
Schweden bereit für Energie-Lockdowns
Schweden ist auf weitreichende Energierationierungen vorbereitet, erklärte die Regierung am Donnerstag. Die Energiekrise wird spürbar werden.
„Wir planen derzeit keine Rationierung, aber wir sind darauf vorbereitet, dass es dazu kommen könnte“, sagte Ministerpräsident Ulf Kristersson auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit der Finanzministerin. Die Finanzministerin sprach von der „schlimmsten Krise seit sehr langer Zeit, was die Energie betrifft“.
Obwohl die Straße von Hormus weiter blockiert ist und der Krieg gegen den Iran wohl nicht beendet, ist es aktuell wieder etwas ruhiger um mögliche Energierationierungen in der EU. Doch das Statement aus Schweden zeigt, dass die Regierungen weiter planen.
„Staatliche Rationierung ist etwas, das man in jeder Situation unbedingt vermeiden möchte. Deshalb arbeiten wir an Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass wir nicht so weit kommen“, sagte die Finanzministerin weiter. Während man damit rechnen kann, dass manche Kreise durchaus Interesse an einer solchen radikalen Energiekrise haben – und diese auch entsprechend, etwa mit „zufälligen“ Explosionen bei Energieinfrastruktur, „inszenieren“ – bereitet man die Bevölkerung schon auf die Wirtschaftskrise vor. „Rationierungen“ sind natürlich darauf ausgerichtet, dass die Bevölkerung weniger Energie konsumiert – vor allem bezüglich der Mobilität.
Auch Deutschland hat die Wachstumsprognose für 2026 bereits nach unten korrigiert, und zwar um die Hälfe. Deutschland erwartet nun für dieses Jahr ein Wachstum von nur 0,5 Prozent (zuvor 1 Prozent). Die Prognose für das kommende Jahr wurde von 1,3 auf 0,9 Prozent gesenkt. Man könnte fast darauf wetten, dass das eigentliche Wachstum noch niedriger sein wird. Das Wirtschaftsministerium hat mit dem Krieg im Iran nun die Erklärung parat.
Das Ministerium rechnet zudem nun mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent in diesem Jahr und 2,8 Prozent im Jahr 2027 (nach 2,2 Prozent im Vorjahr). Sie wird dann vermutlich höher liegen.
Wie sich der Flugverkehr verändern wird, wird besonders spannend. Fluggesellschaften erhöhen Preise, streichen Annehmlichkeiten und streichen Routen, um Kosten und Treibstoff zu sparen. United Airlines teilte am 22. April mit, dass Ticketpreise um bis zu 20 Prozent steigen könnten, um den Anstieg der Kerosinkosten auszugleichen. Dazu das US-Wirtschaftsmagazin Zero Hedge aktuell:
Der CEO von United, Scott Kirby, erklärte gegenüber Investoren bei einer Quartalskonferenz, das Ziel des Unternehmens sei es, „alles zu tun, um 100 Prozent des Anstiegs der Kerosinpreise so schnell wie möglich wieder hereinzuholen“.
„Die Erträge müssen um etwa 15 bis 20 Prozent steigen“, sagte Kirby und fügte hinzu, dass das Unternehmen davon ausgehe, dass die Treibstoffpreise länger hoch bleiben könnten.
„Realistisch gesehen wird es wahrscheinlich nicht reichen, um in diesem Jahr 100 Prozent des Treibstoffpreisanstiegs auszugleichen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir 2027 eine vollständige Erholung und zweistellige Margen erreichen werden.“
Die Lufthansa kündigte am 21. April an, im Sommer 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen. Die deutsche Airline teilte mit, dass dadurch etwa 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden – dessen Preis sich seit Ausbruch des Iran-Konflikts verdoppelt hat.
Air Canada erklärte vergangene Woche, Flüge zum New Yorker John F. Kennedy Airport einzustellen und Gepäckgebühren auf manchen Flügen zu erhöhen – ebenfalls wegen der stark gestiegenen Treibstoffkosten. Virgin Australia und Qantas Airways kündigten ebenfalls Preiserhöhungen aufgrund der höheren Kerosinpreise an.
Bild „Sweden.“ by -MRGT is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.
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