Der wahre Klimakiller: Krieg, EU-Militarisierung und das Ende des Green-Deal-Märchens

17. April 2026von 4,8 Minuten Lesezeit

Es ist eines der größten Täuschungsmanöver unserer Zeit: Während die EU-Bürokratie den Bürgern mit dem Green Deal das Blaue vom Himmel verspricht, jeden Heizungskeller reguliert und die Industrie mit utopischen Emissionszielen in die Knie zwingt, wird im Hintergrund die Rückkehr zum totalen Militarismus eingeleitet.

Die Maske fällt – und dahinter kommt nicht die „klimaneutrale Zukunft“ zum Vorschein, sondern eine kriegsintensive Aufrüstung, die jede CO2-Bilanz ad absurdum führt. Während Brüssel weiterhin mit Milliarden an Subventionen für Windräder, Wärmepumpen und E-Autos den angeblichen „Klimanotstand“ bekämpft, zeigt ein aktueller Beitrag der Columbia Climate School der Columbia University in the City of New York, was wirklich CO₂ in die Atmosphäre pumpt: Krieg. Der Artikel „The Environmental Cost of War“ vom 15. April 2026 macht unmissverständlich klar, dass moderne Konflikte – ob in der Ukraine oder jetzt im Iran – nicht nur Menschenleben kosten, sondern ein gigantisches Umweltproblem darstellen. Und genau das entlarvt die doppelte Moral der EU-Politik: Einerseits der heilige Green Deal mit seinen Netto-Null-Fantasien bis 2050, andererseits die rasante Remilitarisierung Europas, die all diese Ziele ad absurdum führt.

Der Columbia-Beitrag von Daryush Nourbaha beschreibt eindrücklich, wie der Krieg in Teheran paradoxerweise für kurze Momente „saubere Luft“ bringt – weil Autos stillstehen, Fabriken schließen und der zivile Verkehr zusammenbricht. Eine Frau filmt vom Balkon: blauer Himmel, Vögel zwitschern. Doch das ist nur die trügerische Oberfläche.

In Wahrheit ist Krieg ein CO₂-Monster. Eine einzelne Rakete erzeugt etwa 0,14 Tonnen CO₂-Äquivalent – vergleichbar mit 600 Kilometer Autofahrt. Bei tausend Zielen pro Tag, wie vom US-Verteidigungsminister angekündigt, summiert sich das schnell auf Hunderte Tonnen täglich. Ein Kampfflugzeug stößt pro Flugstunde 15 Tonnen CO₂ aus, verbrennt Tausende Liter Kerosin.

Die Analyse des Ukraine-Kriegs zeigt: In den ersten 18 Monaten allein 77 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent – 4,3 Millionen Tonnen pro Monat, durch Einsätze, Brände, Zerstörung und Wiederaufbau. Raffinerien, die in Flammen aufgehen, können Tausende Tonnen zusätzlich freisetzen.

Die EU-Kommission versucht, die Umweltauswirkungen des Militärs in ihren Klimabilanzen konsequent auszublenden. Wie der Bericht feststellt, berücksichtigen IPCC-Richtlinien kriegsbedingte Treibhausgasemissionen nicht explizit. Das ist kein Zufall, sondern eine notwendige Lücke für das imperialistische Projekt der EU.

Der EU-Green Deal: Ein Bürokratiemonster im Blindflug

Genau hier wird es für die EU peinlich. Der European Green Deal soll Europa bis 2050 klimaneutral machen, mit strikten Vorgaben für Industrie, Verkehr und Haushalte. Bürger sollen frieren, Auto fahren teurer machen, Landwirte ruinieren – alles im Namen des Klimas. Gleichzeitig pumpt die EU Milliarden in die Aufrüstung. Im März 2025 wurde ein 800-Milliarden-Euro-Paket für die europäische Verteidigung angekündigt.

Man baut eine „Festung Europa“ auf, die klimapolitisch über jeden Zweifel erhaben sein soll, während man gleichzeitig die Infrastruktur für einen Konflikt schafft, der die Umwelt nachhaltig vergiftet – durch Schwermetalle, toxische Rückstände und massive Brandherde, die Tausende Tonnen CO2 und Schadstoffe in die Atmosphäre schleudern.

Schätzungen zeigen: Allein dieses Paket könnte rund 150 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent erzeugen – basierend auf einer Emissionsintensität von 174 Millionen Tonnen CO₂e pro Billion US-Dollar Militärausgaben (umgerechnet auf die EU-Pläne). Das entspricht in etwa den jährlichen Emissionen ganzer Länder. EU-Militärs emittieren bereits heute so viel wie 14 Millionen Autos pro Jahr – mehr als der zivile Flugverkehr in manchen Schätzungen.

