Kernenergie in Deutschland: Träumerei oder realistische Perspektive?

2. Februar 2025von 12,7 Minuten Lesezeit

Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich gegenwärtig in der schlimmsten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte. Die Industrieproduktion geht bereits seit 2018 zurück, immer mehr Industriebetriebe gehen insolvent oder wandern ins Ausland ab. Das hat natürlich auch Folgen für die Beschäftigten. Der gesellschaftliche Wohlstand schrumpft, die Armut nimmt rapide zu und die Infrastruktur zerfällt.

Hauptursache für diese Entwicklung sind die hohen Energiepreise, die wiederum durch die Energiewende hervorgerufen wurden.[1]

Die Gesellschaft ist durch ideologische Grabenkämpfe zerrissen und kaum in der Lage, angemessen auf diese Krise zu reagieren. Angesichts eines extrem polarisierten Wahlkampfes besteht auch bei kritischen nichtwoken Linken die Tendenz, die Reihen hinter den Parteien zu schließen und wichtige Erkenntnisse der letzten Jahre zu vergessen.

Dies zeigt sich besonders deutlich beim Thema der großen Energiekrise. Hatte zum Beispiel Sahra Wagenknecht noch vor Gründung ihres BSWs vorsichtig mit der Kernenergie geliebäugelt, so lehnt sie diese nun wieder kategorisch ab und setzt ausschließlich auf Erneuerbare.[2] Überhaupt ist von der großen Energiekrise bei ihr kaum noch die Rede. Das einzige Problem seien die Russland-Sanktionen, also die Unterbrechung der Gaslieferungen.

Dabei wird diese Haltung noch nicht einmal von der Wählerschaft des BSW goutiert: Nach einer aktuellen Umfrage von Civey sind 68,4% der Wähler des BSW für die Kernenergie und nur 24,2% dagegen.[3] Da das BSW kaum Mitglieder hat, dringen diese Stimmungen offenbar nicht zur Führungsebene durch. Die Nachdenkseiten geben nun dieser angegrünten BSW-Führung Flankenschutz. NDS-Chefredakteur Jens Berger will in einem Artikel nachweisen, dass die Kernenergie keinen Beitrag zur Lösung der Energiekrise leisten könne.[4] Sie sei viel zu teuer. Ist dem wirklich so?

Teure Neubauten

Tatsächlich gab es große Kostenüberschreitungen bei den westlichen Neubauprojekten der Kernkraftwerke Hinkley Point, Flamanville, Olkiluoto und Vogtle. Sie kamen vor allem durch eine Verlängerung der Bauzeiten zustande.

Allerdings sind Kernkraftwerke nicht die einzigen Großprojekte, wo dies passierte. Ganz im Gegenteil sind solche Entwicklungen heute im Westen eher die Regel als die Ausnahme. Erinnert sei an die Fälle Elbphilharmonie, Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) und Stuttgart 21. Diese Entwicklung ist ein Anzeichen für einen allgemeinen gesellschaftlichen und industriellen Niedergang des Westens, wo einzelne Firmen durch Schattenbanken wie Blackrock auf Maximalprofit getrimmt werden, während die gesamtgesellschaftlichen Folgen nicht interessieren. Bei Großprojekten ist es für Baufirmen am profitabelsten, möglichst langsam zu bauen, denn eine Einstellung des Baues ist nach dem Start kaum mehr möglich.

Ein weiteres Problem ist die Einschaltung von Unterauftragnehmern, die häufig wiederum andere Firmen beauftragen. So können zwar insbesondere Lohnkosten eingespart werden, aber gerade im Baugewerbe geht offenbar bei diesen Konstrukten leicht die Übersicht verloren.

Hinzu kommt, dass in den letzten Jahrzehnten in Europa keine Kernkraftwerke gebaut wurden und Konstruktionswissen deshalb verloren gegangen ist. Die Kernkraftwerke Hinkley Point, Flamanville und Olkiluoto sind erste Exemplare der neuen Reaktorlinie EPR, also des europäischen Druckwasserreaktors. Dieser gilt als overenginiert. Im völlig vergeblichen Versuch, die Grünen für die Kernenergie zu gewinnen, wurden zahlreiche zusätzliche Sicherheitsmechanismen implementiert, die die Reaktoren nicht sehr viel sicherer, aber im Bau sehr viel teurer machten.

Trotz der zugegebenermaßen exorbitant gestiegenen Baukosten halten sich die Stromkosten von neuen Kernkraftwerken durchaus noch im Rahmen, so betragen sie bei Olkiluoto 3 46,50 € pro Megawattstunde (MWh), also 0,0465 € pro kWh.[5] Deshalb kann nicht die Rede davon sein, dass durch die Kernenergie aufgrund des in der EU gültigen preistreibenden Merit-Order-Prinzips die Strompreise insgesamt steigen würden (mehr dazu siehe unten).

Russland und China sind zudem durchaus noch in der Lage, Kernkraftwerke im projektierten Zeitraum von 5 Jahren zu bauen. Die BRD war in den 80er Jahren ebenfalls noch dazu in der Lage. Das letzte ans Netz gegangene Kernkraftwerk Isar 2 wurde sogar mehrere Monate früher fertiggestellt als geplant.

Es bestünde also durchaus die Option, die Sanktionen aufzuheben und Kernkraftwerke aus Russland schlüsselfertig zu ordern. Dann wären die Kosten weitaus geringer. Die modernen russischen Kernkraftwerke der Reaktorlinie WWER sind sogar nochmal um Größenordnungen sicherer als die europäischen EPRs.

