Vom Petro-Dollar zum Petro-Yuan – Saudi-Arabien nähert sich China an

9. Dezember 2022von 2 Minuten Lesezeit

China und Saudi-Arabien haben umfangreiche Investitionsabkommen abgeschlossen. Der nächste Schritt am Weg zum Ende des Petrodollars?

Saudi-Arabien galt bisher als wichtigster Verbündeter der USA im Mittleren Osten. Diese Zeit könnte sich aber dem Ende zuneigen. Denn während des dreitägigen Staatsbesuches einer chinesischen Delegation, angeführt von Präsident Xi Jinping, schloss China mit Saudi-Arabien weitreichende Abkommen ab. Der erste Stein für den Petro-Yuan statt des Petro-Dollars könnte damit gelegt sein.

Neue Partner

Schon am ersten Tag des Besuchs seien 34 Investitionsvereinbarungen unterzeichnet worden, berichtete die offizielle saudische Presseagentur (SPA) am Donnerstag. Die Abkommen betreffen die Bereiche Energie, grüner Wasserstoff, Photovoltaik, Informationstechnologie, Cloud-Dienste, Transport, Logistik, medizinische Industrie, Wohnungsbau und Baufabriken. Laut dem saudischen König Salman und seinem Kronprinzen Mohammed bin Salman drücken die Abkommen das Bestreben aus, die Beziehungen des Königreichs zu China in allen Bereichen, einschließlich Wirtschaft und Investitionen, auszubauen. Die Abkommen sollen einen Wert von fast 30 Milliarden US-Dollar betragen.

Hinter Russland ist Saudi-Arabien der zweitgrößte Öllieferant für China. Das Ziel Chinas dürfte sein, diesen Handel künftig in Yuan abzuwickeln. Auch das „Wall Street Journal“ berichtet entsprechendes. Sollte dieser Deal zustande kommen, würde das erhebliche Probleme für den US-Petrodollar bringen. Die USA versuchen den Besuch runterzuspielen. Der wachsende Einfluss Chinas werde die US-Politik im Mittleren und Nahen Osten allerdings nicht ändern. „Wir sind uns der Einflussversuche bewusst, die China in der ganzen Welt auszubauen versucht“, heißt es aus dem Weißen Haus.

Eiszeit zu den USA

Biden selbst war im Juni in Saudi-Arabien. Damals versuchte er, das Königreich zu überreden, die Ölliefermenge zu erhöhen. Er scheiterte allerdings daran. Stattdessen entschieden die OPEC+-Staaten, unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland, im Oktober, die Fördermenge zu drosseln. Ein Beschluss, der die USA empört hat und seither die Beziehung zwischen den beiden Ländern erheblich belastet.

Schon damals forderten einige US-Senatoren, alle künftigen Waffenverkäufe an Saudi-Arabien zu blockieren. Die neuen Deals zwischen China und Saudi-Arabien beinhalten nun auch militärische Aufträge in der Höhe von vier Milliarden Dollar. Die USA sollen aber der wichtigste Waffenlieferant bleiben. Zumindest vorerst.


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7 Kommentare

  1. Heiko 9. Dezember 2022 at 23:34Antworten

    Die westlichen Titaniker sollten sich schon mal ein flauschiges Plätzlichen neben ihrer Namenspatronin aussuchen und Neoprenanzüge kaufen. Bald gibt es auch keine Eisberge mehr, die man noch rammen kann.

  2. meMO an mich selbst 9. Dezember 2022 at 21:35Antworten

    Also ich finde das richtig geil.

    Die Neocons der USA und Europas schreien nach dem freien Markt und beten ihn an. Wenn er dann aber kommt, dann sind sie beleidigt!
    Schon bizarr, dass ausgerechnet Russland und China dem Westen das Wesen freier Märkte beibringen müssen.

    Ich freue mich drauf, auch wenn es mir wirtschaftlich dadurch schlechter gehen sollte. Aber ohne die Vormachtstellung und den Imperialismus der USA wird es der ganzen Welt insgesamt besser gehen.

