Vergleich der Todesfälle von Geimpften mit Ungeimpften in England

In der bisherigen Zuordnung von Todesfällen gibt es enorme Willkür. Als Covid-Todesfall wird alles gezählt, was innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Testergebnis passiert, auch wenn es ganz klar andere Ursachen, wie etwa einen Unfall gab. Bei Todesfällen nach Impfungen wird dagegen meist der Zusammenhang bestritten. Wobei in Schottland bis Juni auch Todesfälle bis 28 Tage nach Impfung gezählt wurden und die Zahl von 5522 binnen 6 Monaten war deutlich höher als Covid-Todesfälle im gleichen Zeitraum.

Prof. Mark Fenton und Prof. Martin Nell (beide Queen Mary University London) haben die altersbereinigten Gesamtsterblichkeitsraten der Statistik England analysiert und Geimpfte mit Ungeimpften verglichen. Es fehlen wichtige Informationen, aber die Daten stützen NICHT die Behauptungen für die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs.

Das zuverlässigste langfristige Maß für die Wirksamkeit und Sicherheit des Covid-19-Impfstoffs ist die altersbereinigte Gesamtsterblichkeitsrate. Wenn über einen längeren Zeitraum hinweg weniger geimpfte Personen, gleich welcher Ursache, einschließlich Covid-19, sterben als ungeimpfte Personen, könnte man zu dem Schluss kommen, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiegt. Wichtig dabei zur Vermeidung des verwirrenden Effekts des Alters ist, dass Daten für jede Alterskategorie und nicht die aggregierten Daten zur Verfügung stehen. Aggregierte Daten können die Sterblichkeitsraten durch den Impfstoff eindeutig übertreiben, wenn mehr ältere Menschen mit einer kürzeren erwarteten Sterblichkeit einbezogen werden.

Die Einführung des Impfstoffs im Vereinigten Königreich erfolgte in absteigender Altersreihenfolge, von den Älteren zu den Jüngeren, mit Ausnahme der sehr frühen Phase des Impfprogramms, in der die gefährdeten jungen Menschen zusammen mit den sehr alten Menschen geimpft wurden. Mit dem Fortschreiten des Programms waren die Geimpften im Durchschnitt älter als die Ungeimpften, und mit dem Fortschreiten der Ausbreitung ist ein immer größerer Anteil der ungeimpften Bevölkerung jünger. Das entspricht so ziemlich der weltweit üblichen Vorgangsweise.

Der jüngste Bericht des Office for National Statistics (ONS) über die Sterblichkeitsraten nach Covid-Impfstatus enthält Daten über alle Todesfälle – Covid-bedingte und nicht Covid-bedingte – für den Zeitraum von Januar bis Juli 2021 für die nicht geimpfte Bevölkerung und die verschiedenen Kategorien von Geimpften („innerhalb von 21 Tagen nach der ersten Dosis“, „21 Tage oder mehr nach der ersten Dosis“, „zweite Dosis“). Die ONS-Daten für die Covid-19-Mortalität sind in Tabelle 4 der ONS-Tabelle enthalten, die ONS-Daten für die Gesamtmortalität ohne Covid-19 in Tabelle 5.

Es zeigt sich, dass selbst bei Verwendung dieser altersbereinigten Sterblichkeitsrate, dass diese unter den Geimpften derzeit höher ist als unter den Ungeimpften.

Nachstehend sind die altersbereinigten Sterblichkeitsraten für Geimpfte und Ungeimpfte für die Wochen 1 bis 26 des Jahres 2021 grafisch dargestellt. Insgesamt zeigt das Diagramm, dass die gewichtete Sterblichkeitsrate der Geimpften im Laufe der Zeit stetig gestiegen ist und in Woche 16 (23. April 2021) die der Ungeimpften übertrifft.

Das Diagramm deutet auf einen normalen saisonalen Sterblichkeitstrend bei den Ungeimpften hin, mit einem winterlichen Höchststand in Woche 6, dem 12. Februar 2021, und einem stetigen Rückgang zum Sommer hin. Im Gegensatz dazu ist das Muster bei den Geimpften völlig anders. Ab Woche 24 scheinen sich die Sterblichkeitsraten von Geimpften und Ungeimpften mit Beginn des Sommers anzunähern.