Keine globale Renaissance der Kernenergie?

Angeblich gebe es bei „nur“ 61 Neubauten von Kernkraftwerken keine Renaissance der Kernenergie. Das scheint mir doch sehr weit hergeholt. Die meisten Reaktoren werden laut World Nuclear Industry Status Report[6] in Russland (6) und China (29) gebaut, daneben aber auch in der Türkei (4), Ägypten (4), Bangladesch (2), Indien (6), Südkorea (2) und Japan, Pakistan und Iran (je 1). Demgegenüber nimmt sich die Bauaktivität in Europa mit je 2 neuen Reaktoren in Frankreich und Großbritannien in der Tat bescheiden aus.

Es kann auch nicht die Rede davon sein, dass sich die Renaissance der Kernenergie auf Russland und China beschränken würde.

Auf der Ebene der Reaktoren bauen Russland und China zusammen genommen 35 Reaktoren, alle anderen Länder zusammen 26. So ergibt sich ein recht ausgewogenes Bild. Neue Kernkraftwerke entstehen weit überwiegend in den Wachstumspolen der Weltwirtschaft, fast nur in Asien und zu 75% in BRICS-Ländern. China wird im Jahr 2030 das Land mit den meisten Kernreaktoren weltweit sein und damit die USA überholt haben. Pro Jahr sollen mindestens 10 weitere Reaktoren in Betrieb gehen.

Für die Aussage, dass die russischen und chinesischen Kernkraftwerke nur deshalb so preiswert gebaut werden können, weil diese Abteilung der entsprechenden Staatunternehmen durch eine andere Abteilung quersubventioniert wird, die für Nuklearwaffen zuständig ist, gibt es keinerlei Belege. Das ist auch unplausibel, denn die hohen Kostenüberschreitungen bei westlichen KKWs kommen durch die langen Bauzeiten zustande. Solche gibt aber bei russischen und chinesischen Kernkraftwerken nicht. Je mehr Kernkraftwerke die Nuklearunternehmen der beiden Länder bauen, desto schneller werden sie. China kann inzwischen bei fast jedem Bauvorhaben die Fünfjahresfrist einhalten, Russland wird auch bedeutend schneller, weil inzwischen die nach Zusammenbruch der Sowjetunion entstandenen partiellen Investitionsruinen abgearbeitet sind. Dabei handelt es sich um Kernkraftwerke, deren Bau nach 1991 aus Geldmangel abgebrochen und in den letzten Jahren mit neuer Technologie wieder aufgenommen wurde.

Häufig wird dem sehr hohen Zubau an erneuerbaren Energien in China der relativ geringe an Kernenergie gegenübergestellt. Solche von Grünideologie geprägten Aussagen missverstehen aber die chinesischen Planungen zur Stromerzeugung.

Aktuell wird noch mehr als 60% des chinesischen Stroms durch Kohlekraftwerke erzeugt und es werden immer noch neue gebaut (siehe Grafik).[7] China will bis 2030 das CO2-Maximum erreicht haben und bis 2060 CO2-Neutral werden. Im geplanten Strommix spielen die beiden erneuerbaren Energien Windkraft und Photovoltaik eine wichtige Rolle. Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung sollen jedoch die Grundlast sicherstellen. Dabei muss betont werden, dass moderne Kernkraftwerke selbstverständlich lastfolgefähig sind. Fachleute wie Fritz Vahrenholt halten einen solche Strategie durchaus für realistisch und die Stromkosten für beherrschbar. Insbesondere Kernkraftwerke können die sehr volatile Stromproduktion der Erneuerbaren ausregeln.[8]

Die deutsche Energiewende ist deshalb so teuer, weil sie auf 100% Erneuerbare setzt. Je mehr sich der Anteil der Erneuerbaren 100% nähert, desto mehr steigen die Kosten und zwar exponentiell (Netzausbau, Redispatch, Reservekraftwerke, Wasserstoff-Strategie etc., siehe unten). Die noch notwendige konventionelle Stromerzeugung wird in Deutschland durch CO2-Zertifikate künstlich verteuert, die Bevölkerung hierdurch bewusst verarmt[9] und die Industrie wandert ab.

An der chinesischen Strategie ist immer noch problematisch, dass die Landschaft durch Windkraftanlagen zerstört, Vögel, Fledermäuse und Insekten in großem Ausmaß getötet werden. Bei einer stärkeren Nutzung der Kernenergie wäre das nicht erforderlich.

Kritiker mögen auch einwenden, dass es keine Belege für die schädliche Wirkung des CO2 gibt. Aber China hatte aufgrund der globalen Kräfteverhältnisse zu Beginn der 00er Jahre keine andere Wahl, als das ihm vom Westen aufgezwungene CO2-Narrativ zu akzeptieren. Es war und ist auch dazu gedacht, die Industrialisierung von Entwicklungsländern zu verhindern.

Inzwischen nutzt China das CO2-Narrativ ebenfalls als Waffe im innerimperialistischen Konkurrenzkampf mit dem Westen. Dass sich Europa durch den Klimawahn selbst entleibt, kommt der chinesischen Industrie durchaus gelegen.

Wiedereinstieg unmöglich?

Angeblich sei eine Wiederinbetriebnahme der deutschen Kernkraftwerke technisch nicht mehr möglich und eine Laufzeitverlängerung der französischen und US-Amerikanischen exorbitant teuer.