    Vielleicht entsteht nach dem Zusammenbruch der EU und der westlichen “Hegemonie” eine neue Chance, gemeinsam und auf Augenhöhe mit Russland all die Ressourcen und Talente unseres vielseitigen Kontinents friedlich zu verknüpfen, den eigenen Nationalstolz zu pflegen und alle anderen zu achten. Wir wären den USA wirtschaftlich, wissenschaftlich, kulturell haushoch überlegen und bräuchten auch China nicht zu fürchten.

    Vor allem hätten wir dann endlich jenen Frieden, den die EU zeitlebens nur vorgaukelt. Weil (gegenseitige) wirtschaftliche Abhängigkeiten eben auch ihr Gutes haben: keiner ermordet denjenigen, der einem das Auto abkaufen soll…

  3. 1150 9. Dezember 2022 at 18:13Antworten

    hoffentlich erlebe ich noch,
    dass chinesische kanonenboote am potomac und an der themse patroullie fahren…………….

  4. Andreas K 9. Dezember 2022 at 17:58Antworten

    Wie bei TKP seit langem vorhergesehen, zeichnet sich nun langsam ein Polsprung (zur polyzentrischen Steuerung der Welt) ab: Immer mehr Indizien deuten in diese Richtung. Gewinner sind unabhängige Staaten, die sicher sein wollen vor den Regime Changes der USA

    • Fritz Madersbacher 9. Dezember 2022 at 20:20Antworten

      @Andreas K
      9. Dezember 2022 at 17:58
      Genau so ist es …

  5. Jan 9. Dezember 2022 at 17:06Antworten

    Danke, dass sich jemand den Themen der Zeit widmet!

    Saudi-Arabien will den BRICSS beitreten: Brasilien, Russland, China, Südafrika und Saudi-Arabien. Diese streben eine eigene Währung an, in der Öl verrechnet werden soll.

    Seit 2019 kann die Ölproduktion die Nachfrage nicht decken. Das bedeutet, die BRICSS werden erst ihren Freunden verkaufen und das meiste Öl gelangt nicht auf den Weltmarkt.

    Wo gibt es noch Öl? Kaspisches Meer, Iran/Irak, Venezuela, Saudi-Arabien.

    Da der Iran ein Abkommen mit China hat, bleiben dem Westen nur der Irak (Assad und Putin?) und Venezuela.

    In Venezuela fehlen 10 Jahre Investitionen, um das Öl aus der Erde zu holen.

    Das US-Fracking ist aus geologischen Gründen erledigt oder steht kurz davor. Eine starke Erhöhung der Fördermengen in den genannten Gebieten ist nicht so einfach möglich, ohne krass zu investieren. Die sinkende Produktivität des Öls lässt dabei nicht genug Spielraum für derartige Investitionen.

    Wer Öl hat, hat Industrieproduktion, Bildung und Militär – und beherrscht die Länder ohne.

    Ich weiß, dass Herr Habeck und Frau Impfrendi das nicht verstehen können. Kloreinigung im Gefängnis ist auch eine wichtige Aufgabe!

    Der Dollar ist aktuell nicht durch Gold, aber durch Öl gedeckt. Wer Dollar hat, kann (konnte) damit jederzeit Öl kaufen.

    Wenn diese Deckung wegfällt, weil der Großteil des Öls in anderen Währungen verkauft wird, könnte dies Probleme mit Verschuldungen in Dollar auslösen – und zu einem Finanzcrash führen.

    Ich weiß, dass die wichtigste Frage in Österreich ist, ob wir wegen einer Maske, die nachweislich nicht gegen Covid, Influenza, Masern und Idiotie hilft, nicht doch die Grundrechte aussetzen wollen.

    Ich bin der Meinung, wir sollten kriminelle Politiker, die unfähig sind, echte Probleme zu benennen und zu lösen, in Haft und in die Wüste schicken.

    Und zwar schnell! Sonst könnte nicht nur unsere Zukunft, sondern unser Leben selbst in Frage gestellt sein.

  6. Fritz Madersbacher 9. Dezember 2022 at 16:34Antworten

    „Saudi-Arabien galt bisher als wichtigster Verbündeter der USA im Mittleren Osten. Diese Zeit könnte sich aber dem Ende zuneigen“
    „Chinese President Xi arrives in Saudi Arabia to much fanfare, unlike the low-key welcome afforded to US President Biden“ (Source: Al Jazeera, 8 Dec 2022)

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