Das Jahrhundert der Energieerzeugung

12. Dezember 2025von 4 Minuten Lesezeit

Viele sagen, das 21. Jahrhundert sei das Jahrhundert der Informationstechnologie. Ich stelle die These auf, dass es das Jahrhundert der Energieerzeugung werden wird.

Ich argumentiere, dass die nächsten 100 Jahre – von 2025 bis 2125 – die Ära der nuklearen und daraus abgeleiteten Energieerzeugung werden, da der explosionsartige Anstieg des globalen Energiebedarfs durch Technologien wie Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI), die Übergang zu „sauberer Energie“, Entsalzung von Wasser sowie die Reinigung von Luft und Boden nur durch zuverlässige, skalierbare und emissionsarme Quellen wie Kernenergie gedeckt werden kann. Diese These basiert auf aktuellen Trends, Prognosen und den bekannten physikalischen Grenzen alternativer Energien.

Deutschland hat wieder einmal das Gegenteil des Notwendigen getan und wird auch dadurch in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Entwicklung des Energiebedarfs

Die Menschheit steht vor einem Energiehunger, der historisch beispiellos ist. Automatisierung und KI sind hier die Haupttreiber: Bis 2030 könnte der globale Stromverbrauch von Datenzentren – die das Rückgrat von KI bilden – auf 945 Terawattstunden (TWh) verdoppeln, was etwa dem Verbrauch eines großen Landes wie Deutschland entspricht. In den USA allein machen Datenzentren derzeit 4 % des Stromverbrauchs aus, und Prognosen sehen eine Verdopplung bis 2030 oder sogar eine Steigerung auf bis zu 12 %. Goldman Sachs schätzt, dass der Bedarf an Rechenleistung für KI bis 2030 um bis zu 165 % steigen wird, was eine massive Elektrifizierung erfordert. Automation in Industrie und Alltag – von Robotern in Fabriken bis zu autonomen Fahrzeugen – verstärkt das: Die globale Elektrifizierung wird den Strombedarf bis 2060 um 120 % steigern, wobei der Anteil an der Gesamtenergie von 21 % auf 43 % klettert.

Wer das verhindern will ähnelt jenen „Maschinenstürmern“ welche einst die Umstellung von Manufakturen in Fabriken versuchten zu verhindern. Verhinderung, statt Auseinandersetzung mit der Technologie und den gesellschaftlichen Folgen.

Hinzu kommt der Übergang zu „sauberer Energie“: Die Dekarbonisierung von Verkehr, Heizung und Industrie erfordert eine Elektrifizierung, die den Bedarf weiter pusht. KI kann diesen Übergang zwar optimieren – z. B. durch bessere Netzsteuerung oder effizientere Infrastrukturplanung –, aber sie verbraucht selbst enorm viel Energie und könnte die Kosten für andere Sektoren in die Höhe treiben. Selbst wenn der Hype über „menschengemachte Klimakrise“ beendet werden sollte, wird der Trend zur Elektrifizierung so schnell nicht aufzuhalten sein, weil einfach zu viele Gründe außer jemen mystischen CO2, in die gleiche Kerbe schlagen.

Noch dramatischer wird es bei Umwelttechnologien: Die Entsalzung von Meerwasser, essenziell für wasserarme Regionen, verbraucht bereits heute 205–361 TWh pro Jahr global, was 0,4–1,3 % des Weltstroms ausmacht. Aber ich sage voraus, dass dies nur der Anfang ist. Es werden neue Technologien benötigt, um die Wasserressourcen, welche durch Fracking, Industrieabwässer, lnadwirtschaftliche Übernutzung, usw. langsam aber sicher verseucht werden, aufzubereiten, so dass früher oder später nicht nur Meerwasser behandelt werden muss, sondern auch ganz normales Grund- und Oberflächenwasser.

Aber auch Luft und Boden müssen gereinigt werden. Die Reinigung von Luft und Boden ist energieintensiv: Technologien wie Soil Vapor Extraction (SVE) oder thermische Remediation erfordern Pumpen, Heizung und Belüftung, die bei großskaligen Projekten (z. B. Sanierung kontaminierter Böden) Megawatt an Leistung verbrauchen. Globale Cleanup-Programme, wie Superfund-Stellen in den USA, schlucken bereits Milliarden an Energie, und mit zunehmender Umweltverschmutzung wird das skalieren.

Welche Rolle spielen „alternative“ Energiequellen dabei?

Erneuerbare Energien sind essenziell, aber sie reichen nicht für den Grund-Bedarf. KI-Datenzentren brauchen 99,999 % Verfügbarkeit – Ausfälle kosten Millionen. Entsalzung und Reinigungsprozesse brauchen konstante, hohe Leistung – nicht stundenweise Spitzen. Ohne eine stabile Quelle droht ein Engpass, der Innovationen bremst und Kosten explodieren lässt. Solar und Wind schwanken; Batterien sind teuer und ressourcenintensiv. Der Übergang zu sauberer Energie selbst erfordert mehr Strom: Elektrifizierung von Fahrzeugen und Industrien könnte den globalen Bedarf verdreifachen.