Es gibt eine Studie der Radiant-Group, die das Gegenteil besagt.[10] Das wichtigste Argument der Gegner des Wiedereinstiegs ist, dass es keine Brennelemente für diese Reaktoren gäbe und sie nicht mehr hergestellt werden können. Das ist falsch. Die US-Firma Westinghouse wäre innerhalb von 6 Monaten in der Lage, neue Brennelemente für deutsche Kernkraftwerke zu liefern. Auch in Deutschland gibt es noch eine aktive Brennelementefabrik in Lingen und eine Fabrik zur Urananreicherung in Gronau. Das hierfür benötigte Uran muss keinesfalls aus Russland geliefert werden, was übrigens noch nie der Fall war. Es könnte auch aus Kanada und Australien kommen, oder direkt in Deutschland gefördert werden. Im Erzgebirge existieren nämlich noch riesige ungenutzte Uranreserven.

Die Lieferketten für Komponenten von Kernkraftwerke sind in Deutschland noch nicht völlig verschwunden, da einige Firmen beim Bau der EPRs tätig sind. Sind noch Pläne für diese Komponenten vorhanden, könnten sie schnell eingescannt und dann mit Hilfe von CAD-Software ohne aufwendige Neuentwicklung relativ kostengünstig produziert werden.

Durchaus problematischer ist die Frage des Personals. Wenn aber sozusagen ein „Ruck durch Deutschland“ geht und ein hypothetischer Bundeskanzler im Interesse der Allgemeinheit an die in Rente gegangenen ehemaligen Kraftwerker appelliert, ihr Wissen an kommende Generationen weiterzugeben, würden sie sich dem weit überwiegend nicht verschließen. Dies erst recht nicht, wenn die entsprechenden Tätigkeiten gut bezahlt werden.

Richtig ist aber auch: Je länger eine solche Wende auf sich warten lässt, desto unwahrscheinlicher und teurer wird sie.

Der Energieökonom Björn Peters stellt einen Plan für den Wiedereinstieg Deutschlands in die Kernenergie vor.[11] Eine Gesetzesänderung im Atomgesetz dahingehend, dass eine kommerzielle Nutzung der Kernenergie wieder erlaubt wird, reicht aber bei weitem nicht. Denn die Politik in diesem Bereich ist völlig unberechenbar. Selbst wenn eine neue Bundesregierung die kommerzielle Nutzung der Kernenergie erlaubt, könnte eine Grüne Nachfolgeregierung diese wieder verbieten. Es ist verständlich, dass unter diesen Umständen niemand in die Kernenergie investieren will. Björn Peters schlägt deshalb vor, den Stromversorgern eine Staatsgarantie für die Nutzung der Kernenergie von mindestens 20 Jahren zu geben. Diese würde jedoch nur bei einem erneuten Atomausstieg schlagend werden.

Die Kosten für die Wiederinbetriebnahme von 9 Kernkraftwerken betragen nach der Radiant-Studie etwa 20 Milliarden Euro und sind damit durchaus beträchtlich. Dem steht jedoch ein weit höherer Nutzen gegenüber.

  1. Erlöse für die Stromversorger in Höhe von bis zu 10 Milliarden Euro pro Jahr, mit denen sie ohne weitere Subventionen den Neubau von weiteren Kernkraftwerken finanzieren können.
  2. Mindestens Halbierung des Börsenstrompreises aufgrund des Merit-Order-Mechanismus, weil die besonders teuren Gaskraftwerke weniger häufig angeworfen werden müssen. Damit auch Senkung des Verbraucherstrompreises.
  3. Rückgang des Preises für CO2-Zertifikate und damit weitere Verbilligung der Energie in Deutschland in Höhe von 10 bis 30 Milliarden Euro.
  4. Dadurch Verbilligung der Energie in Europa in Höhe von weiteren 20 bis 40 Milliarden Euro.
  5. Zunahme der Industrieproduktion. Wesentlich höhere Steuereinnahmen, damit keinen Grund für Sozialabbau.

Dieser Plan sieht für den Neubau keinen bestimmten Reaktortyp vor. Es ist keineswegs zwingend, sich für den besonders teuren EPR zu entscheiden.

Staatsgarantien sind eine Möglichkeit für den Wiedereinstieg Deutschlands in die Kernenergie. Vielleicht würden sie auch von den Marktfundamentalisten der AfD akzeptiert. Andere Möglichkeiten wären eine staatliche Betreibergesellschaft, wie es sie auch in Russland und Frankreich gibt, die jedoch die AfD aufgrund ihres Dogmas „Privat vor Staat“ kategorisch ablehnen dürfte.

Die Kosten der Energiewende

Bleibt es jedoch bei der Energiewende, also der Strategie 100% Erneuerbare, kommen in den nächsten Jahren horrende Kosten auf uns zu: Netzausbau, Redispatch, Gaskraftwerke, Wasserstoffwirtschaft, Zwangstausch aller Heizungen, direkte Subventionen der Betreiber durch das EEG etc. Haferburg kommt auf Kosten der vollständigen Umstellung auf Erneuerbare von 1 Billion Euro, Vahrenholt sogar auf 2 Billionen.[12] Bei diesen horrenden Kosten, die der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahren aufgebürdet werden sollen, würden sich die Kosten für die Wiederinbetriebnahme der deutschen Kernkraftwerke in Höhe von 20 Milliarden und die angeblichen Kosten der Ertüchtigung der französischen Kernkraftwerke in Hohe von 100 Milliarden Euro geradezu als Schnäppchen erweisen.

