Kritik von Geert Vanden Bossche an neueren Pharma-Impf-Studien

6. Mai 2022von 4,9 Minuten Lesezeit

Die Pharmabranche bemüht sich derzeit heftig darum, die Verabreichung weiterer Dosen der bereits unwirksam gewordenen mRNA-Spritzen weiter zu rechtfertigen. Weil sich offenbar unabhängige Wissenschaftler nicht mehr dafür hergeben, machen nun die mRNA-Produzenten die Studien selbst, oder lassen sie von ihren Aktionären finanzieren.

Die erste Studie, auf die sich Vanden Bossche in einem Artikel bezieht, stammt von den Vorständen und anderen Mitarbeitern von BioNTech und der Beraterin der deutschen Regierung Sandra Ciesek. Wie berichtet zeigte sich der deutsche Impf-Minister Karl Lauterbach sehr angetan und twitterte „Wichtige Studie von BionTech und ⁦@CiesekSandra ….“.

Die Studie erschien als Preprint mit dem Titel „Omicron breakthrough infection drives cross-variant neutralization and memory B cell formation“ (Omicron-Durchbruchsinfektion treibt variantenübergreifende Neutralisierung und Gedächtnis-B-Zellbildung an) und sagt kurz gesagt: Geimpft und eine Infektion kommt daher –> zack, und schon sind passende Antikörper da, die nicht nur vor allem schützen was mal war, sondern auch vor dem was noch kommen wird. Und deshalb macht weiter Impfen – überraschend – Sinn. Zumindest für die Gewinne von BioNTech.

Die zweite Studie mit dem Titel „Omicron sub-lineages BA.4/BA.5 escape BA.1 infection elicited neutralizing immunity“ (Die Infektion mit den Omicron-Unterlinien BA.4/BA.5 escape BA.1 löste eine neutralisierende Immunität aus) wurde unterstützt via ‚Bill and Melinda Gates award INV-018944 (AS)‘, vom BioNTech Aktionär und Financier der WHO. Sie sagt im wesentlichen das Gleiche aus, wie die BioNTech ‚Studie‘.

Die Kritik von Geert Vanden Bossche

Der belgische Virologe fragt: Warum sind Durchbruchsinfektionen mit Omicron alles andere als ein Segen und warum die Wiederimpfung von C-19-Geimpften mit einem aktualisierten S(Omicron)-basierten C-19-Impfstoff alles noch schlimmer machen wird.

Er stellt fest, dass die Autoren der Studien zu einigen gefährlichen, aber falschen Schlussfolgerungen kommen, wie z. B.:

„Eine Impfung erhöht jedoch die Neutralisierungskapazität gegen diese neu auftretenden Varianten und würde wahrscheinlich einen guten Schutz gegen schwere Erkrankungen bieten“ oder:

„Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass trotz einer möglichen Prägung der Immunantwort durch frühere Impfungen der vorgeformte B-Zell-Gedächtnis-Pool durch die Exposition gegenüber heterologen S-Proteinen neu fokussiert und quantitativ umgestaltet werden kann, um die Neutralisierung von Varianten zu ermöglichen, die sich einer zuvor etablierten neutralisierenden Antikörperantwort entziehen“ oder:

„…..unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass ein an das Omicron-S-Protein angepasster Impfstoff das B-Zell-Gedächtnisrepertoire in ähnlicher Weise umgestalten könnte und daher möglicherweise vorteilhafter ist als eine verlängerte Serie von Auffrischungsimpfungen mit den bestehenden Impfstoffen auf Wuhan-Hu-1-Spike-Basis.“

Die Fragen, die sich vielmehr stellen sind:

Warum wirken sich Durchbruchsinfektionen mit Omicron sowohl auf die individuelle als auch auf die öffentliche Gesundheit nachteilig aus? Warum wird die Wiederimpfung von C-19-Geimpften mit einem aktualisierten S(Omicron)-basierten C-19-Impfstoff während einer Pandemie Durchbruchsinfektionen noch wahrscheinlicher machen und den Immundruck auf die Virulenz des Virus auf Bevölkerungsebene weiter erhöhen?

