Amerikas Krieg gegen Europas Völker – Das ist Brutalität

14. September 2022von 14,2 Minuten Lesezeit

Ein Strategiepapier der RAND Corp. Vom 25. Jänner 2022 unterstreicht die geopolitischen Dimensionen des Ukraine-Konflikts.

Etwas mehr als zwei Jahrzehnte nach „9/11“ lässt sich die unangenehme Wahrheit über die Intentionen der US-Regierung nicht länger verheimlichen. Die kaltschnäuzige Art, wie Washington den Planeten in Geiselhaft nimmt, ist zwar außerhalb des „Westens“ bekannt, aber nun ist es offenbar auch in Ordnung, dies den eigenen „Partnern und Verbündeten“ in aller Deutlichkeit zu zeigen.

Die am 24. Feb. begonnene „militärische Spezialoperation“ Russlands in der Ukraine und deren Konsequenzen sind von größter Bedeutung für die europäischen Länder und Völker: von der Energieversorgung bis hin zu Versorgungsengpässen und Stromabschaltungen, dieser Winter hat es wohl gewiss in sich.

Während also die „Leit- und Qualitätsmedien“ tagtäglich die Aussagen der Politiker/innen über die „Alternativlosigkeit“ der aktuellen Sanktionen stenographieren oder sich gar in gebetsmühlenartigen Wiederholungen der Begriffe „Angriffs- und Vernichtungskrieg“ ergehen, stehen an dieser Stelle wichtigere Überlegungen im Mittelpunkt.

Das Mögliche setzt der Überlegene durch, während der Schwache es hinnimmt.

Wie bereits Thukydides vor rund 2500 Jahren wusste, so setzt sich – jenseits jeglicher Moral – üblicherweise der Stärkere durch, und dies ist im Fall der aktuellen Auseinandersetzung der USA gegen Russland jedenfalls klar ersichtlich.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Thomas Röper (der die Webseite Anti-Spiegel.ru von seiner Wahlheimat St. Petersburg aus betreibt) eine Übersetzung der Zusammenfassung eines vorgeblich von der RAND Corporation erstellten Strategiepapiers. Röper wies darauf hin, dass er weder die Quelle noch den Inhalt überprüfen konnte, und auch meine eigenen Recherchen sind bis jetzt ins Leere verlaufen.

Nun aber hat—mit zweiwöchiger Verzögerung—ein US-Amerikaner namens Larry C. Johnson ebenso auf das Dokument verwiesen, wovon Bilder bzw. eine Transliteration unter anderem auf Substack aufgetaucht sind. Üblicherweise würde ich dies nicht einfach als Beleg akzeptieren, doch hierbei sei auf den Lebenslauf von Larry Johnson hingewiesen, der viele Jahre seines Lebens als CIA-Mitarbeiter und im US-Außenministerium zugebracht hat, bevor er sich als „Berater“ im Feld „Counter-Terrorism“ selbstständig machte.

Mit anderen Worten: Es liegen zwei voneinander unabhängige Hinweise bzw. Berichte über dieses Dokument vor, das unter dem Titel Weakening Germany, strenghtening the U.S. (etwa: „Schwächung Deutschlands, Stärkung der USA“) vorgeblich auf den 25. Jänner 2022—und somit rund ein Monat vor dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine—datiert. Darin geht es um die Abhängigkeit Europas von russischen Energiereserven, insbesondere von Erdgas für Deutschland bzw. Atombrennstoff für Frankreich, ohne die Versorgungssicherheit russischer Lieferungen blieben der EU bzw. dem EWR nur noch von den USA dominierte Lieferketten übrig.

Es folgt hier also die Übersetzung des Dokuments von Thomas Röper, gefolgt von einigen Anmerkungen über die Hintergründe und Konsequenzen.

Beginn der Übersetzung

Schwächung Deutschlands, Stärkung der USA

Der gegenwärtige Zustand der US-Wirtschaft deutet nicht darauf hin, dass sie ohne finanzielle und materielle Unterstützung von außen funktionieren kann. Die Politik der quantitativen Lockerung, auf die die Fed in den letzten Jahren regelmäßig zurückgegriffen hat, sowie die unkontrollierte Ausgabe von Bargeld während der Covid-Lockdowns 2020 und 2021 haben zu einem starken Anstieg der Auslandsverschuldung und einer Zunahme des Dollarangebots geführt.

Die anhaltende Verschlechterung der Wirtschaftslage wird bei den bevorstehenden Wahlen im November 2022 höchstwahrscheinlich zu einem Verlust der Position der Demokratischen Partei im Kongress und im Senat führen. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ist unter diesen Umständen nicht auszuschließen und muss unter allen Umständen vermieden werden.

Es ist dringend notwendig, dass Ressourcen in die nationale Wirtschaft fließen, insbesondere in das Bankensystem. Nur europäische Länder, die durch EU- und NATO-Verpflichtungen gebunden sind, werden in der Lage sein, diese ohne erhebliche militärische und politische Kosten für uns bereitzustellen.

Das Haupthindernis dafür ist die wachsende Unabhängigkeit Deutschlands. Obwohl es immer noch ein Land mit eingeschränkter Souveränität ist, bewegt es sich seit Jahrzehnten konsequent darauf zu, diese Einschränkungen aufzuheben und ein vollständig unabhängiger Staat zu werden. Diese Bewegung ist langsam und vorsichtig, aber stetig. Die Extrapolation zeigt, dass das Endziel erst in einigen Jahrzehnten erreicht werden kann. Wenn jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in den Vereinigten Staaten eskalieren, könnte sich das Tempo erheblich beschleunigen.

Ein weiterer Faktor, der zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands beiträgt, ist der Brexit. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus den EU-Strukturen haben wir eine wichtige Möglichkeit verloren, die Aushandlung regierungsübergreifender Entscheidungen zu beeinflussen.

Es ist die Angst vor unserer negativen Reaktion, die im Großen und Ganzen das relativ langsame Tempo dieser Veränderungen bestimmt. Wenn wir eines Tages Europa verlassen, besteht für Deutschland und Frankreich eine gute Chance, zu einem vollständigen politischen Konsens zu gelangen. Dann könnten sich Italien und andere Länder des alten Europas – vor allem die ehemaligen EGKS-Mitglieder – dem unter bestimmten Bedingungen anschließen. Großbritannien, das derzeit nicht der Europäischen Union angehört, wird dem Druck des deutsch-französischen Duos allein nicht standhalten können. Wenn dieses Szenario eintritt, wird Europa nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern auch zu einem politischen Konkurrenten der Vereinigten Staaten werden.

Außerdem wird das alte Europa, wenn die USA für eine gewisse Zeit von innenpolitischen Problemen heimgesucht werden, in der Lage sein, dem Einfluss der amerikanisch orientierten osteuropäischen Länder wirksamer zu widerstehen.

Schwachstellen in der deutschen und der EU-Wirtschaft

Eine Zunahme des Ressourcenflusses von Europa in die USA ist zu erwarten, wenn Deutschland in eine kontrollierte Wirtschaftskrise gerät. Das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung in der EU hängt fast alternativlos von der Lage der deutschen Wirtschaft ab. Es ist Deutschland, das die Hauptlast der Ausgaben für die ärmeren EU-Mitglieder trägt.

Das derzeitige deutsche Wirtschaftsmodell stützt sich auf zwei Säulen. Das sind der unbegrenzte Zugang zu billigen russischen Energieressourcen und zu billigem französischem Strom, dank des Betriebs von Kernkraftwerken. Die Bedeutung des ersten Faktors ist wesentlich höher. Eine Unterbrechung der russischen Lieferungen kann durchaus eine Systemkrise auslösen, die für die deutsche Wirtschaft und indirekt für die gesamte Europäische Union verheerend wäre.

Auch der französische Energiesektor könnte bald in große Probleme geraten. Die vorhersehbare Einstellung der von Russland kontrollierten Kernbrennstofflieferungen in Verbindung mit der instabilen Lage in der Sahelzone würde den französischen Energiesektor in eine kritische Abhängigkeit von australischen und kanadischen Brennstoffen bringen. Im Zusammenhang mit der Gründung von AUKUS ergeben sich neue Möglichkeiten, Druck auszuüben. Diese Frage würde jedoch den Rahmen des vorliegenden Berichts sprengen.

