
Das WSJ beschwert sich darüber, dass China der Welt hilft, sich gegen US-Sanktionen zu wehren
Die USA haben ein Sanktionsimperium aufgebaut und es „regelbasierten Ordnung“ getauft. Jetzt baut China einen Finanzkanal auf, der es Ländern erlaubt, ohne Washingtons Erlaubnis zu handeln, und Wall Street Journal nennt es das „Lahmlegung westlicher Sanktionen“. Schauen wir uns das genauer an.
Am Beispiel vom Iran beschreibt der Artikel, wie sich zunehmend Länder aus dem Würgegriff der US-Dollarhegemonie befreien und beschuldigt China, die Führung in diesem Trend übernommen zu haben. Zusammengefasst lautet die Aussage zugespitzt: „Wie können sich andere Länder wagen, unserer wirtschaftlichen Strangulation zu widerstehen?“
Eine wichtige Waffe gegen ein Land besteht in den US-Sekundärsanktionen. D.h. die möglicherweise größte Volkswirtschaft der Welt zwingt Länder selbst Sanktionen gegen einen missliebigen Staat zu verhängen, weil es sonst vom großen US-Markt ausgeschlossen wird oder hohe Strafen zahlen muss, wenn es weiter mit den USA Handel treiben will. Aber diese Waffe wird immer schwächer durch die Tatsache, dass es zunehmend andere interessante Märkte gibt, auf die Unternehmen ausweichen können, wenn sie sich von der Erpressung befreien wollen. Deshalb wird der Dollar als Hebel immer wichtiger.
Washington hat jahrelang den Dollar, SWIFT, Zölle, Exportkontrollen, IMF, Weltbank, andere internationale Organisationen unter seiner Kontrolle und sekundäre Sanktionen als Waffen behandelt, die nur Amerika benutzen durfte. Die USA gingen davon aus, dass der Rest der Welt einfach akzeptieren würde, abgeschnitten, eingefroren, blockiert, bestraft und eingeschüchtert zu werden. Aber Sanktionen sind kein göttliches Gesetz. Sie sind politische Nötigung. Und so wird langsam klar, warum Donald Trump schlimmste Drohungen gegen Länder ausgesprochen hat, wenn diese auf den Dollar als Handelswährung verzichten sollten.
Aber sobald die Nötigung mit dem US-Dollar zu häufig, zu arrogant und zu sehr zur Waffe wird, fangen alle an, nach Auswegen zu suchen. Und einen dieser Auswege ist der Yuan, ein anderer digitale Alternativen. Fluchtwege aus der von den USA willkürlich eingesetzten Finanzwerkzeuge.
Die USA sind nicht wütend, weil China jemanden „verlockt“, das zu tun. Sie sind wütend, weil Länder unter Druck das Überleben der Gehorsamkeit vorziehen. Washington dachte, Sanktionen seien eine Einbahnstraßenwaffe. China hat sie in einen Grund verwandelt, warum die Welt einen Handelo um Amerika herum aufbaut. Nun droht die den USA, dass die Überstrapazierung des US-Dollars als Waffe, auf seine eigene Bevölkerung zurückschlägt.
Die Folgen
Wenn die Weltwirtschaft schrittweise auf den US-Dollar verzichtet – ein Prozess, den Ökonomen als Entdollarisierung bezeichnen –, löst dies tiefgreifende tektonische Verschiebungen im globalen Finanzgefüge aus. Nach Einschätzung von Experten des American Institute for Economic Research (AIER) wird der Dollar zwar nicht über Nacht verschwinden, doch seine schwindende Monopolstellung verändert die wirtschaftlichen Spielregeln weltweit grundlegend. Die direkten Folgen einer solchen Entwicklung teilen sich in vier Kernbereiche auf:
Steigende Finanzierungskosten für die USA
Die USA geniessen seit Jahrzehnten das sogenannte „exorbitante Privileg“. Weil die Welt ihre Währung als Reserve hortet, kann sich Washington extrem günstig verschulden. Die Folgen der Nutzung als Waffe:
Verlust der Käufer: Wenn ausländische Zentralbanken ihre Devisenreserven in US-Dollar abbauen, sinkt die Nachfrage nach US-Staatsanleihen.
Höhere Zinsen: Um weiterhin Käufer für ihre Rekordschulden zu finden, müssen die USA höhere Renditen bieten. Das treibt die Zinsen für Kredite, Hypotheken und Unternehmen massiv nach oben.
Importierte Inflation: Ein schwächerer Außenwert des Dollars verteuert Importwaren in den USA, was die dortige Inflation strukturell anheizt.
Höhere Transaktionskosten im Welthandel
Der Dollar fungiert in der globalen Wirtschaft wie eine universelle Sprache. Ein Verzicht auf diesen Standard verringert die Effizienz des globalen Marktes.
Währungsrisiken: Wenn ein deutsches Unternehmen Maschinen nach Indien verkauft und in Rupien statt Dollar abrechnet, müssen beide Seiten schwankende Wechselkurse absichern.
Komplexere Lieferketten: Verträge müssen in einem Korb aus verschiedenen Regionalwährungen kalkuliert werden. Jede Transaktion wird durch zusätzliche Umtauschgebühren teurer. Was bei direkten Geschäften in den eigenen Währungen wegfällt. Hier erspart man die doppelten Umtauschkosten. Von der Käuferwährung in US-Dollar und dann vom US-Dollar zurück in Käuferwährung. Es bleibt ein Währungsrisiko.