Fazit

Der Wiedereinstieg in die Kernenergie scheitert in Deutschland nicht an technischen Problemen oder an überbordenden Kosten. Er scheitert noch nicht einmal an der Ablehnung der Bevölkerung. Denn nach der oben erwähnten Civey-Studie wird sie von 66,7% der Bevölkerung befürwortet.

Er scheitert ausschließlich an Unwillen der politischen Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke und BSW. Manche Parteien wie die Linke und das BSW haben das Grüne Anti-AKW-Dogma geschluckt. Andere wiederum sind gegen die Kernenergie, weil sie mit den Grünen eine Koalition eingehen wollen. So kann eine 15%-Partei die Politik Deutschlands diktieren. Dies ist freilich nur möglich, weil sie die Interessen wichtiger US-Milliardäre vertritt.

Die AfD ist zwar in Worten für die Kernenergie. Allerdings ist sie weit von einer Regierungsbeteiligung entfernt. Ihr Marktradikalismus lässt zudem daran zweifeln, dass sie sich ernsthaft für die Wiederinbetriebnahme der alten und den Bau von neuen Kernkraftwerken engagieren wird.

Deshalb wird Deutschland aller Voraussicht nach stur an der gescheiterten Politik der Energiewende festhalten. Der gesellschaftliche, ökonomische und sozialen Niedergang des Landes ist dann wohl kaum noch aufzuhalten.

[1] Zum Verlauf der großen Energiekrise siehe Jan Müller: Die große Energiekrise in Europa – Teil 1, TKP, 14.12.2024, im Internet: https://tkp.at/2024/12/14/die-grosse-energiekrise-in-europa-teil-1/, abgerufen am 31.01.2025

[2] Vgl. Jan Müller: Die Energiepolitik der Parteien – Teil 1: Das BSW, TKP, 21.01.2025, im Internet: https://tkp.at/2025/01/21/die-energiepolitik-der-parteien-teil-1-das-bsw/, abgerufen am 31.01.2025

[3] Vgl. Björn Peters: Deutschlands Energiekrise: Rückkehr zur Kernenergie?, YouTube, 29.01.2025, im Internet, https://www.youtube.com/watch?v=o-KEBwUpmhM, Min 31:00, abgerufen am 31.01.2025

[4] Vgl. Jens Berger: Zurück zum Atom? Energiepolitische Tagträumereien im Wahlkampf, Nachdenkseiten, 28.01.2025, im Internet: https://www.nachdenkseiten.de/?p=127923, abgerufen am 31.01.2025

[5] Vgl. Dirk Engelkaut: Olkiluoto 3: Finnlands EPR geht ans Netz, Nuklearia, 09.03.2022, im Internet: https://nuklearia.de/2022/03/09/olkiluoto-3-finnlands-epr-geht-ans-netz/, abgerufen am 31.01.2025

[6] World Nuclear Industry Status Report: Nuclear 2024 in Numbers: Fewer Countries Building New Reactors, 21.01.2025, im Internet: https://www.worldnuclearreport.org/Fewer-Countries-Building-New-Reactors, abgerufen am 31.01.2025

[7] Stromproduktion nach Energiequellen in China, Wikipedia, in Internet: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Electricity_production_in_China.svg&lang=de, abgerufen am 31.01.2025

[8] Vgl. KI Qwen2.5-Max, persönliche Kommunikation, im Internet: https://huggingface.co/spaces/Qwen/Qwen2.5-Max-Demo, abgerufen am 31.01.2025

[9] Die Grüne Journalistin Ulrike Herrmann propagiert massive Konsumeinschränkungen für die Normalbevölkerung, Robert Habeck setzt sie um.

[10] Vgl. Studie: Neun deutsche Kernkraftwerke reaktivierbar, Nuklearia, 05.12.2024, im Internet: https://nuklearia.de/2024/12/05/studie-neun-deutsche-kernkraftwerke-reaktivierbar-2/, abgerufen am 31.01.2025

[11] Vgl. Björn Peters: Deutschlands Energiekrise: Rückkehr zur Kernenergie?, YouTube, 29.01.2025, im Internet, https://www.youtube.com/watch?v=o-KEBwUpmhM, abgerufen am 31.01.2025

[12] Vgl. Jan Müller: Die große Energiekrise in Europa – Teil 1, TKP, 14.12.2024, im Internet: https://tkp.at/2024/12/14/die-grosse-energiekrise-in-europa-teil-1/, abgerufen am 31.01.2025

Titelbild: Kann reaktiviert werden. Das Kernkraftwerk Philippsburg. Bild von 2018.


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Jan Müller, geboren 1971, ist Soziologe und lebt in einer Stadt in Hessen.


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19 Kommentare

  1. ARK 13. Februar 2025 um 14:25 Uhr - Antworten

    Es handelt sich und handelte sich schon immer um eine subventionierte Energieform. Nicht nur wurde die Entwicklung hauptsächlich staatlich finanziert, auch der Betrieb wird durch die Deckelung der durch die Betreiber abzuschließenden Haftpflichtversicherungen subventioniert. Aber da die Stromkonzerne nun den Mühlstein der Beaufsichtigung des Atommülls auf unbestimmte Zeit, an den Staat ausgelagert haben, wittern sie Morgenluft. Selbst der alte „geschlossene Brennstoffkreislauf“, der in Deutschland in Wackersdorf und Kalkar seine Denkmäler hat, wird neu als „russisches Atomwunder“ beworben.
    Zu diesen uralten Argumentationen der Kernenergiediskussion kam durch Corona eine neue Frage dazu: Warum sollte die Atomlobby vertrauenswürdiger als die Pharmamafia sein?

