Handy-Sperre ohne digitale Identität – Offensive in Nigeria

26. April 2022von 3.9 Minuten Lesezeit

Mehr als ein Drittel aller Mobiltelefone Nigerias konnten ab April keine Anrufe mehr tätigen. Denn ihre Besitzer hatten ihre SIM-Karte nicht mit „nationalen Identifikationsnummer“ verknüpfen lassen. In Afrika wird der Druck zur digitalen Identität massiv verstärkt.

Im April wurden in Nigeria mehr als ein Drittel der aktiven SIM-Karten gesperrt. Denn 73 Millionen der fast 200 Millionen sind nicht in der nationalen Datenbank der digitalen Identität registriert. Aufgrund von „Sicherheitsgründen“ kann man damit nun keine Anrufe mehr tätigen, das bestimmt neue Registrierungsgesetze, die es auch in anderen afrikanischen Ländern bereits gibt.

Digitale Identität in Nigeria

In Afrika wird die Digitalisierung der individuellen Identität schon länger vorangetrieben. Die „National Identity Number“ (NIN) gibt es in Nigeria bereits seit fast 10 Jahren, berichtet „Reuters“ vor wenigen Tagen. Darauf sind biometrische Daten gespeichert und die NIN wird benötigt, um wählen zu dürfen, ein Bankkonto zu eröffnen, eine Gesundheitsversicherung zu bekommen, den Führerschein zu beantragen oder den Steuerausgleich zu machen.

Im Jahr 2020 kündigten die Telekommunikationsbehörde an, auch die aktiven Mobiltelefone mit der zu verknüpfen. Die Deadline wurde zunächst immer wieder um drei Monate verschoben. Bis zum 31. März dieses Jahres. Wenige Tage später konnten dann keine Anrufe mehr von nicht registrierten SIM-Karten getätigt werden.

Die NIN ist eine 11-stellige Identifikationsnummer, die laut Regierung, die Grundlage für ein umfassendes digitales Ausweissystem sei. Das „Ausweissystem“ würde dazu beitragen militante Gruppe im Land und andere Kriminalität zu bekämpfen.

„Es gibt keine vernünftigen Erklärungen dafür, warum wir die NIN mit unserer SIM-Karte verknüpfen müssen“, sagt Nneka Orji, eine Journalistin im Südosten Nigerias, die ihre SIM-Karte nicht registriert hat zu „Reuters“. „Aus diesem Grund bin ich nicht bereit, das zu tun.“ Sie benutze nun WhatsApp, um zu telefonieren.

Widerstand in der Bevölkerung

Millionen Nigerianer haben kein registriertes Handy mehr. Sei es aus Datenschutzbedenken oder aufgrund der Schwierigkeiten, an eine NIN zu kommen. Doch es gibt viel Widerstand gegen die Pläne der Reigerung.

https://www.youtube.com/watch?v=qa-8XF6KybU

Die Regierung Nigerias argumentiert ihren Vorstoß mit Sicherheitspolitik. Für die Bevölkerung ein schwaches Argument. Sie wehrt sich. Ein nigerianischer Twitter-Nutzer schrieb im Mai 2021 etwa: „Du bist demjenigen ausgeliefert, der deine BVN, NIN und IMEI hat – deine Finanzen, deine Kommunikationskanäle, deine Kontakte, Kollegen und Familie, dein Standort, ich meine das komplette Organogramm deiner Existenz.“ In einer Umfrage gaben damals 90 Prozent der Menschen an, die Erfassung des Telefons nicht zu unterstützen.

Westafrika ist ein Spielplatz für GAVI und die Gates Foundation. Auch ID 2020, wo Gavi und Microsoft mitarbeiten, sehen sich vor allem im globalen Süden benötigt.

Im Juni 2020 berichtete GAVI, dass Mastercard (ein Partner) sein sogenanntes „Wellness-Pass-Programm“ als Reaktion auf Covid anpassen würde. Man holte das System von „Trust Stamp“ in das Programm, das biometrische Daten speichern kann, ohne dass die Person davor mit einem Ausweis identifiziert wird. Das neue Pass-Programm sollte mit einem Covid-Impfprogramm gekoppelt sein und in Westafrika eingeführt werden.

Impfbasiert

Das kompromittiert die Vorstellung der digitalen Identität von Gates Arbeit: Medizinische Daten und persönliche Dokumente sollen einer „Cloud“ gespeichert werden, auf die überall auf der Welt zugriffen werden kann. „Cloud“ ist dabei ein irreführender Begriff. Die Sicherung passiert nicht irgendwo in der Luft in einer diffusen Wolke, sondern in riesigen Serverfarmen unter der Erde. Die größten Serverfarmen sind im Besitz von Google, Amazon und Microsoft.

Im letzten Jahr kursierten auch Berichte über einen geleakten Geheimdienstbericht, woraus hervorgehen soll, dass Gates ein „Zwangsimpfprogramm“ um 10 Millionen US-Dollar in Nigeria finanzieren wollte.

Ähnliches wie in Nigeria passiert aber auch in anderen Ländern Afrikas. Im März hatte Sambia verkündet, zwei Millionen SIM-Karten deaktiviert zu haben, um Betrug vorzubeugen. Kenia hatte eine Deadline bis zum 15. April gesetzt, um nicht registrierte SIM-Karten zu deaktivieren. Ghana forderte seine Bürger ebenfalls auf, ihre SIM-Karte mit der „Ghana Card“ zu verbinden, ansonsten würde sie bald verloren gehen. Doch auch Europa darf nicht vergessen werden. In Österreich kommt gerade „ID Austria“, die wesentliche Änderung ist bei dieser Identifikationsform, dass sie auch das eigene Smartphone erfasst. Nicht registrierte SIM-Karten gibt es in Österreich ohnehin schon länger nicht mehr.

