„Die Macht muss zurück in die Hände der Eltern, Lehrer und Kinder“: Interview mit dem Bildungsrevoluzzer Ricardo Leppe

12. Februar 2022von 14.3 Minuten Lesezeit

„Ich will die Dezentralisierung der Bildungsmacht haben: Das ist mein oberstes Ziel. Jeder soll entscheiden können. Ich will, dass nicht ein Sesselfurzer da oben über Millionen Kinder entscheiden kann, der meistens selber keine hat, und auch nie eine Schule besucht hat. Das ist Schwachsinn“: Ricardo Leppe hat nicht weniger als eine Revolution des Bildungssystems vor.

Von Larissa Breitenegger

Dieses Interview wurde im September 2021 geführt und erstmals hier veröffentlicht.

Während die einen noch versuchen, im „Alten“ etwas zu retten, sind andere bereits zielstrebig und seit Längerem dabei, Alternativen für eine (sozial) gesunde Gesellschaft aufzubauen. Ricardo Leppe ist einer davon – er engagiert sich unermüdlich für ein „Neudenken“ von Schule und Lernen. Seine persönlichen Erfahrungen sowie sein Zugang zum Lernen sind erfrischend radikal und regen zum Nachdenken an.

Ricardo Leppe war lange Jahre Zauberer, bevor er die Bewegung „Schule der Zukunft“ im deutschsprachigen Raum ins Leben rief. Der 30-Jährige erzählt, wie er das Bildungssystem auf komplett neue Beine stellt – und wie ihm eine „Armee von Müttern“ dabei hilft.

Larissa Breitenegger: Du tourst gerade durch Österreich und hältst Vorträge über Dein Modell der „Schule der Zukunft“. Bis vor ein paar Jahren warst Du noch Zauberer – und das sehr erfolgreich, auch fürs Geldbörsl. Für Deine Tätigkeit jetzt erhältst Du kein Honorar – bist aber umso überzeugter bei der Sache.

Ricardo Leppe: Also, Milliardär werde ich davon nicht. Aber darum geht es halt jetzt nicht mehr: Ich war so viel in Schulen unterwegs und habe so viele Dinge gesehen – das ist schwierig, das zu ignorieren.

LB: Was fällt Dir da schwer zu ignorieren?

RL: Dass die Schule grundsätzlich zu 180 Grad gegen den Menschen ausgerichtet ist. Wenn man in alte Schulstatuten schaut, steht da auch, die Schule ist die Macht, um Kinder zu brechen. Das ist auch so, wenn wir uns unser Schulsystem anschauen:

Das Kind hat gerade gelernt, zu laufen und zu springen und auf einmal heißt es, setz Dich ruhig hin. Wenn Du das nicht kannst, hast Du ADHS und brauchst Ritalin. In dem Alter, wo das Kind die meiste Bewegung bräuchte. Es gibt keinen einzigen Ort auf diesem Planeten, wo man nicht, wenn einem der Arsch schon sauer wird, aufstehen kann und sich bewegen – selbst im Gefängnis darf man das.

Dann haben sie gerade gelernt, zu sprechen und zu singen, auf einmal heißt’s: Sei still. Dann haben sie gelernt, eigene Wege zu gehen, Dinge zu hinterfragen, ausprobieren zu dürfen, und auf einmal heißt es „sprich mir nach, dann wirst Du belohnt“. Wenn Du eigene Wege gehst, wirst Du bestraft. Das bricht die natürlich, das sehen wir ja.

LB: Auf Deiner Tour durch Schulen legst Du auch besonders Wert darauf, mit den SchülerInnen direkt ins Gespräch zu kommen: Du hast mit 10.000en Schülern gesprochen und sie gefragt, wie sie lernen wollen. Was sind die zentralen Punkte, die die SchülerInnen da kritisieren?

RL: Die Schüler haben mir zwei Grund-Dinge gesagt: Sie haben gesagt, sie wollen mit Spaß lernen und Dinge, die man im Leben brauchen kann, und die stimmen. Da denk ich mir – Kacke, wo sind wir, dass wir diese grundlegenden Punkte, dass es Spaß machen soll und sinnvoll sein soll fürs Leben, nicht erfüllen? Ich hab alles erlebt: zig Schüler, die mir erzählt haben „ich bin auf Drogen, ich bin auf Psychopharmaka, ich kann nicht mehr schlafen, ich halt’s nicht mehr aus, ich hab Selbstmordgedanken“ – und zwar richtig, richtig häufig. Ich hab natürlich auch andere, die dann nach den Vorträgen kommen und sagen „Ich bin ja ein Genie! Es hat mir nur nie jemand gezeigt, dass ich eines bin! Ich hab nicht gewusst, wie mein Hirn funktioniert, das hat mir ja nie wer gezeigt“.

