Heilpflanzen, die wunderbaren Begleiterinnen in unserem Leben

21. November 2022von 4,2 Minuten Lesezeit

Am Wochenende ging der Onlinekongress „Pflanzen – die Heilerinnen und Magier in unserem Leben“ zu Ende. Ich interviewte 27 Menschen, die sich von Pflanzen auf den verschiedensten Ebenen berühren haben lassen und strahlte die Interviews letzte Woche aus. 5600 Leute haben sich angemeldet und darüber informiert, auf welch vielfältige Weise Pflanzen zu unserem psychischen und physischen Wohl beitragen können.

Zu den am meist geschauten Interviews, gehörten die Gespräche mit Dr. Roger Kalbermatten, Svenja Zuther, Chrischta Ganz und Gabriela Nedoma.

Dr Roger Kalbermatten ist promovierter Chemiker und Arzneimittelforscher, der sich 1986 der Herausforderung stellte, ein neuartiges Verfahren zu entwickeln, um die Wirksamkeit von Heilpflanzen-Präparaten zu verbessern. Seine jahrelange Forschung erzielte Ergebnisse, die alle Erwartungen übertrafen und zur Erkenntnis führte, dass es nicht nur Inhaltsstoffe sind, die Tinkturen ihre Wirksamkeit geben, sondern hier 3 Wirkprinzipien zusammenspielen müssen, damit eine Tinktur ihre optimale Wirkung entfalten kann. Die ‚wesenhaften‘ Urtinkturen waren geboren. Wir sprachen auch über seine intuitive Betrachtungsweise der Heilpflanzen, die über das Erkennen des Wesens durchaus zu neuen Anwendungsmöglichkeiten führen kann. Dr Kalbermatten gab uns auch zwei konkrete Fallbeispiele, wie durch diese wesenhafte Betrachtung der Heilpflanzen, Menschen geholfen werden konnte. Es ist verblüffend, was es zu entdecken gibt, wenn man sich aus den Zwängen einer reduktionistischen, auf Inhaltsstoffe besessenen Wissenschaft befreit und die Heilpflanzen ganzheitlich betrachtet.

Svenja Zuther ist Diplom-Biologin und Heilpraktikerin. Sie bietet nun schon seit Jahren Natur-Retreat-Aufenthalte und Trainingsprogramme für Spirituelle Pflanzenheilkunde & Naturtherapie an. Wir sprachen über die Signaturlehre und dass diese weit über Vereinfachungen wie ‚gelbe Pflanzen sind gut für die Leber,.. ‚ hinausgeht. Sie gab uns Beispiele, wie die Signaturlehre genützt werden kann, um die richtige Heilpflanze für eine Beschwerde zu finden, wenn zum Beispiel mehrere Pflanzen in Frage kommen. Besonders beeindruckend waren ihre Erlebnisse aus ihren Kursen, die zeigen, wie Menschen auch schon durch eine Begegnung mit den Pflanzen auf seelischer Ebene heilen können.

Chrischta Ganz, berichtete über die weithin eher unbekannte Gemmotherapie, also die Herstellung von Heilmitteln aus Knospen und Gabriela Nedoma über das Oxymel, eines in Vergessenheit geratenen Heilmittels, das vor nicht allzu langer Zeit wiederbelebt wurde und nun wieder vermehrt zur Anwendung kommt. Beide sind tief in der traditionellen europäischen Naturmedizin verankert und über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Expertinnen für Pflanzenheilkunde.

Ich selbst bin Botaniker und Wissenschaftler und naturgemäß mit meiner Arbeit in der Wissenschaft verankert, ich sehe aber, dass dies nur eine Seite ist, die Pflanzen zu betrachten. Die andere Seite, die wesenhafte, mit Pflanzen kommunizierende und mit der Wissenschaft nicht fassbare, die schon seit Jahrtausenden in traditionellen Kulturen praktiziert wird, ist aber genauso interessant. Beide haben ihre Berechtigung und erzielen großartige Erfolge. Genau deswegen war es mir wichtig in diesem Kongress beide Seiten zu beleuchten.

Es ist bezeichnend, dass gerade das Interesse an dieser im Mainstream im besten Falle belächelten ‚wesenhaften‘ Seite der Pflanzen, enorm war. Außerdem zeigt es, wie viele Menschen offen sind, für eine Betrachtungsweise der Natur, die der westlichen Welt und der gängigen naturwissenschaftlichen Methode völlig fremd ist, aber dem persönlichen und intuitiven Empfinden entspricht. Ich sehe diese ‚Erinnerung‘ an unsere Wurzeln als sehr positiv und wertvoll, vor allem gerade jetzt, wo in verstärktem Maße mit Angst und Zwang versucht wird, Menschen in ein pharmakontrolliertes Gesundheitsmanagement mit gentechnischen Mitteln zu zwingen. Wie befreiend wäre ein offener Dialog für unsere Gesellschaft!

