Fünftel der Landwirte vor dem Aus: Holländische Bauern protestieren weiter

9. August 2022von 2,1 Minuten Lesezeit

Der Widerstand gegen die Klimagesetze der holländischen Regierung gehen weiter. Der Ministerpräsident ist so unbeliebt wie noch nie.

Die Bauernproteste in den Niederlanden nehmen kein Ende. Im Gegenteil: Die Intensität der Proteste nimmt zu. Auf Autobahnen werden Heuballen in Brand gesetzt, Gülle wird verstreut. Supermärkte und Vertriebszentren werden immer wieder blockiert. Auch die Repression wird höher. Willkürliche Festnahmen nehmen zu, Schlägertrupps der holländischen Polizei in Zivil gehen gegen Bauern und Sympathisanten vor.

Fünftel der Landwirte vom Zusperren bedroht

Die Regierung rückt von ihren Plänen weiterhin nicht ab. Laut Berechnungen des Finanzministeriums werden ganze 11.200 Viehwirtschaften gezwungen sein, ihren Betrieb zu schließen. Dadurch sollen die europäischen Umweltvorschriften erfüllt werden, indem die Stickstoffemission reduziert wird. Weitere 17.600 Landwirte müssen die Zahl ihrer Tiere reduzieren. So will die Regierung die Klimaziele erreichen.

Damit steht ziemlich exakt ein Fünftel der landwirtschaftlichen Betriebe vor dem Aus. 54 000 Bauern gibt es in den Niederlanden. Ein Drittel soll den Viehbestand reduzieren. Ein Fünftel ganz zusperren. Die Klimaziele könnten dadurch vielleicht erreicht werden, zugleich werden jedoch Tausende Familien ihr Einkommen und ihren Lebensunterhalt verlieren.

Regierung am Tiefpunkt

Sollten die Pläne der Regierung, die auf den Vorstellungen der EU basieren, umgesetzt werden, werden Lebensmittel sicher nicht günstiger werden. Und das in einem Moment, in dem die Lebensmittelpreise in die Höhe schießen. Aktuell würde die Welt eindeutig mehr Lebensmittel statt weniger benötigen.

Der Plan der Niederlande: Die Landwirte dazu zu zwingen, die Höfe an den Staat zu verkaufen. Dann sollen die Höfe stillgelegt werden. Doch der Widerstand ist groß.

Die Partei des Ministerpräsidenten Mark Rutte, die VVD, hat in den Umfragen einen neuen Tiefstand erreicht. Würde jetzt gewählt werden, wäre sie etwa ein Drittel ihrer 34 Sitze im Parlament los. Sieben von zehn Wähler geben an, mit der Regierung unzufrieden zu sein. Ähnlich ist es übrigens in Österreich. Die neue Partei „Bauern-Bürger-Bewegung“ liegt in Umfragen inzwischen auf dem zweiten Platz.

Am Freitag traf sich die Regierung mit einigen Landwirten. Einige zeigten sich danach höchst unzufrieden und kündigten weitere Proteste an. Eine Gruppe, die laut eigenen Angaben 95 Prozent der Landwirte vertritt, kündigte die „härtesten Demonstrationen aller Zeiten“ an.


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13 Kommentare

  1. Rolf Brueckmann 9. August 2022 at 22:09Antworten

    @Grld „Irgendeine charismatische Kraft sollte auftauchen, um Proteste, Streiks etc. nationenübergreifend zu organisieren“

    Warte nicht auf den Erlöser! Jeder ist seine eigene charismatische Kraft! Wir wissen doch, was wir wollen und was wir für richtig und was für falsch erachten. Warum also auf jemanden warten, dem man dann hinterher trottet? Hilf dir selbst, dann….

  2. avstriavsky 9. August 2022 at 21:12Antworten

    Um das Klima geht es doch nicht wirklich in diesem grausamen Spiel, das ist nur eine Tarnkappe für die Zerschlagung der Wirtschaft in den EU-Ländern. Zugunsten der den Markt beherrschenden Konzerne muss die (Agrar-)Wirtschaft dezimiert werden. Es könnte aber auch eine andere Strategie dahinter stecken:

    Seit geraumer Zeit hat mich ein Verdacht beschlichen, der Verdacht, dass sich hinter Klimawandel, Coronavirus und Lockdown-Krise ein neo-feudalistischer Umsturzversuch verbergen könnte; dass es sich vielleicht um eine Neuauflage der Marx‘schen Verelendungstheorie handelt, die mittels Angst und Schrecken und Not die freie Gesellschaft unfrei zu machen sucht, sich anschickt, den Kapitalismus – oder das Wenige, was von ihm übrig geblieben ist – auch noch zu zertrümmern.

