So sponsern Pharma-Firmen die Impf-Ausbildung von Ärzten

28. November 2022von 3 Minuten Lesezeit

Ärzte müssen sich weiterbilden, eine Verpflichtung zur Fortbildung ist im Ärztegesetz (ÄrzteG §49) verankert. Mittlerweile wird das offenbar zu einem größeren Teil von der Pharmabranche übernommen und bezahlt. Zum Beispiel sponsern den E-Impfkongress der Österreichischen Gesellschaft für Infektiologie und Tropenmedizin (ÖGIT) gleich sechs Pharmafirmen.

Auf der Webseite der Ärztekammer finden wir folgende Inforamtionen zu den Fortbildungen:

Im Beruf stehende Mediziner können ihre Fortbildung im Rahmen des kontinuierlichen Diplom-Fortbildungs-Programms der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) absolvieren. Das Programm gibt dem Arzt Orientierung über Umfang und Struktur und schließt mit dem Fortbildungsdiplom (DFP-Diplom) ab. Mit der Umsetzung des DFP-Programmes wurde die akademie der ärzte betraut.“

Für die Teilnahme am E-Impfkongress der ÖGIT werden gleich 8 DFP-Punkte auf das Konto der teilnehmenden Ärzte gebucht.

Wie hier am Screenshot von der Webseite der ÖGIT zu sehen, hat ÖGIT Chef Prof. Dr. Florian Thalhammer gleich sechs Sponsoren gewinnen können, nämlich die Impfstoffhersteller GSK (Glaxo-Smith-Kline), Jansen, MSD (Merck-Sharpe-Dome), Pfizer, Sanofi und Valneva.

Einige der Vorträge beim E-Impfkongress werden sicherheitshalber direkt von jeweils einem Pharmaunternehmen unterstützt:

Florian Thalhammer, sorgte am 21. August 2022 im „Kurier“ für enorme Empörung und großes Staunen. Er sagte: Wer sich nicht (gegen Covid-19, Anm.) impfen lässt, wird auf der Intensivstation enden und über die Pathologie nach Hause gehen. Das muss man, glaub‘ ich, klar aussprechen.

2021 flossen laut dem Ende Juni erschienen Transparenzbericht der Firma Pfizer insgesamt rd. 23 Millionen Euro des Pharmaunternehmens an österreichische Ärzte, Vereine, Ärztekammern etc. Darunter befanden sich auch der Verein „Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin“ (ZVR: 896532533).

Neben Univ.-Prof. Dr. Thalhammer befindet sich unter weiteren anderen auch Prim. Univ. Doz. Dr. Wenisch im Vorstand. Laut Transparenzbericht erhielt der Verein 123.100 € von Pfizer.

Einer scharfen Kritik dieser Zustände gab es mehrfach im The British Medical Journal:

Die Erhaltung von Institutionen, die wissenschaftliche Objektivität und Unparteilichkeit fördern sollen (z. B. öffentliche Laboratorien, unabhängige wissenschaftliche Zeitschriften und Kongresse), ist gänzlich der Gnade politischer und kommerzieller Macht ausgeliefert; Eigeninteressen werden immer Vorrang vor der Rationalität von Beweisen haben.“

Die Kontrolle der Universitäten durch Unternehmen hat auch ihre Struktur und Führung verändert. Dekane, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistung berufen wurden, werden durch die besten Fundraiser ersetzt, die Sponsoren der Wirtschaft anlocken können.

„In der Medizin sind diejenigen, die in der akademischen Welt erfolgreich sind, wahrscheinlich wichtige Meinungsführer (Key Opiniom Leaders – KOLs im Marketingjargon), deren Karriere durch die Möglichkeiten der Industrie gefördert werden kann. Potenzielle KOLs werden auf der Grundlage einer komplexen Reihe von Profiling-Aktivitäten ausgewählt, die von den Unternehmen durchgeführt werden. So werden beispielsweise Ärzte auf der Grundlage ihres Einflusses auf die Verschreibungsgewohnheiten anderer Ärzte ausgewählt. …. Anstatt als unabhängige, unparteiische Wissenschaftler zu agieren und die Leistung eines Medikaments kritisch zu bewerten, werden sie zu dem, was Marketingverantwortliche als „Produktverfechter“ bezeichnen.“

Eine tatsächlich sehr treffende Beschreibung. Mehr zu dieser Kritik hier.

