Auf geht’s, Herr Blome!

21. Dezember 2022von 4 Minuten Lesezeit

Viel ist bereits über die Ausgrenzung und die Diffamierung der Ungeimpften geschrieben worden. Viele verbale Entgleisungen sind gut dokumentiert. Doch vielleicht haben wir, bei Lichte betrachtet, einige dieser Wortmeldungen einfach nur falsch verstanden? Vielleicht erweisen sie sich doch als zutreffender, als wir es für möglich gehalten hätten? Eine Glosse.

Eins vorab: nach der Lektüre des Buches von Jens Wernicke und Marcus Kloeckner, fällt mir zu einigen der dort zitierten Wortmeldungen herzlich wenig ein. Wer, wie Jan Böhmermann, Kinder mit „Pestratten“ gleichsetzt, der hat einfach mehr als nur ein paar Ohrfeigen satirische Seitenhiebe verdient.

Und wer mit seinen Wandschmierereien „Ungeimpfte ins Gas“ wünscht, dem wünsche ich von ganzem Herzen einen fairen Gerichtsprozess – am Besten in Nürnberg, wenn das möglich ist.

Über andere Äußerungen dagegen habe ich mich schlussendlich sehr gefreut: Als zum Beispiel ein Wiener Kardinal (ich sage nicht welcher), den Ungeimpften mehr Hirn wünschte, da fand ich das zunächst sehr ärgerlich, bis ich begriff: Was hätte der nette alte Herr den Ungeimpften denn sonst wünschen sollen? Herz? Rückgrat? Das haben sie doch schon!

Ein bisschen mehr Hirnschmalz kann dagegen nie schaden – und sei es nur, um die Hirnzellen zu ersetzen, die beim Tagesschaugucken draufgehen. Von daher: Danke, Herr Kardinal!

Auch die Wortmeldung einer öffentlich-rechtlichen Komikerin, die die Ungeimpften mit dem Blinddarm gleichsetzte, kann nur der als anstößig empfinden, der von Gastroenterologie keine Ahnung hat. Denn anders, als man noch vor Jahren dachte, könnte der Blinddarm durchaus eine nützliche Funktion haben , wenn es beispielsweise darum geht, die nach einem Magen-Darm-Infekt arg gebeutelte Darmflora wieder aufzubauen.

So gesehen wäre der Blinddarm für den Neuanfang zuständig, wenn – Pardon! – die ganze Scheiße erst mal durch ist.

Ich gebe zu, ich habe eine Weile gebraucht, bis ich diese Metapher begriffen habe, aber ich finde sie genial – gut gemacht!

Nur würde ich dafür plädieren, den Blinddarm, vorausgesetzt, er ist nicht entzündet, dort zu belassen, wo er ist, damit er seine Arbeit machen kann. Man muss ihn ja nicht gleich raus schneiden, um ihn allen zeigen zu können.

Apropos Zeigen: Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze brechen für die wahrscheinlich missverstandenste Person der deutschen Öffentlichkeit: Nikolaus Blome. Wie sehr ist dieser Mann dafür gescholten worden, dass er die ganze Republik dazu aufforderte, auf die Ungeimpften zu zeigen! Viele haben es ihm gar übel genommen, dass er zum Zeigen den Finger verwenden wollte. Doch auch hier stellt sich die Frage: Was hätte er denn sonst nehmen sollen? Die ausgestreckte Hand?

Wie schnell folgt der ausgestreckten Hand ein ausgestreckter Arm – und wenn man dann nicht auf den Winkel aufpasst, könnte man glatt (ungewollt) den Eindruck erwecken, man habe aus der deutschen Geschichte nichts gelernt. Ich bin mir sehr sicher, dass Herr Blome diesen Eindruck unbedingt vermeiden wollte. Deswegen der Finger.

Und überhaupt: was ist so falsch daran, auf die Ungeimpften zu zeigen? Was ist so falsch daran, auf die Menschen zu zeigen, die ihren Verstand gebrauchten, während der Verstand der Mehrheit angstummnebelt war?

Was ist so falsch daran, auf die Leute zu zeigen, die ein offenes Herz für die Not und das Leid anderer hatten und sich über staatliche Weisungen hinwegsetzten – einfach, weil ihnen das Wohl ihrer Mitmenschen mehr bedeutete?

Und zuletzt: Was ist so falsch daran, auf die zu zeigen, die (friedlich!) auf die Straße gegangen sind, die Wasserwerfer, Pfefferspray und Polizeigewalt ertrugen, um auf die Missstände in unserem Land aufmerksam zu machen, während so viele andere tatenlos an ihren Schreibtischen verharrten und schwiegen?

Nein, Herr Blome hat, einmal mehr, prophetischen Geist bewiesen, als er die Taten der Ungeimpften ins Bewusstsein der Öffentlichkeit heben wollte. Er hat damit der Pandemiegesellschaft den Spiegel vorgehalten. Und dem SPIEGEL auch.