Nuklearenergie nur Übergangstechnologie

Als Übergangslösung bis zur Serienreife von Fusionsreaktoren bieten sich bereits vorhandene Technologien für die nächsten 20 bis 30 Jahre an. Moderne Kernkraftwerke laufen rund um die Uhr, mit Auslastungsfaktoren über 90 %, ideal für KI und Automation. Sie können Datenzentren direkt versorgen, wie es Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft planen. Aber schon innerhalb einer Generation werden Fortschritte wie Thorium-Reaktoren oder Fusionsenergie (die aus nuklearen Prinzipien entsteht) den Bedarf decken, ohne Abfallprobleme.

Fazit

Es ist vollkommen unverständlich, wie Deutschland versuchen konnte, den „Verkehr und Heizung zu elektrifizieren“, ohne dabei zu berechnen, welchen Energiebedarf das erfordert. Voll funktionsfähige und sichere Kernenergie wurde aus ideologischen Gründen zerstört, die Weiterentwicklung der Technologie verhindert, und stattdessen auf Lastenfahrräder gesetzt. Und anscheinend sollte der Energiebedarf reduziert werden, indem die energieintensive Industrie aus dem Land geekelt wird.

Wenn ich eine Verschwörungstheoretiker wäre, würde ich sagen, das konnte nur Gehirnen entspringen, welche Deutschland als Industrieland vernichten wollten.

Bild: Wikipedia


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3 Kommentare

  1. Sabine Schoenfelder 12. Dezember 2025 um 21:56 Uhr - Antworten

    Mehr Menschen, mehr Internet. Es liegt AUF DER HAND, daß unser Energiebedarf ständig wächst. Dazu sind keine prophetischen Talente nötig.
    Nebenbei müssen ‼️Vernunft und wissenschaftliche Aufrichtigkeit beim Thema ENERGIE in den totalen Vordergrund getragen werden. Es dürfen keineswegs egoistische, machthungrige Interessen verschiedener Gruppierungen, wie es von Anbeginn der Menschheitsgeschichte der Fall war, den globalen Energiehaushalt bestimmen.
    Denn keine Technologie funktioniert ohne Energie. Kein Lebewesen existiert ohne Energie.
    Dabei sind „Erneuerbare Energien“ n i c h t essenziell, sondern immer nur NISCHENPRODUKTE, unrentabel, teuer, umweltschädlich. Die dümmste Generierung von Energie. Kernfusion ist ein Zukunfts t r a u m, der noch l a n g e nicht verwirklicht werden wird, wenn überhaupt !
    KERNENERGIE wird neben nicht versiegenden „fossilen“ Energieträgern, die so lange „nachwachsen“ wie die Erde besteht, die Energie der Zukunft sein.

  2. Patient Null 12. Dezember 2025 um 13:57 Uhr - Antworten

    Es ist eigentlich ziemlich einfach, die kapitalistische Wirtschaft funktioniert so, daß das was fehlt irgendjemand anfängt herzustellen, weil er da eine Marktlücke wittert. Wenn der Staat aus ideologischen Gründen eingreift schnürt er die Wirtschaft ab. Genau das sehen wir jetzt. Energie hat einfach genug da zu sein. Technisch ist das ja auch kein Problem.

    Ich bin auch dafür weniger Kohle zu verbrennen, nur kann man das erst machen wenn Alternativen da sind. Der richtige Witz dabei, wir verbrennen grad wieder mehr Kohle und importieren Atom, damits kein Blackout gibt. Und teurer wirds auch noch.

  3. Jan 12. Dezember 2025 um 13:33 Uhr - Antworten

    Einspruch! Die Analyse ist richtig, überschätzt aber die Machbarkeit. Sie fokussiert auf den Bedarf, nicht auf das Ganze – und die Folgen der Spritzerei sind auch ausgeklammert.

    Wenn die Folgen schlimmer sind als gedacht, entsteht eine Kontraktion, die Produktion und Verteilung von Kohlenwasserstoffen unrentabel machen wird.

    Wenn die Kontraktion nicht kommt, reichen die verfügbaren Ressourcen nicht aus und es kommt etwas später zu einer Kontraktion.

    Fusion und nukleare Option werden überschätzt! Sie erreichen einen Anteil am Energiemix von knapp 5%. Das auf das 20-fache zu skalieren, ist nur sehr wenigen Staaten möglich und erfordert Zeit, die wir nicht haben.

    Dazu kommt: Fusion und Nuklear sind extrem komplexe Technologien, die eine universelle Verfügbarkeit von Hilfstechnologien erfordert. Wo sind die Chips, wenn Taiwan fällt? Wo der Beton, wenn vor wenigen Monaten beinahe eine von zwei europäischen Glasfabriken ins Nirwana gegangen wäre und wir keine Düngemittel mehr erzeugen können? Wo die Kredite, wenn Degrowth unleugbar wird und den Gebern klar ist, dass sie ihr Geld nie wieder sehen? Negativzinsen? Viel Spaß! Zur Erinnerung: Die Deutschen können weder einen Flughafen noch einen Hauptbahnhof bauen!

    Es wird nicht lange dauern und ein Opfer wird vor die Presse treten und weinen und sagen: Ich habe das alles nicht gewusst und nie verstanden und bin manipuliert worden! Es tut mir so leeeid!

    Dann werden die Frauen sagen: Tu was! Und die Männer werden das Baby auf dem Arm halten und sagen: Papi/Opi wird dir jetzt etwas zu essen besorgen, mein Schatz, keine Angst!

    Das ist die conditio humana. Nach mir die Sintflut ist eine Illusion. Je schneller uns das klar wird, desto mehr Möglichkeiten bleiben uns.

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