Eine kontrollierte Krise

Aufgrund von Koalitionszwängen hat die deutsche Führung die Lage im Land nicht vollständig unter Kontrolle. Dank unserer präzisen Aktionen war es möglich, die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 trotz des Widerstands der Lobbyisten aus der Stahl- und Chemieindustrie zu verhindern. Die dramatische Verschlechterung des Lebensstandards könnte die deutsche Führung jedoch dazu bewegen, ihre Politik zu überdenken und zur Idee der europäischen Souveränität und strategischen Autonomie zurückzukehren

Der einzig gangbare Weg, Deutschlands Ablehnung russischer Energielieferungen zu garantieren, ist die Einbindung beider Seiten in den militärischen Konflikt in der Ukraine. Unser weiteres Vorgehen in diesem Land wird unweigerlich zu einer militärischen Antwort Russlands führen. Die Russen werden den massiven Druck der ukrainischen Armee auf die nicht anerkannten Donbass-Republiken natürlich nicht unbeantwortet lassen können. Das würde es ermöglichen, Russland zum Aggressor zu erklären und das gesamte Paket der zuvor vorbereiteten Sanktionen gegen das Land anzuwenden.

Putin könnte seinerseits beschließen, begrenzte Gegensanktionen zu verhängen – vor allem gegen russische Energielieferungen nach Europa. Der Schaden für die EU-Länder wird also durchaus mit dem für die Russen vergleichbar sein und in einigen Ländern – vor allem in Deutschland – wird er höher sein.

Die Voraussetzung dafür, dass Deutschland in diese Falle tappen kann, ist die führende Rolle der grünen Parteien und Ideologie in Europa. Die deutschen Grünen sind eine stark dogmatische, wenn nicht gar eifrige Bewegung, was es recht einfach macht, sie dazu zu bringen, wirtschaftliche Argumente zu ignorieren. In dieser Hinsicht übertreffen die deutschen Grünen ihre Pendants im übrigen Europa. Persönliche Eigenschaften und die mangelnde Professionalität ihrer Führer – allen voran Annalena Baerbock und Robert Habeck – lassen vermuten, dass es für sie nahezu unmöglich ist, eigene Fehler rechtzeitig zuzugeben.

So wird es ausreichen, das mediale Bild von Putins aggressivem Krieg schnell zu formen, um die Grünen zu glühenden und hartgesottenen Befürwortern von Sanktionen zu machen, zu einer „Partei des Krieges“. Auf diese Weise kann das Sanktionsregime ohne Hindernisse eingeführt werden. Die mangelnde Professionalität der derzeitigen Führer wird auch in Zukunft keinen Rückschlag zulassen, selbst wenn die negativen Auswirkungen der gewählten Politik deutlich genug werden. Die Partner in der deutschen Regierungskoalition werden ihren Verbündeten einfach folgen müssen – zumindest so lange, bis die Last der wirtschaftlichen Probleme größer ist als die Angst, eine Regierungskrise zu provozieren.

Doch selbst wenn SPD und FDP bereit sind, sich gegen die Grünen zu stellen, werden die Möglichkeiten der nächsten Regierung, die Beziehungen zu Russland schnell genug wieder zu normalisieren, spürbar eingeschränkt sein. Die Beteiligung Deutschlands an umfangreichen Waffen- und Rüstungslieferungen an die ukrainische Armee wird unweigerlich ein starkes Misstrauen in Russland hervorrufen, was den Verhandlungsprozess ziemlich langwierig machen wird.

Sollten sich Kriegsverbrechen und die russische Aggression gegen die Ukraine bestätigen, wird die deutsche politische Führung nicht in der Lage sein, das Veto ihrer EU-Partner gegen Hilfen für die Ukraine und verschärfte Sanktionspakete zu überwinden. Das wird für eine ausreichend lange Kluft in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland sorgen, die große deutsche Wirtschaftsunternehmen wettbewerbsunfähig machen wird.

Erwartete Folgen

Eine Verringerung der russischen Energielieferungen – im Idealfall ein völliger Stopp dieser Lieferungen – hätte katastrophale Folgen für die deutsche Industrie. Die Notwendigkeit, erhebliche Mengen russischen Gases für die Beheizung von Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen im Winter umzuleiten, wird die Engpässe weiter verschärfen. Stilllegungen von Industrieunternehmen werden zu Engpässen bei Komponenten und Ersatzteilen für die Produktion, zum Zusammenbruch der Logistikketten und schließlich zu einem Dominoeffekt führen. In den größten Betrieben der Chemie-, Metallurgie- und Maschinenbauindustrie ist ein völliger Stillstand wahrscheinlich, da sie praktisch keine freien Kapazitäten haben, um den Energieverbrauch zu senken. Das könnte zur Schließung von Unternehmen mit kontinuierlichem Zyklus führen, was deren Zerstörung bedeuten würde.

Die kumulierten Verluste der deutschen Wirtschaft lassen sich nur ungefähr abschätzen. Selbst wenn die Einschränkung der russischen Lieferungen auf das Jahr 2022 begrenzt ist, werden die Folgen mehrere Jahre andauern, und die Gesamtverluste könnten 200 bis 300 Milliarden Euro erreichen. Das wird nicht nur der deutschen Wirtschaft einen verheerenden Schlag versetzen, sondern die gesamte EU-Wirtschaft wird unweigerlich zusammenbrechen. Wir sprechen hier nicht von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums, sondern von einer anhaltenden Rezession und einem Rückgang des BIP allein bei der materiellen Produktion um drei bis vier Prozent pro Jahr in den nächsten fünf bis sechs Jahren. Ein solcher Rückgang wird unweigerlich zu einer Panik auf den Finanzmärkten führen und diese möglicherweise zum Zusammenbruch bringen.

Der Euro wird unweigerlich und höchstwahrscheinlich unwiderruflich unter den Dollar fallen. Ein starker Rückgang des Euro wird folglich seinen weltweiten Verkauf zur Folge haben. Er wird zu einer toxischen Währung und alle Länder der Welt werden seinen Anteil an ihren Devisenreserven rasch reduzieren. Diese Lücke wird in erster Linie mit Dollar und Yuan gefüllt werden.

Eine weitere unvermeidliche Folge einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Rezession wird ein starker Rückgang des Lebensstandards und eine steigende Arbeitslosigkeit sein (bis zu 200.000 bis 400.000 allein in Deutschland), was die Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften und gut ausgebildeten jungen Menschen zur Folge haben wird. Es gibt heute buchstäblich keine anderen Ziele für eine solche Migration als die Vereinigten Staaten. Ein etwas geringerer, aber ebenfalls nicht unerheblicher Migrantenstrom ist aus anderen EU-Ländern zu erwarten.

Das untersuchte Szenario wird also sowohl indirekt als auch ganz direkt zur Stärkung der nationalen Finanzlage beitragen. Kurzfristig wird es den Trend der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Rezession umkehren und darüber hinaus die amerikanische Gesellschaft konsolidieren, indem es sie von unmittelbaren wirtschaftlichen Sorgen ablenkt. Das wiederum wird das Risiko bei der Wahl verringern.

Mittelfristig (4-5 Jahre) könnten sich die kumulierten Vorteile der Kapitalflucht, der neu ausgerichteten logistischen Ströme und des geringeren Wettbewerbs in den wichtigsten Branchen auf sieben bis neun Billionen Dollar belaufen.

Leider dürfte auch China mittelfristig von diesem sich entwickelnden Szenario profitieren. Gleichzeitig erlaubt uns die starke politische Abhängigkeit Europas von den USA, mögliche Versuche einzelner europäischer Staaten, sich China anzunähern, wirksam zu neutralisieren.

Ende der Übersetzung

Hintergründe und Konsequenzen

Vorneweg sei vermerkt, dass es gewiss Fragen über die Authentizität des Dokuments gibt, was neben deren potenziell explosiven Inhalten auch aus einigen Worten im englischen Original erwächst (so findet sich etwa britisches Englisch im Dokument). Dies könnte daher rühren, dass jemand mit britischen Hintergründen und/oder Ausbildung das Dokument verfasst hat; es könnte aber auch sein, dass die USA die Briten für diese Zwecke einsetzen. Nicht auszuschließen ist des Weiteren, dass das Dokument aus russischen Geheimdienstkreisen stammt.