Die erzählen ihnen ja nur, was man lernen muss, aber nicht, wie man lernen muss. Und die Genie-Kinder bei Wetten, dass…? – das sind keine Genie-Kinder, die haben einfach nur gewusst, wie’s geht. Und mehr mach ich ja auch nicht.

Ich zeige ihnen einfach nur ein paar Grund-Dinge, wie das Hirn funktioniert.

LB: Du sagst, es kommt fast ausschließlich auf die Methode an, ob wir erfolgreich lernen können oder nicht. Dabei hast Du Dich weltweit nach Lernmethoden umgeschaut und bist beispielsweise in Indien fündig geworden.

RL: Ich hab geschaut, warum gewinnen die Inder die ganzen Mathe-Olympiaden und nicht wir? Man muss ja nichts neu erfinden. Ich habe manches ein bisschen auf die Schüler adaptiert und ein bisschen angepasst auf Österreich, mehr habe ich nicht gemacht. Ich bin einfach nur rausgegangen und habe es umgesetzt.

LB: Der hilfreiche Blick über den Tellerrand…

RL: Wenn mir irgendwer erzählen will, dass die letzten 3000 Jahre kein deutschsprachiger Mathelehrer in eine indische Schule hineingestolpert ist, dann wird das schwierig zu argumentierten – vor allem in Internet-Zeiten. Da könnte man ja mal nachschauen.

Beim Fußball machen wir das ja auch: Warum gewinnen die Brasilianer die Fußball-Wettbewerbe, da wird geschaut: Die trainieren anders, oder bei der Automobilindustrie wird weltweit überall auf die Konkurrenz geschaut, was machen die besser oder anders – nur in der Schule nicht. In anderen Ländern schon, aber bei uns nicht.

LB: Du erzählst in Deinen Interviews immer wieder davon, dass Deine Eltern Dich nur 30 Minuten pro Woche unterrichtet haben – das klingt ja fast provokativ.

RL: Es gibt Schulen auf dem Planeten, die haben ein Jahr Unterricht, und dann haben die maturiert.

Was man sich da Zeit ersparen kann! Der wichtigste Punkt ist der: Die Schüler lernen mit Druck und mit Angst. Und wenn Druck und Angst herrscht, dann funktioniert das Hirn nicht. Wenn ich nur diesen Angst-Punkt wegschaffe vom Hirn, bin ich ums x-fache schneller.

Das ist mein Hauptgeheimnis, das ich habe: Ich nehme ihnen den Druck ich nehme ihnen die Angst, mach das dann spielerisch mit ein paar Lernmethoden. Mehr ist es nicht: Es sind einfach nur die absoluten Basics, die ich mache.

LB: Du  nennst es Basics, und es ist ja bereits wissenschaftlich mehrfach belegt – beispielsweise dass Lernen nur gut ohne Druck und Angst funktioniert, oder besser über Emotionen und Spaß funktioniert – für viele sind das aber immer noch Neuigkeiten.

RL: Ich war vor 20.000 Lehrern und habe Vorträge und Fortbildungen gehalten. Es haben drei davon gewusst, wie das funktioniert. Es waren Schuldirektoren dabei die haben gesagt, das haben sie noch nie gehört. Einer meiner besten Freunde ist selber Lehrer, ich habe viele Lehrer in meinem Umfeld, die haben sowas noch nie gehört in der Ausbildung. Es heißt ja auch Ausbildung: Aus mit der Bildung. Sie bräuchten gar keine Ausbildung in Wirklichkeit.

Die Basis ist: Liebst Du Kinder und kannst Du Begeisterung weitergeben? Wenn Du diese zwei Punkte erfüllst, dann gibts nur noch zwei weitere: Der eine ist, hast Du ein paar Lerntechniken drauf, weil das hilft zusätzlich, und der wichtigste ist, ich stell Dich jetzt vor die Kinder: Und wenn die Kinder Dich gut finden, dann bist Du dabei.

Weil, die müssen mit Dir das nächste Jahr verbringen. Und wir wissen aus x-Studien, dass die Nr. 1 beim Lernen nicht die Technik, nicht sonst irgendwas ist, sondern: Wie sehr vertraue ich diesem Menschen, der da vorne steht. Als Mensch, als Fachkompetenz, und dass ich mit dem gern Zeit verbringe. Darauf wird aber nicht geschaut.

