Wahlen in Italien: Giorgia Meloni wird wahrscheinlich Ministerpräsidentin

21. September 2022von 5,8 Minuten Lesezeit

In Italien sind Wahlen am Sonntag 25. September. Eine völlige politische Neuordnung ist zu erwarten, nachdem der Vertreter der Finanzeliten und Euro-Banker Mario Draghi der EU-Bürokratie geholfen hat das Land wirtschaftlich zu ruinieren. Eine Koalition von Parteien des rechten Spektrums, die Coalizione Destra, bestehend aus Fratelli d’Italia (Giorgia Meloni), Lega (Matteo Salvini), Forza Italia (Silvio Berlusconi), Noi (Mauricio Lupi) und Coraggio (Luigi Brugnaro), hält bei etwa 50% in den Vorhersagen. Wer ist diese Giorgia Meloni?

Aber zunächst zur wirtschaftlichen Lage. Die jährliche Inflationsrate in Italien stieg im August 2022 auf 8,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit über 36 Jahren. Sie lag damit höher als im Vormonat (7,9 Prozent) und entsprach den vorläufigen Schätzungen.

Die Gas- und Energiepreise sind jedoch um rund 1000% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In ganz Italien gibt es seit Monaten massive Proteste und Demonstrationen. Unternehmer im Veneto, dem Herz der Industrie Italiens, zerreißen öffentlichkeitswirksam ihre Energierechnungen.

Die Wut der Bürger über Energierechnungen, die von 70.000 Euro im August 2021 auf 730.000 Euro im August 2022 gestiegen sind, entlädt sich gegen die verantwortlichen Politiker auch in Handgreiflichkeiten.

Die Treibstoffpreise sind jedoch nur moderat gestiegen. Diesel liegt landesweit zwischen 1,80 und 1,90 Euro, Benzin wird derzeit laufend billiger und liegt bei etwa 1,70 Euro.

Giorgia Meloni

Das EU-Establishment ist in Panik, denn ihr Sieg könnte der Beginn einer konservativen Revolution auf einem erschöpften Kontinent sein, der aufgrund massiven Führungsversagens der vorherrschenden globalistischen Kräfte von einem Drama zum nächsten taumelt.

Nach der Vereinbarung der rechten Parteien wird derjenige, der bei der Wahl die meisten Einzelstimmen erhält, neuer Premierminister. Damit wäre Giorgia Meloni die erste Frau in der Geschichte Italiens an der Spitze des Landes, da die Partei Fratelli in den Umfragen an erster Stelle steht.

Geboren 1977 in Rom, wurde sie mit 15 Jahren politisch aktiv und gab an, dass die Mafia-Massaker von 1992 der Auslöser für ihre Motivation waren. Sie begann in der Jugendfront (FdG) der Italienischen Sozialen Bewegung (MSI), einer 1947 von den Überlebenden der Italienischen Sozialen Republik gegründeten Partei, der einzigen politischen Kraft außerhalb von Mafia und Korruption.

Als sich die MSI auflöste, trat Meloni 1996 der Nationalen Allianz von Gianfranco Fini bei. Im Jahr 2004 wurde sie auf dem nationalen Kongress in Viterbo zur Präsidentin der Azione Giovani gewählt, führte die Liste Figli d’Italia an und wurde die erste weibliche Präsidentin der Organisation.

Seit 2006 ist sie als Journalistin tätig. Im gleichen Zeitraum wurde sie im Alter von 29 Jahren als Abgeordnete der Liste der Nationalen Allianz in das Kollegium von Latium gewählt und war damit die jüngste Frau im XV Parlament. Seitdem hat sie ununterbrochen bis zum heutigen Tag einen Sitz inne.

Sie wurde auch die jüngste Vizepräsidentin der Abgeordnetenkammer in der Geschichte der Italienischen Republik. Zwei Jahre später, im Alter von 31 Jahren, wurde sie von der Regierung Berlusconi zur Jugendministerin gewählt. Damit war sie die jüngste Ministerin in der Geschichte des Landes.