    Konkret gesprochen: Die Menschen sollen ihre Geschicke auf dem Planeten nicht im System der freien Märkte gestalten, sondern sie sollen gezwungen und gesteuert werden nach den Vorgaben, die von zentraler Stelle (wie etwa dem „Gipfeltreffen der Regierungschefs“) bestimmt und durchgesetzt werden. Um diese Agenda in die Tat umzusetzen, ist Fiat-Geld unverzichtbar: Das Fiat-Geldsystem erlaubt es nämlich, zumindest anfänglich, die wahren Kosten eines „weltwirtschaftlichen Umbaus“ vor den Augen der Öffentlichkeit weitestgehend zu verbergen und so den Widerstand der Geschädigten lahmzulegen.Das macht es für die „Transformatoren“ erforderlich, die wenigen, die verbliebenen Elemente des freien Marktes immer weiter einzuschränken, die Volkswirtschaft in eine sogenannte Befehls- und Lenkungswirtschaft zu überführen. In einer Befehls- und Lenkungswirtschaft bleibt das Eigentum formal erhalten.

    Der Staat bestimmt jedoch in entscheidendem Maße, was der Eigentümer mit seinem Eigentum tun darf und was nicht. Er gibt vor, und die Unternehmen und Konsumenten folgen. Und diese Befehle werden letztlich mit Gewalt durchgesetzt. Die verbleibenden Elemente einer freiwilligen, auf unerzwungenem Austausch beruhenden Gesellschaftsordnung werden zu Gunsten einer erzwungenen Gewaltordnung immer weiter zurückgedrängt.

    Die politisch diktierten Lockdowns, die angeblich „grüne Politik“ und der Ukraine-Krieg haben eine Verknappung und Verteuerung vieler Güter herbeigeführt und so einen „negativen Güterpreisschock“ bewirkt. Dieser negative Preisschock trifft auf einen gewaltigen „Geldmengenüberhang“, den die Zentralbanken mit Beginn 2020 erzeugt haben. So hat die US-Zentralbank die Geldmenge seither um 43 Prozent ausgeweitet, die Europäische Zentralbank die Geldmenge um 21 Prozent, während sich die Wirtschaftsleistung kaum oder gar nicht erhöht hat.

    Ich befürchte, die wirtschaftliche Lage in der westlichen Welt, vor allem in Europa, wird sich dramatisch verschlechtern. Die vorgeblich “grüne Politik“, der Energiepreisschock, gepaart mit der antikapitalistischen Verblendung in Politik und Gesellschaft werden wohl die vielleicht schwerste Rezession der Nachkriegszeit heraufbeschwören. Es geht vermutlich erst noch viel weiter abwärts, bevor man Hoffnung schöpfen kann, dass es wieder besser werden wird.

    Die Zentralbanken werden die Zinsen nicht entschieden genug erhöhen, die Inflation bleibt sehr hoch in den kommenden Jahren. Die Finanzierung der Löcher im öffentlichen Haushalt mit der elektronischen Notenpresse geht weiter. Der Euro wird drastisch entwertet (ich wäre nicht überrascht, wenn seine Kaufkraft um bis zu 40% in den kommenden fünf Jahren nachgibt) – und damit auch die in Euro ausgewiesenen Ersparnisse wie Bankguthaben, Geldmarktfonds und Anleihen.

    Was vor wenigen Jahren vielleicht noch futuristisch klang, ist nach der Corona-Krise und den offenkundigen Bestrebungen, die Welt einem „Great Reset“, einer „Großen Transformation“ zu unterziehen, leider realistisch geworden: zum digitalen Impfpass, der digitalen Identität, dem digitalen Zentralbankgeld gesellt sich die Chimäre eines digitalen Welt-Fiat-Geldes. Die Tür zur „Hölle einer weltweiten digitalen Tyrannei“ ist dann nicht mehr nur einen Spalt weit geöffnet.

    Das Endspiel des Fiat-Geldes und des Systems, das es erzeugt hat, hat begonnen. Wie lange es noch dauert, weiß man nicht. Der Euroraum wird jedoch, so fürchte ich, der ganz große Verlierer in der „Neuordnung der Welt“.

  3. Jens Tiefschneider 9. August 2022 at 19:19Antworten

    EU schließen, wegen Korruption und Vetternwirtschaft. Von der Leyen verhaften.

  4. Edi Schnitzler 9. August 2022 at 16:20Antworten

    Nicht vergessen.Einige bekloppte(weil diese Stadt dann sehr heiss wird)Planen eine riesiege „Stadt“ auf Gebieten von NL.Belgien und Deutschland.Die Ministerin die die Bauern weghaben will gehört zu einer Familie der ein Lebensmittelbringdienst gehört,in diesen soll auch ein Herr Gates investiert haben.

