So richten sich die Sanktionen immer mehr gegen die EU selbst

17. Januar 2023von 4 Minuten Lesezeit

Die EU macht brav das was von den USA vorgeschrieben wird. Den Stiftungen der Rockefellers, Fords, Gates und anderen, die in die Lebensmittelproduktion eingestiegen sind, werden die Beimengung von Grillen in Fertig-Nahrungsmittel ermöglicht. Mit Vorschriften über Wärmedämmung und Energieklassen wird die Enteignung von kleinen Hausbesitzern vorbereitet. Und mit den Sanktionen hat man den USA geholfen ihr eigenes Fracking-Gas zu Premium-Preisen loszuwerden und sie beim Versuch unterstützt Russland zu schwächen.

Geschadet haben EU-Kommission und EU-Bürokraten mit ihrer Politik in erster Linie der Gesundheit und dem Wohlstand der EU-Bürger. Erfreulich allerdings ist, dass die Entwicklung einer multipolaren Welt beschleunigt wird und die Möglichkeit der USA Angriffskriege überall auf der Welt zu führen langsam aber sicher eingeschränkt wird. Das geht offenbar in erster Linie über die Schwächung des Dollars. Und dafür gibt es immer mehr Belege.

Run auf Gold

Kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlichte die Financial Times einen Artikel, in dem sie feststellte, dass die Zentralbanken Gold in einem Ausmaß anhäufen wie seit 55 Jahren nicht mehr. Analysten schätzen, dass im dritten Quartal 2022 fast 400 Tonnen Gold von den Zentralbanken gekauft wurden. Für so viel Gold bräuchte man etwa 16 Sattelschlepper.

Im November bemerkten Händler auf dem Goldmarkt, dass ein riesiger Käufer auf den Markt kam und sehr große Mengen Gold kaufte – ein so genannter „Wal“. Im Dezember wurde bekannt, dass es sich bei diesem Wal um die chinesische Zentralbank handelte. Aber es waren nicht nur die Chinesen, die Gold kauften. Zu den Käufern gehören auch die Türkei, Indien, Usbekistan, Ägypten, Katar und der Irak. Und das sind just Länder, die einen Beitritt zum BRICS+-Bündnis anstreben.

Warum häufen die Zentralbanken Gold auf? Die meisten Kommentatoren sind sich einig, dass dies auf die geopolitischen Turbulenzen zurückzuführen ist. Jonathan Guthrie von der FT beispielsweise argumentiert, dass „Gold die Währung der Angst und des Misstrauens ist“ und dass „der demokratische Westen und der autoritäre Osten inmitten gegenseitiger Beschuldigungen auseinander gehen“. Das ist eine typisch westliche POR-Geschichte, schließlich hatte auch der Dollar laut den Bretton Woods Vereinbarungen Golddeckung, als er zu internationalen Reservewährung wurde. Sie dient als eine neutrale Methode der Bewertung und natürlich als Sicherheit.

Erst 1971 wurde in einem Coup von US-Präsident Nixon die Bindung des US-Dollars an Gold aufgehoben. Nachdem USA, Großbritannien und die EU immer häufiger zum Mittel der Beschlagnahmung fremden Eigentums und vor allem von fremden Währungsreserven greifen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn immer mehr Länder ihre Reserven lieber in Gold statt in Dollar und Euro anlegen.

Bekannt ist auch dass BRICS+ eine neue internationale Währung schaffen will um den Handel unabhängig vom Dollar zu erleichtern. Derzeit wird ohnehin immer mehr in Yuan, Rupie und Rubel gehandelt.

Verkaufsrekorde von russischem Erdgas und Erdöl

Die Sanktionen von USA und EU scheinen sich verkaufsfördernd auf den Handel mit Erdgas und Erdöl auszuwirken. Sie erreichen offenbar das genaue Gegenteil dessen was als Ziel angegeben wird. Der Schaden für die EU ist aber enorm und wird von den USA begrüßt, wenn es nicht ohnehin so geplant war.

Die Ölexporte aus Russland auf dem Seeweg stiegen innerhalb einer Woche auf 3,8 Millionen b/d, den höchsten Wert seit April 2022, schreibt Bloomberg. Das Liefervolumen stieg im Vergleich zur Vorwoche um 876.000 Barrel pro Tag oder 30 %. Russland verkauft zunehmend Öl an einen unbekannten Bestimmungsort (gelb).

Auch im vergangenen Jahr sind die russischen Energieexporte trotz der westlichen Sanktionen gestiegen und haben dem russischen Staatshaushalt Einnahmen in Milliardenhöhe beschert, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Aleksandr Novak am Montag auf einer Regierungssitzung.

Die russischen Ölexporte sollen im neuen Jahr um 7 % zugenommen haben, während die Verkäufe von Flüssigerdgas (LNG) um 8 % zunahmen. Die Ölproduktion stieg gegenüber 2021 um 2 % auf insgesamt 535 Millionen Tonnen.

Auch Reuters berichtet über positive Entwicklungen bei der Produktion von Erdöl und auch von Erdgas.

Insgesamt stiegen die Einnahmen Russlands aus Energieexporten im Jahr 2022 gegenüber 2021 um rund 28 % oder 2,5 Billionen Rubel (36,6 Milliarden US-Dollar).

Der Export von Pipeline-Gas ging jedoch 2022 aufgrund westlicher Sanktionen und der Sabotage der Nord-Stream-1-Pipeline, die im September durch eine Sprengung außer Betrieb gesetzt wurde, um fast ein Drittel zurück.

Moskau hat wiederholt erklärt, dass es bereit ist, die Produktion zu drosseln, wenn es nötig ist, aber nicht mit Ländern zusammenarbeiten wird, die sich der Preisdeckelung angeschlossen haben.


