Pfizer-Chef zweifelte an mRNA – Vierte Impfung trotzdem „notwendig“

15. März 2022von 3,6 Minuten Lesezeit

Es sei „hoch riskant“ gewesen, bei der Covid-Impfstoffproduktion auf mRNA zu setzen. Das sagte der Pfizer-Chef vergangene Woche in einem Interview. Die Aussage wird aktuell millionenfach geteilt. Denn er hätte eigentlich auf eine andere, bereits erprobte, Technologie gesetzt. Doch wirklich zurückrudert Albert Bourla nicht. Stattdessen rechnet er mit der vierten Impfung und zeigt sich hoffnungsvoll, dass Pfizer schon bald einen neuen, adaptierten Covid-Impfstoff entwickelt haben wird. Dann soll ein jährlicher Shot genügen.

Ein sehr überraschendes Interview gab der Chef von Pfizer, Albert Bourla, vergangene Woche in der „Washington Post“. Bisher nannte er die mRNA-Technologie stets „sicher und effektiv“. Nun deutete er erstmals das Risiko an, das damit verbunden ist.

Die Aussage im Interview ist mehr als bemerkenswert. Die mRNA-Technologie gegen Covid zu verwenden, sei ihm nicht in den Sinn gekommen:

„Es war kontraintuitiv, denn Pfizer beherrschte mehrere Technologien, die einen Impfstoff liefern könnten, oder sagen wir, wir hatten sehr gute Erfahrungen und Fachkenntnisse mit ihnen, mRNA war die Technologie, mit der wir weniger Erfahrung hatten, da wir nur zwei Jahre daran gearbeitet haben. Und tatsächlich war MRNA eine Technologie, die bis zu diesem Tag nie ein einziges Produkt geliefert hat. Kein Impfstoff, keine andere Medizin, also war es sehr kontraintuitiv. Ich war überrascht, als sie mir vorschlugen, dass dies der richtige Weg sei, und ich habe es in Frage gestellt.“

Für Bourla wären andere Wege hin zur Impfung also intuitiv logischer gewesen. Die Wissenschaftler meinten aber, dass man durch 2 Jahre Forschung an einer mRNA-Grippe-Impfung ausreichend Erfahrung gehabt habe. Es sei „eine sehr schwierige Entscheidung“ gewesen, aber man habe ihn „überzeugt“, so der Pfizer-Chef.

„Der Grund, warum sie etwas vorschlugen, das eindeutig riskanter war als die anderen, lag in den vielen Vorteilen, die sich ergeben würden, wenn wir erfolgreich wären. Wir haben sehr gut analysiert und wussten, dass wir uns in einer Pandemie befinden. Und es ist durchaus möglich, dass viele neue Varianten auftauchen werden. Wir wollten also eine Technologie haben, die wir im Falle einer Anpassung des Impfstoffs sehr schnell einsetzen können, und mRNA kann innerhalb von Wochen das leisten, wofür andere Technologien Monate brauchen.“

Während einige die Aussage so interpretieren, als würde das „Corona-Kartenhaus“ weiter einstürzen, gibt es dafür aber nicht wirklich Anzeichen. Im Interview lobt Bourla mRNA weiterhin. Die Technologie habe „viele Vorteile“.

Auf CBS gab Bourla zuletzt dann zu, dass auch der dritte Shot nur wenige Monate einen gewissen Schutz gegen Covid biete. Es brauche also einen vierten Stich, „für jetzt“. Auch im Interview mit der „WP“ meinte er, dass diese Dosis „notwendig“ werde. Der Grund sei Omicron.

Hier geht Pfizer im Gleichschritt mit Großbritannien. Dort startet man Impfkampagne Nummer vier, hat aber bereits alle Covid-Restriktionen aufgehoben. Angedacht ist die Impfung für Personen über 75 Jahre sowie Menschen mit Immunsupression.

Und er deutet an, wohin die Reise gehen dürfte:

„Aber wir arbeiten im Moment an Impfstoffen der nächsten Generation. Wir generieren eine Menge Daten aus vielen Gencode-Status, die wir testen sehr fortgeschritten, gute Wissenschaft, würde ich sagen, die es uns erlauben würde, aus einer Hand, einen Impfstoff, der alle Varianten, alle neuen abdeckt.

Zweitens, um einen Impfstoff zu entwickeln, der länger hält, einen Impfstoff, der ein Jahr halten könnte, denn ich denke, das ist es, was die Welt wirklich braucht. Nach zwei Jahren brauchen wir eine dritte, vierte oder fünfte Dosis, die Menschen werden müde, und wie Sie sagten, ist die Frage, die Sie mir gestellt haben, in aller Munde und im Kopf. Und ich weiß, dass, wenn wir zu weniger als jährlichen, sagen wir alle sechs Monate oder alle vier Monate stattfindenden Impfungen übergehen müssen, viele Menschen die Anweisungen nicht befolgen werden, und das wird schwerwiegende Folgen haben. Wir müssen also einen Impfstoff entwickeln, der ein Jahr lang hält.“

Die neue Impfung sei schon bald bereit, man arbeite „sehr intensiv“ daran. Spätestens 2023 nennt er als Zeithorizont.

