Ein Nasenspray gegen Alzheimer … aber aus Kuba und daher im Würgegriff der Geopolitik

26. Juni 2026von 6,2 Minuten Lesezeit

Die Diagnose Alzheimer zieht weltweit Millionen von Familien den Boden unter den Füßen weg. Auf der Suche nach wirksamen Therapien blickt die medizinische Fachwelt meist auf die großen Pharmakonzerne des Westens. Doch abseits des westlichen Mainstreams hat das kubanische Zentrum für Molekulare Immunologie (CIM) in Havanna ein Medikament entwickelt, das in den Fokus internationaler Mediziner gerückt ist: NeuralCI (wissenschaftlich bekannt als NeuroEPO plus).

Während kubanische Staatsmedien und vereinzelte westliche Ärzte von einem medizinischen Durchbruch sprechen, blockieren jahrzehntealte Handelsembargos und scharfe Finanzsanktionen den globalen Zugang zu diesem Wirkstoff. Wie legitim sind die Hoffnungen, die in das kubanische Nasenspray gesetzt werden, und woran scheitert der weltweite Transfer?

Faktencheck: Was kann das Medikament wirklich?

Der Westen verfügt über zugelassene Antikörper-Therapien (wie Lecanemab), die jedoch extrem teuer sind, erhebliche Nebenwirkungen (wie Hirnblutungen) riskieren und das Fortschreiten der Krankheit oft nur minimal verzögern. In dieser Lücke positioniert sich die kubanische Innovation.

  • Der Wirkmechanismus: NeuralCIM basiert auf einer modifizierten Form von Erythropoetin (EPO). Während normales EPO die Bildung roter Blutkörperchen anregt (und so das Blut verdicken würde), besitzt diese Variante einen niedrigen Sialinsäuregehalt. Sie regt das Blut nicht an, sondern wirkt rein neuroprotektiv. Über die Nase verabreicht, gelangt der Stoff direkt ins Gehirn, reduziert dort Entzündungen und schützt Nervenzellen vor dem Absterben.
  • Die Studienergebnisse: In der im Fachjournal PubMed veröffentlichten ATHENEA-Studie zeigten Patienten mit milder bis moderater Alzheimer-Demenz nach 48 Wochen signifikante Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten und eine bemerkenswerte Stabilisierung des Krankheitsverlaufs – bei einem exzellenten Sicherheitsprofil.
  • Der Status: Das Medikament erhielt von der kubanischen Zulassungsbehörde CECMED eine bedingte Marktzulassung. Es befindet sich derzeit in weiterführenden klinischen Phasen, wird aber in Havanna bereits im Rahmen des Medizintourismus eingesetzt.

Das Embargo als unüberwindbare Barriere

Leider bleibt der westlichen Welt, bzw. allen, welche den Sanktionen der USA folgen, dieses wunderbare neue Medikament vorenthalten. Die US-Blockade gegen Kuba (El Bloqueo) friert das immense Potenzial der kubanischen Biotechnologie für den Rest der Welt de facto ein.

Da Kuba strengen Finanzrestriktionen unterliegt, ist die Abwicklung internationaler Zahlungen fast unmöglich. Kredit- und Debitkarten westlicher Institute funktionieren auf der Insel nicht. Ausländische Unternehmen, die mit kubanischen Institutionen wie dem CIM kooperieren oder dort investieren möchten, riskieren drakonische Strafen durch die US-Regierung. Dies verhindert, dass westliche Pharmakonzerne Lizenzen erwerben, um NeuralCIM in großen Fabriken außerhalb Kubas zu produzieren.

Die Tragik verschärft sich durch den Mangel auf der Insel selbst: Aufgrund der Blockade fehlen den kubanischen Wissenschaftlern oft basale Laborausrüstungen und Rohstoffe, um das Medikament in den Mengen herzustellen, die für die eigene Bevölkerung und den Weltmarkt nötig wären.