Sein missverstandenes Zitat sollte ein Buch zieren, in dem die Lebensschicksale der Ungeimpften gesammelt werden. Dieses Buch könnte ein Reservoir an Vorbildern sein, an denen sich spätere Generationen noch ein Beispiel nehmen können. In Zeiten, in denen sich so viele vermeintliche Autoritäten überholt haben, wäre ein solches Buch bitter nötig.

Wer, wenn nicht einer der prominentesten Vertreter des deutschen Journalismus, wäre in der Lage, ein solches Buch zu schreiben?

Von daher: Fangen Sie an, nur Mut!

Auf geht’s Herr Blome!

Bild von Joe auf Pixabay

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12 Kommentare

  1. Matt 21. Dezember 2022 at 20:22Antworten

    Es ist nicht vorbei, das war erst der Anfang. Oxford, neue CO2 Steuer, digitale Kontrolle, Kriegswirtschaft, vielleicht Krieg direkt im Land. Wir haben die Zeit trotz Berufsverbot bei meiner Frau und damit Berufsaufgabe nach 41 Jahren und Verlust meiner Selbstständigkeit, von Freunden und Familie gar nicht zu reden. … Aber ohne die saubere medizinischen Beschreibung genau zu kennen: Was ich jetzt für mich erlebe, würde ich als posttraumatisch beschreiben, ..ich war immer ein „Herzensguter“, nicht zu verwechseln mit Gutmensch, aber mir ist die Freude am Mitmenschen total abhanden gekommen, und die Lebensfteude überhaupt wankt. Warum soll ich für „diese Menschen“ noch Konzerte spielen, warum hab‘ ich für „diese Menschen“ 47 Jahre als Fachkrankenpfleger gearbeitet. Ja die Mehrheit meiner Kinder und selbst die Mehrzahl der Enkelkinder hat sich durchimpfen lassen. ..
    Ich habe erlebt, was ich in diesem Land niemals mehr für möglich gehalten habe. Ja McCarthy Ära, Apartheid, … aber doch nicht hier bei Menschen, denen ich vertraute.

  2. Dr. Rolf Lindner 21. Dezember 2022 at 19:29Antworten

    MITGELÜGELT, MITVERPRÜGELT

    Wer heute noch, trotz aller Klarheit,
    weiter verbreitet nicht die Wahrheit,
    der sollte darum bangen,
    dass er wird mitgefangen,
    denn hoffentlich bald
    sagt der Staatsanwalt:
    Durch Impfen viele Leichen,
    danke, das muss reichen,
    weil es kaum klarer passt,
    Gengiftimpfer in den Knast.
    Das Geld der Kriminellen,
    den Opfern zur Verfügung stellen.

    Allen Coronagötzendienern
    sollte man den Hintern wienern.
    Stelle mir das bildlich vor,
    wenn er da steht, der Jammerchor.
    Wer heut‘ noch obenauf,
    bekommt was hinten drauf.
    Die sich als hohe Herren fühlen,
    müssen sich den Steiß dann kühlen.
    Können dabei noch seien froh,
    dass man versohlt nur ihren Po.

  3. David K. 21. Dezember 2022 at 16:55Antworten

    Ja, bei so manchem Ausspruch habe ich geschmunzelt und auch gedacht, die sprechen ja für uns Pandemieverweigerer oder sagen, daß die Impfung nicht wirkt.

    Erschreckend finde ich aber die Aussprüche, wo es heißt, man möge uns wegsperren, erschlagen usw.

    Bleibt ungeimpft,
    David

  4. Pierre 21. Dezember 2022 at 14:58Antworten

    Ich lese das besagte Buch auch gerade. Vieles kannte ich schon von der Webseite, von der viele Zitate daraus entnommen sind oder aus den Medien.

    Manche Äußerungen haben mich damals wirklich zornig gemacht. Bei anderen musste ich teils Tränen zurückhalten, weil die Äußerungen so boshaft und menschenfeindlich sind.

    Eine Frau Bossetti z.B. ist für mich dabei ein Paradebeispiel für faschistisches, obrigkeitshöriges „Denken“ mit ihrem Blinddarm-Vergleich und ihrer selbstgefälligen angeblichen Überlegenheit.

    Ich hatte vor kurzem zufällig in einer „Comedy“-Sendung noch etwas von ihr gesehen, wo sie praktisch nochmal ihren offensichtlichen Hass bekräftigte und zu rechtfertigen versuchte. Das hat mich wirklich maximal angewidert.

    Insbesondere, dass die ganzen Erkenntnisse der letzten Zeit (keine Immunität, kein Schutz vor Weiterverbreitung, kaum Schutz vor schwerer Erkrankung, massive Nebenwirkungen) an ihr vorübergingen und sie dennoch versuchte, „nachzutreten“, so als wollte sie möglichst verhindern, dass ihr Hassbild gegen die Ungeimpften verblassen würde, wenn sie die Leute nicht weiterhin mit ihrem Narrativ bombardieren würde.