Dessen eingedenk, halte ich die genauen Hintergründe für weniger bedeutsam als die – meines Erachtens realistischen – Folgen des Ukraine-Konflikts. Ungeachtet aller gerechtfertigten Kritik am militärischen Vorgehen Moskaus gegen das Nachbarland stehen die beschriebenen Konsequenzen hier im Mittelpunkt:

Wir sprechen hier nicht von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums, sondern von einer anhaltenden Rezession und einem Rückgang des BIP allein bei der materiellen Produktion um drei bis vier Prozent pro Jahr in den nächsten fünf bis sechs Jahren. Ein solcher Rückgang wird unweigerlich zu einer Panik auf den Finanzmärkten führen und diese möglicherweise zum Zusammenbruch bringen.

Um diese angekündigten Folgen auch klar auszusprechen: 3-4% Rückgang der Wirtschaftsleistung in den nächsten 5-6 Jahren entsprechen in etwa dem katastrophalen Einbruch der deutschen Nationalökonomie im 1. Weltkrieg.

„Panik auf den Finanzmärkten“ und deren möglicher „Zusammenbruch“ angesichts dieser Aussichten mögen wohl als geringe Probleme firmieren, wenn wir uns mit den Konsequenzen des für Deutschland wie Österreich-Ungarn verlorenen Krieges befassen. Von 1914-19 wurde de facto alles der Kriegswirtschaft untergeordnet, so gut wie jeglicher Privatkonsum wurde sehr stark eingeschränkt bzw. ausgesetzt, wobei den im Feld gebliebenen, die mehreren Hundertausenden Todesopfer an der „Heimatfront“ zur Seite gestellt werden müssen.

Die wohl ähnlich drastisch betroffenen – einbrechenden – Lieferketten fungieren in diesem Sinne übrigens wie die alliierte Seeblockade im 1. Weltkrieg, die vor allem nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 fortgesetzt wurde, was übrigens völkerrechtswidrig war, aber Deutschland schließlich angesichts der Aussicht einer nicht enden wollenden Hungersnot zur Unterzeichnung des Versailler Vertrags brachte.

Eine zweite historische Parallele jüngeren Datums stellt übrigens die Eurokrise vor rund einem Jahrzehnt dar, in der nordwesteuropäische Finanzinstitutionen mit Firmensitzen vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden der griechischen Nationalökonomie einen ähnlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund ein Drittel brachte, wie der Wirtschaftsprofessor Mark Blyth (Brown University) etwa an dieser Stelle ausführt.

Weitere Belege, die die Plausibilität bzw. Glaubwürdigkeit des Dokuments letztlich unterstreichen finden sich etwa in einem Beitrag des US-Nationalökonomen Michael Hudson (University of Kansas-Missouri), der die wirtschaftlichen Implikationen der Sanktionen als „Amerikas dritten Sieg über Deutschland innerhalb von 100 Jahren“ bezeichnete.

Auch die in der Finanzkrise 2007/08 zu größerer Bekanntheit gekommene Wirtschafts-Bloggerin Yves Smith äußerte sich Ende August diesen Jahres ähnlich und fragte, „ob Europa vor der Ukraine eine Niederlage erleide[t]“.

Es sei angeführt, dass diese makroökonomischen Probleme – jenseits der einschlägigen Beiträge von Thomas Oysmüller (etwa hier) und Peter Mayer (etwa hier, hier, hier) – auch gänzlich unabhängig von der Authentizität des oben erwähnten Dokumentes für alle Europäerinnen und Europäer von großer Bedeutung sind.

Letztlich ist es also unerheblich, ob die RAND Corp. und die US-Regierung dieses Dokument bestätigen oder auch nicht, die Folgen der Sanktionen spürt man in Europa jedenfalls am ehesten und härtesten. Diese Auswirkungen sind in jedem Fall weder zufällig, noch geschehen diese gleichsam aus blauem Himmel.

Dessen sollten wir alle eingedenk sein, wenn Politikerinnen und Politiker von der „Alternativlosigkeit der Sanktionen“ schwadronieren, denn letzten Endes werden wir allem an der Tafel der Konsequenzen Platz nehmen, und zwar so oder so.


Stephan Sander-Faes ist außerordentlicher Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Bergen, Norwegen.


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55 Kommentare

  1. Pro Dotto Diddi Otto 16. September 2022 at 19:04Antworten

    Die beiden Analysen sind vortrefflich, bis auf eine einzige, bewusste Fehlinformation des Deep-State-Analysten, und die ist zentral: Deutschland wird nämlich nicht erst „in Jahrzehnten“ seine „Unabhängigkeit“ wiedererlangen, sondern schon 2023-24.

    Und das ändert komplett ALLES. Zum Beispiel wird Russland einer unkorrupten deutschen Regierung sofort wieder Gas zu fairen Kursen liefern. Zum Beispiel wird es in Deutschland millionenfach Anklagen und Vollstreckungen wegen Hochverrats und Menschenrechtsverbrechen geben. Nie wieder wird eine Kabale-gesteuerte BRD GmbH ihre Bürger drangsalieren und ausnehmen.

    Das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt: Die BRD ist Rechtsnachfolger von NaZi-Deutschland und nicht des Deutschen Reichs. Beim letzten Wechsel der Staatsform hatten die Nazis in Verwaltung, Justiz, Politik, Wirtschaft und Medien, und Wissenschaft usw., einfach ihre Posten behalten. Dies ist diesmal nicht so: Wer sich schuldig gemacht hat, wird von dieser Welt verschwinden.

    Trump und Putin arbeiten mit darauf hin, auf Gerechtigkeit und „drain the swamp“, den korrupten und Leid-verursachenden Sumpf austrocknen. Aus biblischer Sicht wird Satan für 1000 Jahre lang in Ketten gelegt werden. Und die Ereignisse gehen gerade holter-di-polter und rucki-zucki. Wer ein bisschen größer denkt, macht sich weniger Sorgen, als aufzuatmen.

    Danke

  2. Echo Bravo 15. September 2022 at 21:45Antworten

    Ich bin wie Rosi und andere der Überzeugung, dass das Paper nicht echt ist. Die mir bekannten RAND-Paper sind ziemlich unemotional, sie beziehen sich idR nicht auf Eigenschaften einzelner Politiker. Habeck und Bärbock sind auch keine Führungspersönlichkeiten, dazu fehlen ihnen die intellektuellen Voraussetzungen. Sie sind 2018 als Sympathieträger für die Grünen ins Schaufenster gestellt worden, was ja auch sehr erfolgreich war. Wenn Baerbock nicht so viel Böcke geschossen hätte,wäre sie gar Bundeskanzlerin. Aber sie haben die Partei nicht wirklich geführt, Baerbock war ja nicht mal in der Lage, einen konsistenten Lebenslauf hinzustellen. Auch Ricarda Lang führt die Partei nicht.

    Beim Nachdenken, wer denn im (deutschen) Hintergrund die grünen Fäden ziehen könnte , ist mir schlagartig klargeworden, dass ich sie höchstwahrscheinlich gestern bei Maischberger gesehen habe: Marieluise Beck. Kalt wie Hundeschnauze, absolut ausgekocht, kann ohne mit der Wimper zu zucken die absurdesten Dinge behaupten. Schon als MdB ist sie mit ihren antirussischen Ausfällen bekannt worden. Mit Partner Ralf Fücks (ehemals Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung) hat sie in Moskau die “Liberale Moderne” betrieben, bis sie von Putin (als ausländischer Agent) verboten wurde. Co-Finanzierer von LibMod ist die Bundesregierung (AA, wen wundert’s), mit der KAS und dem Forum 2000 in Prag besteht eine Partnerschaft. Weitere Partnerschaften: Open Russia (Chodorkowski) und Open Society Foundation (Soros).
    Zusammengefasst: Beck und Fücks sind für mich die Prototypen von Grauen Eminenzen (die natürlich ihrerseits transatlantisch gesteuert werden), und die Habeck und Baerbock zeigen, wo es längs geht.

    Gleichwohl bin ich der Meinung, dass das s. g. RAND-Paper im Auftrag von Pentagon oder CIA entstanden sein kann. Wenn das Paper erst eine grössere Verbreitung gefunden hat, kann man es als russische Propaganda “enttarnen”, Medien, die das Paper als authentisch verbreitet haben, können als Putin-Trolle diskreditiert werden. Deshalb könnte es Thomas Röper noch bereuen, das Pamphlet als Quelle der Erkenntnis beworben zu haben, nur, weil es so gut in sein Weltbild passt.