Am Schluss möchte ich noch zwei Rückmeldungen, die ich bekommen habe, teilen:

Was für ein grandioses Gespräch mit Dr. Kalbermatten! Endlich verstehe ich das Prinzip der Signaturenlehre und warum meine Heilpraktikerin auf bestimmte Hersteller schwört, wenn es Alternativen zur preiswerteren DHU gibt bzw. warum die Bioresonanz auf (meist teurere) Mittel, z. Bsp. Vit. D., besser testet. Noch ein Grund, noch mehr Tinkturen aus selbst angebauten Pflanzen herzustellen. Und so erklärt sich auch das, was Wolf Dieter Storl über seine Erfahrungen mit indigener Medizin berichtet. Die Indianer lachten über unsere Wirkstoff-Theorie und meinten, sie nehmen die Seele der Pflanze auf …Vielen herzlichen Dank dafür!“

Ich bin so froh, dass es Menschen gibt, die all diese wichtigen Menschen zusammen bekommen und für uns sprechen lassen. In den letzten Jahren dachte ich oft, ich bin allein mit meiner Einstellung zur Natur und unserer Gesundheit. Nun könnte ich vor Glück weinen, wieviel genau dafür leben und auch kämpfen. Schauen wir mal, auf jeden Fall darf all dieses Wissen nicht verloren gehen. Danke für deine Impulse.“

Bild von Silvia auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

Dr. Markus Ruhsam ist professioneller Botaniker, der für den Royal Botanic Garden Edinburgh als Wissenschaftler arbeitet.


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7 Kommentare

  1. Ulrich 5411 21. November 2022 at 21:23Antworten

    Da Alkohol ein Zellgift ist empfiehlt Dr.H.Fischer DMSO > 60% in wässriger Lösung. DMSO löst fett- als auch wasserlösliche Substanzen. Mit DMSO lassen sich die Wirkstoffe von z.B. Kurkuma wunderbar in Lösung bringen und äusserlich und innerlich sehr sparsam anwenden. Die Wirksamkeit der Kurkumine wurde in tausenden meist asiatischen wissenschaftlichen Studien untersucht.
    Da hätten wir dann noch das einjährige Dings-Kraut und und und.
    Reinstes Wasser sollte es schon sein sowie 99,9% Pharma Qualität DMSO.

  2. Dr. med. Veronika Rampold 21. November 2022 at 18:52Antworten

    Die von Jan benannte intuitive Selbstbehandlung durch zum aktuellen Zustand passende Nahrungsmittel „kann“ der Mensch, wenn man ihn das lernen LÄSST, ebenso gut wie Braun- und Schwarzbär, deren Frühlingskuren mit scharf schmeckenden Pflanzen, a.e. gegen Parasiten, seit langem bekannt sind und sogar Eingang in die Belletristik gefunden haben.

    Die nordamerikanischen Indigenen nannten den Bären Kräuterdoktor, weil er Kräuter testet, ob und wie sie ihm wohltun. Sie sollen sich vieles über Kräuter vom Bären abgeguckt haben. Ihre Kinder probierten Pflanzen und übten ihre Sinne wie junge Bären. Das kann man als Erwachsener noch gut nachholen.

    Ich übrigens tat das ebenfalls, angeleitet von alten Büchern über essbare und heilsame Pflanzen; aber leider waren die modernen Oberbayern nicht so gescheit wie die alten Indianer … ich wurde ausgelacht. Gottlob war ich eigensinnig, blieb dabei und habe wohl wirklich fürs Leben gelernt. So kam ich in den letzten grünen Wintern auf die Idee, Wurzeln und Winterrosetten des Löwenzahns zum Teil meiner täglichen Nahrung zu machen. Sie schmeckten mir so gut, dass ich sie rein aus Lust so oft aß, gaben Kraft, sättigten viel stärker als der Kaloriengehalt erklärt hätte und besserten meine Refluxbeschwerden. Erst lange nachdem ich das angefangen hatte, erfuhr ich, dass der Löwenzahn als europäischer Ginseng gilt und dass er Voralterung rückgängig machen könne – letzteres war frappant für mich, mein Empfinden hatte mir dasselbe bereits gesagt. Anfang 2020 fühlte ich mich wie weit über 60 – jetzt im Herbst 2022 bin ich gefühlt wieder Mittfünfzigerin.

