Daily Mail wirft UK Regierung falsche Berichterstattung vor

Im Jahr 2020 wird mit Zahlen Politik gemacht. Und auch mit Vorhersagen. Mathematiker und Virologen bestimmen, was wir dürfen und was nicht. Wir sind einer täglichen Kakophonie von Zahlen ausgesetzt, denn zumindest in Europa beginnen Nachrichten damit, dass Zahlen genannt werden. Die Mainstream Medien verabsäumen aber, diese Zahlen zu hinterfragen, was eine der wichtigsten Aufgaben der Medien wäre.

Der Daily Mail in England tut dies als eines der wenigen Medien. Und fördert Erstaunliches zu Tage. Die erste Frage die gestellt wird lautet:

Wie genau waren die düsteren Vorhersagen der Regierung?

Die kurze Antwort lautet: nicht sehr. In einem im Juli im Auftrag des Leitenden Wissenschaftlichen Beraters Sir Patrick Vallance erstellten Bericht schätzten Wissenschaftler, dass es 119.000 Todesfälle geben könnte, wenn ein zweiter Anstieg mit dem Höhepunkt der Wintergrippe zusammenfiele. Diese Woche lag diese Zahl etwa bei 54.000 – weniger als die Hälfte davon.

Tatsächlich scheint im UK der zweite Höhepunkt überschritten zu sein – in der vergangenen Woche gab es durchschnittlich 22.287 Neuinfektionen pro Tag, gegenüber 24.430 in der Woche zuvor. Ähnlich trifft übrigens auf viele Länder in Europa zu, ohne dass dies in der offiziellen Kommunikation zu hören ist.

Mitte September machte Vallance die erschreckende Behauptung, dass in Großbritannien bis Mitte Oktober täglich 50.000 neue Fälle von Coronaviren auftreten könnten, wenn nicht noch drakonischere Beschränkungen eingeführt würden. Dennoch ist das Land nie an diese Zahl herangekommen.

Ähnliches scheint durchaus auch auf Österreich zuzutreffen und auch auf Deutschland. Die Schweiz kommt ja ohne Lockdown aus und da haben Virologinnen wie Isablla Eckerl die Cassandra Rolle übernommen. Gegen deren Falschinformationen hat sich die NZZ mit einem geharnischten Kommentar zur Wehr gesetzt .

Was ist mit den Prophezeiungen über die Todesfälle?

Das ist die nächste und wohl wichtigste Frage, die Daily Mail stellt. Und stellt fest, dass die Warnungen der Regierung einfach keinen Bezug zur Realität haben.

Während der „Halloween-Horrorshow“-Pressekonferenz, mit der Vallance und der Chief Medical Officer Professor Chris Whitty der Regierung Angst einjagten, um sie zu einer zweiten Abriegelung zu bewegen, deutete eine ihrer Folien an, dass die Zahl der täglichen Todesfälle bei Covid-19 bis Dezember 4.000 pro Tag erreichen könnte.

Einige Tage vor dem Beginn von Dezember liegt England immer noch bei weniger als 15 Prozent dieser Zahl. Tatsächlich liegt die aktuelle Sterblichkeitsrate deutlich unter fast jedem modellierten Winterszenario.

Ähnliches erleben wir in Österreich. Von des Bundeskanzlers „Bald wird jeder jemanden kennen der an Covid-9 gestorben ist“ über „Licht am Ende des Tunnels“ und wir haben „in Ischgl keine Fehler gemacht“, war wohl kaum eine Aussage der Regierung über die Zukunft und selbst über die Vergangenheit richtig.

Sind die Krankenhäuser nahezu voll ausgelastet?

Das ist eine Drohung, die immer wieder auftaucht. Sie stimmt auch in allen Jahren davor für diese Jahreszeit. Bei der recht heftigen Grippewelle 2017/2018 waren auch viele Gänge in den Krankenhäusern voll und Krankenwägen irrten umher um ein freies Bett für ihren Transport zu finden.

Auch für England im November 2020 lautet nach Daily Mail die Antwort nein – im Gegensatz zu dem, was die Regierungsexperten glauben machen wollen, nachdem sie im vergangenen Monat eine Grafik veröffentlicht hatten, die den Eindruck erweckte, dass die Krankenhäuser kurz vor der Überfüllung standen, obwohl mindestens die Hälfte der Krankenhäuser keinen einzigen Covid-19-Patienten hatte.

