COVID-19 – normaler, tendenziell niedrigerer Krankenstand in 2020, trotz steigender Testzahlen

Im Jahr 2020 gibt es trotz steigender Testzahlen einen normalen, tendenziell niedrigeren Krankenstand im Vergleich zu 2019 und 2018. Das steht in direktem Widerspruch zu den steigenden Testzahlen. Diese haben offensichtlich keinen Einfluss auf den Krankenstand.

Von Gastautor Johann Kreis

Das RKI und die mit ihm verbundenen Virologen definieren die Krankheit, auch bei in der überwiegenden Mehrheit symptomfreien Menschen, durch einen positiven Test. Ganz offensichtlich ist das falsch.

In diese Betrachtungen geht der Umstand, dass Ärzte in 2020 wesentlich einfacher krankschreiben konnten, gar nicht ein. Dazu genügte ein Telefonanruf beim Arzt. Der Trend eines normalen, in der Tendenz niedrigeren Krankenstandes, trotz steigender Testzahlen zeichnete sich frühzeitig ab.

Der Trend hat sich für 2020 bestätigt. Auffallend genau wird der Krankenstand der Vorjahre getroffen. Der Jahresverlauf der Monatsstatistik des Dachverbandes der BKK zeigt, außer für den Panikmonat März, für 2020 keine Auffälligkeiten im Vergleich zu den Vorjahren.

Das soll eine Notlage von nationaler Tragweite beschreiben und die Grundlage für zahlreiche Grundrechtseinschränkungen, von Versammlungs- und Gewerbeverboten bis zu Kontaktbeschränkungen in der eigenen Wohnung, sein?

Für Schleswig-Holstein stellt die TKK fest, dass COVID-19 für die Krankschreibungen eine “eher untergeordnete Rolle“ spielt. Ein sehr merkwürdiges Verhalten für eine Pandemie.

Covid-19 spielt eine eher untergeordnete Rolle – Die Krankschreibungen aufgrund der Diagnose Covid-19 spielen eine eher untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen Erkrankungen. Deutschlandweit verzeichnete die TK im letzten Jahr rund 5,3 Millionen Krankschreibungen, davon 26.833 aufgrund von Covid-19.“

Gleiches wird von Thüringen berichtet.

Krankschreibungen aufgrund von Covid-19-Diagnosen hätten dagegen mit statistisch gesehen 0,04 Tagen nur einen sehr geringen Teil des Krankenstandes im Jahr 2020 ausgemacht. Das könnte unter anderem daran liegen, dass für die am stärksten betroffene Personengruppe der älteren Menschen keine Krankenscheine ausgestellt werden.

Die Zahl der Infektionskrankheiten sank den Angaben zufolge ebenfalls. Demnach gab es in Thüringen im vergangenen Jahr dreimal weniger Norovirus- und 60 Prozent weniger Grippeinfektionsfälle. Die Hygiene- und Abstandsregeln während der Corona-Pandemie seien ein zentraler Grund für die Rückgänge, hieß es.“

Also gab es bei den Unter-65 Jährigen gar keine Pandemie? Das ist ein sehr merkwürdiger Virus.

Jetzt mutmaßt man, wie die Daten zu den Maßnahmen der Bundesregierung und der Länder passen könnten. Nach diesen Mutmaßungen hätten die Hygiene- und Abstandsregeln die unterstellten Zusatzkranken durch die Pandemie fast exakt ausgleichen müssen, um auf das Vorjahresniveau zu kommen.

Gleichzeitig gibt es nur halb so viele Grippe-Diagnosen, wie auch das Ärzteblatt unter Berufung auf die Barmer Ersatzkassen berichtet.

Wo sind die Grippeviren hin? Nirgendwo, die sind alle noch da. Genau wie die Noroviren und alle anderen Viren.

Es ist wesentlich plausibler, dass man die Grippekranken und andere Infektionen umdeklariert und als COVID-19 Fälle erfasst hat. Die virale Diagnostik ist offensichtlich eine Katastrophe.

