ablaufdatum können sie das Geld verwenden, wenn Sie alles machen, was der Staat Ihnen befiehlt!!
    “BRAV SEIN” Im Wesentlichen würde jedes CBDC entweder dem Staat, der Zentralbank in Brüssel oder dem Unternehmen, das das Geld als Lohn ausgibt, die Macht geben, zu kontrollieren, wie und wo das Geld ausgegeben wird. Jedes CBDC läuft auf eine potenzielle Kontrolle Ihres Geldes durch Dritte hinaus.
    So einfach ist das. Dies hat massive Auswirkungen auf die Idee der individuellen Freiheit. Wenn man bedenkt, wie die letzten zwei Jahre verlaufen sind, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie ein solches System missbraucht werden könnte.
    Zahlungsstopps zum „Schutz des NHS“, Lohnpfändungen- Nettozinsen- SOLI zum „Kampf gegen den Klimawandel“ oder individuelle finanzielle Sanktionen, weil man nicht geimpft ist.

    Man braucht nicht weiter zurückzublicken als bis zu den Protesten der kanadischen Trucker, um zu verstehen, wie der Staat diejenigen finanziell ausschaltet, die eine andere Meinung vertreten.(Einfrieren des Geldes!!) Ein CBDC würde diesen Prozess sowohl für den Staat leichter durchsetzbar als auch für den Einzelnen schwieriger, es zu umgehen.
    Dies ist ganz offensichtlich das größte ethische und gesellschaftliche Problem in jedem potenziellen System der digitalen Währung.
    Hilfe gibt es nur, wenn wir so viel als möglich BARZAHLEN oder die Barauszahlung des Lohnes verlangen usw.
    Der erste Probelauf in Indien ist deshalb gescheitert, weil 50% der Menschen kein Bankkonto hatten!!!

  3. mayerhansi 16. Dezember 2022 at 6:22Antworten

    Meine Friseurin akzeptiert ab Jahresbeginn 2023 nur mehr Barzahlung, da sie bei Kartenzahlung die Beträge erst zwei Wochen später auf ihrem Konto hat. Ich wünsche ihr viele Nachahmer!

    • Karsten Mitka 16. Dezember 2022 at 16:39Antworten

      Dann ist die Friseurin selbst Schuld, weil schlechten Abwickler gewählt und sich wahrscheinlich auch noch 5 Jahre an diesen gebunden. Ich hatte auch mal einen Laden und die per Kartenzahlung eingenommen Beträge wurden sofort angewiesen, wenn man am Gerät den Tagesabschluss gemacht hat. Geldeingänge gab es also fortlaufend.

  4. Toni 15. Dezember 2022 at 21:58Antworten

    Wenn ich lese „Transaktionen würden billiger werden“ muss ich laut lachen: Wie war das, als den Menschen Bankkonten verkauft wurden? Damals waren sie gratis, wie viel sie heute kosten, sieht jeder auf seinem Kontoauszug. Es ist immer der gleiche Schmäh, vielleicht ist der Mensch doch lernfähig?

    Nur Bargeld kann die Privatsphäre und die Entscheidungsfreiheit schützen. Mit digitalem Geld wird den Menschen vorgeschrieben werden, was sie kaufen dürfen (z.B. keine E-Autos mehr) und wem sie spenden dürfen (z.B. keiner Opposition): eine totale Diktatur.

    Nicht täuschen lassen, diese Zukunft ist bereits näher, als die meisten ahnen. Wann wird das Volk aufstehen und seine Verantwortung als Souverän wahrnehmen?

    Glück auf, Toni

    • 1150 28. Dezember 2022 at 12:15Antworten

      die lernresistenz der schafe ist gleich unendlich, wie deren dummheit (frei nach a. einstein)

  5. Marco Arcangeli 15. Dezember 2022 at 20:45Antworten

    wenn irgendwas dran wahr ist, war noch nie dort, nur in Venezuela – dann etabliert sich die digitale Zahlung in Ländern, in denen die Armut hoch ist? https://prnt.sc/L3WNji6NaLv4

  6. Jan 15. Dezember 2022 at 15:56Antworten

    Die Voraussetzung für digitales Geld sind funktionierende Strom- und Internetverbindungen.

    In einer Welt voller Unzufriedener schwer zu schützen – es sei denn, Musk erfindet noch etwas. Das aber bräuchte Zeit, um implementiert zu werden.

  7. Karsten Mitka 15. Dezember 2022 at 15:45Antworten

    Wundert mich nicht, daß der linke Luca ins Amt „gewählt“ wurde. Und überhaupt, was soll immer das Geschwafel von „Transaktionen würden billiger werden“ und so weiter? Transaktionen geschehen heute meist eh schon nur noch rein digital, es sind allein die Banken, die sich zum Beispiel mit Auslandeinsatzgebühren auf Kartenzahlungen ne goldene Nase verdienen.

    • Hollie 15. Dezember 2022 at 16:15Antworten

      Wieso „gewählt“ in Anführungzeichen? Ist doch eine astreine demokratische Mehrheitsentscheidung. Gegen eine solche kann man gemäss Bundespräsident Steinmeier doch gar nicht sein, wie er letzt in Bezug auf astrein demokratische Coronabeschlüsse meinte, die keinesfalls irgendwie von KillBill oder so beeinflusst wurden!

      Noch ein potentielles Auswanderungsziel weniger…

      • Mathias Pol 15. Dezember 2022 at 18:18

        Das Problem ist global. Man kann dem nicht entkommen. Leider. Und die große Mehrheit der Menschen ist hypnotisiert und wehrt sich nicht dagegen. Sie halten es einfach nicht für möglich, dass so etwas globales, großes, Böses von ihren gewählten Vertretern eingeführt wird.

        Der größte Vorteil der Mehrheit ist die Anzahl der Menschen. Diesen Vorteil können sie aber nicht nutzen, wenn/weil sie nicht aufwachen. Die Gegenseite weiß das.

        Eine Rest-Chance besteht für den Einzelnen: irgendwo im Wald, auf den Bergen, in der Pampa als Selbstversorger leben. Dann holen Sie einen ein bisschen später.

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