Da die ONS-Daten eine zeitliche Aufschlüsselung nach den drei Kategorien von Geimpften (innerhalb von 21 Tagen nach der ersten Dosis, 21 Tage nach der ersten Dosis und nach zwei Dosen) enthält, können auch Sterblichkeitsdiagramme für jede dieser Kategorien erstellt werden. Die Sterblichkeitsrate der Ungeimpften liegt in der 26. Woche bis zum 2. Juli bei etwa 25 Todesfällen pro 100.000. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Sterblichkeitsraten für die verschiedenen Kategorien von geimpften Todesfällen. So liegt die vergleichbare Sterblichkeitsrate bei den Geimpften 21 Tage nach der ersten Dosis bei etwa 89 Todesfällen pro 100 000 Menschen (eine Zahl, die seit Januar drastisch gestiegen ist), während bei den Geimpften mit zwei Dosen im selben Juli-Zeitraum etwa 15 Todesfälle pro 100 000 Menschen zu verzeichnen waren.

Seit dem 19. März ist die Sterblichkeitsrate bei der Doppeldosisimpfung von Woche zu Woche mehr oder weniger konstant gestiegen. Die Sterblichkeitsrate derjenigen, die mehr als 21 Tage nach der ersten Dosis geimpft wurden, stieg im Frühjahr (in Woche 14) drastisch an und blieb danach hoch. Die Sterblichkeitsrate innerhalb von 21 Tagen nach der Impfung stieg zunächst an, scheint sich aber stabilisiert zu haben, wenn auch mit gewissen Schwankungen.

Warum die „Sterblichkeit aus allen Ursachen“ der zuverlässigste Indikator für die Wirksamkeit der Impfung und die Gefährlichkeit der Infektion ist:

  • Wenn Covid so gefährlich ist wie behauptet und die Impfung so wirksam, dass müssten wir mehr Todesfälle unter den Ungeimpften finden und zwar gestaffelt nach Altersgruppen.
  • Ist die Impfung so sicher wie behauptet, dann sollte es bei den Geimpften mehr Todesfälle aus anderen Gründen als Covid geben.
  • Daher sollte es mehr Todesfälle bei den Ungeimpften geben, um das Überwiegen des Schutzes gegen Covid gegenüber den Risiken von Impf-Nebenwirkungen zu zeigen.
  • Analysiert man die „Sterblichkeit aus allen Gründen“, so umgeht man das Problem der Definitionen was als Covid-Todesfall und was durch Impfung verursacht wurde.
  • Als Geimpft werden Personen definiert, die mindestens eine Dosis erhalten haben.
  • Befasst man sich ausschließlich damit wie weit die vollständige Impfung Covid oder schwere Verläufe verhindert, dann macht es vielleicht Sinne erst ab Tag 15 nach der zweiten Dosis von geimpft zu sprechen. Bei der Zuordnung von Todesfällen wäre es betrügerisch.

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20 Kommentare zu „Vergleich der Todesfälle von Geimpften mit Ungeimpften in England

  1. Ein wirklich beachtliches Ergebnis! Ich hätte das so nicht unbedingt erwartet.
    Ist zwar nicht ganz das Thema, aber kann mir irgend jemand diesen Sachverhalt erklären, den ich in einem Zeitungartikel gelesen habe:

    „Das Problem: Die Infektionen liegen so lange zurück, dass ihnen kein Arzt diesen Zustand mehr bescheinigen darf. „Das ist nur ein halbes Jahr lang möglich“, sagt sie. Natürlich, die Familie könnte sie impfen lassen. Ihr Mann, Martin Scharf, will das auch bald tun. Nicht aber Claudia Scharf und ihre Tochter. Und beide beileibe nicht, weil sie Impfgegnerinnen sind.

    „Die Ärzte haben uns gesagt, dass eine Impfung in unserem Zustand mit den hohen Antikörperwerten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von schweren Komplikationen begleitet würde“, erzählt sie.“

    Warum ist die Impfung hier ein Problem?

    1. Die „Impfung“ wird hier deshalb zum Problem, weil sie eben keine klassische Impfung ist. Sie ist ein Gentherapie, durch die unbestimmt viele Körperzellen in unbestimmten Organen und Körperregionen dazu gebracht werden, das Spike-Protein zu erzeugen und an ihrer Oberfläche zu präsentieren. Bei einem bereits vorliegenden hohen Antikörper-Titer kann damit eine heftige Entzündungsreaktion ausgelöst werden, weil schlagartig alle Zellen, die das Spike exprimieren als „Fremd“ erkannt und vom Immunsystem mit seinen Killer-Zellen angegriffen werden. Je nach Organ kann dies extrem gefährlich, u.U. lebensbedrohlich werden.