    Unfassbar, was für fiese Menschen es gibt.

    • Andreas I. 24. Dezember 2022 at 22:26Antworten

      Hallo,
      bei solchen wie Bosetti ist symptomatisch, dass sie diejenigen, die für Grundrechte (!) eintreten, z.B. als „weit rechts unten“ bezeichnen und nicht nur den Widerspruch nicht bemerken (dass es Grundrechte aus ganz bestimmten Gründen gibt), sondern auch nicht bemerken, wie sie sich mit dieser Diffamierung einer Menschengruppe selber verhalten.

      Bosetti äußerte sich gegen Ende 2021 so, da war der Menschenversuch mit mRNA-Stoffen bereits angelaufen und dementsprechend gab es bereits die ersten Opfer.
      Also ist das nicht nur eine unfassbare Verhöhnung der Opfer, sondern analog der Sache mit den Grundrechten ist es hier mit dem Nürnberger Kodex. Und auch darum ist es ein Widerspruch, Kritiker als „rechts“ zu bezeichnen, ein so deutlicher Widerspruch, das der auffallen müsste.
      Aber einer Frau Bosetti fiel der nicht auf.
      Von nichts gewusst? Im Internetzeitalter von nichts gewusst?!
      Wohl vor lauter Geld der Gebührenzahler keine Internetverbindung?
      Ne sorry, bei solchen wie Bosetti bin ich auch am 24.12. unversöhnlich, denn solche (und diejenigen, die die vor die Kamera lassen und das dann senden) sind gemeingefährlich.

  5. Tom Reif 21. Dezember 2022 at 14:52Antworten

    Es tut als ungepimpter Mensch natürlich gut so eine feine Glosse zu lesen. Herzlichen Dank dafür. Dennoch beschleicht mich derzeit exponentiell zunehmendes Grauen ob des anhaltenden Ignorierens der politischen Verursacher und ideologischen Rechtfertiger der neoautoritären Massnahmen in der Mikrobenkrise. Und das scheint mir langsam ein Dauerbrummen zu werden. Nicht dass ich erwarte, jemand würde bei mir um Verzeihung bitten. Diese Ehre würde ich ihm garnicht zugestehen. Mir gehts um diese immer tiefere Gravur des sturen Beharrens der Ausgrenzer. Dies macht mir tatsächlich Sorgen.

  6. Die hören nicht auf... 21. Dezember 2022 at 12:32Antworten

    Bei dieser Glosse habe ich mich an den Titel eines Buches wieder erinnert:

    „Täter, Opfer, Zuschauer“

    Das Standardwerk zur Geschichte des Holocausts von Raul Hilberg, einem amerikanischen Historiker und Holocaustforscher mit österreichisch-jüdischer Herkunft

  7. ERich 21. Dezember 2022 at 12:11Antworten

    Wenn ein Mörder bei seiner Tat beobachtet wird, so wird er sehr wahrscheinlich versuchen, den Zeugen auch umzubringen. Nichts anderes geschieht jetzt: die Ungeimpften sind und werden Zeugen dieser mörderischen Gen-Therapie sein, die von den ………gesellen auch noch frecherweise „Impfung“ genannt wird. Will sagen: „der Teufel ist der Mörder von Anfang an“.

  8. Mine 21. Dezember 2022 at 10:48Antworten

    Köstlich, danke. Besonders, die weise Voraussicht, den Zeigerfinger zu wählen. Der hat wirklich aus der Geschichte gelernt.

  9. Hans Im Glück 21. Dezember 2022 at 10:38Antworten

    Ich lese dieses Buch auch gerade und bin fast durch. Ich kann es jedem ans Herz legen! Es dokumentiert den gelebten Neofaschismus der letzten 3 Jahre in einem Land, das doch so viel gelernt hat aus der Geschichte.

    • meMO an mich selbst 21. Dezember 2022 at 11:56Antworten

      Entschuldigung, wenn ich so blöd frage, aber macht das nicht noch depressiver?

      Ich könnte dieses Buch vermutlich nur Seite für Seite lesen – denn nach jeder Seite müsste ich meine Emotionen erst wieder „einfangen“ und mich an einem Tag Pause regenerieren, um für eine weitere Seite gewappnet zu sein…..

      Ich sehe doch schon jeden Tag, was sich abspielt. Noch mehr davon und in gebündelter Form ertrage ich einfach nicht.

      • rudi & Maria fluegl 21. Dezember 2022 at 17:11

        Das alles stumm ohne Reflexion, Diskussion, Wissenserweiterung über sich ergehen lassen?
        Ich glaube das klappt nicht!

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