Neuordnung der Rohstoffmärkte
Historisch gesehen ist der globale Energie- und Rohstoffsektor untrennbar mit der US-Währung verknüpft (Stichwort: Petrodollar), aber das wird seit einigen Jahren unterminiert. Böse Zungen behaupten, sowohl die US-Kriege gegen den Iran als auch Libyen und Syrien hätten damit zu tun, dass die jeweiligen Länder dabei waren, ihre Ölverkäufe auf andere Währungen umzustellen.
Analysten von J.P. Morgan betonen, dass die Entdollarisierung vor allem in den Energiemärkten sichtbar wird. Öl, Gas und Metalle werden zunehmend in Yuan, Euro oder Dirham abgerechnet.
Für den Euroraum bringt dies gemischte Signale. Ein schwächerer Dollar kann Importe verbilligen, setzt aber laut Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) die preisliche Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporteure unter Druck.
Verlust geopolitischer Macht
Die Vormachtstellung des Dollars ist die schärfste wirtschaftliche Waffe der USA. Weil sie keine SICHTBAREN Tote und Verstümmelte hinterlässt.
Aber Sanktionen verlieren Wirkung. Werden Zahlungen über alternative Finanznetzwerke außerhalb des westlichen SWIFT-Systems abgewickelt, verlieren US-Finanzsanktionen ihre Hebelwirkung. Staaten wie China oder Russland treiben diesen Umstieg gezielt voran, um sich vor Blockaden zu schützen.
Aufstieg von Sachwerten: Als Gegenbewegung zur schwindenden Dollar-Dominanz flüchten viele Zentralbanken verstärkt in Gold, was dessen globalen Stellenwert als krisenfesten Anker reaktiviert.
Das Ergebnis
Das Endergebnis der Entdollarisierung ist kein plötzlicher Crash, sondern der Übergang in eine multipolare Währungswelt. Auch China hat kein Interesse daran, dass die USA in eine tiefe Wirtschaftskrise stürzen und die ganze Weltwirtschaft mit sich reißen, ebensowenig Russland oder andere Länder, welche in den USA als potentielle Gegner oder sogar Feinde angesehen werden. Deshalb verhindern sie eine plötzliche und zerstörerische Auslösung der „Dollarbombe„, indem sie langsam und vorsichtig ihre Dollarwerte umschichten und langsam auf den Dollar umstellen.
Bild: Screenshot von Erklärvideo
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Wie Washington die Welt-Energieversorgung gekapert hat und den Petrogas-Dollar schuf
Iran bereitet sich darauf vor, dem Petrodollar-System den Todesstoß zu versetzen
Die Säulen des Dollars bröckeln weiter
Nicht erst Trump ist auf die Idee gekommen, „schlimmste Drohungen“ gegen Dollar-Verweigerer auszustoßen.
Und es stimmt auch nicht dass die Dollar-Waffe bzw. die Verteidigung der Dollar-Dominanz „keine SICHTBAREN Tote und Verstümmelte hinterlässt“:
Der blutige Diktator Saddam Hussein kooperierte lange bestens mit den USA, die seine Untaten kannten und ignorierten. Die Tolerierung endete erst, als er sein Öl in anderen Währungen als dem Dollar verkaufen wollte. Und zur Strafe wurde nicht nur sein Land 2003 erobert und zerstört.
Das „irakische Staatsfernsehen“ zeigte Bilder seiner Hinrichtung, vermutlich in Absprache mit den Besatzern, die an der Sichtbarkeit ein kaum zu leugnendes Interesse gehabt haben dürften – es galt und gilt ja weiterhin, keinen Präzedenzfall zuzulassen, sondern „Nachahmungs-Gefährdete“ gründlich abzuschrecken.
Gaddafi hatte zu seinem Pech aus Saddams Ende aber nicht die richtigen Schlüsse gezogen, sondern wollte libysches Öl ebenfalls vom Dollar entkoppeln. Sein Land wurde 2011 von den Westmächten zusammengebombt und er selber wurde „nach seiner Festnahme durch Rebellen“ bestialisch getötet.
„Es gibt keine offizielle TV-Übertragung seiner Hinrichtung, aber sein Tod und die letzten Minuten vor seinem Ableben wurden von Handy-Videos dokumentiert. Diese Aufnahmen wurden damals weltweit von Fernsehsendern ausgestrahlt und im Internet verbreitet.“
Gaddafi war zwar auch Diktator, aber bei weitem nicht zu blutig wie Saddam. Zudem brachte er seinem Volk Wohlstand und Fortschritt – beides wurde von den westlichen Bomben gründlich und bis heute beendet. Woher wohl 2011 die gesteigerte Motivation kam, seinen Tod grausamer zu gestalten als den von Saddam?
Die damalgie US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte jedenfalls keine Kritik an der grausamen Tötung, sondern zeigte Freude (und Ausführungs-Stolz?) über für die USA nützliche Tötung:
„Wir kamen, sahen und er starb“ – die (ihr überhaupt nicht peinliche) Anlehnung an die Cäsar-Worte „Veni, vidi, vici“ wird sogar in der Wikipedia erwähnt.
Tja, das neue Weltgeld kommt eben über China. Die westlichen Eliten haben bereits in Asien Fuß gefaßt, Singapur, Indonesien, usw… manche auch auf Hawaii.
..und langsam auf den DOLLAR? umschichten?
Dem Artikel hätte ein Lektor nur Gutes tun können….;))