LB: Auch manche engagierte LehrerInnen zerbrechen am Schulsystem oder schmeißen es relativ bald wieder.

RL: Ich bekomme täglich Bewerbungen von Lehrern und Schuldirektoren, „bitte wir wollen aussteigen, können wir mitmachen“. Aber sie kennen es nicht anders. Das ist das Hauptproblem, warum sie nichts tun. Deswegen bin ich unterwegs und zeig‘s her, ich hab keine Alternative, was bringts wenn ich gegen was schimpf und nicht zeig, wie es anders ginge.

LB: Hast Du auch über die politische Schiene probiert, Dein Modell und Deine Ideen anzubringen? Dort hätte das ganze ja noch mehr Effekt?

RL: Klar, ich hab das auch im Bildungsministerium versucht – aber es ist alles abgelehnt worden. In Oberösterreich war ich beim obersten Bildungsdirektor, der ist nach fünf Minuten aufgehüpft: „Das ist Betrug, das ist Scharlatanerie, es gibt kein besseres Lernen als unseres, schon gar kein schnelleres“ – und hat mich rausgeschmissen, ohne dass er mich ihm zeigen lassen hätte können, wie es geht.

LB: Du scheinst zu polarisieren.

RL: Ja, das Hauptproblem sind die Lehrer. Ein Drittel umarmt mich und sagt „endlich!“, ein Drittel ignoriert mich und ein Drittel will mich umbringen. Was ich von letzteren höre, ist „du bist zu jung, du hast nicht studiert, du hast keinen Titel, das ist nicht auf der Uni gelehrt worden, das war schon immer so, das haben wir noch nie gemacht.“ – das hat aber alles mit einem Argument nichts zu tun. Wenn mir einer erklärt, wie das 1×1 schneller ginge, bin ich der erste der zuhört und sag – erklärs mir, dann erklär ich es den anderen. Aber „Du bist zu jung“ – was ist das für ein Argument?

Ich habe das mit über 100.000 Schülern probiert aus allen Altersklassen, vom Kindergarten bis zur Medizin-Universität. Das reicht mir als Referenz. Ich hab eine Kiste voll mit handgeschriebenen Briefen von Kindern, die sich bedankt haben. Das reicht als Referenz, da brauch ich kein Studium machen.

Die Kinder und die Lehrer, die Eltern und die Direktoren vor allem auch, die rennen mir die Türen ein. Ich muss 90 Prozent der Anfragen absagen. Deshalb hab ich letztes Jahr angefangen, das alles zu digitalisieren und hab gesagt: Leute, ihr müsst das selber machen.

LB: Das ist auch die Frage die ich mir stelle: wenn Du Eltern oder Lehrer mit dem komplett neuen System konfrontierst, oder auch SchülerInnen, die haben das alles ja nie gelernt.

RL: Deshalb zeig ich ja fertige Lernvideos, fertig vorbereitet, mit Unterlagen, mit allem. Du brauchst nicht drei oder vier Jahre studieren vorher für diese Techniken.

Ich hab Lehrer gehabt, die sind aufgestanden und haben gesagt: „Bei uns hat Lernen schon nicht Spaß gemacht, warum sollen’s die besser haben?“ – ganz ehrlich, einer der sowas sagt und dann jeden Tag vor Kindern steht, der gehört aus dem Fenster hinausgeschmissen. Der soll Buchhalter, Tischlerin, Landwirt oder irgendwas, wo er glücklich wird werden, aber – ja, da sieht man sehr genau: Wer arbeitet für Geld oder fürs System, und wer ist wirklich für die Kinder da.

Das siehst Du jetzt in den letzten Monaten wirklich ganz genau: „Schieb dir das Staberl noch weiter rauf, bis es blutet, es muss weh tun“. Oder eben die Lehrer, die sich jetzt wirklich um die Kinder kümmern. Jetzt fällt den Eltern auf, was in den Schulen passiert. Wenn ein 8-Jähriges Kind von der Schule heimkommt und sagt ich mag nicht mehr leben, dann musst Dir mal überlegen was in der Schule abgeht.

Die einzigen Triagen die wir wirklich haben, sind in der Kinderpsychiatrie – und dort haben wirs aber ganz dick. Was ich an Emails bekomme – wenn da nur 10 Prozent davon stimmt, dann brennts – und zwar so sehr, das kann man sich nicht vorstellen. Das kommt jetzt hoch.

Was hat sich in den letzten 100 Jahren geändert in der Schule? Wir haben keinen Rohrstab mehr, dafür haben wir einen Beamer. Aber schau Dir die Schulgebäude, den Frontalunterricht an – das ist alles gleich, das hat sich nie geändert.