Das englische Transkript zum Interview gibt es hier.

Bild wikicommons

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10 Kommentare

  1. Steve Acker 16. März 2022 at 20:19Antworten

    Ich les immer, das sei jetzt der Durchbruch für MrNa.
    also ich finde das Gegenteil ist der Fall. MRNA ist grandios gescheitert.
    Ja. es wurde milliardenfach verspritzt. Aber das ist doch kein Erfolg, denn gewirkt hat es nicht.
    Je mehr gespritzt , desto mehr Corona.
    Ausserdem: der Grund warum so viele Impfungen möglich waren: weil man einfach alle Sicherheitsmaßnahmen über Bord geworfen hat.
    Andere Medikamente wurden wegen viel viel weniger Nebenwirkungen vom Markt genommen.

    Angeblich, kann man mit MRNA ganz schnell ein „update“ für neue Varianten bereitstellen. Auch das wude nicht eingehalten.
    Grippeimpfung soll künfitg auf MRNA sein.
    Ein Grund mehr für mich , mir diese nicht verabreichen zu lassen.

  2. villaugoetz 16. März 2022 at 12:49Antworten

    Das erste was mir dazu in den Kopf kam war: Will er seinen Kopf damit aus ner Schlinge ziehen? Wird das selbst dem Chef inzwischen zu heiß? Immerhin halte ich ihn nicht für so unintelligent nicht zu wissen, dass sie gegen den Nürnberger Kodex verstoßen und somit eine Verurteilung drohen könnte? Auch wenn sie augenscheinlich erstmal von der Regierung von sämtlicher Strafverfolgung ausgenommen wurden, was ebenfalls sehr fragwürdig ist.

  3. Markus 16. März 2022 at 11:30Antworten

    Alleine solche Aussagen sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen- jetzt so zu tun als ob andere Schuld wären und er sich ja nur braitschlagen hat lassen halte ich für echt kriminell- sichtlich ist dem herrn schon klar dass es für Pfizer noch arg ausgehen könnte was ich absolut hoffe. Auch jene Ärzte die ohne überhaupt nur nachzudenken diese Impfungen gut heissen (man hat ja schon in einer anderen Doku von einer Pharmareferentin gehört dass die Ärzte gar nicht nachfragen sondern das angebotene einfach verwenden) gehören zur Verantwortung gezogen.
    Leider (oder Gott sei Dank)sieht man nun welche ärzte wirklich hinterfragen um die Patienten wirklich seriös behandeln zu können und wer sich strikt an die Big Pharma etc. hält weil es dafür geld gibt.
    Da trennt sich die Spreu vom Weizen wobei es vermutl. nur eine kleinere Zahl von ärzten gibt die ihrem Eid entsprechend handeln.

  4. McKotz 15. März 2022 at 15:37Antworten

    War „Covid-19“ ein Angriff auf die ganze Welt mit (genspezifischen) Bio-Waffen?
    Was spricht gegen diese „VT“?
    https://www.unz.com/lromanoff/a-covid-19-theory-i-cannot-prove/
    Ich stelle die Puzzles, die hier aneinandergereiht werden, zur Diskussion, schließlich ist dieser Blog (wie keine andere Plattform im deutschsprachigen Raum) hierfür prädestiniert.

  5. Michael R 15. März 2022 at 11:34Antworten

    Dazu passend:
    》14.03.2022 16:35 Uhr

    Paul Ehrlich-Preis für Biontech-Team – Bald weitere Erfolge mit mRNA

    FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Entwickler des Biontech-Corona-Impfstoffs erwarten, dass mit der dabei eingesetzten mRNA-Technologie bald weitere Krankheiten bekämpft werden können. „Wir glauben, dass wir eine Reihe von Erfolgen sehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren“, sagte Biontech-Gründer Ugur Sahin am Montag in Frankfurt. Zusammen mit seiner Frau Özlem Türeci und ihrer Kollegin Katalin Karikó erhält der Mainzer in diesem Jahr den Paul Ehrlich-und-Ludwig Darmstaedter-Preis. Die Übergabe der mit 120 000 Euro dotierten Auszeichnung an das Biontech-Trio war für Montagabend in der Frankfurter Paulskirche geplant. Der Paul Ehrlich-und-Ludwig Darmstaedter-Preis ist einer der renommiertesten Medizinpreise Deutschlands. Dass es gelang, einen Impfstoff gegen das Coronavirus in nur zehn Monaten zu entwickeln, habe einen großen Einfluss auf die Medizin, sagte Sahin: „Der Erfolg ist der Beginn einer Ära für mRNA-Therapeutika.“ Bereits getestet werde diese Technologie gegen diverse Infektionskrankheiten und gegen Krebs. Denkbar sei aber auch die Behandlung von Autoimmun- oder Herzmuskelkrankheiten. Zum ersten Mal in der 70-jährigen Geschichte der Auszeichnung werden die Preisträger zweier Jahre geehrt: Wegen der Corona-Pandemie war die Ehrung in der Frankfurter Paulskirche im vergangenen Jahr ausgefallen. Mit dem Preis des Jahres 2021 wird die US-amerikanische Mikrobiologin Bonnie Bassler ausgezeichnet. Der mit ihr zusammen geehrte Michael Silverman konnte nicht nach Frankfurt kommen. Sie haben entdeckt, wie Bakterien miteinander kommunizieren, und damit den Weg zu einer völlig neuen Art von Antibiotika eröffnet. Die mit 60 000 Euro dotierten Nachwuchspreise gehen für 2021 an die Biologin Elvira Mass (Bonn) und für 2022 an Laura Hinze (Hannover)./sat/DP/nas《