Durchbruchsinfektionen mit Omicron werden bei zuvor mit C-19 geimpften Personen rasch nicht-neutralisierende infektionsfördernde Antikörper hervorrufen und dadurch eine unverhältnismäßig hohe Bindung dieser Antikörper an die konservierte infektionsfördernde Stelle in der N-terminalen Domäne des Spike (S)-Proteins (S-NTD) ermöglichen.

Nach einer Durchbruchsinfektion benötigen diese Antikörper in der Tat viel mehr Zeit, um zu reifen und auf hohe Konzentrationen anzusteigen. Die Verstärkung der infektionsfördernden Antikörper bei bereits geimpften Personen fördert die Antikörper-abhängige Verstärkung der Infektion.

Folglich ist es unwahrscheinlich, dass breit neutralisierende Antikörper bei C-19-Geimpften, die eine Durchbruchsinfektion durchgemacht haben, das Eindringen des Virus in Epithelwirtszellen verhindern. Da jedoch hohe neutralisierende Anti-S-RBM-Titer erforderlich sind, um den Eintritt des Virus in die Wirtszellen zu verhindern und ADEI außer Kraft zu setzen, ist ein breiter Schutz nach einer Omicron-Durchbruchsinfektion nur von kurzer Dauer. Die Geimpften werden daher schnell anfällig für eine Re-Infektion.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die geringe Neutralisierungskapazität von Anti-S-Antikörper bei Geimpften nicht nur ihre Anfälligkeit für Durchbruchsinfektionen mit Omicron erhöht, sondern auch die virale Clearance verzögert, wodurch eine verlängerte virale Ausscheidung gefördert wird und die Geimpften möglicherweise für die Langstreckeninfektion mit Covid prädisponiert werden.

Die Wahrscheinlichkeit von Durchbruchsinfektionen bei C-19-Geimpften wird noch weiter steigen, wenn sie während der Pandemie mit einem aktualisierten S(Omicron)-basierten C-19-Impfstoff geimpft werden. Dies liegt daran, dass die Auffrischungsimpfung die infektionsfördernden Anti-S-Antikörper verstärkt und damit die Anfälligkeit der Geimpften für Durchbruchsinfektionen weiter erhöht.

Daraus folgt, dass i) hoch geimpfte Populationen jetzt den Weg für die Züchtung von Varianten ebnen, die nicht nur hoch infektiös, sondern auch hoch virulent bei Geimpften sein werden [1], und ii) dass der Schutz von Geimpften nach einer Durchbruchsinfektion nur von kurzer Dauer sein wird, während ihre Anfälligkeit für chronisches Covid dramatisch zunehmen wird.

All dies gilt nicht für ungeimpfte Personen, da ihre Genesung von einer symptomatischen SC-2-Erkrankung zu einer verbesserten angeborenen Immunität führt, die – dank des epigenetischen Mechanismus der Anpassung des angeborenen Immunsystems (Training!) – bei künftiger Exposition eine wirksamere sterilisierende Immunität verleiht.

Ausgehend von all dem oben Gesagten ist es wissenschaftlich naiv und falsch, eine „Momentaufnahme der Überlegenheit“ einzelner In-vitro-Daten aus virusneutralisierenden Tests auf einen angeblichen allgemeinen klinischen und epidemiologischen Vorteil der C-19-Impfung vor einer Durchbruchsinfektion mit Omicron zu extrapolieren. Mangelndes Verständnis der Immunologie und der Auswirkungen nicht-neutralisierender Antikörper auf das infektiöse und pathogene Verhalten von SARS-CoV-2 führt es unsere Gesundheitsbehörden zu falschen und sehr gefährlichen Schlussfolgerungen.

Bild von Anil sharma auf Pixabay

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6 Kommentare

  1. rudi & Maria fluegl 6. Mai 2022 at 14:55Antworten

    Man sollte Lauterbach Studien zuführen?
    Da kann nur gemeint sein Lauterbach ist Objekt der Studien!
    Bei allen Respekt vor der Unverletzlichkeit von Personen.
    Da sind wir auf der Seite der Exfrau einer wirklichen Fachfrau, die Lauterbach überreichlich studieren musste!