Ein weiterer Artikel setzte sich mit dem Einfluss von Big Pharma auf die Zulassungsbehörden auseinander. Schon der Titel ist vielsagend: „From FDA to MHRA: are drug regulators for hire?“ ( Von der FDA zu MHRA: Sind die Zulassungsbehörden käuflich? Mehr dazu hier.


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Die Institutionen sind kompromittiert: “Wissenschaft” wird von der Regierung gekauft

Medizin korrumpiert durch Big Pharma, falsche Regulierung und Kommerzialisierung der Universitäten

Aussagen zum 4. Stich und Förderungen durch Pharma-Unternehmen

7 Kommentare

  1. Dr. med. Veronika Rampold 28. November 2022 at 20:01Antworten

    diese Pimpfseminare sind nur ein besonders krasses Beispiel dessen, was bereits zur Zeit meines Abschlusses, frühe 1990er, gang und gäbe war.

    Keine Praxis lief ohne Vertreterbesuche, und die Vertreter ließen reichlich Musterpackungen da, die wurden dann natürlich gratis an die Kranken verteilt und so wurden neue Präparate bekannt gemacht. Brauchbare; aber auch gefährliche wie Lipobay. Dazu bekam die Praxis Patientenkarten zum Falten, Notizblöcke, Kugelschreiber, genug um die Verwandtschaft aller Mitarbeiter zu versorgen, und Spielzeug. Ich erinnere mich an die ausnahmsweise gute Idee einer kleineren Pharmafirma, Mininähkästchen zu verteilen mit einem Messerchen, einer Nadel und einer Rolle Garn drin, in Form eines winzigen Koffers, auf dem stand „Magnesium Diasporal“. Das Dingelchen leistete mir jahrelang gute Dienste.

    Zuweilen beteiligte sich eine Praxis auch an einer Teststudie, etwa für einen Blutdrucksenker, auch das organisierten solche Vertreter, einschließlich Tantiemen für den Praxisarzt für jeden Testpatienten, bei einer Studie über „Ebrantil“ 1992 z. B. betrugen diese meiner Erinnerung nach 60 DM pro Proband.

    Auch die obligaten Fortbildungen wurden schon damals in großem Umfang von big pharm finanziert.
    Nur hing man es nicht so unverschämt wie heute an die große Glocke.
    Und die meisten Ärzte hielten noch darauf, das so vermittelte, gebiaste Wissen mit „einem Körnchen SAlz“ dh kritischem Geist zu nehmen, es mit an der Uni Gelerntem und eigner Erfahrung abzugleichen..

    • Andreas I. 29. November 2022 at 13:07Antworten

      Hallo,
      „Und die meisten Ärzte hielten noch darauf, das so vermittelte, gebiaste Wissen mit „einem Körnchen SAlz“ dh kritischem Geist zu nehmen, es mit an der Uni Gelerntem und eigner Erfahrung abzugleichen.“

      Und dann setzt Gewöhnung ein, die Distanz schwindet, in die Unis sickert die Pharmalobby auch e4in und so geht das etliche Jahre und am Ende wundern sich alle, wie es extrem ausarten konnte, wo es doch so scheinbar harmlos anfing.

      Das ist in allen Lebensbereichen und Berufsgruppen so; erst werden kleinere Abweichungen toleriert, dann gewöhnen sich die meisten an die kleineren Abweichungen, die werden „normal“ und es entstand ein Gruppenklima, in dem eben kleinere Abweichungen toleriert werden.
      Durch die Gewöhnung werden es aber immer größere Abweichungen, die noch als solche wahrgenommen werden.