  2. van Grunz 4. Februar 2025 um 15:50 Uhr - Antworten

    Die gleich 2x zitierte „nuklearia.de“ ist nach allem Anschein nach ein Lobbyistenverein, der Stimmung pro Atomkraftwerke machen soll. Bei aller Schlüssigkeit in dem Artikel von Herrn Müller, aber mit diesem Hintergrundwissen kriegt er doch ein „Geschmäckle“. Darauf weist übrigens auch Herr Berger hin.

  3. palman 2. Februar 2025 um 19:57 Uhr - Antworten

    Werter Autor et al. – NUR nochmals in aller Kürze: – Die SIEGER-Mächte (WK II) haben den DEUTSCHEN (BRD/DDR) die EINHEIT (1990) echt NICHT g e s c h e n k t – folglich KERN-Kraft aus FRANCE (just „57“ Meiler / etl. neu geplant) für die quasi auch „Europäische GRUND-Last“ sowie das „Gerd“-GAS aus OST (plus z.T. US-LNG) für die „Gas- und Dampf-Turbinen“-Kraft-Werke („GuD“-KW auf Wiki gucken) !!??!!

    Letztere ALLEIN können nämlich n u r die „schwankenden“ ENERGIE-Einspeisungen vom „LUFT- und LICHT-str.-oem.-ung.-s-FIRLEFANZ quasi „just-in-time“ aus-g l e i c h e n !!??!!

    Als Ich dies, dem Sinn nach, vor „CorINna“ mal auf SPON gepostet hatte, floppte „sofortestens“ eine EXXON-Werbe-SKIZZE mit der „GuD“-Einheit, den DREH-Sternen und LICHT-Platten auf meinem „Schirm“ auf !!! ;-)))

    P. S.: – die sog. „SiegerMächte-VerEinbarungen“ sollen angebl. bis ins Jahr „20-99“ (!!!) reichen – tja, da staunt der Laie und wundert sich der FachMann ;-)

  4. local.man 2. Februar 2025 um 18:42 Uhr - Antworten

    Kernkraft ist um ein Vielfaches effektiver und dabei gar nicht so schädlich wie verbreitet wird, als alles andere was aktuell zur Verfügung steht.
    Mit den neuesten KKWs um so mehr. Mit weiterer Forschung, sind Dual Fluid Reaktoren sogut wie startklar. Es werden schon irgendwo in Afrika dafür Testreaktoren gebaut, weil es hier nicht mehr zugelassen wird.
    Diese übersteigen den Nutzen, Ausbeutung noch weiter und senken die Gefahren im Grunde auf 0, mal abgesehen von Sabotage oder direkte Angriffe.
    Russische neueste Anlagen bringen Reaktoren hervor, die mit den Abfällen der anderen Anlagen, weiter Energie und Wärme erzeugen.
    Und diese KKWs sind in allen Verhältnissen weit überlegen. Energieeffizinz, Erntefaktoren, Lebensdauer, zuverlässig egal wie das Wetter ist usw.

    Es ist einfach nicht gewollt, mehr nicht. Die Deutschen werden niedergehalten wie eh und je..

    • Andreas I. 7. Februar 2025 um 12:04 Uhr - Antworten

      Hallo,
      ,,Mit weiterer Forschung, sind Dual Fluid Reaktoren so gut wie startklar.“

      Als realistische Stromerzeugung kann das diskutiert werden, wenn es einen (!) real funktionierenden Flüssigreaktor gibt.
      Alles andere entspricht dem einen Wort im Titel dieses Artikels, Träumerei.

  5. Marc Dzaebel 2. Februar 2025 um 14:25 Uhr - Antworten

    Ein wertvoller Beitrag für eine ggf. essentielle Frage. Ich möchte die Aussage von Jan Müller noch dahingehend unterstützen, dass auch in Europa mehr KKW-Planungen bestehen, als nur in Frankreich und GB. Schweden, will bis 2033 zwei neue bauen, Polen 4, Finnland 3, Ungarn 2, Tschechien mehrere, Rumänien 2, Niederlande mehrere und Estland erwägt den Einstieg in die Kernenergie und prüft den Bau von Small Modular Reactors (SMR). Deutschland ist hier offenbar weltweiter Geisterfahrer.

    Neben den 100-fach höheren Kosten bei Windkraft (1-2 Billionen gegen 20 Milliarden für KKW) sind grundlegende physikalische Überlegungen (wie bei Corona die Übersterblichkeit) wichtig. Der sog. Erntefaktor (Investierte minus geerntete Energie) ist selbst mit langjährigen Lagerkosten rund 10-100 mal so hoch wie bei Windkraft (entspricht dem Holz sammeln) und bei neueren Technologien ggf. noch höher. Die Energiedichte (Energie pro Fläche) ist so dermaßen niedrig, dass man ganz Deutschland vollpflastern könnte aber nicht die notwendige Energie hätte (sondern etliche Umweltprobleme).