  3. Dave 15. September 2022 at 12:27Antworten

    Larry C. Johnson hat die Echtheit des Textes der RAND Corperation in seinem Artikel NICHT bestätigt, sondern ausdrücklich geschrieben: “NOTE–This may not be a genuine RAND report. Take it with a grain of salt. Regardless of its veracity, the sanctions on Russian are having a devastating effect on the German economy.”

  4. Rosi 15. September 2022 at 9:16Antworten

    Ich bin überzeugt das ist fake, die potenziellen Verluste werden in EUR beziffert, Amerikaner würden ziemlich zumindest eine Umrechnung in Dollar hinzufügen und/oder noch besser in % der Wirtschaftsleistung angeben, da die jeweilige Landeswährung keine gute Bezugsgröße für sie ist. Eine Landeswährung ist nur für die eine gute Bezugsgröße, die sie nutzen. Daher denke ich auch: die Zielgruppe dieses Textes sind die Europäer.

    • rudi & Maria fluegl 15. September 2022 at 13:46Antworten

      Um einen qualitätsvollen Blog zu haben reichen die einenden brillianten Zweizeiler eines Mios völlig!
      Der stellt die Speerspitze des bestverdienenden Zweigs der Menschheit dar.

  5. rudi & Maria fluegl 15. September 2022 at 4:12Antworten

    Federkiel@
    So viel dazu was das Kaiserreich im Falle des Sieges eintreiben wollte.

    Versailles
    Das Ergebnis war hart, die deutschen Abgesandten reagierten schockiert. Ihrem Chef, Ulrich
    Graf von Brockdorff-Rantzau, wurden gar die Knie so weich, dass er sitzenbleiben musste. Zu
    Hause legte man das als patriotisches Verhalten aus.
    Das Ergebnis war hart, jedoch erträglich im Vergleich zu dem, was die Deutschen im Fall
    eines Sieges ihren Gegnern abverlangt hätten.
    Die deutsche Delegation
    So hatten sie nach den anfänglichen Kriegserfolgen großzügige Annexionen in Frankreich,
    Belgien, Luxemburg, Polen und im Baltikum geplant. Das sah das „Septemberprogramm“ von
    1914 des damaligen Kanzlers Theobald von Bethmann Hollweg vor.
    Den kann man nachlesen!

  6. Wahrheitssuchende 14. September 2022 at 22:11Antworten

    Die Pläne Deutschland zu vernichten gibt es schon sehr lange, ich gehe sogar noch weiter, es war schon immer Ziel Deutschland zu vernichten. Die Deutschen haben nämlich die Eigenschaft jedenfalls bisher (gehabt) immer wieder aus den Trümmern aufzustehen. Ich glaube das war schon immer ein Dorn im Auge der US Regierung. Und nebenbei immer wieder Deutschland gegen Russland in Stellung zu bringen. Wir sind bereits im Krieg , nur ist das kaum jemanden aufgefallen, weil keine Bomben fallen. Bis der rest das merkt ist es zu spät. Der Krieg wird aber diesmal gegen die Völker von den Regierungen geführt, ganz brutal in D, weil wir das Motor in Europa sind. Ich frage mich nur, wer dann hinhalten muss, wenn D nicht mehr zahlungsfähig ist um andere Länder zu beschenken.

    • Heiko 15. September 2022 at 10:46Antworten

      Das hat weniger mit den Deutschen an sich, als vielmehr mit der Geografie zu tun. Wir liegen in Mitteleuropa und sind rohstoffarm. Dazu kommt noch der späte Start des deutschen Kapitalismus. Alles in allem eine toxische Mischung, die GB und die USA weidlich zu nutzen wissen.

  7. Tony V 14. September 2022 at 21:47Antworten

    Man vergleiche auch wie man Deutschland in den ersten Weltkrieg und in den zweiten Weltkrieg gezogen hat mit der Situation Russland/Ukraine.
    Es laufen die selben Strategien im Hintergrund. Wie eine Kopie.
    Bücher über die Entstehung der ersten beiden Weltkriege gibt es ja schon einige und auch Unz hat auf seiner Website einige Artikel dazu.

  8. Hanna 14. September 2022 at 21:32Antworten

    Ich möchte hier auf eine frühere Studie der RAND Corporation (öffentlich zugänglich) hinweisen, zum Thema „Russland überdehnen – aus vorteilhafter Position konkurrieren“. Originaltitel:

    »Extending Russia – competing from advantageous ground«

    Dazu schreibt Thomas RÖPER vor knapp zwei Jahren:

    »2019 hat die RAND-Corporation eine Studie mit dem Titel „Russland überdehnen – aus vorteilhafter Position konkurrieren“ (Extending Russia – competing from advantageous ground) veröffentlicht, die im Grunde eine Anleitung zu einem wirtschaftlichen, politischen und medialen Krieg gegen Russland ist. Es werden alle Maßnahmen gegen Russland erörtert und empfohlen, außer einem heißen Krieg. Man will Russland in die Knie zwingen.«

    anti-spiegel.ru/2020/welche-massnahmen-usa-gegen-russland-planen-teil-1-wirtschaft – – mit Link zur RAND-Studie 2019

    • Hanna 14. September 2022 at 22:11Antworten

      Es gibt von Thomas RÖPER in der Reihe »Welche Maßnahmen die USA gegen Russland planen« insgesamt 20 Beiträge, verfasst November bis Dezember 2020.

      Teil 2 etwa befasst sich mit der Ukraine, Teil 7 mit Moldawien.

      Der Autor im abschließenden Artikel:

      »In diesem 20. und letzten Teil meiner Reihe über die von der RAND-Corporation empfohlenen Maßnahmen gegen Russland geht es um das Fazit, das die RAND-Corporation aus ihrer fast 300 Seiten umfassenden Studie zieht.«

      anti-spiegel.ru/2020/welche-massnahmen-die-usa-gegen-russland-planen-teil-20-gesamtfazit

    • Pfeiffer C 15. September 2022 at 11:07Antworten

      @Hanna

      Im Jahr 2000 war Paul Wolfowitz mit Zbigniew Brzeziński der Hauptredner auf einem groß angelegten ukrainisch-amerikanischen Kolloquium in Washington, das von ukrainischen, in die Vereinigten Staaten geflüchteten „integralen Nationalisten“ organisiert wurde. Dort verpflichtete Wolfowitz sich, die unabhängige Ukraine zu unterstützen, den Eintritt Russlands in den Krieg gegen sie zu provozieren und letztendlich die Zerstörung des wiederauflebenden Rivalen der Vereinigten Staaten zu finanzieren.

      • Hanna 15. September 2022 at 23:27

        Weil Sie WOLFOWITZ erwähnen …

        Ich habe gestern einen Artikel von Thierry MEYSSAN gelesen – voltairenet.org/article217977.html, Titel:

        »Die von den Straussianern in die Knie gezwungene EU« -,

        in dem auch „der Straussianer“ WOLFOWITZ genannt wird, wonach dieser iZm der Auflösung der Sowjetrepubliken eine spezielle Strategie entwickelt hatte, »um die Hegemonie der USA über den gesamten Rest der Welt aufrechtzuerhalten.«

        Aus seiner aufschlußreichen (vertraulichen) Strategie »Defense Planning Guidance« hatten die NYT unter »US Strategy Plan Calls For Insuring No Rivals Develop« und The Washington Post unter »Keeping the US First, Pentagon Would Preclude a Rival Superpower« im März 1992 Auszüge veröffentlicht (Links im Artikel).

        Bereits in der WOLFOWITZ-Guidance – 1992 – ist von einer »neuen Weltordnung« die Rede, »am Ende von den Vereinigten Staaten unterstützt«, die USA als »einzige Supermacht«.

        Die STRAUSSIANER mit ihrem seit über 70 Jahren äußerst weitreichenden geopolitischen Einfluß sind eine ziemlich spannende Gruppe, und eine ohne Statuten.

        Interessant, auch Gründer Leo STRAUSS stammt aus Deutschland, wie KISSINGER.