Und das wird noch schlimmer: NATO-Länder drängen auf 3 % oder sogar 5 % des BIP für Verteidigung. Eine Studie in Nature Communications (2025) belegt eindeutig: Steigende Militärausgaben erhöhen die globale CO₂-Intensität um 0,04 kg CO₂ pro US-Dollar pro Prozentpunkt Anstieg des Militäranteils am BIP. Das erklärt 27 % der Veränderung der Emissionsintensität seit 1995. Bei hohen Militärquoten (über 12 % des BIP) werden selbst die optimistischsten Klimaszenarien (SSP1-1.9) unerreichbar.

Die EU weiß das genau – und ignoriert es systematisch. Militärische Emissionen sind in den Nationalen Energie- und Klimaplänen (NECPs) und im Green Deal weitgehend ausgeklammert. Berichte von CEOBS und anderen zeigen eine Lücke von bis zu 82 % bei der Berichterstattung der EU-Militärs an die UN.

Es gibt zwar Papiere wie die „Climate Change and Defence Roadmap“ oder das „EU Concept for Environmental Protection“, die von „grüner Verteidigung“ schwafeln – aber das sind Lippenbekenntnisse. In der Praxis steigen die Rüstungsausgaben schneller als die Klimainvestitionen. Während Haushalte mit CO₂-Steuern und Verboten drangsaliert werden, fliegen Kampfflugzeuge und rollen Panzer – emissionsfrei im Klimabuch der EU. Eine parlamentarische Anfrage im EU-Parlament (E-003567/2025) fragt zu Recht: Tragen steigende Militärausgaben zum Green Deal bei? Die Antwort ist offensichtlich: nein. Sie untergraben ihn.

Das ist keine Panikmache, sondern nüchterne Realität. Der Green Deal war von Anfang an ein ideologisches Projekt, das Wohlstand und Energieversorgung opfert. Die Remilitarisierung Europas – getrieben durch geopolitische Realitäten – legt die Heuchelei schonungslos offen.

Frieden wäre der beste Klimaschutz. Stattdessen bekommen wir Kriegskosten plus Green-Deal-Kosten, während die eigentlichen Emissionstreiber (Militär, Industriezerstörung) ausgeblendet werden.

Die Analyse der Columbia University zeigt: Krieg „rearrangiert“ Emissionen – die EU-Politik tut dasselbe mit ihren Zielen.Wer noch glaubt, der Green Deal diene dem Klima und nicht der ideologischen Umgestaltung Europas, der sollte sich die aktuellen Zahlen ansehen. Die Remilitarisierung macht den Green Deal nicht nur teurer – sie macht ihn unmöglich. Und das ist der wahre Skandal.

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7 Kommentare

  1. Lutz Herzer 17. April 2026 um 15:21 Uhr - Antworten

    Der scheinbare politische Widerspruch zwischen Klimaschutz und Kriegsführung, wie er im Beitrag zutreffend thematisiert wird, löst sich im Hinblick auf dominierende imperialistische Interessen der USA schnell auf. Die Energiewende in Europa ist neben der Massenmigration kampffähiger junger Männer einer von mehreren Indikatoren für eine langfristige transatlantische Kriegsplanung, die vorsieht, Deutschland gegen Russland wieder einmal in den Krieg zu schicken.

    Energiepolitisch müssen dazu zwei Vorgaben berücksichtigt werden: die Verminderung der Vulnerabilität der Energieversorgung, indem man z.B. Kernkraftwerke abschaltet, sowie die Beendigung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. Die Sprengung der Nordstream-Pipelines trägt die Handschrift von Kriegsplanern. Eine deutsche Bundesregierung mit Beteiligung der Grünen sah sich gezwungen, umweltschädliche LNG-Terminals zu bauen, damit Putin im Kriegsfall die Gasversorgung nicht unterbrechen kann.

    Die vielen männlichen Migranten könnten zukünftig als Söldner gegen die Russen eingesetzt werden. Damit ein entsprechendes Angebot für sie interessant wird, braucht es lediglich Nahrungs- und Zahlungsmittelknappheit. Wie man sieht, wird daran mit allen Mitteln gearbeitet. Insofern ist die inoffizielle Kriegsvorbereitung weit vorangeschritten.

  2. cwsuisse 17. April 2026 um 14:23 Uhr - Antworten

    Politik ist das Reich der Propaganda und der Lügen. Nichts was über die Lippen der Kriminellen in Brüssel und Berlin kommt ist glaubhaft.

  3. Der Zivilist 17. April 2026 um 13:34 Uhr - Antworten

    Es gibt keinen Klima Killer, nur Killer.

  4. Varus 17. April 2026 um 13:22 Uhr - Antworten

    In Wahrheit ist Krieg ein CO₂-Monster. Eine einzelne Rakete erzeugt etwa 0,14 Tonnen CO₂-Äquivalent – vergleichbar mit 600 Kilometer Autofahrt.