  6. Jan 2. Februar 2025 um 13:39 Uhr - Antworten

    Wenn der hohe Strompreis hausgemacht ist, muss man die Fehler nur berichtigen – anstelle Milliarden zu investieren, um das Gleiche zu erhalten, wie wenn man die Fehler nie gemacht hätte!

    Kernkraft ist eine sehr schmutzige Technologie und Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern ein eng besiedelter Raum. Wenn man die ganzen Prozesse samt Aufbereitung an den Rhein holen möchte, gibt es etliche Risiken, an denen das Projekt auch scheitern kann. Russland bereitet Brennstäbe nicht im Zentrum von Moskau auf. Importe aber erzeugen Abhängigkeiten. Und die Akzeptanz? Erinnert sich niemand an die Castor-Proteste? An die Schachtanlage Asse?

    Aus meiner Sicht ist es unmöglich, mit Kernkraft die gesamte Primärenergie zu ersetzen. Unser Problem ist heute das Wegbrechen der Primärenergie, nicht die Stromproduktion – die hausgemachten Fehler kommen nur on Top. Es gibt halt Leute, die einen Teil der Wertschöpfung gerne für sich hätten. Solchen darf man keinen Raum geben. Das Grundproblem ist ein Absinken der Rohstoffe und ein Anwachsen des Bedarfs.

    Zum Rückgang von Primärenergie gibt es eine ganze Wissenschaft, die kräftig ignoriert wird – es steht halt keine Lobby dahinter. Zu den Beiträgen der Systemtheorie zum Thema gehört, dass ein Verlust von zur Verfügung stehender Energie zu einem Verlust technischer Komplexität führt. Das bedeutet, es ist damit zu rechnen, dass Kernkraftwerke, wenn sie in 10 Jahren dann stehen, Probleme mit Ersatzteilen, mit Fachleuten und sicheren Lieferketten bekommen werden.

    Außer „Blödsinn“ zu schreien ist den Propagandisten noch nichts besseres eingefallen. Oja, die ganze Mathematik ist ungültig, weil Herr R. sich ihrer auch bedient hat? Dieses Argument findet sich seit Jahren auf tkp. Der Austausch von Logik durch Kontaktschuld.

    Dabei lässt sich dieser Ansatz historisch sehr schön nachweisen. Gibts auch alles. Steht nur nicht auf Wikipedia. Damit ist dann das Ende der Recherchefähigkeit erreicht.

  7. hansgb-42 2. Februar 2025 um 12:58 Uhr - Antworten

    Bevor man seine Meinung zut Kernenergie abgibt sollte man sich erst einmanl informieren.
    Zb. Kernkraftwerk Philipsburg
    -die Brennelemente stehen in einem Stahlbehälter mit einer Wandstärke von 150 mm (einhudertundfünfzig Millimeter)
    -der Stahlbehälter ist unten geschlossen
    die Brennelement sin eigensicher.
    die Bauart des Reaktors hat eine 16 fache Reduntanz, (3 Netzbetriebene Hauppumpen, 3Batterie betriebene Notpumpen, 3 Dieseilagreate die Strom für weitere Notpumpen, Regelstäbe mit automatische Abschaltung, Wasserbehälter über dem Behälter mit der Wassermenge des Behälters kann der Rektor soweit abgekühlt werden das kein Schaden entstehen kann. Wenn alle Maßnahemen versagen sollten kann mit einspritzen von Brom die Kettenreaktion unterbrochen werden)
    1998 kostete 1Kw 20 Pfennig.

    • rudifluegl 3. Februar 2025 um 2:49 Uhr - Antworten

      150mm Stahl? Na und. auf den Behälter wird nicht von innen geschossen, der kann weggeschmolzen werden wie nichts.
      Wenn Ihre anderen Sicherheitsangaben auch so bemessen sind wie ein unten geschlossener Stahlbehälter, dann gute Nacht.
      Aber ich glaube schon, dass die sich stark verbessert haben. In der Theorie!
      An die Zuverlässigkeit der Anlagenbauer glaube ich aus eigener Erfahrung nicht.
      An zentralistische Großkonzerne noch weniger.
      An deren philantropischen Neigungen auch nicht.
      Auf die Unabhängigkeit von solchen Konzernen, darauf folgend, am wenigstens.
      An das theoretischen Risiko das so mit keiner anderen Technologie verbunden ist schon.
      An Grenzen von Komplexität an die man sich besser hält, auch.
      An Experten glaube ich wahrscheinlich erst, wenn mir eine Gen Spritze zugefügt wird und ich mir denke ist eh schon wurscht!.
      Außerdem gibt es noch eine Unzahl von Möglichkeiten, bezüglich Umgang mit Energie.
      Atomkraft mach offenbar ein wenig phantasielos.
      Da bricht die eierlegende Wollmilchsau beim braven Bürger durch!