    2. Die Injektion ist IMMER ein Problem, weil

      – sie bei einer Genesung von 99,x% aller Menschen, die an c erkranken, unnötig ist;

      – weil sie weder vor ev. Infektion noch Weitergabe schützt;

      – weil sie erhebliche Nebenwirkungen hat, deren Ausmaße noch weitgehend unbekannt sind (laufender Feldversuch eines gentechn. Experiments an Menschen).

      Weshalb sollten sich daher bereits immune Menschen spritzen lassen? Nennen Sie mir einen einzigen medizinischen Grund!

  2. Hier gibt es noch ein statistisches Schmankerl zu beachten: wer nach der 2. Dosis stirbt, ist offensichtlich NICHT schon nach der ersten gestorben, obwohl der diese natürlich gekriegt hat. Damit ist die Gruppe der nach 2. Dosis Verstorbenen nicht unabhängig von den ersten beiden (innerhalb 21 Tagen, bzw nach 21 Tagen ab 1. Dosis). Die Sterblichkeitsrate nach 2. Dosis muss also nicht auf die gesamte Alterskohorte bezogen werden, vielmehr muss von der Gesamtzahl zuerst die Zahl der bereits nach 1. Dosis verstorbenen subtrahiert werden.
    Beispiel:
    Bei fiktiven extremen Werten wird es deutlich. Zur Vereinfachung nehmen wir mal nur zwei Gruppen: nach 1. Dosis und nach 2. Dosis verstorben. Angenommen, wir haben in der untersuchten Alterskohorte n=100.
    Gesetzt den Fall, dass von diesen 100 bereits 50 nach der 1. Dosis stürben, weitere 25 nach der zweiten.
    Dann wäre mit der üblichen Berechnung für die erste Dosis eine Rate von 50%, nach der zweiten von 25% errechnet. Weil aber nach der 1. Dosis nur nicht mehr 100, sondern nur noch 50 am Leben sind, müssen die 25 Todesfälle nach 2. Dosis nicht auf 100, sondern auf nur noch 50 bezogen werden, und damit wäre hier die Rate ebenfalls 50%.
    Das sind natürlich völlig überspitzte Zahlenspiele; in der Wirklichkeit ist die Auswirkung wahrscheinlich marginal. Gleichwohl muss man stets beachten, das bei Überlebenswahrscheinlichkeitsrechnung die Größe der Gruppe der in einem gewählten Zeitfenster betrachteten keine unabhängige Größe ist, sondern vom Geschehen im vorausgehenden Zeitfenster abhängt.

    1. Ich glaube nicht, dass das marginal ist. Diese Personen sterben offiziell an COVID-19, oder seit neuestem immer plötzlich und unerwartet. Man weiß auch nicht, wie viele Placebos zu Anfang unter den Chargen waren; In dem Pathologen-Viedeo wurde erwähnt, dass in letzter Zeit in jeder Dosis diese unbekannten Teile enthalten waren.

  3. In dem Satz „Ist die Impfung so sicher wie behauptet, dann sollte es bei den Geimpften mehr Todesfälle aus Gründen als Covid geben.“ stimmt etwas nicht, oder?

  4. @Arturo

    „Weshalb sollten sich daher bereits immune Menschen spritzen lassen?“

    Mir ging es in meinem Beitrag nicht darum etwas in der Richtung zu fordern. Ich bin kein medizinischer Fachmann und daher war mir der Zusammenhang zwischen hohen Antikörperlevel und daraus resultierenden Bedenken der Ärzte unklar.

    1. @n Hans-im-Glück

      Schon klar! Gegenfrage: Sie sind bestimmt schon gegen irgendwas geimpft worden, als Kind, vor einem Tropenaufenthalt usw. und Sie hatten gewiss schon mal eine durch ‚Erreger hervorgerufene‘ Erkrankung – Erkältung, Schnupfen, Herpes, …
      – haben Sie sich zuvor jemals Gedanken um ‚Antikörpertiter‘ gemacht?

      Warum dann jetzt …? (Auch ich bin kein Arzt.)

  5. „Ist die Impfung so sicher wie behauptet, dann sollte es bei den Geimpften mehr Todesfälle aus Gründen als Covid geben.“

    Ähh? Eher doch weniger Todesfälle.

    „Wenn Covid so gefährlich ist wie behauptet und die Impfung so wirksam, dass müssten wir mehr Todesfälle…“

    Schreibfehler…

  6. ich bin Impfskeptiker. allerdings ist die Statistik nicht ganz fair. es lassen sich tendenziell mehr Ältere als Jüngere impfen. daher ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass bei den älteren Bevölkerungsschichten mehr Alte sterben. Da Jüngere ohnehin kaum sterben ganz egal ob geimpft oder nicht geimpft, verfälscht das auch die Statistik.