        Zu Zbigniew BRZEZINSKI hat der auf Energie- und Militärangelegenheiten spezialisierte Journalist Arthur LEPIC im Oktober 2004 in voltairenet.org/article15298.html einen lesenswerten Artikel verfaßt:

        »Neuer Kalter Krieg. – Die antirussische Strategie von Zbigniew Brzezinski«

      • Hanna 16. September 2022 at 0:08

        Ergänzend …

        eine interessante Anmerkung aus »Kurze Geschichte der STRAUSSIANER« (im Artikel »Wladimir Putin erklärt den Straussianern den Krieg« vom 5. März 2022) – http://www.voltairenet.org/article215852.html

        » 1976 war Paul WOLFOWITZ einer der Architekten des „Team B“, das von Präsident Gerald FORD beauftragt wurde, die sowjetische Bedrohung einzuschätzen. Er lieferte einen wahnsinnigen Bericht ab, in dem er die Sowjetunion beschuldigte, sich darauf vorzubereiten, die „globale Hegemonie“ zu übernehmen. Das Wesen des Kalten Krieges änderte sich: Es ging nicht mehr darum, die UdSSR zu isolieren (Eindämmung), er musste gestoppt werden, um die „freie Welt“ zu retten. […]

        WOLFOWITZ ist zweifellos der Designer von „Desert Storm“, der Operation zur Zerstörung des Irak, die es den Vereinigten Staaten ermöglichte, die Spielregeln zu ändern und eine einseitige Welt zu organisieren. Zu dieser Zeit schätzten die STRAUSSIANER die Begriffe „Regimewechsel“ und „Demokratieförderung“. […]

        Die Politisierung des Geheimdienstes hat WOLFOWITZ bereits mit dem B-Team getan […]; Erfinden von Argumenten für neue Kriege gegen den Irak und gegen den Iran (die „edle Lüge“ von Leo STRAUSS). «

        Ein außergewöhnlicher Zeitgenosse, dieser Paul WOLFOWITZ. Der Journalist Paul LABARIQUE nennt ihn »Gewalttheoretiker« und »Seele des Pentagons« – [voltairenet.org/article30099.html, 10/2004]

  9. Nordlicht 14. September 2022 at 19:45Antworten

    Das hale ich für einen Fake-Text. Weder eine Rand-Corporation noch eine sonstige regierungsnahe oder offiziöse Institution würde solche Begriffe und solche direkt enthüllende Gedankenführung zeigen.

    • Rosa 14. September 2022 at 20:55Antworten

      „… enthüllende Gedankenführung zeigen.“

      Wenn das Dokument echt ist – dessen Authentizität kann nicht per se, nicht ohne Beweise, verneint werden – und seine Verfasser ihre Ausführungen nicht den üblichen behördlichen Stellen und auch nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen wollten, macht der Vermerk « CONFIDENTIAL » in der Tat Sinn.

  10. Franz M 14. September 2022 at 18:33Antworten

    Und jetzt denken wir an die letzten Wahlen in Deutschland zurück, wo in einzelnen Wahlkreisen mehr abgegebene Stimmen als Wahlberechtigte verzeichnet wurden. Wer hat die Stimmzettel ausgefüllt? Die AfD kann ich da wohl ausschließen.
    Der Gleichschritt von Politik, Medien und sogenannten Rechtsinstitutionen beflügelt die Gedanken in Richtung …..

  11. Ingbert Jüdt 14. September 2022 at 18:24Antworten

    Und Ihre Einschätzung ist ganz sicher nicht vertrauenswürdig. Wer Vokabeln wie »Transatlantik-Gezücht« meint verwenden zu müssen und dies als »Verständnis der wahren Natur der aktuellen Grünen« anpreist, sollte nicht suggerieren, ein kühler Analytiker mit Hintergrundwissen zu sein.

  12. Ingbert Jüdt 14. September 2022 at 18:14Antworten

    Wenn das Dokument echt ist, handelt es sich um Bündnisverrat und ist ein ausreichender Grund, den USA die Stationierungsverträge zu kündigen und Ramstein in einen Golfplatz zu konvertieren.

    • Fritz Madersbacher 14. September 2022 at 19:27Antworten

      @Ingbert Jüdt
      14. September 2022 at 18:14
      „… und Ramstein in einen Golfplatz zu konvertieren“
      Das wäre – unabhängig von der Echtheit des Dokuments – schon längst fällig, wenn ich mir als Österreicher diese Anmerkung erlauben darf. Aber: muss es ein Golfplatz sein?

    • Toni 14. September 2022 at 20:03Antworten

      Was hat die Echtheit des Dokumentes mit der Kündigung der Stationierungsverträge und Ramstein zu tun? Deutschland könnte den USA jederzeit kündigen, wenn sie es könnten. Das ist nämlich das einzig sichere, dass dies nie passieren wird. Deutschland (und mit ihm die EU) ist ein Gebilde von Gnaden der USA: Der Schwanz hat noch nie mit dem Hund gewedelt.

      Glück auf, Toni

  13. Pfeiffer C 14. September 2022 at 18:13Antworten

    Aus meiner Erinnerung:
    „Die Pentagon-Papiere“ sind eine ehemals geheime Studie des US-Verteidigungsministeriums. 1967 sollte ein Team von 36 Wissenschaftlern herausfinden, warum die Vereinigten Staaten im Krieg in Indochina keinen Erfolg hatten, wie das Scheitern hätte verhindert werden können und welche Lehren für die Zukunft daraus gezogen werden können. Sechs Mitarbeiter des Teams kamen von der RAND Corporation, darunter auch der spätere Whistleblower Daniel Ellsberg.

    Für das gegenständlich geleakte aktuelle, artikelbezugnehmende RAND-Papier, fehlt nur eine analoge Premieren-Veröffentlichung in der New York Times und in der Washington Post:

    Die Aufdeckung, dass die US-Reg. unter Präsidenten Obama,Trump & Biden sowohl die Öffentlichkeit als auch den Kongress über die Ukraine jahrelang systematisch belogen haben und Russland in der Person Putin dafür jahrelang schon politpropagandistisch dämonisierten.

    P.S.: Ich verfolge Röpers Blog „anti-spiegel“ (der das betreffende RAND-Papier zuallererst veröffentlichte) schon längere Zeit und möchte festhalten, daß – vorbehaltlich meiner permanent eingeschalteten Skepsis – alle Aussagen, Schlußfolgerungen, usw. immer unter Angabe von Quellen (und darin enthalten ein hoher Prozentsatz westlicher Quellen), sprich Link-Verweisen erfolgen.

    Irgendwie bizarr deshalb, weil ich Jahrzehnte (bis 1989) Augsteins Spiegel wöchentlich ins Haus geliefert bekam: Und der Original-Spiegel damals – natürlich in der Vor-Internetzeit – so arbeitete, wie sein öffentlich wirkmächtiger Gegner Röper heute: „Sagen was ist“.

  14. Andreas I. 14. September 2022 at 17:46Antworten

    Hallo,
    neben anderen Stellen, die in den Kommentaren teilweise auch schon angesprochen wurden, machte mich das stutzig:
    „Die Voraussetzung dafür, dass Deutschland in diese Falle tappen kann, ist die führende Rolle der grünen Parteien und Ideologie in Europa. Die deutschen Grünen sind eine stark dogmatische, wenn nicht gar eifrige Bewegung, was es recht einfach macht, sie dazu zu bringen, wirtschaftliche Argumente zu ignorieren. In dieser Hinsicht übertreffen die deutschen Grünen ihre Pendants im übrigen Europa. Persönliche Eigenschaften und die mangelnde Professionalität ihrer Führer – allen voran Annalena Baerbock und Robert Habeck – lassen vermuten, dass es für sie nahezu unmöglich ist, eigene Fehler rechtzeitig zuzugeben.“

    Das scheint so dermaßen zielgerichtet auf die Persönlichkeitsprofile solcher potentiellen (deutschen o. EU-europäischen) Wähler zugeschnitten zu sein (die dazu neigen, vieles auf eine einzelne Partei oder auf einzelne Politiker zu projizieren), dass es möglicherweise nicht nur den Anschein hat.

  15. Mia 14. September 2022 at 17:24Antworten

    Was für ein unglaublicher Schwachsinn.

    • Charly1 14. September 2022 at 18:19Antworten

      Reiner Bullshit, Deutschland ist von den USA ein besetztes Land, ein Protektorat der USA, ohne Friedensvertrag, keine Verfassung und beim Grundgesetz haben die Besatzer mit bestimmt!
      „Deutschland ist ein besetztes Land und wird es auch bleiben!“
      Obama am 5. Juni 2009 beim Besuch auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein

      • Harald Eitzinger 14. September 2022 at 19:58

        Das ist mithin ein Grund, dass die deutsche Politik nicht anders handeln darf. Auch sehe ich mich in meiner Ansicht bestätigt, dass die Amis nachdem Ende des britischen Empires diese abgelöst haben und nun die größten Brandstifter auf diesem Globus sind. Denn Friede ist für die Amis kein Geschäftsmodell, auch wenn die Russen von ihnen geradezu zu diesem Angriff genötigt wurden.