Der Blick ins Weiße Haus: Geopolitik schlägt Gesundheit

Unabhängig davon, welche Administration in Washington regiert – ob die US-Regierung von Joe Biden oder die darauffolgende Präsidentschaft von Donald Trump –, bleibt die US-Kuba-Politik von harten Sanktionen geprägt. Zuletzt wurden die Sanktionen durch Dekrete im Jahr 2026 sogar nochmals ausgeweitet.

Dies betrifft auch und besonders das amerikanische Volk direkt: In den USA leiden über 6 bis 7 Millionen Menschen an Alzheimer oder Demenz. Ein wirksames, kostengünstiges Nasenspray könnte dem US-Gesundheitssystem und den dortigen Patienten massive Linderung verschaffen. Dass politische Hardliner in Washington den ideologischen Boykott über die Gesundheit von Millionen eigener Bürger stellen, ist ein ethisches Dilemma, das auch von US-Medizinern zunehmend scharf kritisiert wird.

Vereinzelte amerikanische Ärzte, wie der Kardiologe Dr. Bill Blanchet, reisen deshalb bereits mit Patienten nach Havanna, um die Behandlung in der Klinik La Pradera vor Ort durchführen zu lassen, da der Import des Medikaments in die USA illegal ist.

NeuralCIM ist kein magisches Allheilmittel, das Alzheimer im Spätstadium ungeschehen macht. Aber es ist ein hochgradig innovativer, neuroprotektiver Ansatz, der das Leben von Millionen Menschen im Frühstadium der Krankheit verlängern und stabilisieren könnte.

Dass diese Entdeckung aufgrund geopolitischer Grabenkämpfe den Betroffenen im Westen vorenthalten wird, zeigt schmerzhaft, dass die Grenzen der globalen Medizin manchmal nicht an wissenschaftlichen Hürden enden, sondern an politischen Barrieren.

Nebeneffekt der Blockade? Keine Gefahr für gewinne westlicher Pharmafirmen

Die Entdeckung von NeuralCIM reiht sich ein in eine lange Liste hochgradig innovativer Biopharmazeutika, die auf der Karibikinsel entwickelt wurden. Während westliche Pharmaunternehmen oft auf extrem teure, chronische Behandlungen setzen, konzentrieren sich kubanische Institute wie das Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) und das Zentrum für Molekulare Immunologie (CIM) auf bezahlbare Impfstoffe und biologische Therapeutika, die direkt an den Krankheitsursachen ansetzen. Trotz des lähmenden US-Embargos haben es drei kubanische Entwicklungen zu weltweitem Renommee gebracht, während andere im Westen noch immer unzugänglich sind.

CIMAvax-EGF: Der therapeutische Impfstoff gegen Lungenkrebs

Kuba hat einen völlig neuartigen Weg in der Onkologie eingeschlagen. Statt Krebszellen mit aggressiver Chemotherapie zu zerstören, „hungertCIMAvax-EGF den Tumor aus.

Der Mechanismus: Der Impfstoff blockiert den epidermalen Wachstumsfaktor (EGF), ein Protein im Blut, das Krebszellen dringend für ihr Wachstum benötigen. Das Immunsystem des Körpers wird so trainiert, dass es diesen Faktor neutralisiert. Ohne EGF kann sich der Tumor nicht weiter teilen und die Erkrankung wird in eine kontrollierbare, chronische Phase überführt.

Heberprot-P: Die Rettung vor der Amputation beim diabetischen Fuß

Weltweit verlieren Millionen Menschen aufgrund des „diabetischen Fußsyndroms“ ihre Gliedmaßen. Schlecht heilende, tiefe Geschwüre führen oft unweigerlich zur Amputation. Kuba hat mit Heberprot-P das weltweit einzige Medikament entwickelt, das diesen Kreislauf durchbricht. Es handelt sich um einen rekombinanten menschlichen epidermalen Wachstumsfaktor (rhEGF), der mittels einer Spritze direkt in den Rand des tiefen Geschwürs injiziert wird. Das Medikament beschleunigt die Zellteilung und die Bildung von neuem, gesundem Gewebe.