Im Dezember 2012 gründete sie zusammen mit Ignazio La Russa und Guido Crosetto eine neue politische Bewegung namens Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), inspiriert von den Worten der Nationalhymne. Zwei Jahre später gewann sie die Vorwahlen ihrer Partei und wurde deren Vorsitzende.

Seit September 2020 ist sie Vorsitzende der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR) im Europäischen Parlament. Dort wirbt sie für die Idee eines konföderalen Europas, das u. a. die nationale Souveränität respektiert, Grenzsicherheit ermöglicht und den Terrorismus bekämpft.

Sie lehnte es ab, einer Regierung der nationalen Einheit für Corona-Maßnahmen und -Restriktionen beizutreten, und sprach sich gegen jegliche Einschränkungen gegen Ungeimpfte aus.

Bei den Wahlen im September 2021 lag Fratelli dank eines neuen politischen Stils bereits vor Salvinis Lega. Seit Anfang 2022 liegt die Partei in den Umfragen in Führung. Bei den letzten Wahlen hatte sie nur 4 % der Stimmen erhalten.

Sie hat sich als Bewunderin von Donald Trumps Republikanischer Partei, als Anhängerin des ungarischen Premierministers Viktor Orbán und des VOX-Führers Santiago Abascal geoutet.

Sie gewann Unterstützung, indem sie die EU aufforderte, den globalen Einwanderungspakt aufzugeben und eine Seeblockade Nordafrikas vorschlug, um die illegale Einwanderung einzudämmen.

Selbst der US-Oligarch George Soros erklärte in einem Artikel für El País, dass seine größte Sorge „unter den Führern und Bewegungen, die sich gegen die Grundwerte der Europäischen Union stellen„, Italien sei. Und er fügte hinzu, dass „die sinkende Popularität des antieuropäischen Führers Matteo Salvini durch Giorgia Meloni ersetzt wurde„, die er als noch extremer bezeichnete.

Was sind nun Melonis Ideen und Inhalte?

Sie ist sich zwar bewusst, dass die Energieabhängigkeit Italiens dramatisch ist, aber sie weiß auch, dass die Idee einer vollständigen Umstellung auf Strom ohne Kontrolle über die notwendigen Rohstoffe Italien nur noch abhängiger von China als von Russland machen wird.

Die vermutlich künftige italienische Regierungschefin glaubt, dass Fratelli in den Umfragen führt, weil sie die Beschränkungen ablehnt, die andere aufzuerlegen versucht haben. Sie beschrieb auch den Druck, dem sie von Goldman Sachs, einer der weltweit größten Investmentbanking- und Wertpapiergruppen, ausgesetzt waren. Vertreter der Bankengruppe reisten nach Italien, um darauf hinzuweisen, dass es im Falle eines Sieges Fratellis bei den nächsten Parlamentswahlen Probleme mit der Staatsverschuldung geben würde.

„Sie drohen den Italienern, obwohl die Staatsverschuldung die Schuld der Regierenden und nicht der Opposition ist.“

„Nicht die amerikanischen Investmentbanken entscheiden, wer in Italien regieren soll, auch nicht die linken Kreise, sondern die italienischen Bürger“, sagte sie.

Und sie betonte: „Wer regiert, wird nicht von den Finanzkonzernen, den großen Medien oder von progressiven Intellektuellen entschieden. Das Volk wird entscheiden, denn das ist Demokratie und das ist eine Botschaft, die die Linke verstehen muss.“

Zu den Vorwürfen, die sie mit faschistischen Idealen in Verbindung bringen wollen, stellte sie klar, dass „die italienische Rechte den Faschismus seit Jahrzehnten in die Geschichte verbannt und die Abschaffung der Demokratie und die berüchtigten antijüdischen Gesetze eindeutig verurteilt„.

„Außerdem verurteilen wir eindeutig den Nazismus und den Kommunismus.“

Das Image der italienischen Konservativen, sei das einer Bastion der Freiheit und Verteidigerin westlicher Werte. „Was wollen wir für die Zukunft Italiens? Wir wollen, dass es wieder zu der großen, dynamischen und innovativen Nation wird, die weltweit geschätzt wird und die dazu beigetragen hat, Europa zu einem herausragenden Ort zu machen.