    • Andreas I. 7. Februar 2025 um 12:12 Uhr - Antworten

      Hallo,
      ,,Wenn alle Maßnahemen versagen sollten kann mit einspritzen von Brom die Kettenreaktion unterbrochen werden“

      Und wenn das auch versagt, z.B. weil es keinen externen Strom gibt und die Steuerdrähte der Notstromaggregate von Mardern zerknabbert wurden oder irgendwelche ,,dummen“ Sachen, wo Möchtegerngötter nie drauf kommen würden, dann ist der Schaden angerichtet.
      Und selbst wenn keine plötzliche Katastrophe stattfindet, bleibt Müll mit beachtlichen Halbwertzeiten.
      Immer wenn Menschen glauben, sie wären Götter …

  8. hansgb-42 2. Februar 2025 um 12:58 Uhr - Antworten

    Bevor man seine Meinung zut Kernenergie abgibt sollte man sich erst einmanl informieren.
    Zb. Kernkraftwerk Philipsburg
    -die Brennelemente stehen in einem Stahlbehälter mit einer Wandstärke von 150 mm (einhudertundfünfzig Millimeter)
    -der Stahlbehälter ist unten geschlossen
    die Brennelement sin eigensicher.
    die Bauart des Reaktors hat eine 16 fache Reduntanz, (3 Netzbetriebene Hauppumpen, 3Batterie betriebene Notpumpen, 3 Dieseilagreate die Strom für weitere Notpumpen, Regelstäbe mit automatische Abschaltung, Wasserbehälter über dem Behälter mit der Wassermenge des Behälters kann der Rektor soweit abgekühlt werden das kein Schaden entstehen kann. Wenn alle Maßnahemen versagen sollten kann mit einspritzen von Brom die Kettenreaktion unterbrochen werden)
    1998 kostete 1Kw 20 Pfennig.

  9. Günter Bauer 2. Februar 2025 um 11:05 Uhr - Antworten

    Stakeholder + Shareholder regieren die Welt
    Geschäftsmodell Corona
    Geschäftsmodell Rüstung
    Geschäftsmodell „Energiewende“
    …..

  10. Pfeiffer C 2. Februar 2025 um 9:50 Uhr - Antworten

    Kernenergie in Deutschland: Träumerei oder realistische Perspektive?

    Deutschland stieg nicht nur aus der gefährlichsten, sondern auch aus einer der teuersten Energieerzeugungsarten aus:

    Seit 1950 bis 2010 sind in Deutschland mehr als 200 Milliarden Euro in Atomstrom verpulvert worden. Mehr als in jede andere Energieform.

    Dazu kommen noch die Kosten für die Endlagerung, Störfälle und Unfallgefahren. Berücksichtigt man diese Kosten, ist Atomkraft eine der teuersten Möglichkeiten der Energieerzeugung. Mit dem schon angehäuften strahlenden Müll werden die heutige Gesellschaft und zukünftige Generationen belastet. Für die Entsorgung des Atommülls bezahlt (=Gegenwart & Zukunft) der Steuerzahler vier Fünftel der Kosten. Die exorbitanten Gewinne (=Vergangenheit) strichen dagegen allein die Betreiber ein.

    Erinnerung an den Dokufilm I’m so sorry (Frankreich/Hongkong/Niederlande 2021):

    Der chinesische Regisseur Zhao Liang besucht fünf Orte, die mit der Nutzung von Atomkraft zusammenhängen, darunter Tschernobyl und Fukushima.

    Die Orte und die Landstriche, die Dörfer, Siedlungen, Wälder, Felder, Steppen, um die es in Zhao Liangs „I’m So Sorry“ geht, sind fast ausnahmslos mit Warntafeln markiert. Es sind Places not to be – verbotene Orte –, die infolge eines Unglücks oder einer Katastrophe durch radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlen verseucht sind. Es sind dies meist verlassene Orte, oder gar Un-Orte, an denen die DNA des Lebens derart durcheinandergeraten ist, dass den Menschen das Verbleiben und Verweilen nicht zu empfehlen ist. Ihre Namen – Fukushima, Tschernobyl, Ende, Greifswald, auch den des finnischen Onkalo und des in Weißrussland gelegenen Vesnova – kennt man aus aufgeregten Zeitungsberichten, Radio- und Fernseh-Nachrichten der letzten Jahrzehnte.

    Das alles wäre vielleicht weniger beeindruckend, wenn Zhao Liang auf der Tonspur nicht das einbrächte, was in diesen Bildern stumm bleibt: Das aus ihnen verschwundene menschliche Leben: Menschenstimmen und Kinderlachen, das Freizeichen des Telefons. Immer wieder zu hören ist auch – mal leiser, mal lauter – das Knattern des Geigenzählers, der hier sozusagen den Takt angibt. Subtiler lässt sich der Horror Vacui – diese „Angst vor der Leere“, die sich immer durch eine Absenz, das Nicht-Vorhandensein von etwas definiert, – in einem Film kaum darstellen.

    • Jan Mueller 3. Februar 2025 um 13:49 Uhr - Antworten

      Ein Endlager wäre schnell gefunden, wenn die Grünen ein ernsthaftes Interesse daran hätten, das Problem zu lösen und nicht es zu bewirtschaften. Die Kosten für die Endlagerung sind längst bezahlt. Denn die Betreiber haben Rückstellungen gebildet, die inzwischen eine Höhe von mehreren Dutzend Milliarden Euro erreicht haben. Diese Gelder wurden in den Bundes-haushalt übernommen und für andere Zwecke ausgegeben. Für beides sind die Betreiber nicht verantwortlich zu machen.
      Alles anderen „Argumente“ von Ihnen sind unbelegte Behauptungen.

  11. Andreas I. 2. Februar 2025 um 9:39 Uhr - Antworten

    Hallo,
    Artikelautor Jan Müller gibt vor, über die Kosten zu reden, aber die Kosten für die Entsorgung / Lagerung des radioaktiven Mülls kommen in seinem Artikel nicht vor.
    Das Gesundheitsrisiko Radioaktivität → Krebs, welches m.E. der Hauptgrund für die mehrheitliche Ablehnung von Kernspaltung ist, kommt in seinem Artikel ebenfalls nicht vor.
    Die ,,Impfung“ ist sicher, die ,,Kernenergie“ auch, ja ja.