VA-MENGOC-BC: Der weltweit erste Impfstoff gegen Meningitis B

In den 1980er Jahren wurde Kuba von einer schweren Epidemie der Hirnhautentzündung (Meningitis B) getroffen. Da westliche Pharmakonzerne kein Interesse an der Entwicklung eines Impfstoffs für die kleine Karibikinsel hatten, handelten die Wissenschaftler des Finlay-Instituts in Havanna selbst. Sie entwickelten VA-MENGOC-BC, den weltweit ersten kommerziell erfolgreichen und sicheren Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B.

Nimotuzumab (CIMAher®): Präzisionswaffe gegen solide Tumore

Ein weiteres Juwel der kubanischen Forschung ist der monoklonale Antikörper Nimotuzumab, der zur Behandlung von fortgeschrittenen Tumoren im Kopf- und Halsbereich, im Gehirn (Gliome) sowie bei Speiseröhrenkrebs eingesetzt wird. Westliche Antikörper blockieren den EGF-Rezeptor oft so aggressiv, dass es zu schweren Hautausschlägen und toxischen Reaktionen führt. Nimotuzumab wurde so konzipiert, dass es sich fast ausschließlich an Zellen mit einer extrem hohen Dichte an Rezeptoren (also Tumorzellen) heftet. Gesunde Zellen werden geschont, was die Therapie ungleich verträglicher macht.

Medizinischer Fortschritt darf nur regelbasiert entstehen!

Die kubanische Wissenschaft beweist eindrucksvoll, dass herausragende medizinische Innovationen nicht zwingend aus den milliardenschweren Laboren der westlichen „Big Pharma“ stammen müssen. Kubas Fokus liegt auf

Prävention, Zugänglichkeit und biologischer Effizienz.

Dass politische Embargos und finanzielle Isolation verhindern, dass diese Medikamente den Weg in europäische oder amerikanische Apotheken finden, schadet letztlich nicht der kubanischen Regierung – es schadet den Patienten weltweit, denen wirksame Alternativen vorenthalten werden

Bild: Quelle x.com

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9 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 27. Juni 2026 um 2:18 Uhr - Antworten

    In den letzten Jahren der DDR wurden anfangs nur in Berlin, zuletzt aber im ganzen Land übergewichtige Schwangere zum Glukostoleranztest gebeten und nach Feststellung eines Schwangerschaftdiabetes antidiabetisch behandelt. Auf diese Weise wurde die Inzidens des Diabetes Typ 1 auf ein Drittel gesenkt. Nach der Wende dauerte es Jahre, bis erreicht werden konnte, dass der Test überhaupt von den Krankenkassen bezahlt und empfohlen wurde. In der Zwischenzeit schnellte die Inzidenz des Diabetes Typ1 Diabetes in den neuen Bundesländern sogar auf höhere Werte als denen vor der Maßnahme nach oben. Die Forschung auf diesem Gebiet wurde abgewickelt. Es war präventionsmedizinische Forschung, die keine hohen Gelderträge generiert. Der Zusammenhang von Alzheimer und Diabetes Typ 2, den Waldgaengerin postuliert, ist durchaus plausibel und könnte durch die empirische Erfassung epidemiologischer Daten allein des Gewichts der Betroffenen bestätigt werden, denn Diabetes, Übergewicht und Durchblutungsstörungen, die auch das Gehirn betreffen, gehören zusammen.

    • Waldgaengerin 27. Juni 2026 um 7:05 Uhr - Antworten

      Solche Forschung ist nicht erwünscht.
      Diabetes – Vorstufe: Insulinresistenz – schädigt alle Gefäße. Und die sind nun mal überall im Körper, auch im Gehirn.
      Die Leute sollen sich krank fressen. Sorry, anders als sarkastisch kann ich das nicht mehr ausdrücken.

      Ich selber habe mit der carnivore-Diät 40 Kg abgenommen und alle meine Krankheitssymptome um weit mehr als die Hälfte reduziert. 2 Mahlzeiten am Tag, karg, viel Bewegung, kein Alk und so weiter… es geht also, ich bin älter, jeder kann das.