    • rudi & Maria fluegl 14. September 2022 at 19:21Antworten

      Na, dann fügen Sie mal einen Schwung glaublichen Wachsinn hinzu.
      Oder müssen Sie damit noch warten bis der IQu auf 138° Celsius geklettert ist?

      • Mia 14. September 2022 at 20:00

        Sich an Strohlame zu klammern hat noch nie geholfen.
        Die ganzen Blog Artikel besteht aus Strohhalmen, jeder Artikel einen neue Hoffnung, nur dass sich noch keine erfüllt hat, weil Strohlame leicht abknicken.

      • rudi & Maria fluegl 14. September 2022 at 20:38

        Die dienen auch dazu Luft zu bekommen, wenn das Wasser die Stirnglatze benetzt und das Toupet aufschwimmt!
        Dieses gute Stück (nicht Mios Toupet dass sich schon bei 133° Celsius verabschiedete) sollte schon festgehalten werden bis es sich aufschwemm,t weil das Stroh lahm wird!
        Da Sie von diesen Dingern in der Mehrzahl schreiben sollten Sie beim Thor Heyerdahl Museum nachfragen, wie viel er davon brauchte bis es in die Binsen ging!
        Mios Platz fürs Gedenken an allergrösste Wirkohnmächtigkeit steht auf Papyrus, geschrieben mit Tintenkiller! Nur lesbar für Ihn oder in seiner vornüberbeugenden Nähe, da sich dieser in Nähe des überhitzten Kopfes, verfärbt.
        Rudi Fluegl

      • Rosa 14. September 2022 at 21:01

        Zu Mias „weil Strohlame leicht abknicken“:

        Na, endlich wieder eine Art philosophische Betrachtung, Strohhalme hin oder her. „Uschi“ oder „Uschi_22“ wäre begeistert.

  16. Jan 14. September 2022 at 16:42Antworten

    Durch die Corona- und Energieverbrechen werden die nationalen Regierungen ihre Autorität einbüßen und die Führung dem Nato-Hauptquartier überlassen, vorgeblich zum Schutze vor dem Aggressor Russland, tatsächlich zur Bevölkerungsreduktion.

  17. Toni 14. September 2022 at 14:19Antworten

    Zitat aus dem Beitrag: „Leider dürfte auch China mittelfristig von diesem sich entwickelnden Szenario profitieren.“

    Das Wort „leider“ sollte ganz rasch gestrichen werden. China (und mit ihm Russland) betreibt aktiv dieses Szenario in Europa, auch wenn die EU-Politiker etwas anderes tröten, Zitat VdL: „Ich möchte keinen Zweifel daran lassen, dass die Sanktionen (gegen Russland) von Dauer sein werden“. Ohne billige Energie und Rohstoffe wird sich die EU ganz schnell als Bauernstaat wiederfinden, China und USA profitieren. Da wird ein wenig mehr Flexibilität beim Abbau von Schulden (Zitat VdL) nicht reichen, oder kann sich noch jemand an die Maastricht-Kriterien erinnern? An der nächsten Krise wird bekanntlich bereits gearbeitet, die Schuldenkrise wird mit steigenden Zinsen eingeläutet.

    Diese Führer werden von Krise zu Krise eilen, um die Ideen des Great Reset umzusetzen. Die Bürger sind in diesen Szenarien nicht mehr vertreten, bestenfalls als Almosenempfänger und Konsumenten von Würmern.

    Wer den Wandel möchte, wird ihn auch wählen müssen.

    Glück auf, Toni

  18. Fritz Madersbacher 14. September 2022 at 14:04Antworten

    Es ist ähnlich wie bei der glorreichen „Pandemie“: ein paar kapitalistische Monopole gewinnen gerade und machen ungeheu[e]r[lich]e Profite – aber auf Kosten ihrer langfristigen Interessen, indem sie wie Kannibalen die ihnen zur Verfügung stehenden Gesellschaften und Wirtschaften ruinieren (hie die Pharma-, dort die Rüstungskonzerne).
    „Der Westen“ gewinnt gerade wieder einmal den (in Wirklichkeit keineswegs) „Stellvertreter“-Krieg in der Ukraine – bei fürchterlichen Verlusten der Ukrainer. Coram publico bei uns jubeln die EU-Verrückten und träumen schon wieder vom grossen Endsieg. Aber der US-amerikanische Imperialismus hat samt seinen zum selbstmörderischen Mittun gezwungenen EU-Lakaien die selbst heraufbeschworene und provozierte Auseinandersetzung mit Russland – das er schwächen und gefügig machen will – schon verloren: „die Welt“ lässt sich nicht mehr von seiner heuchlerischen, bluttriefenden „internationalen Ordnung“ unterjochen, sie sabotiert seine „Sanktionen“ und entwickelt wirksame Gegenstrukturen gegen seine wirtschaftlichen Bevormundungsversuche.
    Der wie seine großdeutschen Vorgänger anno nazimal in Schulden ersaufende US-Imperialismus ist im unaufhaltsamen Niedergang begriffen und opfert zuerst seine EU-Pudel. Die europäischen „Verteidiger der Freiheit“ – inklusive der in führenden Positionen im (vorläufig) scheinneutralen Österreich befindlichen NATO-Quislinge in Politik, Medien, Bundesheer etc. – sind traurige Gestalten einer „Welt von gestern“: eben haben sie – wie auch ihre US-Oberherren, mit ihrer Pandemie-Tyrannei den Schleier der „offenen, pluralistischen“ Gesellschaft, der „liberalen Demokratie“ gelüftet, jetzt sollen ihre Untergebenen „die Zähne zusammenbeißen“ für ihr jämmerliches, von Hochmut und Verblendung verursachtes, gegen ihre Bevölkerungen gerichtetes Tun.
    Wir müssen uns – über die Parteigrenzen hinweg – aus unserer Zerrüttung durch die Pandemie-Tyrannei aufrappeln, dem unverantwortlichen und irrationalen (in Österreich der Neutralität zuwiderlaufenden) Vorgehen von Politik (samt wieder einmal gleichgeschalteten Medien) widerstehen, und – was besonders wichtig ist – erkennen, welche hoffnungsvollen Zukunftsperspektiven sich auftun, wenn wir uns offen und ehrlich, ohne eingebleute Vorurteile anderen Völkern, anderen Kulturen nähern (jüngstes Negativbeispiel: die barbarisch-infantile „Russophobie“ in unseren angeblich „aufgeklärten“ Medien, im Kulturbereich etc.) …

    • Wahrheitssuchende 14. September 2022 at 22:46Antworten

      Es liegt (leider) eine dunkle Zeit vor uns bei dem nicht viele in Europa überleben werden, aber es kommt ein goldenes Zeitalter, wer diese dunkle Zeit überlebt darf sich glücklich schätzen. Dies ist der schmerzliche Übergang in ein neues Zeitalter , alles wird sich ändern zum positiven. Deshalb kommt jetzt der ganze Dreck an die Oberfläche, damit in der kommenden Zeit diese Dinge geändert werden können.