    Außerhalb der Kreise der Klima-Glaubenden:innen dürfte gerade dieser Aspekt der Kriege denkbar egal sein. Eine Rakete kann erzeugen, was sie will – wenn sie nur einen Flugzeugträger des Baboon of Barbaria versenkt…

  5. VerarmterAdel 17. April 2026 um 12:03 Uhr - Antworten

    „Der wahre Klimakiller“ oder der wahre Schwachsinn? Was soll ein Klimakiller sein?

  6. local.man 17. April 2026 um 10:32 Uhr - Antworten

    Kriege die nicht gewonnen werden sollen, sondern nur solange wie möglich geführt.
    Nicht das ich jetzt Sieggeil wäre..
    Es geht hier eher um die Gesamtsicht.

    Kriege führen wir ja nicht, sie werden irgendwo aus der Machtpyramidenspitze heraus gemacht.
    Kriege waren schon immer ein ganz tolles Mittel der Macht, um ihren Willen durchzubringen, oder bestehende Bedrohungen dieser Macht zu zersetzen. Die Herrschenden lieben ihre Kriege, sie selbst gehen da als Sieger hervor, egal wie es auf dem Schlachtfeld steht. Und danach wird i.d.R. wieder aufgebaut. Die Großkonzerne sind wieder im Besitz der Kreise, die am Krieg verdient haben und diesen erzeugt.

    Es muss nicht mal der angegriffene offene Feind sein, der das wahre Ziel ist.
    Dieser Feind der aufgebaut wird, dient dann als Werkzeug um etwas zu legitimieren und dabei ganz andere Dinge zu erreichen, die den wahren Zielen dienen. Z.B. einem Systemwechsel und sich den Agenden anzunähern, würde mir da aktuell einfallen.
    Jedoch läuft dieser Krieg ja nicht nur konventionell irgendwo anders ab, also mit Bomben, Kugeln und Panzern. Durch Propaganda und Änderungen an Gesetzen und Einführung bestimmter Pflichten, Normen, oder Verschlechterungen bei Versorgung, Soziales uvm., läuft dieser hybride Krieg schlussendlich gegen die Menschen selbst im Lande ab. Da wir global sind und uns vertreten lassen durch supranationale(überstaatlich) Organisationsstrukturen(wem dienen diese ist die Frage?), wird entsprechend gleich ein Länderverbund bis hin zu Kontinent erfasst.

    Und der Krieg ist ja nur die eine Seite. Der andere Anteil heute, ist der verdeckte Krieg der die ganze Zeit gegen uns alle läuft. Die Herrschenden brauchen ihre eID, ihr eGeld, ihre Überwachung und Kontrolle, um ihre Macht gegen die 8 Milliarden Menschen zu verteidigen.
    Da die Leute dies nicht freiwillig mitmachen, kommen wieder Mittel der Krisen und Kriege ins Spiel.

    Man erzwingt also am Ende die Herrschaft und stellt diese feudale System dann als Normalzustand dar. Wohl wird diese Herrschaft dann über moderne Mittel wie KI und Robotik laufen.
    Und das Ziel uns zu Cyborgs machen zu wollen, ist auch ein Teil des ganzen Games.

    Alles hängt wiedermal mit allem zusammen und ist übergeordnet ein Werkzeug, ein Machtmittel.
    Die Geschichte ist voll mit diesen Mustern und Systembrüchen, die sich nicht deckungsgleich wiederholen, aber ähneln, da die Zeiten nur anders sind.
    Im Kern geht es immer um dasselbe, Macht und Kontrolle von Wenigen, die immer so tun, als dürften sie das. Aber es gibt kein Anrecht auf Herrschaft und wir sind auserkoren und der Rest ist Vieh-Denkweise.

    Demokratie als Wunsch der Masse, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Nur ist diese Demokratie nicht mit so einem System kompatibel. Der Beweis läuft gerade.

  7. triple-delta 17. April 2026 um 9:51 Uhr - Antworten

    Als Erstes sollte man sich von der Sprache des Imperiums lösen – Klimakiller.
    Als Zweites sollte man sich um sprachliche Klarheit kümmern. Die Verknüpfung bzw. synonyme Verwendung von Klima und Umwelt stellt eine bewusste geistige Verwirrung dar.
    Das Klima exisitert in der Realität nicht, die Umwelt schon. Also kann man sich zwar um den Umweltschutz bemühen, aber nicht um den Klimaschutz. Besser noch wäre es, wenn man sich um den Naturschutz kümmerte, denn die Umwelt ist menschenbezogen und muss nicht für die Natur gleichermaßen gelten.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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