
Europaweite Proteste gegen Big-Tech-Rechenzentren
In Spanien könnten zwei neu geplante KI-Rechenzentren künftig fast 70 Prozent des gesamten regionalen Stromverbrauchs verschlingen, die Umwelt massiv belasten und die Umgebung teilweise massiv aufheizen.
Aragon, eine Region im Nordosten Spaniens, wird zum europäischen Hotspot für KI-Infrastruktur. Aktuell investiert Big Tech – Amazon, Microsoft und andere Riesen – Milliarden in neue Rechenzentren, eignen sich Land und Ressourcen dafür an. Die geplante Leistungskapazität für zwei neue Rechenzentren liegt bei bis zu 4,5 Gigawatt. Aragon braucht dann plötzlich doppelt so viel Strom oder noch mehr.
Der aktuelle Stromverbrauch Aragons beträgt etwa 10 Terawattstunden pro Jahr. Allein die geplanten Datencenter könnten diesen Verbrauch auf über 20 bis 30 Terawattstunden verdoppeln oder verdreifachen. Bisher ist die Region ein Stromexporteur, das wird sich aber durch die Zentren ändern. Aragon muss importieren, nur damit Microsoft und Co. ihren Stromhunger stillen können. Aber nicht nur der Stromverbrauch wird zum Problem. Pikanterweise belasten die Zentren die Umwelt so stark, dass sie durch die Abwärme die Umgebung massiv aufheizen. Das dürfte dann aber dem „menschengemachten Klimawandel“ und nicht den „menschengemachten KI-Zentren“ angelastet werden.
Jüngste Studien zeigen, dass die Zentren in der Umgebung Temperaturanstiege von durchschnittlich rund 2 °C verursachen können – in Extremfällen bis zu 9 °C oder mehr innerhalb eines Radius von mehreren Kilometern. Die Studie vom April ist noch nicht begutachtet.
Die Kühlung erfolgt mit enormen Mengen an Wasser, während man medial den Wassernotstand inszeniert, wird der Bedarf durch die Zentren massiv erweitert: Wasser dient der Kühlung und nicht dem Leben.
Schätzungen für die geplanten Anlagen in Aragon liegen bei rund 10 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr – vergleichbar mit dem Bedarf von 250.000 Haushalten oder der Bewässerung großer landwirtschaftlicher Flächen. Aragon ist eine trockene Region, hat im Schnitt nur etwa 320 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Jahr. Konflikte sind vorprogrammiert: Wasser für KI-Kühlung oder für die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung?
In der Bevölkerung formiert sich aber Widerstand. In Aragon hat sich die Initiative „Tu Nube Seca Mi Río“ („Deine Cloud trocknet meinen Fluss“) gegründet, die den hohen Wasserverbrauch und die Umweltfolgen der Rechenzentren anprangert. Die Aktivisten kritisieren mangelnde Transparenz und fordern strengere Auflagen.
Die Bürger in Aragon sind nicht allein: In den Niederlanden wurde ein großes Meta-Projekt gestoppt, in Deutschland regt sich Widerstand gegen ein 700-MW-Vorhaben in Brandenburg, in Irland und Frankreich fordern Bürgerinitiativen Moratorien. In Oberösterreich kam es letzte Woche zu Protesten gegen ein Google-Zentrum. Die Kritik ist dabei im Kern ähnlich, egal wo die Proteste stattfinden: Die Konzerne greifen die Gewinne ab, während sie sich Land aneignen, den Strompreis treiben und die lokalen Gemeinden belasten. Die Umweltbelastung wird dann aber dem Klimawandel angelastet werden.
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Hoher Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren verursacht Dürre und beeinflusst das Klima – Studie
Microsoft kauft Strom aus Three Mile Island AKW statt Wind und Solar
In Oberösterreich darf man sich auch freuen, so ein tolles Megaprojekt zu bekommen (samt noch mehr Windrädern) – ist „alternativlos“….
Das als in erster Linie zivile Infrastruktur zu sehen, das schaffen (leider nicht) nur besonders blauäugige Impflandespolitiker, sondern auch etwa der die „souveränen“ Euro-Parteien anfeuernde JD Vance. Können Tech-Kolonien neutral sein? Nein. Ein „allwissender“ Erich reicht für meine Begriffe. Sie sind daran zu messen, was sie tun. Und niemals an ihren Sonntagsreden für die Doofen!
Das ist ja eine außerordentlich tolle Idee, im linken Europa mit Flatterstrom und Blackoutgefahr, speziell in Spanien, KI-Rechenzentren aufbauen zu wollen! Wo soll denn dafür die Stromsicherheit herkommen? Will man dann flächendeckend in Europa Smartmeter in die Haushalte einbauen, um die Bevölkerung abzuschalten und der KI den Strom zur Verfügung zu stellen? Die Bevölkerung darf im Winter auf die Heizung verzichten und in den heißen Gebieten auf die Klimaanlage, weil die KI priorisiert wird? Das kommt bestimmt gut an!
„Das kommt bestimmt gut an!“ Wen interessiert’s. Die Polituhren mit Sicherheit nicht.