  6. federkiel 15. März 2022 at 10:57Antworten

    Das war ja zu erwarten, das wird dann wie der Grippeimpfstoff sein, der jährlich auf gut Glück angepaßt wird und auch nichts nützt. 😷

  7. Rupert 15. März 2022 at 10:41Antworten

    Ach die Schlagzeilen hatten wir seit Ukrainekrieg nicht mehr. Heute sind sie wieder erwacht: RKI meldet fast 200.000 Neuinfektionen und Rekord-Inzidenz. Experten befürchten noch höhere Dunkelziffer. Ach wie schön die Impfung wirkt. :-)

    Huch, ein neues Outfit. Das vorherige war mir lieber und schließe mich an.

    • Elisabeth 15. März 2022 at 11:05Antworten

      Lauterbach möchte jetzt die Impfpflicht. Klar muss das von Gates finanzierte RKI da wieder ein paar Zahlen liefern.

      Das läuft bei uns genauso. Wenn wieder Gemeinheiten geplant sind, steigen rasch die „Zahlen“ an. Sie können zwar die Impfpflicht noch nicht umsetzen – die Menschen sollen übrigens weiterhin unterschreiben, dass sie „freiwillig“ an diesem Experiment teilnehmen – aber sie können den Impfdruck wieder erhöhen, indem sie Ungeimpften alles verbieten. Zutritt ohne Impfpass verboten – kein Studium, keine ärztliche Behandlung, keine Arbeit, kein Einkauf ohne Impfpass … hatten wir ja alles schon.

  8. Elisabeth 15. März 2022 at 10:01Antworten

    Er droht, das würde schwerwiegende Folgen haben, wenn sich die Leute nicht mehr boostern ließen. Nun, gerade die Geboosterten landen jetzt vermehrt auf den Intensivstationen. Gesundheitliche Folgen kann er also nicht meinen, denn da wäre ja Omikron die ideale Lebendimpfung. Er meint wahrscheinlich den Impfzwang und die Folgen, die sich die von Pfizer gekauften Experten ausgedacht haben, s. auch Trudeau – Haftstrafen, Enteignungen etc., wenn man sich nicht boostern lässt, nicht?

    Oder droht er mit einem neuen Laborvirus? Die in der Ukraine sollen jetzt aber vernichtet werden, wünscht sich die WHO …

    Ich werde mich niemals wieder in meinem Leben gegen irgendetwas impfen lassen. Das steht fest. Und solange ich noch klar im Kopf bin, nehme ich keine Pillen von diesen Firmen.

  9. Carlo 15. März 2022 at 10:00Antworten

    Vorweg: Mir hat die Vorgängerversion von tkp Layout viel besser gefallen. Schade.

    Und das aus Pfizer-Chefs Mund. Bei der Covid-Impfstoffproduktion auf mRNA zu setzen sei „hoch riskant“ gewesen. Die Einsicht kommt recht spät. Und im nächsten Atemzug sagt dieser er rechnet mit der vierten Impfung. Unfähigkeit macht sich breit. Egal welcher und wie viele Impfstoffe er entwickeln wird, sie sind nicht „sicher und effektiv“.

    Nicht nur die Pharma und Politiker Handeln kontraintuitiv.
    Erfahrungen und Fachkenntnisse und noch weniger Erfahrung haben in Sachen Virus und Pandemie. Zögerlichkeit kostet viele Menschenleben, wie man auch im Fall Ukraine lieber den Heinzelmännchen agieren lässt und somit freie Bahn lässt.

    Es werden immer viele neue Varianten und Unter-Varianten von Omicron auftauchen. Es werden immer mehr infizierte geben trotz wirkungslose Spitze, wobei diejenigen anfälliger sind dafür.

    Wieder wird von der Tapete bis zur Wand gedacht mit dem Satz: Spätestens 2023 nennt er als Zeithorizont. Niemand weiß was 2023 sein wird, ob wir leben, ob es nicht eine weitere Katastrophe (nicht nach unserem Geschmack) stattfindet, nicht einmal in den nächsten Sekunden wissen wir was passiert.

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