Die Schule ist ein reines Verblödungssystem. Das Kind ist vor der Schule 100 Mal kreativer, intelligenter, lernbegeisterter, und co – das zeigt auch die ABC-Studie: 99,8 Prozent der Kinder sind vor der Schule höchstbegabt in allen Kategorien, von Mathe bis Deutsch. Nach der Volksschule sinds noch vier Prozent, nach der Oberstufe sinds noch 0,2 Prozent und nach der Uni bist Du im Promille-Bereich. Was sagt das?

Alle großen Köpfe die ich kenne, ob es ein Einstein, ein Tesla oder sonstiges ist, haben gesagt: gehts dort niemals hin. Die Schule und Uni ist ein Verblödungsinstitut, das hat beispielsweise Tesla immer gesagt.

LB: Wenn es jetzt eine Schule oder Lerngruppen gibt die Deine Techniken anwenden – wie kann man sich das vorstellen, wie schaut das dann aus? Wenn ich mir vorstelle: Kinder, jeder, lernt ganz viel auch durch Nachahmung. Es braucht schon auch irgendwie Rolemodels oder Menschen, die eben etwas herzeigen oder vorzeigen können.

RL: Genau. Aber das muss ja kein Lehrer sein, das kann der Tischler sein usw. – zum Beispiel die eine Schule im Wiener Raum, dort dürfen die Kinder selber entscheiden wann sie in der Früh starten, dann machen sie einen 90 Minuten Block Lernen, dann eine Stunde Pause und dann kommt Bewusstsein über Deinen Körper und alle anderen Dinge dran.

LB: Ja aber wer bringt ihnen das bei?

RL: In dem Fall sind das zwei Mütter und ein Lehrer.

LB: Wir haben gesellschaftlich gesehen das alle nicht wirklich gelernt – den eigenen Körper kennenlernen, die soziale Komponente usw. – wie sollen Erwachsene, QuereinsteigerInnen, das den Kindern beibringen?

RL: Ja, da dürfen die Erwachsenen auch an sich selber lernen. Das Schwierigere ist es, das den Erwachsenen beizubringen, nicht den Kindern. Da gehts um Bewusstseinsentwicklung, um Persönlichkeitsbildung.

LB: Darauf wollte ich hinaus – eigentlich braucht es die Bildung bei Deinem Modell vor allem mal bei den Erwachsenen.

RL: Genau. Deswegen arbeite ich auch mit denen. Man muss bewusst machen, dass es anderes ginge, und dass sie überall anfangen dürfen, anders zu denken. Das ist ein Prozess – das ist nicht morgen abgeschlossen. Schritt für Schritt: Man muss ja nicht morgen alles machen. Es gibt ja die Vorgabe nicht.

Es ist: bemüh dich, und wir müssen in ein System kommen, das sich dauernd hinterfrägt, wachsen und besser werden will. Die Schule wird ja derzeit nicht besser, die wächst ja nicht. Was sind denn die tollen Neuerungen vom Faßmann? Neue Mittelschule, und jetzt ist die Neuerung, dass das „Neue“ wegkommt, weil es ist nicht mehr neu.

Die Schule muss ein wachsendes System werden, und da darf jeder in seinem Umfang wachsen. Es geht um Wachstum, und das nicht im wirtschaftlichen Sinne sondern im Persönlichkeitssinn. Wir brauchen jetzt mal diejenigen, die sich trauen, dieses Vorbild zu schaffen und das dann für andere verkörpern. Das ist wie im Sport: Es hat geheißen, es ist unmöglich 100 Meter unter 10 Sekunden zu laufen – bis es der erste geschafft hat, und dann haben es im nächsten Jahr auf einmal viele geschafft.

Ich will die Dezentralisierung der Bildungsmacht haben: Das ist mein oberstes Ziel. Jeder soll entscheiden können. Ich will, dass nicht ein Sesselfurzer da oben über Millionen Kinder entscheiden kann, der meistens selber keine hat, und auch nie eine Schule besucht hat. Das ist Schwachsinn. Diese Macht muss zurück in die Hände der Eltern, in die Hände der Lehrer, die sich wirklich um die Kinder bemühen, und in die Hände der Kinder.

