Doppelte gesundheitliche Gefährdung durch Windräder und Rechenzentren

20. August 2026von 3,6 Minuten Lesezeit

In der Region Korneuburg droht eine massive Überlagerung gesundheitlicher Belastungen. Die geplanten Windkraftanlagen und das Rechenzentrum liegen so nahe beieinander, dass sich ihre Wirkungsradien deutlich überschneiden.

Die Karten unten zeigen die Überlappungszonen einmal mit 10 km und einmal mit 5 km Radius – wobei der 5-km-Bereich den Bereich markiert, in dem die Effekte besonders wahrscheinlich und stark auftreten. Bereits bei 5 km Radius wären ein Großteil von Korneuburg sowie die gesamten Ortschaften Leobendorf, Tresdorf, Harmannsdorf-Rückersdorf, Stetten, Bisamberg und Seebarn betroffen. Fast das gesamte Ackerland von Leobendorf und Harmannsdorf liegt in dieser Zone. Die geplanten weiteren 15 Windkraftanlagen (WKA) würden die Zahl auf insgesamt 25 erhöhen und die Belastung noch einmal deutlich verstärken.

Bereits im August 2026 hat TKP die Problematik detailliert dargestellt: Windräder und Rechenzentren in unmittelbarer Nähe erzeugen synergetische Effekte bei Erwärmung und Infraschall Windräder und Rechenzentren nahe beisammen – verstärkte Erwärmung und mehr Infraschall.

Die Karten der akustischen und seismischen Belastung

Beide Anlagen emittieren chronischen Infraschall. Windräder erzeugen niederfrequente Schwingungen um 0,5 Hz, die mit Körperresonanzen interferieren. Rechenzentren liefern einen konstanten Brumm (Kühlanlagen, Ventilatoren). In der Nähe kommt es zu konstruktiver Interferenz: Die Schwingungen verstärken sich, durchdringen Gebäude und wirken dauerhaft auf Herz-Kreislauf-System, Schlaf und Nervensystem. Dokumentierte Folgen reichen von Schlafstörungen und Tinnitus über Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck bis zu Konzentrationsstörungen und depressiven Verstimmungen.

Die Karten verdeutlichen die Dimensionen:

  • Version 1 (10-km-Radius): Ein riesige Region von etwa 4oo Quadratkilomtern, die fast das gesamte Weinviertel rund um Korneuburg bis Floridsdorf in Wien, Stockerau, Niederhollabrunn oder südlich der Donau die Gegend um Klosterneuburg bis Wördern in eine Infraschall-Zone verwandelt.
  • Version 2 (5-km-Radius): Hier wird es kritisch. Selbst bei dieser „engeren“ Betrachtung liegen Korneuburg, Leobendorf, Tresdorf, Harmannsdorf-Rückersdorf, Stetten und Seebarn voll im Wirkbereich.

Wie die Grundlagenforschung in Applied Acoustics (DOI: 10.1016/j.apacoust.2025.111156) zeigt, unterschätzen bisherige Genehmigungsverfahren die Ausbreitung von Infraschall massiv. Die dort gemessenen Pegel von über 95 dB bei 1 Hz führen bei sensiblen Personen nachweislich zu Migräne und Schlafstörungen. Und dazu kommen noch weitere 15 Anlagen, die den Bestand auf 25 Windkraftanlagen aufblähen sollen. Eine massive Verstärkung der akustischen Belastung ist physikalisch unvermeidbar.

Infraschall von WKA und Rechenzentren breitet sich nicht nur durch die Luft aus, sondern auch als seismische Wellen wie bei Erdbeben über den Boden. Schutz dagegen unmöglich.

Der „Heizeffekt“: Windräder und Rechenzentren

Es ist nicht nur der Infraschall. Aktuelle Studien zeigen einen weiteren, bisher kaum diskutierten Faktor: die thermische Beeinflussung.

Windkraftanlagen erwärmen nachts die bodennahen Luftschichten um rund 0,7 °C und die Oberfläche um bis zu 0,76 °C, während sie gleichzeitig die Bodenfeuchtigkeit absenken (Studie Mauder, Boundary-Layer Meteorology, Juli 2026). Rechenzentren erzeugen ihrerseits „Daten-Hitzeinseln“ mit durchschnittlich 2 °C Temperaturanstieg (bis 9 °C lokal), die bis 10 km weit reichen. In der Überlappungszone addieren sich diese Effekte – mit verstärkter Austrocknung der Böden und höherer Wärmebelastung für Mensch und Landwirtschaft.
Die Wirkungsradien sind ganz ähnlich denen von Infraschall.

Die doppelte Gefährdung:

  1. Akustisch: Dauerbelastung durch Infraschall-Pulse (BPF moderner Anlagen), die nachts durch atmosphärische Wellenleitung (Inversion) noch weiter tragen.
  2. Thermisch: Veränderte Luftzirkulation und Wärmeabstrahlung, die den Stress für Mensch und Natur – besonders in der Landwirtschaft – massiv erhöhen.

Die Planung basiert auf Modellen, die längst überholt sind. Die in der schwedischen Studie aufgezeigten Differenzen von bis zu 15 dB bei nächtlichen Inversionswetterlagen zeigen, dass unsere Behörden mit „Schönwetter-Werten“ rechnen, während die Anwohner bei realen Bedingungen unter gesundheitlichem Dauerstress stehen.

Unterschriftensammlung gegen Mega-Rechenzentrum in Stetten: Stetten: Erst die Antworten, dann die Umwidmung – kein Rechenzentrum auf der Freihaltefläche

Webseite des Widerstands gegen den Windpark. https://gegenwindkraftleoha.wordpress.com

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4 Kommentare

  1. 1150 21. August 2026 um 11:31 Uhr - Antworten

    in den usa formiert sich zunehmend widerstand gegen die rechenzentren.
    ~ 75% beider politischen lager lehnen ein solches in ihren umfeld ab,
    etwa ~ 1800 anträge wurden mittlerweile in den usa durch die administration abgelehnt.
    das europäische biomassenschaf schläft weiter seinen schlaf, wie in allen existenziellen dingen ….

  2. Jan 21. August 2026 um 7:37 Uhr - Antworten

    Eine landschaftlich sehr schöne Gegend, in der man seit Jahrtausenden Ackerbau betrieben hat. Schade.

  3. Gabriele 20. August 2026 um 8:31 Uhr - Antworten

    Doppelt hält besser….

    • Gabriele 20. August 2026 um 11:24 Uhr - Antworten

      Was ich zu sagen vergaß – bitte noch ein paar 5 und 6G-Antennen dazustellen! Damit die Sache auch wirklich ihren „Zweck“ erfüllt. Welchen, weiß man ja.

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