  19. federkiel 14. September 2022 at 13:33Antworten

    Bereits mit dem Vertrag von Versailles war es die Absicht, Deutschland „klein“ zu halten, nicht anders beim Bretton Woods Abkommen, wie auch der Widerstand UKs und Frankreichs gegen die Widervereinigung Deutschlands, um es nicht zu groß werden zu lassen. Kanzler Kohl tauschte dann per Verrat die Wiedervereinigung gegen den Euro ein.
    Der am 5.5.1955 in Kraft getretene Deutschlandvertrag beendet das Besatzungsregime, Souveräntität? Am selben Tag jedoch tritt die BRD der NATO bei.
    Erst mit dem 2+4 Vertrag -1991- werden die endgültigen Landesgrenzen festgelegt.
    Allein die Tatsache, daß es im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine im April ein Treffen in Rammstein gab, das der der US Air Force gehört, weist schon darauf hin, daß die BRD halt nicht souverän ist. Es braucht also gar kein subversives Papier, dessen Herkunft unklar ist.
    Deutschland unterwirft sich sowieso dem US- Diktat.
    Das Übel dabei ist, daß nun, besonders nach dem Brexit, Deutschland innerhelb der EU der Leitwolf ist, zumal auch die deutsche von der Leyen nun Kommissionspräsidenten geworden ist, durch einen Hinterzimmerdeal zwischen Merkel und Macron.
    Macron, der, als er ins Amt kam, einige neue Vorschläge zur Reform der EU gemacht hat, die von Merkel völlig ignoriert wurden, dem hat das nichts genützt.
    Auch wenn man sich immer wieder zur deutsch-französchen Freundschaft bekennt, das sind Lippenbekenntnisse. Nagut, man liefert jetzt Strom nach Frankreich, weil die AKWs Schrott sind.
    Unlängst las ich in einem Kommentar, daß alle auf Deutschland schauen, einem geschwächten Deutschland. Da kann ich nur sagen, leider, denn es reißt mit seiner Sanktionspolitik alle EU staaten mit in den Abgrund.
    Heute hat vdL eine Rede zur Lage in der Union gehalten, sie und andere trugen Kleidung in den ukrainischen Farben.

    • rudi & Maria fluegl 14. September 2022 at 20:16Antworten

      Bevor Sie zum Xten mal Dolchstoss und ähnliche Legenden zum Schanddiktat dass den guten Deutschen den Rest gab aufwärmen sollten sie mal schauen welche Reparationsforderungen gegen die Allierten in Planung waren! Ich habe Daten und suche gerade intensiv!
      Die Großzügigkeit des Kaiserreiches! Wer bitte glaubt so etwas? die „Unersättlichkeit“ wäre auch auf der anderen Seite gewesen
      Der britische Ökonom John Maynard Keynes, der selbst Augenzeuge der Verhandlungen gewesen war, hatte es vorausgesehen. Noch im Jahr 1919 veröffentlichte er seinen Essay „Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags von Versailles“. Darin schrieb er klarsichtig: „Wenn wir bewusst auf die Verarmung Mitteleuropas hinarbeiten, dann wird – das wage ich vorherzusagen – die Rache nicht auf sich warten lassen.“ Die Sieger kannten die Folgen ihrer Reparationsforderungen.

      Und die „Fast“ Sieger kannten von Anfang an Ihren Gewinn und nicht die verursachten Schäden, vor allem außerhalb Deutschlands!

      Es wäre zweifellos zu deterministisch und auch zu einfach, wenn man festhalten wollte, dass das in drei Kriegen vom „weißen Revolutionär“ (Lothar Gall) Bismarck gegründete Deutsche Kaiserreich am Ende in Krieg und Revolution untergehen musste. Doch um einen historischen Zufall handelte sich dabei auch nicht. Der Erste Weltkrieg, in dessen Zentrum der deutsche Versuch stand, die Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent zu erobern, führte letztlich zum Untergang eines Kaiserreiches, das den Belastungen des zunehmend totalen, die Anspannung aller gesellschaftlichen Kräfte erfordernden Krieges am Ende nicht gewachsen war.
      1 Ökonomie des Krieges
      Wolfgang Kruse
      2 Auf knapp 160 Milliarden Reichsmark beliefen sich Ende 1918 die Kriegskosten des Deutschen Reiches, was etwa dem Vierfachen des gesamten deutschen Volkseinkommens im Jahre 1913 und der Hälfte des geschätzten Volksvermögens insgesamt entsprach.
      3 Fünf Jahre später veränderten sich die Modalitäten der Reparationslast durch den Young-Plan wiederum zugunsten des Deutschen Reichs. Die bis 1988 abzutragende Gesamthöhe betrug 112 Milliarden Goldmark.

      Die genauen geplanten Forderungen des Kaiserreiches find ich in meiner Literatur nicht mehr.
      Im Hinterkopf hab ich ähnliche unzumutbare Aneignung.
      Die nominal gleich wertvollen Gold oder Reichsmark lassen aber abschätzen, worauf es hinaus gelaufen wäre. Wenn auch bis 1988 Inflation berücksichtigt werden muss.
      Mit den 160 Milliarden für Ihre Kriegsanstrengung hätten die sich nie zufrieden gegeben und die Geldentwertung wäre gewiss über ähnliche Zeiträume für Kriegsgewinne gelaufen.
      Rudi Fluegl

      • rudi & Maria fluegl 15. September 2022 at 14:00

        Federkiel@
        sie haben selbstverständlich fundiert geschrieben!
        Beim lesen aller Kommentare ist mir allerdings einiges aufgestossen.
        Meinen Einwand verband ich mit Ihrem Schreiben weil mir Ihr Abriss über jetziges wichtig schien und neueres mit geschichtlichen relativiert, sich anders liest.
        die Absichten des Kaiserreichs, ausgedrückt durch den Kanzler von 1914 habe ich gefunden und das ist oben nun eingestellt!
        Danke!
        Rudi Fluegl

  20. Peter Scholz 14. September 2022 at 13:24Antworten

    Was mir fehlt ist eine realistische Darstellung oder Empfehlung dessen, wie der deutsche Mittelstand reagieren könnte, um die persönlichen Folgen für sich zu vermeiden oder auch nur abzuschwächen

    • Fritz Madersbacher 14. September 2022 at 19:22Antworten

      @Peter Scholz
      14. September 2022 at 13:24
      „Was mir fehlt ist eine realistische Darstellung oder Empfehlung dessen, wie der deutsche Mittelstand reagieren könnte“
      Das ist ein sehr guter Hinweis, eigentlich eine Frage, die sich „der deutsche Mittelstand“ selbst beantworten muss, wenn er seine (Überlebens-)Interessen wahren will. „Der deutsche Mittelstand“ ist natürlich eine sehr inhomogene Angelegenheit. Es wäre interessant, was Sie darunter verstehen. Mit Sicherheit jedenfalls stimmen seine Interessen nicht mit jenen der Pandemie-Profiteure und jenen der Sanktionsversessenen überein …

  21. Pierre 14. September 2022 at 13:17Antworten

    Man könnte so ein Pamphlet auch anhand tatsächlich existierender Dokumente erstellen, evtl. etwas hölzerner formulieren und mittels einer halbwegs glaubhaften Quelle an die Öffentlichkeit bringen lassen, woraufhin man dann (falls es eine gewisse Verbreitung gefunden hat) aber sogar wahrheitsgetreu sagen könnte, dass das ein Fake ist/war und nicht von der RAND Corporation erstellt worden ist.

    Ob die Inhalte selbst sachlich gesehen Fake sind, wird dann nur indirekt mit impliziert… und man kann sich immer wieder darauf berufen und als Verschwörungstheorie abtun.

    Würde mich nicht wundern, wenn das in diesem Fall so wäre.

    • Andreas I. 14. September 2022 at 16:39Antworten

      Hallo,
      „und man kann sich immer wieder darauf berufen und als Verschwörungstheorie abtun.“

      Den Verdacht habe ich auch. Man lanciert einen Text, der teilweise nahe an den Fakten ist (und in anderen Teilen so vereinfacht, dass die Zielgruppe nur zu gerne drauf anspringt), wartet, wie sich der Text verbreitet und wenn der Text sich dann als Fake heraustellt, hat man das wunderbare Totschlagargument, dass Fakten über die Geostrategie der unipolaren Weltmacht kategorisch alle Fake seien.

  22. Ulf Martin 14. September 2022 at 13:16Antworten

    «Letztlich ist es also unerheblich, ob die RAND Corp. und die US-Regierung dieses Dokument bestätigen oder auch nicht, die Folgen der Sanktionen spürt man in Europa jedenfalls am ehesten und härtesten. Diese Auswirkungen sind in jedem Fall weder zufällig, noch geschehen diese gleichsam aus blauem Himmel.»

    Der Ökonom Michael Hudson, der sich seit Jahrzehnten mit dem amerikanischen Imperialismus beschäftigt, hat schon am 28. Februar 2022 einen Artikel auf seinem Blog veröffentlicht mit dem Titel «America Defeats Germany for the Third Time in a Century». Das kann man also durch Analyse der Taten des Imperíums schliessen, dafür braucht man keine Geheimdokumente. Letztlich ist es ja sogar in der Konsequenz egal, ob Amerika plant Deutschland/Europa kaputt zu machen oder ob seine Handlungen dies «nur» als Kollateralschaden zur Folge haben. Eine am eigenen Wohl orientierte Politik in Deutschland/Europa müsste dem entschlossen entgegentreten. Eine solche Politik müssten die Bürger einfordern. Das tun sie aber bisher nicht in ausreichendem Masse.