Für diese Interpretation der Daten spricht auch der steigende Anteil von COVID-19 assoziierten Patienten bei gleichbleibender Gesamtauslastung in den Krankenhäusern.

Dass sich erst nach 10 Monaten Krise, ab Oktober 2020, einzig in der sehr fragilen Gruppe der Über-80 Jährigen  eine (leichte) Übersterblichkeit zeigt, lässt Schlimmstes für die Kollateralschäden der Lockdown-Maßnahmen befürchten.

Ausgerechnet bei den am wenigsten mobilen Menschen, den Ältesten, haben die Lockdown-Maßnahmen am wenigsten geholfen und sich der Virus am einfachsten verbreitet?

Auch stellt sich dringend die Frage der ärztlichen Übertherapie bei dieser sehr empfindlichen Population.

Eine sich selbst weit überschätzende medizinische Wissenschaft, die symptomfreie Menschen anhand von nicht-validierten Biomarkern für krank erklärt, um dann angebliche Therapien zu verkaufen, epidemiologische Daten, die nicht zu den Theorien passen und eine Presse, die einseitig die geeigneten Nachrichten verbreitet. Das klingt nicht neu. Wo haben wir das bloß schon mal gehört?

Bild von Zweed_N_roll auf Pixabay

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3 Kommentare zu „COVID-19 – normaler, tendenziell niedrigerer Krankenstand in 2020, trotz steigender Testzahlen

  1. Nicht mehr wundern! Es ist alles eine Eulenspiegelei. Jahrmarktsgaukler verkaufen der staunend gaffenden Masse Nasenpopel für Gummibärchen und ziehen vor der Prügel schnell weiter ins nächste Dorf. Es ist ein Monty Python Live Act. Man müsste eigentlich lachen, wenn es nicht so schlimm wäre.
    P.S.

  2. Ganz herzlichen Dank auch an Johann Kreis für seine hervorragenden Gastkommentare!
    Wenn eine Reduktion von Grippe-Infektionen durch den Sars-Cov-2 Kontext entstanden ist, dann ist es aus meiner persönlichen Sicht vor allem der Kulturwandel es nicht mehr als Tugend und Stärke zu betrachten, trotz Krankheit weiterhin zur Arbeit zu gehen.

    Mindestens aus Schweizer Sicht sehe ich dann aber auch das Problem der Rapportierung. WIr haben für das schweizerische Bundesamt für Gesundheit ein Meldesystem, genannt „Sentinella“, in das eine Auswahl repräsentativer Arztpraxen Krankheiten meldet. Das war auch für die Grippe in den letzten 26 Jahren die Grundlage für die Statistik von Influenza-Daten. Dies Rapportierung ist exakt mit dem Datum des Lockdowns im Frühjahr unterbrochen worden:

    Vom 17.3.2020 bis zum 28.8.2020 war beim schweizerischen Bundesamt für Gesundheit offiziell die Einstellung der Grippe-Rapportierung in folgendem Wortlaut aufgeschaltet:

    “Aus diesem Grund wird die Grippeberichterstattung ab sofort eingestellt. Zahlen zu COVID-19, welche aus der Sentinella Überwachung hervorgehen, werden im Situationsbericht zur epidemiologischen Lage auf der BAG-Webseite erscheinen.”

    Am 28.8.2020 wurde die Seite geändert und der Passus entfernt. Im verlinkten PDF findet man dann aber folgenden Passus, der de facto weiterhin aussagt, dass die Rapportierung der Grippe immer noch nicht wie in den Vorjahren wieder aufgenommen wurde:

    “In der Woche 40 entnahmen die Sentinella-Ärztinnen und Ärzte 66 Nasenrachen-Abstriche bei Patienten mit grippeähnlicher Erkrankung. Die meisten dieser Abstriche wurde aber nur auf SARS-CoV 2 untersucht und nicht auf Influenza.”

    De facto wird so nach wie vor Grippe bei nicht mehr wie früher über das Sentinella System rapportiert.
    Ohne normalisierte, vergleichbare Datengrundlagen ist jede Gegenüberstellung unmöglich.

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