    Russland ist groß, wenn da ein Gebiet von der Größe er BRD evakuiert und abgesperrt werden müsste, bliebe noch genug übrig. :-p

    • Jan Mueller 3. Februar 2025 um 13:55 Uhr - Antworten

      Das ist typische für Kernenergiegegner: Im Ursprungsartikel von Jens Berger ging es um die angeblich zu hohen Kosten der Kernenergie. Darauf bin ich eingegangen. Jetzt wird mir reflexhaft vorgeworfen, nicht die anderen Anti-AKW-Argumente berücksichtigt zu haben. Zwar hängt alles mit allem zusammen, aber das Thema Kernenergie ist komplex und die Einwände kann man nicht mit einigen Propagandaphrasen abtuen. Auf weitere Gegenargumente zur Kernenergie bin ich unter anderem hier eigegangen: https://backup.freielinke.net/redaktion-fl/2021/06/alternativen-zum-great-reset

      • Andreas I. 7. Februar 2025 um 12:33 Uhr

        Hallo,
        nun, ich lasse mich immer gerne eines besseren belehren, was gibt es schöneres als dazu zu lernen, also:
        Wenn Sie sich so ins Thema eingearbeitet haben und wenn Sie der Überzeugung sind, dass ,,die Argumente der Kernkraftgegner“ falsch seien, hier das Argument der Kosten für den radioaktiven Abfall, dann müssten Sie doch belastbare Zahlen haben, die ,,die Argumente der Kernkraftgegner“ widerlegen.
        Und selbst wenn es keine belastbaren Zahlen geben sollte, sondern einerseits Zahlen der Kernkraftlobby und andererseits Zahlen der Kernkraftgegner und man davon ausgehen kann in welche Richtung welche Zahlen übertrieben und untertrieben sein mögen … aber wenigstens irgendeine halbwegs sachliche Diskussionsgrundlage müsste es geben.

        Und dann wäre mehr Sachlichkeit in der Diskussion um die Kosten und es bliebe nur noch das klitzekleine Problemchen, dass Radioaktivität Krebs erzeugt und Menschen seit Menschengedenken Fehler machen und m.E. deswegen Menschen nicht mit dem 4-Mrd-Jahre-Halbwertzeit-Feuer spielen sollte. Zauberlehrlinge mit Uran.

  12. OMS 2. Februar 2025 um 8:48 Uhr - Antworten

    Grüne Ideologie kostet eben! So lange Strom aus Wind und Sonne nicht entsprechend auf Vorrat gespeichert werden kann um Stromflauten auszugleichen, so lange wird das nichts. Gas-, Kohle- und Atomstrom kann man entsprechend des Bedarfs regeln, was bei den sogenannten Erneuerbaren nicht geht. Man sollte keinen Krieg und Kriegswaffen finanzieren, sondern nach entsprechend neuen Speichertechniken forschen lassen. Ich bin da zuversichtlich, da vor 100 Jahren es auch noch kein Internet und keine Mobiltelefone gab. So lange muss man sich eben mit herkömmlichen Kraftwerken begnügen.

    • Rumpelstilz 2. Februar 2025 um 14:06 Uhr - Antworten

      Ich wiederhole mich mal wieder:

      Ein Baum kann sich selbst mit Hilfe der Sonnenenergie (mehrfach) reproduzieren; das ist zwar nicht „erneuerbar“ (anderer Baum!), aber „nachhaltig“; um nicht zu sagen „positiv“.

      Analog gilt für mich eine Technologie als „nachhaltig“, wenn sie sich selbst reproduzieren kann; ein Kohlekraftwerk mit allem drum und dran (Hochofen etc.) kann mit seinem Energie-Ausstoß zwar keine Kohle zum eigenen Betrieb herstellen (oder nur in zu geringen Mengen), aber, wenn es lange genug läuft, ein weiteres, gleiches Kohlekraftwerk, ebenfalls mit allem drum und dran. Auch zwei oder drei, was die Bilanz überhaupt erst positiv macht. Das wissen wir, weil es passiert ist. Und ein jeder sagt, das sei nicht „erneuerbar“ – was ja gerade der Witz ist. Genau darum geht es ja.

      Also: Kann ein „erneuerbares“ Wind- bzw. Solarkraftwerk das auch, ohne „Quersubvention“ durch fossile und nukleare Energie? Ist die Gesamt-Energiebeilanz eines Wind- bzw. Solarkraftwerkes überhaupt positiv?

      Erst wenn ein Wind- bzw. Solarkraftwerk, über seine Betriebszeit hinweg, sich mit allem drum und dran, von der Mine bis zur Entsorgung materiell selbst reproduzieren kann (und noch ein wenig Energie zum allgemeinen Verbrauch übrig hat), ist es in meinen Augen „nachhaltig“ und somit positiv; ansonsten ist es per Saldo ein (Fremd-) Energieverbraucher.

      Ich kenne bis heute keine Solarzellenfabrik, die ausschließlich mit Energie aus Solarzellen betrieben wird, noch eine Windturbinenfabrik, die ausschließlich mit Energie aus Windturbinen betrieben wird. Gibt es so etwas?

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