      Wenn sich alle dran gewöhnt haben, dass in einer 30er-Zone 49 km/h gefahren wird, dann verschiebt sich die Wahrnehmung und es werden nur noch Leute, die in einer 30er-Zone 60 km/h fahren, als Verkehrssünder wahrgenommen.
      Das wäre aber schon auf einer normalen Straße (50 innerorts) zuviel, aber wenn sich alle dran gewöhnt haben, dass in einer 30er-Zone 49 km/h gefahren wird, dann wird auf einer 50er-Straé 69 als normal wahrgenommen … und am Ende hat man ein Klima auf den Straßen der Stadt, wo Leute in der Stadt 100 fahren und die Unfälle …
      Es beginnt mit dem Tolerieren der kleineren Abweichungen.

  2. h.mild 28. November 2022 at 15:18Antworten

    Ich hatte mal Gelegenheit einem sog. „Pharmavertreter“ & dessen Gebiets“Führer“ von Big Tox/Pharma -GSK?, oder P?, oder AZ?- des Maurers Loch zeigen zu dürfen, verbunden mit dem Hinweis es als Bestechungsversuch, oder gar Nötigung & Verstoß gegen den Datenschutz(!) den zuständigen Stellen zur Kenntnis zu bringen, nachdem diese nach einer solchen „Fortbildung“, bzw. Marketingveranstaltung „gerne entsprechende Verordnungszahlen des Produktes X sehen möchten, was ihnen leider bisher nicht aufgefallen sei (wie in 3TN sind die an die Verordnungs-Daten gekommen, Apotheken mit Datenlecks?), denn schließlich würde ich ja gerne weiterhin an so etwas teilnehmen wollen?“ Replik & Time up and go < 3sec., bis zum Türzuschlag. Von außen. Die Kollegenschaft im Um- & Bekanntenkreis hingegen, bei denen die nmK. auch aufgeschlagen waren, sind wohl weiterhin noch von diesen, ua. „ehrenwerten“ Herrschaften „eingeladen“ worden, und haben auchnoch schöneren Rahmenprogrammen geschwärmt. Tja, ……..
    .

  3. Andreas I. 28. November 2022 at 13:41Antworten

    Hallo,
    die Ärztekammer gibt für eine kommerzielle Werbeveranstaltung „Fortbildungs“punkte, sehr praktisch, so eine Ärztekammer. :-^

    Als ich noch zur Allgemeinmedizinerin ging, vor min. 4 Jahren, hatte ich mich schon über einiges gewundert. beispielsweise dass die Dame jede Woche zur „Fortbildung“ ging und trotzdem Sachen nicht wusste, die ich als unstudierter im Internet recherchieren konnte und die ja auch oft Ergebnisse der Arbeiten von Hochschulen waren.
    Und dann hat sie mir in Befehlston Antibiotika verordnet – wohlgemerkt nachdem ich
    1. ihr mehrmals sagte, dass ich (nach meinem Unfall, wo Antibiotika leider wirklich nötig waren) erlebt habe, wie das ist, wenn die Darmflora durch Antibiotika kaputt ist
    (und es ist 1+1, dass es verheerend ist, wenn der Körper in einer Krankheitsphase dringend Nährstoffe braucht, aber der Darm nicht kann)
    2. ihr mehrmals sagte, dass ich Bedenken wegen Resistenzen habe
    3. der Laborbefund ergab, dass meine Staphylococcus Aureus bereits gegen drei Antibiotika resistent sind.
    Sie hat mir in Befehlston Antibiotika verordnet.
    Ich hatte schon vorher bei anderen Sachen das Gefühl, dass sie nicht ernst nimmt, was ich sage, also war das der Punkt, wo es zur Gewissheit wurde. Dementsprechend war klar, dass es sinnlos war, da noch weitere Worte zu verlieren und dass ich diese Praxis nie wieder betreten werde.