Dort muss diese Bildungsmacht zurück, die Dezentralisierung von dem Ganzen. Und dann soll jeder frei entscheiden können. Ich bin der letzte, der was dagegen sagt, wenn jemand sein Kind ins normale Schulsystem stecken will. Ich habe auch nichts gegen rauchen, impfen, Masken und sonstiges. Soll jeder machen – ich möchte nur für mich frei entscheiden können, was ich mach‘. Und ich habe auch nichts gegen das Schulsystem – ich möchte nur frei entscheiden können, ob ich das annehme oder nicht.

LB: Wenn da immer mehr Eltern, Lehrer, SchülerInnen nach Deinen Methoden lehren, lernen und leben – wohin führt das? Was kommt raus dabei?

RL: Das kann ich nicht sagen, das ist auch nicht in meinem Ermessen. Aber es wird jedenfalls viel Kinderleid, und viel sonstiges beendet, und diese gebrochenen Kinder, die glauben sie sind blöd und sind keine Sprachentalente und so weiter, das fällt weg. Die werden dann so wie ich hören: „Du kannst, du bist, du wirst, du weißt“ – und mit ein bisschen Methodik kannst du alles Erlernen und alles werden.

So viele Schüler haben so tolle Ideen, die wollen die Welt verbessern, so viele grandiose Ideen und sie schmeißen die Ideen oft weg. Und das werden wir ändern: Wir werden Kinder haben, die ganz anders in die Zukunft gehen, und die auch wirklich was positiv verändern werden da draußen.

LB: Danke für das Gespräch!

Hier geht’s zur Webseite „Wissen schafft Freiheit“ von Ricardo Leppe, auf der er zahlreiche Unterrichtsmaterialien und Videos zur Verfügung stellt.

In diesem Video erklärt Ricardo Leppe die Idee von der Schule der Zukunft – und wie dieses Modell in zwei Schritten umgesetzt werden kann.

Bild von geralt auf Pixabay

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19 Kommentare

  1. brigbrei 13. Februar 2022 at 13:50Antworten

    „Die Macht muss zurück in die Hände der Eltern, Lehrer und Kinder“

    Hilfe!! Das kann doch in diesen „Pandemiezeiten“, dem „ach so grausamen Corona-Virus“, jedenfalls nicht im schwergestörten Deutschland, ernstgemeint sein.

    Die Eltern, vertreten durch Elternverbände, und Lehrer, vertreten durch die Lehrerverbände, sind doch genau diejenigen, die zu Sadisten mutiert sind, weil sie (bis auf wenige Ausnahmen) nicht nur die disziplinierenden Gesichtslappen für Kinder (auch draußen), sondern auch sämtliche Lockdown-Maßnahmen und sogar „Impfungen“ für Kleinkinder nicht nur BEFÜRWORTEN, sondern gegenüber andersdenkenden Eltern (in der Minderheit) massiv auftreten.

    Da ich in direkter Nähe von zwei Grundschulen und zwei Kindergärten wohne, da meine Schwiegertochter Grundschullehrerin ist, ihre zwei kleinen Kinder an einer anderen Grundschule unterrichtet werden, da alle Nachbarn von ihr und meinem Sohn FÜR die lebensfeindlichen, kinderfeindlichen Maßnahmen sind, für Mund“schutz“, für die „Impfungen“, kriege ich hautnah und entsetzt mit, was es in der Realität bedeutet, dass die Macht in den Händen der Eltern und Lehrer liegt…

    Mobbing der Kinder, natürlich auch der Minderheiten-Eltern, auf’s Übelste, gewissenlose Bloßstellung vor der ganzen Klasse, wenn sie nicht geimpft sind, wie die Stiefkinder meines Sohnes, während die meisten Kinder bereits der Gen-Manipulation geopfert wurden.
    Die Macht ist doch bereits bei Eltern und Lehrern…

  2. Max 12. Februar 2022 at 17:11Antworten

    Ich wäre sehr vorsichtig, „Forumstrolle“ mit russischen und chinesischen Sprachkenntnissen könnten Sie einmal regieren. Alles eine Frage beim „Glück“ der richtigen FORTBILDUNG … („Dummheit wird naturgesetzlich besiegt.“)

    • Karl Svozil 14. Februar 2022 at 9:16Antworten

      Max=Uschi, bitte als Forums-Troll identifizieren und user löschen.

  3. Karl Svozil 12. Februar 2022 at 16:22Antworten

    Die obigen Reaktionen auf meine Äußerung zeigen deutlich wieso sich in Österreich leider nur wenig ändern wird: die Debatte wird von nicht involvierten Forumstrollen dominiert, welche außer ätzende Bemerkungen und der Ermahnung, unsere Kinder noch strenger zu disziplinieren leider nur Frustration beitragen … das ist der Obrigkeit ganz recht, denn dann kann man ruhig den status quo ohne großen eigenen Aufwand weiter verwalten. Zahlen müssen das die Steuerzahler und Schulkinder …

    Da ist mir ein engagierter Zauberer lieber, der zumindest die Dinge anspricht!