    • Pfeiffer C 14. September 2022 at 18:46Antworten

      Michael Hudson, ich habe seine Standardwerke „Finanzimperialismus“ und „Der Sektor“ akribisch durchgearbeitet: Besonders im „Sektor“ – über die Finanz- eigentlich Bankenkrise 2008 – über den Hudson sagt „Der größte Raubzug der Wallstreet in der Geschichte“ – wird klar, daß die USA keinerlei Skrupel haben, aufgrund ihrer Eigeninteressen und sonst nichts (von wegen Friede, Demokratie, Freiheit) alle „Partner & Verbündete & Westlichewerte-Genossen“ aber sowas von über die Klinge springen zu lassen.

      Alleine deshalb ist namentlich für mich das gegenständliche RAND-Papier authentisch.

    • Fritz Madersbacher 14. September 2022 at 19:37Antworten

      @Ulf Martin
      14. September 2022 at 13:16
      „Letztlich ist es ja sogar in der Konsequenz egal, ob Amerika plant Deutschland/Europa kaputt zu machen oder ob seine Handlungen dies «nur» als Kollateralschaden zur Folge haben. Eine am eigenen Wohl orientierte Politik in Deutschland/Europa müsste dem entschlossen entgegentreten. Eine solche Politik müssten die Bürger einfordern“
      Genauso ist es, danke für die gute Zusammenfassung!

  23. Glass Steagall Act 14. September 2022 at 12:50Antworten

    Wer die vor vielen Jahren getätigten Aussagen von George Freeman kennt, der weiß schon lange, dass die USA seit über 100 Jahren versuchen, deutsche Technologie und Wirtschaft von russischen Energieressourcen zu trennen, um sich keinen lästigen Konkurrenten zu schaffen. Und weil so etwas nie in den Propaganda-Mainstream-Nachrichten gebracht wird, können es die USA einfach öffentlich sagen, ohne dass ein Aufschrei durch die weitgehend ahnungslose deutsche Bevölkerung geht.

    Wer aber sorgfältig beobachten kann, wird diese Strategie in hunderten von kleinen Schritten auch selbst erkennen!

    • Glass Steagall Act 14. September 2022 at 14:18Antworten

      Sollte „George Friedman“ heißen.
      US-amerikanischer Geostratege und Sicherheitsexperte, Politologe und Publizist.

  24. Dr. No 14. September 2022 at 12:37Antworten

    Also, wenn es so wäre, dann hätten wir in den USA ein besseres Bild als in der EU. Die Regierungen der westlichen Welt inklusive USA sind finanziell in ein Art “Coup d‘ Etat” gekapert wurden und zwar seit dem Ersten Börsenkrach 1998. Seither läuft das Ganze über dem digitalen finanziellen Komplex mit den größten Vermögensverwaltern in The Wall Street und The City Of London, um weltweit ein ökofaschistischen Regime zu etablieren. Viele zerbrechen sich jetzt den Kopf über den Wiederaufbau der Ressourcen die jetzt vernichtet wird und vergessen dabei eines, ein Hauptziel dieses Great Resets ist die Entvölkerung, also hier müssen wir uns vorstellen die übrigbleibenden Ressourcen verteilt auf viel niedriger Zahl von Menschen, nur so bekommt man eine Vorstellung, was in den Köpfen von diesen Verbrechern vorgeht.

  25. borisondrasik 14. September 2022 at 11:32Antworten

    Wäre der Artikel in Jänner aufgetaucht, wäre es mehr glaubwürdig…..

    • Hanna 14. September 2022 at 15:43Antworten

      Eigentlich sollte es bereits offizielle Dementis seitens der auf diesem vertraulichen Dokument vermerkten Empfänger geben, nicht wahr.

      Daß bis dato keine empörten Rufe, das Papier sei gefälscht, zu vernehmen sind (nicht einmal von RAND selbst)? läßt darauf schließen, an der Echtheit des hochbrisanten Dokuments ist zunächst nicht zu zweifeln (bis zum sicheren Beweis des Gegenteils).

      Interessant – wenn auch wenig verwunderlich -, daß das Auftauchen dieser RAND-Studie seitens leitender Medien bislang anscheinend keine Zeile wert ist – weder im betroffenen Good Old Europe noch in God Bless America.

      Btw, u.a. sind die Dems unter den Adressaten, die Republikaner nicht.

  26. Tricky MOuse 14. September 2022 at 11:26Antworten

    Auch „Redacted“ hat bereits darüber berichtet.

    Ob authentisch oder nicht: die Einschätzung des „grünen Charakters“ ist jedenfalls 100% korrekt. Genau darum wähle ich sie seit nunmehr etlichen Jahren nicht mehr, weil sie sich für unfehlbar halten und dementsprechend wenig Empathie und Selbstreflexion mitbringen. Ehe die einen Fehler eingestehen, drehen die lieber Kohlekraftwerke auf – und lassen die Bevölkerung bluten.

    Aber nicht mehr lange. Denn es scheint so, wie es eine deutsche Grün-Wählerin auf den Punkt brachte: da für sie keine Partei wirklich wählbar ist, wählt sie die Grünen, weil die den Untergang der Altparteien am schnellsten „bewerkstelligen“. Q.E.D.

    • Dave 14. September 2022 at 15:42Antworten

      Das sog. RAND Dokument ist sicher nicht echt. Man lese die englische ‚Version’… jeder der etwas besser Englisch kann, sicher aber ein linguistischer Forensiker wird sofort erkennen, dass hier kein englischer Muttersprachler oder jmd. mit vergleichbarem Niveau geschrieben hat.
      Besonder die Beschreibung der ‚Grünen‘ zeigt, woher der/die Schreiber kommen. Die Einschätzung der Grünen ist zudem ganz falsch. Das ist nichts ideologisch oder ‚zealous‘. Jedenfalls nicht im Sinne, dass sie etwas für die Umwelt o.Ä. tun möchten. Vielmehr ist die politische Oberschicht der Grünen WEF/Transatlantik-Gezücht und schlicht Funktionäre der US/UK Finanz-etc. Eliten. Ein wirklich geheimes, internes Papier würde niemals so über die Partei berichten. Der innerdeutsche Frust und das fehlende Verständnis der wahren Natur der aktuellen Grünen zeigen das. RAND würde eher „our German partners“ sagen (keine konkrete Partei); maximal „the Green party leadership understands the necessity to…“ oder „political parties in Germany, especially the Green party, have been very responsive to our initiatives…“ und so weiter. Es ist etwas peinlich, dass solche plumpen Fälschungen überall herangezogen werden. Es geht genug echte Quellen und Hinweise, dass Europa demoliert werden soll bzw. wird und das nicht zuletzt die grüne Herrschaftsclique (allerdings selbst nicht sehr hoch in der eigentlichen Machtstruktur) da eine wichtige Rolle spielt.

      • Rosa 14. September 2022 at 15:49

        „Ein wirklich geheimes, internes Papier würde niemals so über die Partei berichten.“

        Kommen Sie aus Geheim- bzw. Nachrichtendiensten nahen Kreisen oder Politik beratendem Think Tank?

      • Dr. med. Veronika Rampold 14. September 2022 at 16:37

        danke für die Analyse, ich vermutete Ähnliches

      • Tricky MOuse 14. September 2022 at 20:35

        Die Einschätzung der Grünen halte ich für gar nicht falsch – betrachtet man sie aus dem entwicklungspsychologischen Blickwinkel. Graves 5 und 6. Da ist drin was Sie schreiben – und was ich schreibe.
        Dass die Ideologie mehr gelebte kognitive Dissonanz ist als wahre Überzeugung, erklärt sich aus diesen Stufen von selbst. Sie ist nur das Vehikel der eigenen, vermeintlichen Überlegenheit und Mäntelchen des versteckten Narzissmus. Also ein Werkzeug zur Schaffung der eigenen Legende – was der Verlogene gar nicht mehr wahrnimmt.

  27. Jens Tiefschneider 14. September 2022 at 10:47Antworten

    Die dümmsten Schafe wählen ihre Schlächter selbst. Und Schlafschafe schlafen obendrein – während sie wählen.

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