    Bekanntlich will man auch die Autos weghaben.Haben sie Lust ihre Einkäufe per Bus und Bahn nach Hause zu schleppen?Den Zusammenhang dürfte wohl jeder kapieren..ist aber nur ein VT.

  5. Anna 9. August 2022 at 13:18Antworten

    Interessant zum Thema ist der YouTube Kanal von Anthony Lee „Moderner Landwirt“. Was er über die deutsche Landwirtschaft und den neuen gesetzlichen Regelungen berichtet, ist nur mehr absurd und erschreckend. Im Grunde der gleiche Wahnsinn wie in den Niederlanden.

  6. Charles 9. August 2022 at 13:11Antworten

    Daten aus den Niederlanden.

    Im Jahr 1950 gab es 10 Million Bürger; 70 Jahren später sind es 17,4 Million.

    Im Jahr 1950 gab es 1,57 Million Rinder; 70 Jahren später sind es 1,6 Million. Also, kaum gewachsen.

    Im Jahr 1950 gab es 410.000 Bauern betrieben; 70 Jahren später sind da 53.000 übrig.

    Die letzte 30 Jahren ist Ammoniakemission von 333 Kilo Tonnen gesunken bis 110 Kilo Tonnen.

    Aber:

    Im Jahr 1950 gab es 140.000 Pkw; 70 Jahren später sind es 8,9 Million Pkw.

    Im Jahr 1950 steigen 350.000 Menschen im Flugzeug auf Schiphol; 70 Jahren später sind es 58,2 Million.

    Im Jahr 1950 war dar nichts los mit Natur, aber jetzt gibst ‚Code rot‘ und den Bauern sind Schuld.

    [Mit Dank an Gerrit Hilberink, Ede (Niederlanden) für den Daten.]

    Januar 2020:
    Bill Gates investiert in Labor-Fleisch aus Tierzellen
    https://www.trendingtopics.eu/bill-gates-investiert-in-labor-fleisch-aus-tierzellen/
    Januar 2021:
    Bill Gates, der Gründer von Microsoft, ist der größte Besitzer von Ackerland in den USA.
    https://www.agrarheute.com/management/finanzen/bill-gates-groesste-eigentuemer-farmland-usa-577223

    Verwunderlich, das übrigens ab 1. Januar 2022 Landwirt Traktoren Registrierungspflicht entstanden ist für neue Traktoren und ab 1. Januar 2025 für alle Traktoren:
    https://trekkeronline.nl/2022/07/vanaf-1-juli-2022-registratie-landbouwvoertuig-en-kenteken-verplicht/
    https://www.rdw.nl/particulier/nieuws/2021/registreren-van-trekker

    Haben die das voraus geplant wegen erwartete Protesten von Bauern?

    Was spielt sich wirklich ab?

    Ist der Niederländische Regierung überhaupt souverän oder komplett (wie alle EU Staten) unter Einfluss von totalitären EU?

  7. suedtiroler 9. August 2022 at 13:06Antworten

    wer brauch noch Landwirte sobald es Soylent Green gibt?

    • Karsten Mitka 9. August 2022 at 15:37Antworten

      Ein schwedischer Forscher hat ja schon Kannibalismus zur Bekämpfung des Klimawandels vorgeschlagen. Nachzulesen bei Uncutnews, 28.06.2022.

      • suedtiroler 9. August 2022 at 23:04

        wie ist das dann eigentlich wenn man einen Geimpften verspeist?
        gilt man dann auch als geimpft?

        ich frage für einen Freund

  8. Veron 9. August 2022 at 12:15Antworten

    Klimaziele .. .. ? Wird genau überhaupt nichts ändern am Klima.
    Ist doch alles bloß ein Vorwand, damit wir in Zukunft das Kunstfleisch essen, an dem u.a. Bill Gates verdient.

  9. Grld 9. August 2022 at 11:39Antworten

    Irgendeine charismatische Kraft sollte auftauchen, um Proteste, Streiks etc. nationenübergreifend zu organisieren.

    Die niederländischen Bauern gehören jetzt unterstützt, denn die verteidigen im ursächlichem Sinn unsere Demokratie und unsere Werte, nicht die Ukraine.

  10. Peter Pan 9. August 2022 at 11:14Antworten

    Was für Höfe sind das, die geschlossen werden sollen? Leben bei denen die Rinder auf Weiden zwischen Bäumen, wie in dem Bild gezeigt, oder sind das Industrieanlagen?

    Unabhängig von der Art der Betriebe halte ich die Zwangsenteignung grundsätzlich für ein Verbrechen.

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