    Jetzt wo ich den Artikel lese, wird mir noch eines klar:
    „So werden beispielsweise Ärzte auf der Grundlage ihres Einflusses auf die Verschreibungsgewohnheiten anderer Ärzte ausgewählt …. „Produktverfechter“ “

    Oben beschrieben Allgemeinmedizinerin arbeitete mit der hiesigen Uni/med. Fakultät zusammen, da waren immer ein halbes Jahr lang (also ein Semester) angehende Mediziner, die dort erste Praxiserfahrungen sammelten.
    Das ist eine feine Sache, nur hatte diese Dame die oben anhand des Beispiels mit den Antibiotika beschriebenen „Verschreibungsgewohnheiten“ – und ausgerechnet dort machten die jungen angehenden Mediziner ein Praxissemester.

    Übrigens begann ich damals, vor einigen Jahren – genau wegen der Probleme, für die Antibiotika eine Problemverschärfung wären – erste Erfahrungen mit natürlichen pflanzlichen Wirkstoffen zu machen.
    Als ich ihr sagte, mit welchen pflanzlichen Wirkstoffe ich positive Erfahrungen machte, blickte sie mich irritiert an und riet mir, das sein zu lassen. Das hatte mich wiederum irritiert; es gab Mittel, die die Behandlung gut unterstützten, mit denen ich positive Erfahrungen gemacht habe – und diese Allgemeinmedizinerin riet mir davon ab.
    ???
    Ja klar, wenn die wöchentlichen „Weiterbildungen“ nichts als Pharma-Indoktrination sind, bei denen es um Verschreibungsgewohnheit und Produktverfechter geht und wenn offensichtlich die Unis auch Teil der Pharma-Maschine sind, dann können die Mediziner ja nichts können, woher denn auch.

    Solche Mediziner nützen nichts und sind keine Kunst.
    Ist das Kunst, oder kann das weg?

  4. Peter Ruzsicska 28. November 2022 at 9:55Antworten

    Das Problem besteht schon seit Jahrzehnten und gipfelt derzeit in Richtung von immer mehr ins Extrem geratenden Höhepunkten gezielter Massenvernichtung unausbrauchbarer Menschenmassen.
    Dadurch, daß es nur mehr um Herrschaftserlangung unendlichen Besitz- und Herrschaftsstreben geht – Das stellt sich als unmissverständliche Essenz der Verhältnisse dar.
    Abgesehen davon, daß sämtliche „Points of no Retuns“ längst schon erreicht wurden…

  5. Fritz Madersbacher 28. November 2022 at 9:16Antworten

    Der Pharma-Krake und seine Tentakeln in Aus- und Weiterbildung an den Universitäten und in den „der Gesundheit“ gewidmeten Institutionen und Behörden steht unter beharrlicher Beobachtung: das ist ein wichtiges Ergebnis der für den eigenen Profit inszenierten „Pandemie“, vorbildlich verwirklicht im TKP-Blog. So schnell werden uns diese Herrschaften mit ihrer angeblichen „Expertise“, die anscheinend keine Ahnung von der Immunabwehr der Menschen haben, und ihrem angemaßten „Expertentum“ nicht mehr überrumpeln. Viele von ihnen sind jetzt schon als Diener ihrer Herren, als schwadronierende Scharlatane entlarvt. Die mRNA-Präparate, die sie immer noch zu pushen versuchen und ihre krausen Masken-Theorien haben das Vertrauen viel zu vieler Menschen verloren, da nützen auch die gekauften Medien nicht mehr …

    • Dr. med. Veronika Rampold 28. November 2022 at 21:33Antworten

      Ich selbst habe den Rest von Vertrauen, der mir noch geblieben war auf meine eigene Profession, erst durch „C“ verloren. Trotz meiner dissidentischen Grundhaltung. So viel Zynismus und so viel Feigheit glaubt man erst, wenn man ihn erlebt.

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