UK weitet die digitale ID schon aus

16. Oktober 2025von 4,1 Minuten Lesezeit

In Großbritannien wird die digitale ID zur Pflicht, um arbeiten zu können. Schon jetzt werden weitere Funktionen besprochen – etwa: Ohne eID kein Bier im Pub.

Es hat nicht lange gedauert. Zunächst hieß es: Wer arbeiten will, wird eine digitale ID brauchen. Angeblich will man so gegen illegale Einwanderung nach UK vorgehen. Dieses Argument verschwindet aber schnell und man diskutiert weitere „Funktionen“, die die digitale ID, die „Brit Card“, übernehmen könnte.

So könnte der digitale Personalausweis künftig Bedingung werden, damit sich junge Pub-Besucher ein Bier kaufen dürfen. Das ist ein aktueller Vorschlag. Der digitale Ausweis soll demnach die „Vielzahl physischer Dokumente” ersetzen, die derzeit zum Nachweis des Alters verwendet werden. So der der neueste Vorschlag für die Anwendung der „Brit Card“, und es wird sicherlich nicht die letzte Funktion bleiben.

Aber die Pläne der Regierung stoßen auf enorme Kritik – ob man es schafft, sie umzusetzen, ist noch Inhalt einer politischen Auseinandersetzung. Der britische Boulevard berichtet aktuell über die Kontroverse:

Kritiker warnten, dass die Verwendung einer zentralisierten digitalen Datenbank zum Nachweis des Alters der Regierung ermöglichen könnte, „intrusive” Informationen über Einzelpersonen zu sammeln, einschließlich der Überwachung ihrer Bewegungen und Trinkgewohnheiten.

Der ehemalige Tory-Kabinettsminister Sir Gavin Williamson sagte, diese Idee sei ein weiterer Beweis dafür, dass ein „Big-Brother-Ansatz” die Agenda der Labour-Partei in Bezug auf digitale Ausweise vorantreibt.

„Mit jeder neuen Information wird immer deutlicher, dass die Reichweite, der Umfang und die Eingriffe, die die Regierung plant, immer größer werden”, sagte er.

„Ob es nun darum geht, dass die Regierung Sie auf dem Weg in eine Kneipe verfolgt, Ihre Einkäufe überwacht oder möglicherweise Ihre Bewegungen überwacht, es ist zutiefst beunruhigend.

Was geht es die Regierung an, zu überwachen, wo Menschen ein Bier kaufen? Das ist aufdringlich und gefährlich – die Regierung sollte sich aus dem Leben der Menschen heraushalten.

Nichts davon wird etwas gegen illegale Arbeit ausrichten – es erhöht nur die Einmischung des Staates in das Leben gesetzestreuer Bürger.”

Der konservative Abgeordnete Greg Smith warnte, dass es nur ein „kleiner Schritt“ sei, wenn die Regierung eine Datenbank mit Informationen darüber anlege, wo eine Person ihre digitale ID zum Kauf von Alkohol oder Zigaretten oder zum Platzieren einer Wette verwendet habe, und Beamte dann ein Profil ihres Lebensstils erstellten.

Er warnte, dass die schleichende Ausweitung der von Ministern vorgeschlagenen Anwendungen für digitale IDs „unheimliche Auswirkungen“ auf die bürgerlichen Freiheiten haben könnte.

Der genaue Umfang digitaler Ausweise bleibt unklar. Die Minister behaupten, der Plan sei notwendig, um illegale Arbeit zu bekämpfen und haben versprochen, digitale Ausweise bis zur nächsten Wahl zur Voraussetzung für die Aufnahme einer Beschäftigung zu machen.

Sie haben jedoch bereits signalisiert, dass das System in Zukunft in weitaus größerem Umfang genutzt werden soll.

Eine von fast drei Millionen Menschen unterzeichnete Petition gegen digitale Ausweise wurde von den Ministern abgelehnt. Sie versprachen, deren Einführung bis zum Ende des Jahrzehnts voranzutreiben.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie, dass das System letztendlich zum „Boarding Pass zur Regierung” für die Bürger werden würde.

Das Ministerium erklärte, dass sie für den Zugang zu einer Vielzahl von öffentlichen Dienstleistungen genutzt werden könne, darunter für die Beantragung von Sozialleistungen und die Zahlung von Steuern.

Es wurde auch vorgeschlagen, dass digitale Ausweise für altersbezogene Zwecke, einschließlich Alkohol, erforderlich werden könnten.

„Derzeit müssen britische Staatsbürger und Einwohner, wenn sie öffentliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen, eine neue Arbeitsstelle antreten oder beispielsweise Alkohol kaufen, oft eine Reihe von physischen Dokumenten vorlegen, um ihre Identität oder bestimmte Angaben zu ihrer Person nachzuweisen“, heißt es in der Antwort. „Dies ist für den Einzelnen sowohl bürokratisch als auch anfällig für Missbrauch und Betrug.“

Silkie Carlo, Direktorin der Bürgerrechtsgruppe Big Brother Watch, sagte: „Dies hat alle Merkmale eines sehr weitreichenden Systems, in dem wir plötzlich Genehmigungen und eine digitale Lizenz benötigen, um unser tägliches Leben zu führen.“

Nigel Farage, der Vorsitzende von Reform UK, sagte, er würde lieber ins Gefängnis gehen, als sich eine digitale ID zuzulegen.

Er sagte gegenüber GB News: „Bevor man sich versieht, sind alle medizinischen Daten dort gespeichert, wenn man nicht geimpft ist, weil die Regierung der Meinung ist, dass man es sein sollte, und man wird sich als echter Bürger zweiter Klasse wiederfinden.

Ich finde das Ganze entsetzlich. Ich werde keine digitale ID haben. Steckt mich ins Gefängnis, kein Problem. Ich werde keine digitale ID haben, und das meine ich wirklich ernst.“

Bild Number 10Prime Minister Keir Starmer hosts Cabinet meeting (54853523032)CC BY 4.0

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4 Kommentare

  1. weirdo 16. Oktober 2025 um 21:51 Uhr - Antworten

    Dann sind wir mal gespannt, ob es irgendwann wirklichen Wiederstand in GB gibt, denn wenn nicht, dann war das ihre erfolgreiche Blaupause für das restliche Europa.

  2. Karsten Mitka 16. Oktober 2025 um 17:18 Uhr - Antworten

    Solange die Bürger brav mitmachen, können die oben halt machen, was sie wollen.

  3. Patient Null 16. Oktober 2025 um 14:04 Uhr - Antworten

    Es hat nicht lange gedauert

    Stimmt. Einmal aktiviert wird das schnell auf andere Bereiche ausgedehnt egal was vorher gesagt wurde. Ist für Politiker einfach zu verlockend. Ohne große extra Kosten kann der Bürger kontrolliert werden.
    Die Dystopie steht bereits an der Eingangstür.

  4. Josef 16. Oktober 2025 um 12:55 Uhr - Antworten

    Vor langer Zeit waren die Engländer auf der Basis christlicher Ideen Vorreiter in der Abschaffung der Sklaverei. Die christlichen Ideen sind weg. Die Sklaverei kehrt zurück.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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