Man darf gespannt sein, wie die EU am 26. September aussehen wird.


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17 Kommentare

  1. Elf-011 22. September 2022 at 9:43Antworten

    Auch, wenn ich Melonis Ansichten bezüglich der Greenpass- und 2G-Regelung teile, empfinde ich ihre Äußerungen bezüglich Südtirol, Südtirols Autonomie und Mussolini alles andere als unbedenklich.

    Die Südtiroler Freiheit veröffentlichte kürzlich einen Offenen Brief dazu, in diesem ist unter anderem zu lesen: „Melonis Parteigenossen machen jetzt schon deutlich, welche Politik Süd-Tirol erwartet, wenn diese Frau erst einmal an der Macht ist. So wurde unter anderem ein Berufsverbot für rein deutschsprachige Ärzte gefordert sowie eine verpflichtende Verwendung der faschistischen Ortsnamen für Süd-Tiroler Firmen. Bei einem Wahlkampfauftritt in Bozen hat Meloni auch selbst noch mal klar zur Sprache gebracht, wohin die Reise mit ihr gehen soll. Demnach sei die ethnische Autonomie zum Schutze der deutsch- und ladinischsprachigen Süd-Tiroler nicht akzeptabel und müsse durch eine „Autonomie für alle“, also eine Territorialautonomie ersetzt werden. Damit würde das Prinzip des Minderheitenschutzes einfach ausgehebelt und zudem die von den Faschisten verhasste Schutzfunktion Österreichs für Süd-Tirol abgeschafft. Ziel dieser Politik ist es, Süd-Tirol zu einer rein inneritalienischen Angelegenheit zu machen.“

    Hier ist der gesamte Text nachzulesen:
    https://suedtiroler-freiheit.com/2022/09/16/offener-brief-warnung-vor-giorgia-meloni/

  2. Klaus C. 22. September 2022 at 8:08Antworten

    Ist sie „sauber“ also keine YGL? Da Transatlantikerin stimmt was nicht.

  3. Maximilian 22. September 2022 at 6:02Antworten

    In Österreich und Deutschland haben die Bürger nun seit 2 Jahren Faschismus und Diktatur gefeiert, sind aber im Glauben total liberal und menschlich zu sein. In der Realität ist das real was man sehen, fühlen, hören, spüren kann, aber unter der Kontrolle einer psychopathischen Autorität ist das real, was die Autorität sagt. Wir schützen die Alten und Schwachen indem sich all genimpfen und maskieren? Wir helfen der Ukraine durch Sanktionen gegen Russland? All das kann nur ein echter, unmündiger, total blinder Untertan glauben. Irre, denn die Ösis und Piefke finden das super und werden wieder so wählen wie vorher. Vielleicht sind die Spaghettiesser schlauer?

  4. Zaphod B 21. September 2022 at 12:48Antworten

    Die Feinde meiner Feinde sind noch lange nicht meine Freunde!

    • Rainer Zufall 23. September 2022 at 23:25Antworten

      Die Feinde meiner Feinde sind mir allemal lieber als die Freunde meiner Feinde.

  5. Pierre 21. September 2022 at 12:48Antworten

    Ich kenne Frau Meloni und die italienische Politik zu wenig.

    Es ist aber nicht verwunderlich, wenn in Folge des Niedergangs und der Krisen Parteien außerhalb des etablierten Spektrums gewählt werden.

    Diese haben es ja offensichtlich nicht geschafft, die Zustände (für die allgemeine Bevölkerung) zu verbessern.

  6. Charly1 21. September 2022 at 12:16Antworten

    Danach jubeln die Wähler ihrer eigenen Verminderung und ihrem Untergang zu!!!

  7. Elisabeth 21. September 2022 at 12:14Antworten

    Hoffentlich kein Fake wie alle WEF-Funs*innen …
    Ich würde keine Unbekannten wählen.