Gegenwärtig seien nur 13 Prozent der NHS-Betten mit Patienten mit Covid-19 belegt. Am Montag dieser Woche wurden 16.271 Krankenhausbetten in ganz Großbritannien mit Patienten belegt, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren.

Diese Zahl wird jedoch relativiert, denn der NHS verfügte in England im März dieses Jahres über 101.255 Allgemein- und Akutbetten, plus 15.392 in Schottland und 10.563 in Wales.

Für Österreich gibt es keine Zahlen, in Deutschland wird an der Zahl der für Covid-19 willkürlich reservierten Betten gemessen und in der Schweiz sinkt die Zahl der Hospitalisierungen von Woche zu Woche. Was die Schweizer Behörden aber auch ganz freizügig berichten.

Wie sieht der Vergleich mit dem letzten Jahr aus?

Bemerkenswerterweise ist die Zahl der derzeit belegten Betten des NHS England niedriger als im Durchschnitt des letzten Jahres.

Am 5. November, dem jüngsten verfügbaren Datum, gab es tatsächlich 1.293 Patienten weniger in Krankenhausbetten als im November-Durchschnitt des letzten Jahres.

Sicherlich sind die Betten auf der Intensivstation voll?

Einige Krankenhäuser stehen unter Druck, aber das ist nicht überall so. Am Mittwoch belegten 1.430 Menschen mit Covid-19 Betten mit mechanischer Beatmung.

Wenn man bedenkt, dass es vor der Krise 4.119 Intensivbetten in England gab, plus 269 in Schottland und 153 in Wales, so sind derzeit nur etwa 31 Prozent der Betten auf der Intensivstation – nicht eingerechnet diejenigen, die vor kurzem von normalen Betten umgebaut wurden – mit Patienten mit Covid belegt.

Tatsächlich lag die Zahl der belegten Intesivbetten am 8. November sogar unter dem Fünfjahresdurchschnitt für 2015-19.

Selbst auf dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr überschritt der Prozentsatz der Beatmungsbetten in bestehenden NHS-Krankenhäusern laut einer Studie des University College London nie 62 Prozent.

Werden Massentests nicht all dies beheben?

Darauf scheinen ja jetzt immer mehr Länder zu setzen, wie jüngst Slowenien und die Slowakei. Auch Österreich will Massentests veranstalten. Wäre es vielleicht nicht besser sich die ordentlich ausgewerteten Erfahrungen aus England anzusehen? Nein, wir fahren lieber nach Bratislava, liegt ja auch näher.

Die britische Regierung hatte großes Hoffnungen in die Operation „Moonshot“ gesetzt – ihren Plan, die gesamte Bevölkerung einmal pro Woche mit „Lateral-Flow-Tests“ (LFT) zu testen, einer Art Covid-19-Test, der in nur einer Stunde Ergebnisse liefert.

Doch die Schnelligkeit der Tests hat einen Preis: Sie sind nicht sehr zuverlässig.

Laut einer kürzlich durchgeführten Studie der Universität Oxford und des Labors für öffentliche Gesundheit in Porton Down, England, konnte der LFT, der im Rahmen des Pilotprojekts in ganz Liverpool eingesetzt wurde, Covid-19 nur in 79,2 Prozent der Fälle nachweisen, selbst wenn er von Laborpersonal durchgeführt wurde.

Bei der Anwendung durch geschultes Gesundheitspersonal sank die Nachweisrate auf 73 Prozent und bei der Anwendung durch neu geschultes Personen auf nur 58 Prozent.

Noch schlimmer waren die falsch positiven Ergebnisse. Insgesamt wurde 0,32 Prozent der Personen, die die Tests erhielten, fälschlicherweise gesagt, sie hätten das Virus. Wenn die gesamte Bevölkerung verpflichtet wäre, sich den Tests zu unterziehen, könnte das bedeuten, dass 200.000 – eine Stadt von der Größe von Portsmouth – zur Selbstisolierung aufgefordert würden, obwohl sie die Krankheit tatsächlich gar nicht haben.

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