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10 Kommentare

  1. 1150 18. Januar 2023 at 8:07Antworten

    alleine die türkei hat 2022, trotz oder wegen einer inflation von ~ 80%, 264 tonnen gold und 733 tonnen silber angekauft, quelle goldreporter.de vom 16.01.2023.
    die behaupteten goldreserven von 8500 tonnen der usa dürfen zu recht bezweifelt werden, da die letzte erfassung und inventur 1953 geschah und einzig lügen können die usa, wie wir alle wissen.
    die kolportierten 2500 tonnen goldreserven deutschlands werden wohl eher um die 0 tonnen sein.

  2. niklant 18. Januar 2023 at 1:15Antworten

    Was die Amerikaner brauchen, kommt schleichend im eigenen Land auf den Tisch! Das ewige Kriegstreiben kostet unmengen Steuergeld. Während das Volk immer stärker unter den Belastungen der Kriegstreiber-Politiker hungert und ihren Wohnraum unter Brücken verlegt! In der Zwischenzeit wird an einer weiteren Kriegstreiberei mit China geplnkelt! Taiwan wird mit Waffen wie die Ukraine gefüttert um den Krieg auf allen möglichen Seiten zu fördern! Die Waffenhändler der Amis haben Hochkunjunktour. Ganz Nebenbei sorgt die WEF für Nahrungsmangel und schreibt Bauern Verbote durch gekaufte Politiker aus! Die Massenmord-Kampagne der Amis glüht aus allen Rohren! Es wird Zeit, diese Amis aus dem eigenen Land zu werfen und ihre Politischen Ganoven gleich mit.

  3. Hans im Glück 17. Januar 2023 at 19:33Antworten

    EILMELDUNG: Die heilge Gretel in Polizeigewahrsam. How dare you?

  4. Charley 17. Januar 2023 at 18:56Antworten

    Im Gegensatz zu dem, was sie behaupten, importieren die Vereinigten Staaten massiv russisches Öl
    hier nachzulesen:
    https://www.voltairenet.org/article218660.html

  5. Glass Steagall Act 17. Januar 2023 at 18:00Antworten

    Was das Gas und Öl angeht, kennen die USA keinen Freund! Während Europa sich für die USA selbst geißelt, sanieren sich die USA damit. Das ist auch kein Zufall, sondern 100%ig geplant.

    Ich kann ja verstehen, dass einige „gekaufte“ europäische Politiker den USA ständig deren Geopolitik bei uns erfüllen müssen, aber was ist mit den nicht gekauften? Soviele Hornochsen wie wir in Europa sitzen haben kann es gar nicht geben? Wenn Europa geschlossen vorgehen würde, würden die USA ziemlich alt aussehen.

    Ich denke, viele europäische Bürger würden gern wieder russische Energien kaufen! Warum sollen wir für die dämlichen amerikanischen Spinnereien herhalten? Wir wollen günstige Energie und keine Sanktionen aufgedrängt bekommen! Das sollten sich alle Politiker mal hinter die Ohren schreiben! Aber solange die NATO-Propaganda läuft, ist eben nur belesenen Bürgern bewusst, dass wir in Europa verar…. werden!

  6. Glass Steagall Act 17. Januar 2023 at 17:49Antworten

    Speziell Russland und China häufen seit zwei Jahrzehnten Goldreserven an. Sie wissen genau, dass die weltweiten Währungen eines Tages crashen werden. Es wird schon lange vermutet, dass sie dann goldgedeckte Währungen aufsetzen werden, während im Westen finanzielles Chaos herrschen wird.

    Die USA haben wahrscheinlich einen großen Teil ihres Goldes verkauft, um den Goldpreis zu drücken. Das wurde deswegen gemacht, um die westlichen Währungen gegenüber dem Gold nicht zu stark abfallen zu lassen und die Menschen nicht ins Gold flüchten.

    Gleichzeitig horten aber die USA das Gold vieler Länder in ihren Lagern, so dass sie im Ernstfall einfach das Gold der anderen beschlagnahmen. Deutschland ist ein solcher Kandidat und damit völlig den USA ausgeliefert, weil es in der Nachkriegszeit das Gold vor den Russen schützen wollte, aber man es dem wirklichen Feind zur Verfügung gestellt hat … den USA. Dumm gelaufen muss man sagen, denn die rücken das gar nicht oder nur extrem schleppend heraus. Deutschland ist bleibt und bleibt eben ein Vasall.

  7. beunruhigter 17. Januar 2023 at 17:07Antworten

    Wenn ich mir den Graph anschaue dann ist der gelbe mit „unknown“ titulierte Anteil in etwa das was die nördlichen EU Staaten in dieser Jahreszeit üblicherweise an Russland-Ölimpoerten bezogen haben. Das würde bedeuten die entsprechenden EU-Länder beziehen das russische Rohöl trotz Embargo weiterhin, nur eben anonym.
    Das würde jedenfalls gut zum Bild der doppelzüngigen Antirusslandpolitik passen die sich, medial eifrig assistiert, seit Februar 2022 etabliert hat.

  8. Jan 17. Januar 2023 at 14:50Antworten

    Gibt es eine Möglichkeit, auf den Zusammenbruch der EU zu wetten? Ich setze auf maximal zwei Jahre.

    • Nurmalso 17. Januar 2023 at 21:17Antworten

      Lieber Jan, Du sollst nicht wetten sondern lieber tkp was spenden. Heute 5,- und morgen mal 10,- .
      Das sind doch die Nachrichten wert die dich 24 Std. am Tag wach halten.

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