    • Max 12. Februar 2022 at 17:05Antworten

      So so.

      Erst der Euro, dann die Wahrheit oder umgekehrt?

      Lehrten und forschten Sie in Moskau auf Russisch?

      Natürlich können wir das Kätzchen in der siedenden Sonne streicheln bis wir alle durch Sieden tot sind.

      Also streicheln wir durch Nicht-zu-hart-Anpacken unsere Kinder tot?

      Es tut mir leid, Herr Professor Svozil, bei Ihnen wollte ich keiner Vorlesung folgen!

      Der Kinder Frustrationen erzeugen vorallem solche wie Sie durch Ihre uneinsichtige und abwertende Art anderen gegenüber bei „Nach mir die Sintflut.“

      Feudaler Standesdünkel war yesterday, schon bemerkt?

  4. Max 12. Februar 2022 at 14:23Antworten

    Mathematik- und Geschichtsunterricht zusammen:

    Wenn man Kleingeistiges mit Kleingeistigem multipliziert, dann kommt größeres Kleingeistiges dabei heraus.

    So würde ich den Lauf der Geschichte des Planeten Erde minus Asien beschreiben.

    KG * KG … = KG^n = PE – A
    A = G * G * G … = G^n

    G: Geistiges

    Wir werden wacher und wacher, denn Dummheit wird naturgesetzlich immer besiegt.

    Wir dürfen in Kürze von einer „asiatischen“ Erde ausgehen. Dort geht es eben ein bissel strenger zu, und es sind auch nur lebendige Menschen.

    Unsere Bildungsmaßstäbe sind NOCH ein „bissel“ zu tief … „Ach Du Arme(r).“

  5. Max 12. Februar 2022 at 13:09Antworten

    Ich erlebte hier keinen Hochschullehrer, der von seinen Verdiensten für die Menschheit sprach.

    Bei mir kommt an: „Schilling und Euro bei der alma mater abgeholt zu haben, wenn man nur vom LUXUS mit Kindern in Neuseeland spricht. Wievielen Österreicherinnen und Österreichern wurde der Luxus gegönnt? Brachte Herr Professor das Schulsystem TATKRÄFTIG aus Neuseeland mit?“

    Unsere Kinder müssen also UNBEQUEMST ihre Zukunft meistern, denn Professoren halfen ihnen ÜBERHAUPT NICHT dabei … Es ging NUR um den eigenen SCHILLING und EURO. – Wir sprechen hier von der TITANIC.

  6. Manfred Müller 12. Februar 2022 at 12:03Antworten

    Vielen Dank für Ihren Artikel! Fast verblüffend dass der im ÖRF veröffentlicht wurde. Nein, ich habe keine Kinder im schulpflichtigem Alter und wohne auch nicht in Österreich. Mir geht es darum: wenn man ein System welches so wichtig ist wie das Bildungssystem ändern will dann muss das fundiert geschehen. Das müssen Fachleute mit Erfahrung machen. Ob ein Zauberkünstler da der richtige Mann ist? Wir haben ja diese ganzen Bildungsexperimente der 68er Generation und ich bin täglich mit Menschen konfrontiert die dieses Bildungssystem durchlaufen haben. gelernt haben die nicht viel, schon gar keine Disziplin. Und das schadet denen ein Leben lang, die kämpfen ständig gegen sich selber. Alles wird, bevor mans noch richtig verstanden hat, schon hinterfragt. Einen Ausweg weis ich da auch nicht, aber ich glaube nicht dass Vorschläge wie Abitur in einem Jahr und ohne Noten und Prüfung, hurra hurra dann können wir Diskussionswissenschaft studieren und werden Unternehmensberater oder Politiker wirklich glücklich machen. mfg M.M

    • Karl Svozil 12. Februar 2022 at 16:36Antworten

      Ich verstehe Ihre Einwände. Und es geht darum die Qualität der fachlichen Ausbildung zu erhöhen, nicht zu senken.

      Antworten bzw. bessere Modelle dazu gibt es längst; zB in Finnland, oder eben auch im anglosaxischen Bereich. Da braucht man das Rad nicht neu zu erfinden.

      Der Zauberer ist gibt mA nach willkommene Denkanstöße. ZB: Geschichte ist wichtig; aber nicht unbedingt exakte Jahreszahlen; sondern eventuell dass die französiche Revolution nach GB-Chromwell passierte; und was da passierte.