    Bei uns lernen Kinder auch heute noch eher, zu konsumieren, was man ihnen vorsetzt oder was in der Werbung als achsocoool gepriesen wird, als auf ihr Gefühl zu hören, was der Körper haben will…
    Ist das intelligent? Nein, nur bequem.
    Welches Tier frisst alles, was man ihm vorsetzt oder was vor den Rüssel kommt, Hauptsache Kalorien?
    Wollen wir, dass unsre Kinder ihre Diät so wählen wie… dieses, oder lieber wie die klugen Bären?

    • Andreas I. 22. November 2022 at 11:22Antworten

      Hallo,
      „wir“ bzw. unsere Vorfahren waren auch mal „Indigene“. :-)
      Als Einstieg in die Kräuterwelt hatte ich ein Buch von Wolf Dieter Storl gekauft, und zwar „Pflanzen der Kelten“. Das ist weniger eine praktische Anleitung und mehr Kulturgeschichte. Wie der Name sagt, geht es um die keltische Zeit.
      Storl beschreibt, dass die Druiden unter anderem auch Tiere beobachtet haben, was die fressen, wenn es ihnen nicht so gut geht.
      Dann kamen die Römer, zwar nicht so weit nach Norden, aber mit ihnen kam die Christianisierung und da das Kräuterwissen mit dem „heidnischen“ Naturglauben verbunden war …
      Wobei das Christentum bekanntlich vieles integriert hatte, z.B. Hartheu, Alfblut oder wie es sonst noch hieß, das wurde dann „Johanniskraut“ genannt und so war es ok.
      Ironischerweise hatte dann ausgerechnet eine Nonne, Hildegard von Bingen, altes hiesiges Kräuterwissen wieder ausgegraben.

      Es ist logisch, dass alle Kulturen auf der ganzen Welt die Natur, Pflanzen und Tiere, beobachtet haben, nur dass es in Europa andere Pflanzen und Tiere sind als in Asien und in Asien andere Pflanzen und Tiere sind als in Amerika und in Amerika andere Pflanzen und Tiere sind als in Afrika …
      Wir bräuchten uns also „nur“ ein Stück weit auf unsere Wurzeln zurückbesinnen, unsere Vorfahren hatten auch Tiere und Pflanzen beobachtet, und zwar die Tiere und Pflanzen, die hier leb(t)en und wachsen.

  3. Glass Steagall Act 21. November 2022 at 14:59Antworten

    Es wäre schön im Artikel auch weiterführende Links zu finden. Danke.

  4. Andreas I. 21. November 2022 at 11:59Antworten

    Hallo,
    wenn jemand biochemisch von den Wirkstoffen her an die Sache herangeht, dann ist das Wesen der Pflanze ja trotzdem auch da.
    Und wenn jemand geistlich vom Wesen der Pflanze her an die Sache herangeht, dann sind die biochemischen Wirkstoffe ja trotzdem auch da.
    Egal was der Mensch denkt, die Pflanze bleibt die Pflanze und darum können beide Herangehensweisen zum Ziel führen.

  5. Gabriele 21. November 2022 at 10:25Antworten

    Gabriele Nedoma mit den Oxymelen war besonders faszinierend! Danke für solche Interviews! Hier sieht man so viel „Privatwissenschaft“, die über jene der ausgewiesenen „Experten“ weit hinausgeht, dafür aber umso praxisrelevanter ist.

  6. Jan 21. November 2022 at 10:01Antworten

    Pflanzenwirkstoffe sind äußerst komplex. Allein um einen Wirkstoff zu extrahieren, muss sehr viel Aufwand getrieben werden. Die Pflanzen selbst enthalten je nach Standort und Abstammung unterschiedliche Mengen. In vielen Pflanzen wirken auch noch Kombinationen. Dazu kommt ein Plazebo-Effekt von 30% und etwas, das man „intuitive Selbstbehandlung“ nennen könnte. Ein Patient, der mit einem Tee gegen Lungeninfektionen behandelt wird, könnte beispielsweise einen Hunger auf Knoblauch entwickeln, der dann therapeutisch wirkt und die Teewirkung überlagert.

    Ein Wirknachweis von Pflanzen müsste aus meiner Sicht über ein statistisch relevantes Daten-Netzwerk im Sinne evidenzbasierter Medizin geführt werden. Wir hätten heute die Möglichkeit dazu.

    Natürlich muss man auf Ideen kommen und das beinhaltet auch kreative und intuitive Methoden.

    Wenn man sich anschaut, wie schlecht Medikamente getestet sind, kann man Kräutermedizin kaum einen Vorwurf machen. Dennoch darf man sich auch überlegen, wie man auch die Nachweisseite korrekt aufstellt. Dazu gehört dann auch, dass man relevante Gelder zur Verfügung stellt. Das könnte durchaus über private Vereinigungen aufgebracht werden.

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