Neuer WHO-Vorstoß für digitale Impfpässe

25. März 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) baut ihre digitalen Gesundheitssysteme weiter aus. Eine neu Initiative arbeitet am globalen, digitalen Impfpass – ein Pfizer-Investor arbeitet mit.

Diese Woche hat die WHO gemeinsam mit Stiftungen und NGOs eine dreijährige Initiative für ASEAN-Staaten gestartet. Dabei sollen die Papier-Impfpässe zu „sicheren interoperablen Digital Health Wallets“ übergehen. Zunächst sollen digitale Versionen des International Certificate of Vaccination or Prophylaxis (ICVP, bekannt als „Gelber Impfpass“) eingeführt werden, später Routineimpfungen, Mutter-Kind-Gesundheitsdaten und schließlich umfassende persönliche Gesundheitszusammenfassungen.

Pikanterweise ist Österreich hier (wieder einmal) weiter als die WHO und die asiatischen Staaten. Man knüpft direkt an die Covid-Politik und die dort aufgebaute Infrastruktur an, als man mit dem „Grünen Pass“ QR-Codes für Reisen, Arbeit und Alltag eingeführt hatte. Die WHO übernahm 2023 das EU-Digital-COVID-Zertifikat (EU DCC) und baute daraus das Global Digital Health Certification Network (GDHCN) auf. Das EU-Werk geht nun an die ASEAN-Staaten von Südostasien. Aber schon heute sind über 75 Länder beteiligt.

Eine Stimme dazu von der Temasek Foundation: „Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Gesundheitsdaten vertrauenswürdig, verifizierbar und mit den Menschen reisen können.“ Die Wallets sollen Papierakten ersetzen und mit dem aktualisierten Internationalen Gesundheitsreglement (IHR) kompatibel sein.

Die US-Journalistin Natalie Winters weist auf Interessenkonflikte hin. Die Temasek Foundation gehört zum Umfeld des Staatsfonds Temasek Holdings, der 2020 250 Millionen US-Dollar in BioNTech investierte. Das aktuelle WHO-Projekte zeige, wie Covid-Politik dauerhaft institutionalisiert werden. Pilotprojekte in Südostasien könnten als Blaupause für globale Standards dienen. Spieler der Pandemieindustrie sitzen dabei mitten am Tisch.

Winters dazu weiter:

Die Pilotprogramme werden in den ASEAN-Ländern starten, mit dem Ziel zu zeigen, wie diese digitalen Systeme auf nationaler Ebene skaliert und schließlich an globale Standards angepasst werden können. Dieser regionale Fokus ist bemerkenswert, wenn man Temaseks Position innerhalb eines umfassenderen asiatischen Politik- und Investitionsnetzwerks bedenkt, das häufig als Brücke zwischen westlichen Institutionen und stärker zentralisierten Rahmenwerken für die digitale Governance fungiert.

Das erklärte Ziel ist Interoperabilität. Das praktische Ergebnis ist ein System, in dem persönliche Gesundheitsdaten übertragbar und standardisiert werden und zunehmend in die Identität selbst eingebettet sind.

Sobald diese Infrastruktur vorhanden ist, stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie dazu genutzt werden kann, den Zugang zu Reisen oder Dienstleistungen davon abhängig zu machen. Die Frage ist vielmehr, wer entscheidet, wann und wie sie genutzt wird.


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4 Kommentare

  1. Dorothea 26. März 2026 um 8:12 Uhr - Antworten

    In Zukunft ist es weiterhin egal, wenn man ohne Reisepass in Österreich einreist, Hauptsache ein Impfpass am Handy. Und wenn Max Mustermann draufsteht …

    • Gabriele 26. März 2026 um 13:01 Uhr - Antworten

      Hier wurde von einer Schulklasse berichtet, mit welchen eine „Zeitzeugin“ über die – ich nehme an 50er-Jahre aufwärts – und ihr Leben gesprochen hat. Einige Kinder schrieben dazu, wie gut es ihnen gefallen hätte – besonders, dass sie sich so einen „alten Impfpass“ anschauen durften… das braucht keinen weiteren Kommentar…

  2. VerarmterAdel 25. März 2026 um 14:14 Uhr - Antworten

    „Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Gesundheitsdaten vertrauenswürdig, verifizierbar und mit den Menschen reisen können“

    Es gab nur nie eine COVID-19-Pandemie, weil es gar Coronavirus gibt.

    • Gabriele 25. März 2026 um 14:48 Uhr - Antworten

      Wissen Sie, es gab aber die Opfer, die gar nichts von Ihrer ständigen Beteuerung über die Nicht-Existenz von Viren haben und auch künftig nicht haben werden… Oder glauben Sie tatsächlich, morgen wird die Welt sich vor dieser Ihrer (persönlichen) Meinung endlich verbeugen und alles wird gut? Es würde absolut gar nichts ändern.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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