    • Charly1 21. September 2022 at 12:20Antworten

      Immer die gleiche Verblödung, als würden Wahlen was verändern!!!
      Wenn Wahlen wirklich Veränderungen bewirken würden währen sie längst
      verboten!
      Jahrzehnte sieht man immer die gleichen Schaumschläger der einzelnen
      Parteien aber die Mehrheit wählt sie immer wieder. Wer zur Wahl geht, hat
      dieses verbrecherische System nicht durchschaut oder er hat sich warm und
      kuschelig in einer Nische eingerichtet und will diese Komfortzone nicht
      verlassen.
      Die Demokratie ist derzeit auf einem untersten Level angekommen.
      Die Leute lassen sich zu einer billigen Ankreuzveranstaltung einladen.

  8. Jens Tiefschneider 21. September 2022 at 11:50Antworten

    Noch nicht mal gewählt, aber schon wird sie von der Goldman Sachs Mafia bedroht.

    • Rainer Zufall 23. September 2022 at 23:22Antworten

      „Noch nicht mal gewählt, aber schon wird sie von der Goldman Sachs Mafia bedroht.“

      Ich weiß nicht wer die Frau ist und ich habe auch nicht die Zeit mich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen aber wenn das der Fall ist und Soros was von „Grundwerte der Europäischen Union“ fabuliert und ein bekanntes Käseblättchen aus dem sozialistischem Land mit den ignoranten Untertanen (ehemals Bundesrepublik Deutschland) sie als „Postfaschistin“ verunglimpft, scheint sie irgendwas richtig zu machen.

  9. Alex 21. September 2022 at 11:45Antworten

    Ich finde ein Bericht über die nicht nur geschichtlich ungebildete Transatlantikerin sollte etwas kritischer ausfallen.

  10. suedtiroler 21. September 2022 at 11:28Antworten

    Als Süd-Tiroler dreht sich mir der Magen um, dass Faschisten ab Sonntag wieder die Macht in Italien übernehmen werden.

    Meloni hat schon einmal über uns Süd-Tiroler gesagt, wenn wir uns nicht als Italiener fühlen, sollen wir doch nach Österreich auswandern. und so eine wird bald das Sagen haben?

    • Jürgen R. 22. September 2022 at 10:56Antworten

      Den strikten Kurs Melonis bezüglich Südtirols habe ich auch schon mitbekommen. Zudem befürwortet sie die EU, die NATO und ist Anti-Putinistin. Passt schon … Ein wirklicher Feind der globalen Finanz“elite“ und des Hegemon USA käme nie an die Macht. Aber warten wir einmal ab, ob sie wenigstens etwas Unruhe in den EU-Zirkus bringt.

  11. Jurgen 21. September 2022 at 11:03Antworten

    Warum soll Mario Draghi Italien ruiniert haben? Er hat doch die günstigsten Staatsanleihen ever über die EU organisiert, die man in Italien wohl nie wird zurückzahlen müssen! Die Rückzahlung läuft indirekt schon über die Bürger durch die europaweite Inflation!

    • Rainer Zufall 23. September 2022 at 23:43Antworten

      Das ist korrekt!
      Allerdings, die „Wahl“ Draghis (sowie die VonDerLeidens) hatte mit „Demokratie“ soviel zu tun wie Zitronenfalter die Zitronen falten.
      Insofern wäre es zu begrüssen, wenn zur Abwechslung mal wieder „richtig“ gewählt wird. Also sich der Wille (sofern die sowas noch haben…) des vermeintlichen Souveräns, der sogenannten Wähler, in der Regierungbildung, wenigstens einigermaßen abgebildet würde. Ob im Guten oder im Schlechten.

  12. aMOur fou 21. September 2022 at 10:59Antworten

    Alles gut, kein Problem, muss sich niemand Sorgen machen. Diese Rechten sind gute Rechte, weil sie die NATO nicht in Frage stellen.

    Beruhigte uns doch tatsächlich vor wenigen Tagen via ORF-online unser VdBiden.

    Da unbken Einige über sein hohes Alter, dabei ist er beweglich wie ein Grashalm im Wind – zumindest meinungstechnisch.

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