    1. Nein, einerseits sind die Daten altersstandardisiert (wohl in Gruppen, da die Rohdaten nicht verfügbar sind) und andererseits ist die Rate nicht absolut, sondern per x Geimpfte/Ungeimpfte. Aber ja, die Berechnungsgrundlage würde mich auch interessieren…

    2. Tut mir Leid, aber es wird ja immer blöder. Was soll denn bitte ein „Impfskeptiker“ sein?

      Gibt es etwa inzwischen auch „Sägeskeptiker“ oder „Bohrskeptiker“ weil man durch Sägen und Bohren vielleicht ja auch Schaden anrichten könnte (aber ganz gewiss)?

      Wir wissen alle, dass zB eine Tetanus-Impfung (abgeschwächtes Tetanus-Toxoid wird injiziert) durchaus Sinn macht – und dass etwa eine Tollwutimpfung auch noch bis zu 12 Stunden nach einem infektiösen Biss lebensrettend ist (es wird ein Antikörper injiziert, wenn mich nicht alles täuscht).

      Sie meinen wahrscheinlich, Sie seien ein „Covid-19-Impfskeptiker“. Aber deshalb keine Ahnung von Statistik demonstrieren zu müssen, ist trotzdem peinlich.

      „dass bei den älteren Bevölkerungsschichten mehr Alte sterben.“ brülllachmichtot

  7. „Schutz bei jedem Zehnten wirkungslos
    Wer unter einer Autoimmunerkrankung leidet, verträgt die Impfung zwar besser, hat also weniger mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder grippeähnlichen Symptomen zu kämpfen. Doch jeder zehnte von ihnen entwickelte nach einer Impfung mit dem mRNA-Wirkstoff von Biontech keine Antikörper – so die Ergebnisse der Studie am Deutschen Zentrum Immuntherapie (DZI).“

    „Impfdurchbruch“?

    Es fehlen Studien, die Apriori-Wahrscheinlichkeiten nach dem Satz von Bayes von Autoimmunerkrankungen einfließen ließen!?

  8. @Arturo

    „– haben Sie sich zuvor jemals Gedanken um ‚Antikörpertiter‘ gemacht?

    Warum dann jetzt …? “

    Ich mache mir keine Gedanken diesbezüglich. Ich hatte die Zeitungsmeldung gelesen und war einfach überrascht, dass Ärzte sich mal gegen Impfung aussprechen. Von daher hat mich die Begründung interessiert.

  9. Der Ansatz der Autoren hinsichtlich der Betrachtung der Gesamtmortalität und ihre Definition des Impfstatus in einer Net-Benefit Analyse ist sehr zu begrüßen.

    Auf den ersten Blick scheint das die Effektivität der Impfung zu bestätigen. Die saisontypisch höhere Sterblichkeit im 1. Quartal zeigt sich nur bei den Ungeimpften, während Geimpfte eine in dieser Phase ausserordentlich geringe Mortalität hatten. Der Anstieg der Mortalität bei den Gimpften danach bis auf ein Niveau leicht über der Mortalität Ungeimpfter ist sicherlich erklärungsbedürftig aber m.E. nicht dramatisch hoch. Wichtig iserscheint mir, was in kommenden Erkältungssaison passiert, ov sich das Pattern des 1. Quartals wiederholt oder nicht.

    Aber all das sind aggregierte Daten, aus denen sich letztlich kaum halbwegs verlässliche Schlussfolgerumgen ziehen lassen, denn die Zusammensetzung des Datenaggregats ändert sich dynamisch mit der Zeit: Im Sommer betrachtet man ein gänzlich andere Aggregate Geimpfter oder Umgeimpfter als im 1. Quartal, und das konfundiert die Ergebnisse. Die Altersadjustierung umgeht diese Problem nur in unvollkommener Weise.

    Noch wichtiger wäre daher – und das wissen die Autoren selbst am besten – eine Verlaufsanalyse der Gesamtmortalität und der Hospitalisierung mit Individualdaten. Letztlich kann man nur so den Net-Benefit einer Impfung, idealerweise bezogen auf möglichst viele individuelle Kriterien wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, Gewicht, Raucher/Nichtraucher etc.verlässlich analysieren.

    Den Blog der Autoren finde ich hervorragend für methodisch statistisch Interessierte, die das Englische nicht scheuen. Auch für statistische Laien sehr zugänglich und didaktisch sehr gut aufbereitet sind die zwei Videos zu Simpsons Paradox eines der Autoren, die dort verlinkt sind.

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