    • Max 12. Februar 2022 at 17:46Antworten

      Lieber Professor Svozil,

      Ihnen scheint entgangen zu sein, dass das finnische Bildungssystem der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entstammt. Die Ministerin für Volksbildung hieß Margot Honecker.

      Ja, die DDR-Schüler wurden hart angepackt, sie mochten wenigstens die 10. Klasse, ohne eine Abwählung eines Faches, schaffen. Es war polytechnisch orientiert mit dem Pflichtfach Russisch. Bei Abgang in der 8. Klasse war ein Facharbeiter-Beruf möglich, von denen die BR Deutschland heute noch durch Steuerzahlungen profitiert.

      Die DDR hatte eine sowjetische Prägung des Georgiers Josef Stalin.

      Gerne dürfen Sie weiter erzählen, dass mit dem 9. November 1989 bzw. mit dem 3. Oktober 1990 die DDR beendet wurde.

      Das Materielle täuscht immer über den innewohnenden Geist hinweg.

      Sie dürften es bemerkt haben, Russen und Chinesen lächeln uns gerne an.

      Geistige Überlegenheit lächelt authentisch.

      MFG,
      Max mit Ihrer höchsten Auszeichnung „Forumstroll“

  7. Max 12. Februar 2022 at 12:02Antworten

    Die (Bildungs-)Revolution wurde seiner Zeit fein säuberlich in Санкт-Петербург von Wladimir Iljitsch Lenin ausgearbeitet.

    Schon wieder steht „der Russe“ vor der Tür. – Irgendwie seltsam und komisch.

    Wir haben große Defizite.

    Es ist NATURGESETZ und eben KEIN GLAUBE: „Dummheit wird immer besiegt.“ … wir unterscheiden uns eben NICHT vom Tier. Gott sei Dank!

    Jede Person möge hier ihren Standort bestimmen, um zu erfahren, wo sie bequem war und ist …

  8. Manfred Müller 12. Februar 2022 at 10:23Antworten

    Oh jeh!
    Wieder ein Weltverbesserer der selbst vermutlich noch nicht viel zum Wohlstand der Gesellschaft beigetragen hat. Wenn jeder Zauberkünstler wird, was sollen wir dann Essen? Sicher müssen Teile des Schulsystems auf den Prüfstand, sie sind es auch schon, aber ohne Disziplin kommt man in einer technisierten Welt nicht weit und Disziplin kann und muss man eben lernen. Aber das müssen doch Leute mit Erfahrung machen und an Kindern soll man keine Bildungsexperimente veranstalten sonst versaut man ihnen möglicherweise das ganze Leben. Wir sehen doch jetzt in der Pandemie was passiert wenn disziplinlose, chaotisch ausgebildete Diskussionswissenschaftler in der Politik ganz oben sitzen. Hätten die mal in der Schule was gelernt, schon die Grundrechenarten werden erkennbar nicht beherrscht.

    • Karl Svozil 12. Februar 2022 at 10:42Antworten

      „With all due respekt“—sehr geehrter Herr Müller—gestatten Sie mir die Frage: hatten Sie jüngst Kinder in der Schule?

      Ich hatte meine Kinder hier in Österreich und in Neuseeland in der Schule; und das war (leider für hier) kein Vergleich…ich hatte Mühen und es schmerzte mich, den Frust meiner Kinder zu erleben, als sie hierher zurück mussten …

      Die Schulen ab der Sekundarstufe hier werden gemanaged von einer komplett versulzten Schulbürokratie, blockiert von diversen parteipolitisch orientierten Lehrergewekschaften, die das großteils frustrierte Lehrpersonal „führen“. Das alles hat schon Stefan Zweig in „Die Welt von gestern“ beschrieben.

      Wie kann man nur so wenig Wissen, mit soviel Frust aller Beteiligten (Kinder, Lehrer, Eltern) so teuer produzieren! Eine Schande für unser schönes Land, eine Qual für unsere Kinder!

      Meine Eindrücke hier im orf online nachzulesen unter:

      „Schule heute: „Garbage in, garbage out““

  9. Alfons Zitterbacke 12. Februar 2022 at 9:51Antworten

    Man sollte den historischen Hintergrund des heutigen Schulsystemsnicht vergessen: Schulen sollen genormte Untertanen hervorbringen. Die Ausrichtung erfolgt noch immer nach dem Modell der gut-preußischen Kasernen. Dass dieses Modell in den letzten 50 Jahren vollkommen ad absurdum geführt wurde soll nicht wundern. Alle Schulversuche, die dieses Konzept aufbrechen wollten und mehr Individualität und Variabilität zuließen, wurden seit Beginn der 90er eingestellt – zufällig mit der Machtübernahme der Dollfuß-Jünger. Die heutigen „Schulversuche“ sind ein einziger schlechter Witz.