      Die Leute sollen aber so nicht leben. Die Leute sollen weiterhin hoch verarbeitete LM kaufen und essen und früh krank werden. So daß sie mit ca 60 spätestens abnippeln.. Rente ist zu teuer, die zahlt keiner der „Eliten“ gerne freiwillig. Das sind die Zusammenhänge.

  2. Waldgaengerin 26. Juni 2026 um 18:14 Uhr - Antworten

    Am besten suchen Sie direkt in englisch, in deutscher Sprache werden Sie nichts finden.
    Reverse Type 1 Diabetes
    U. a. Dr. Eric Berg

  3. Daisy 26. Juni 2026 um 17:42 Uhr - Antworten

    Ich habe jede Menge Kummerln, Veganer und Frutarier in der Familie, auch eine Obersozi, der früher gern zum Hochseefischen nach Kuba fuhr, auf Hemingways Pfaden…sozusagen. Der war schießwutig. Auch die KPÖlerin aus Graz war dort oft. Die Baddei hats gezahlt. Sie berichteten, dass Kuba ein exzellentes Gesundheitssystem hatten. Also kann es sein, dass ihnen das gelungen ist. Wenn es wirkt, könnten sie ein gutes Geschäft damit machen.

    Gegen Alzheimer wirkt die richtige Ernährung, wie Fr. Dr. Waldi unten schon erklärte. Kein Zucker, wenig Kohlenhydrate, gut viel gutes Fett, wie zB Kokosfett kalt gepresst. @Kohlenhydrate: Lässt man Reis, Nudeln, Erdäpfeln etc. abkühlen, am besten über Nacht, entwickelt sich Resistente Stärke. Dann haben sie weniger Kalorien und mehr Ballaststoffe. Toast, Brot oder Semmerln friert man ein und toastet sie gefroren auf, auch dann sinkt der glykämische Index massiv. Das Einfrieren vor dem Toasten eines Brotes senkt den glykämischen Index um fast 40 Prozent.

    Viel Eiweiß, auch über Linsen oder Kichererbsen, Fisch…ca. 1 g x Körpergewicht.
    Und natürlich Bewegung, auch geistig, immer mal was Neues, zB ein Instrument spielen und singen…

  4. Waldgaengerin 26. Juni 2026 um 15:08 Uhr - Antworten

    Es wird vermutet daß Alzheimer Insulinresistenz des Gehirns ist.
    Man nennt es auch Diabetes Typ 3.
    Ist also verhinderbar, genauso wie Typ 2. Einfach anders essen.

    Tja, aber wer will davon schon etwas wissen.
    Die weitaus meisten Krankheiten sind verhinderbar. Aber eine Bevölkerung die ihren Ärzten glaubt, als wären das Götter, ist natürlich für solche Gedanken nicht empfänglich. Da klammert man sich lieber an seine Krankheit, sein Thema, über das man schwafeln kann, ja man identifiziert sich sogar mit „seiner“ Krankheit – was wäre man ohne sie?
    Arme Menschheit.

    Ist nur die Frage wie lange die wenigen, die gesund leben, noch für die ernährungstechnischen Dummheiten der breiten Masse mit zahlen sollen. Diabetes kostet Milliarden und wäre verhinderbar. Nur als Beispiel.

    • Pusteblume 26. Juni 2026 um 15:34 Uhr - Antworten

      Vielen Dank für Ihren Hinweis.
      Welchen Typ Diabetes (1 und oder 2) betrifft das, was Sie schreiben?

      • Waldgaengerin 26. Juni 2026 um 15:42 Uhr

        Typ 1 ist autoimmun, ich meine Typ 2. Der ist ernährungsbedingt.

      • Pusteblume 26. Juni 2026 um 15:44 Uhr

        @ Waldgängerin:
        Vielen Dank für Ihren freundlichen Hinweis.

        Was kann man (außer der Gabe von Insulin) bei dem Typ 1 machen?

      • Jurgen 27. Juni 2026 um 19:54 Uhr

        Man kann mal eine Runde Ivermectin einwerfen… es soll die komischsten Parasiten geben…

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