  2. Jens Tiefschneider 6. Mai 2022 at 13:31Antworten

    Einen vermeintlichen Impfstoff gegen Schnupfen, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

  3. eugen richter 6. Mai 2022 at 10:26Antworten

    Diejenigen , die in meiner Umgebung geboostert sind und an Omikron erkrankten leiden unter der Krankheit deutlich. Denen geht es richtig schlecht. Zugleich zeigen immer mehr Geboosterte seit der „Dritten“ seltsame Veränderungen der Haut, des Gewebes, Erschlagenheit und Blutungen (auch im Darmbereich) etc. Mittlerweile muss ich nicht mehr gezielt fragen. Die Geboosterten kommen selbst auf das Thema und fragenselbständig auch, ob mir das zahlenmäßig erhöhte Sterben der letzten Wochen aufgefallen wäre. Wie gesagt: ich muss nicht fragen, die Leute kommen selbst darauf zu sprechen. Und in dieser Situation will Pharma noch mehr mRNA in die Körper der Menschen pressen? Warum? Nur Geld?

    • Elisabeth 6. Mai 2022 at 12:43Antworten

      Es geht wohl nicht nur ums Geld.

  4. Jo Ne 6. Mai 2022 at 8:39Antworten

    Vermutlich haben Länder außerhalb der EU ein besseres Bauchgefühl für „Impfungen“
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/keine-bestellung-fuer-impfstoff-aus-afrika-fuer-afrika-18005748.html

  5. anamcara 6. Mai 2022 at 8:17Antworten

    Vielleicht sollte man Lauterbach folgende Studien zutwittern.

    Eine aktuelle Studie

    „Rates of COVID-19 Among Unvaccinated Adults With Prior COVID-19“

    “Das Risiko einer SARS-CoV-2-Reinfektion bei ungeimpften Personen mit früherer COVID-19-Infektion ist umstritten.
    Wir haben eine Überlebensanalyse in einer großen US-Bevölkerung durchgeführt, um das Ausmaß und die Dauer des mit der natürlichen Immunität verbundenen Schutzes bei ungeimpften Personen zu bewerten.

    Eine vorangegangene COVID-19-Infektion war mit einem Schutz von 85 % vor einer erneuten COVID-19-Infektion, von 88 % vor einem Krankenhausaufenthalt wegen COVID-19 und von 83 % vor COVID-19 ohne Krankenhausaufenthalt verbunden.

    Der Schutz blieb über den gesamten Studienzeitraum stabil und schwächte sich bis zu 9 Monate nach der Erstinfektion nicht ab.

    mRNA-Impfstoffe werden mit einem ähnlichen verlängerten Schutz vor schwerer COVID-19 in Verbindung gebracht, wie er in unserer Studie festgestellt wurde, obwohl gezeigt wurde, dass der impfstoffassoziierte Schutz vor leichter COVID-19 nach 6 Monaten nachlässt.*”

    Die Ergebnisse dieser Studie können wichtige Auswirkungen auf die Impfstoffpolitik und die öffentliche Gesundheit haben.

    Von “leichter” Covid-19 geht in der velinkten Studie nicht die Rede :

    *“Effectiveness of mRNA BNT162b2 COVID-19 vaccine up to 6 months in a large integrated health system in the USA: a retrospective cohort study”

    Die Wirksamkeit gegen Infektionen ging von 88 % (95 % CI 86-89) im ersten Monat nach der vollständigen Impfung auf 47 % (43-51) nach 5 Monaten zurück.

    Bei den sequenzierten Infektionen war die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Infektionen mit der Delta-Variante im ersten Monat nach der vollständigen Impfung hoch (93 % [95 % KI 85-97]), ging aber nach 4 Monaten auf 53 % [39-65] zurück.
    Die Wirksamkeit gegen andere (Nicht-Delta-)Varianten war im ersten Monat nach der Vollimpfung mit 97 % (95 % CI 95-99) ebenfalls hoch, nahm aber nach 4-5 Monaten auf 67 % (45-80) ab.

    Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Krankenhauseinweisungen aufgrund von Infektionen mit der Delta-Variante war für alle Altersgruppen bis zu 6 Monaten insgesamt hoch (93 % [95 % CI 84-96]).

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