  10. Karl Svozil 12. Februar 2022 at 9:50Antworten

    Ich empfehle die weiter führende Lektüre von:

    *) John Taylor Gatto’s „Weapons of Mass Instruction“

    *) Bryan Caplan, „The Case Against Education: Why the Education System is a Waste of Time and Money,“

    • Max 12. Februar 2022 at 12:16Antworten

      Beim Professor ist die Erde eine Scheibe mit nur einer Seite?

      Chinesische und russische Sprache sind schwerer als American English, ich weiß.

      Moskau und Peking sind physikalisch da.

  11. Katrin Trinkl 12. Februar 2022 at 9:36Antworten

    Danke für die wunderbaren Beiträge, dieses Mal auch zum Bildungssystem.

    Wir, als Familie, die seit 5 Jahren den schulfreien Weg gehen, kennen und schätzen Riccardos Leppes Arbeit und Vision „Die Schule der Zukunft“ sehr. Auch mit seinen Lernmethoden (Körperliste, Geschichte über die Bundesländer, 9er Mal Reihe, usw) konnten wir gut durch die Externistenprüfungen kommen.

    Als wir starteten, waren wir geduldete Exoten. Über den häuslichen Unterricht wurde immer zu Schuljahresbeginn und Schuljahresende berichtet. Geschaut, was könnte man im (kranken) Schulsystem verbessern oder anders machen. Verändert hat sich dadurch jedoch kaum etwas. Weiterhin gilt: Quantität statt Qualität.

    In den letzten 2 Jahren, wo vermehrt Kinder in den häuslichen Unterricht abgemeldet wurden, hat sich der Ton extrem verschärft. Diese Eltern wurden in den öffentlichen Medien aufs Schlimmste diffamiert. Angefeindet auch von Menschen in der Familie, Nachbarschaft, Gemeinde, usw. All jenen, die Veränderungen fürchten und sich nichts Besseres vorstellen können.

    Als jemand der dieses System hinterfrägt und kritisiert, habe ich interessanterweise viele PädagogInnen im Freundes-und Bekanntenkreis. Alles bemühte Persönlichkeiten, die selbst das System in Frage stellen, dessen Teil sie sind. Aber jeder hat seine persönliche Geschichte und Gründe, warum er bleibt statt zu gehen oder dagegen öffentlich aufzubegehren…

    Wir selbst sehen auf unserem eigenen Weg das Thema Externistenprüfung – folglich lernen nach Lehrplan nur für Prüfungen und nicht für sich selbst – als gröbste Schwachstelle des Systems „Häuslicher Unterricht“.

    Aber um es mit den Worten von Roland Düringer zu beschreiben: „Irgendwann kommt der Moment, da muss man ans Ufer schwimmen und aus dem Strom aussteigen. Auf eigenen Beinen stehen. Und wisst ihr wann dieser Moment gekommen ist? JETZT!“

  12. Ulrich K. Warntjen 12. Februar 2022 at 9:34Antworten

    Moin, moin ~
    das ist alles sehr löblich und unterstützenswert bzw. geht in eine ‚richtige‘ Richtung (!) …
    ‚Sinnvoll‘ und ‚zielführend‘ dafür sind m.E. die Anregungen der ‚Sozialen Dreigliederung‘ Rudolf Steiners, wo das Schul- und Bildungswesen im Bereich des ‚Geisteslebens‘ verortet ist für den ‚Freiheit‘ als wichtigstes Element gelten sollte …
    Faktisch haben wir es aber noch ganz anderen ‚Gegenkräften‘ zu tun, die z.B. von Corey Linn beschrieben werden: ‚Psychologische Agenda 2030 – Gehorsamkeitstraining für Kinder im Vorschulalter bis hin zu Erwachsenen bereits global, mit Milliardenfinanzierung für volle Kontrolle‘ – zu finden (bisher 6 von 9 Teilen) unter:
    Teil 6 (mit Links zu den vorigen Teilen)
    https://axelkra.us/psychologische-agenda-2030-gehorsamkeitstraining-fuer-kinder-im-vorschulalter-bis-hin-zu-erwachsenen-bereits-global-mit-milliardenfinanzierung-fuer-volle-kontrolle-teil-6-fina/
    HerzLichsT aus Ostfriesland ~

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