Im Gegensatz zu diesen Ländern ist Nigeria allerdings ein riesiges Land. Mit etwa 220 Millionen Einwohnern ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die Stadt Lagos, ist nach Kinshasa die zweitgrößte Stadt Afrikas und der Nabel Westafrikas.

Bild wikimedia

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13 Kommentare

  1. Jurgen 6. Mai 2022 at 16:50Antworten

    Der gute alte CB-Funk tut es doch auch! Der ist frei und für den Nahbereich immer noch sehr gut brauchbar. Und für das Mitgehörtwerden muss man halt ein paar individuelle Codes entwickeln.
    Auch mit jedem billigen Raspberry Pie, Beagle Bone o.ä. kann man Software Defined Radio machen, sogar mit eigenem Frequenz-Hopping.
    Also? Wer braucht schon ein Mobiltelefon?
    5G macht Dich eh kaputt durch die Antennenfokusierung mit bis zu 180fachem Strahlungspegel gegenüber 4G.

  2. Dude 30. April 2022 at 15:20Antworten

    Endlich mal eine gute Neuigkeit.
    Vielleicht lernen die Hirngrillzombies ja auf diese Weise endlich, dass sie gar keine SIM-Karten brauchen, zumal sie auch keine Schmerzphons und die dazugehörende Strahlenkriegsführung benötigen!

    Ps. https://dudeweblog.wordpress.com/2014/07/12/elektrosmog-und-funktechnologie-als-zerstorer-des-naturlichen-lebens/

  3. Taktgefühl 26. April 2022 at 20:53Antworten

    Google hat seinen Firmensitz im Silicon Valley gegenüber vom CIA.

    Es gab genug Dokumentationen und Reportagen über die Gefahren der Digitalisierung, die Hochfrequenzstrahlung, über die Betrügereien im Netz, die Spionage, die Überwachung im Fernsehen. Das scheint spurlos an den Leuten vorbei gegangen zu sein? Jeder Bundesbürger ist wenigstens 2 mal im Netz betrogen worden. Was lernt man daraus? Nichts.
    Lieber hat man sich den immer gleichen Hollywood-Mist angeguckt, Stirb langsam 23.

    Das Smartphone ist nun echt das Blödeste, was man sich anschaffen kann. Da ist wirklich nichts drinnen los, man kriegt nur fiese SMS und beleidigende E-Mails. In meinem alten Nokia habe ich die SMS-Funktion zerstört. Und wenn ich wegfahre, bleibt das Teil zu Hause. Niemand kriegt meine Nummer. Und wenn mich jemand fragt, ich habe von Smartphone und Computer keine Ahnung. Zwei linke Hände.
    Das muß man doch irgendwann schnallen, daß diese Dauerverfügbarkeit von sinnlosen Infos und blöden Kommentaren nur Nerven kostet?

    Wir leben in der einfältigsten Gesellschaft und sterilsten Kultur aller Zeiten. Es hat nie eine so langweilige Gesellschaft gegeben wie heute. Und Fernsehen guck ich nicht mal aus Verzweiflung. Ich hatte noch nie einen Fernseher.

    Was früher eine Behauptung war, ist jetzt eine Tatsache. Wie doof die Leute geworden sind, sieht man sehr gut an diesen idiotischen Masken. Niemand zwingt sie, das machen die freiwillig. Hunde, wollt ihr ewig leben?
    So wird das nichts.

    Die Zukunft nimmt das Science Fiction Genre voraus. Daran orientieren sich Leute wie Merkel, Gates, Biden, Schwab, das wird nachgebaut. Handy – Beam me up, Scotty!

    Allerdings sind wir nicht in Der Weltraum, unendliche Weiten angekommen, sondern in der digitalen Dystopie – wir sind die Borg!
    Ausserirdische mit einem Quentchen Vernunft werden einen großen Bogen um uns machen, weil die fürchten müssen, von uns assimiliert zu werden.

    Es gibt einen sehr schönen und dramatischen Science Fiction Film, Moon. Den kriegt man bei Thalia in der Filmkiste. Den sollte man sich anschauen und dann überlegen.

  4. Jens Tiefschneider 26. April 2022 at 17:26Antworten

    Der Filmtitel „Kill Bill“ könnte eines Tages eine völlig neue Bedeutung bekommen.

  5. Michael R 26. April 2022 at 16:12Antworten

    《 … dass Gates ein „Zwangsimpfprogramm“ um 10 Millionen US-Dollar in Nigeria finanzieren wollte. 》 10 Mio für 220 Mio Menschen? Dann kostet eine(?) Dose gerade mal 4,5 Cent. Kaum vorstellbar, es sei denn, es gibt noch andere Finanziers

  6. Jürgen 26. April 2022 at 16:04Antworten

    Sind sie sich da sicher mit den 200 Millionen SIM Karten?
    Das wären auf Einwohner gerechnet mehr als 30 aktive SIM Karten pro Person.
    In Deutschland sind es 1,7 SIM Karten pro Person.

    • Jürgen 26. April 2022 at 16:21Antworten

      Sorry. Stimmt schon. Land verwechselt

  7. A.O. 26. April 2022 at 14:30Antworten

    Hoppla! Erschreckt einen sehr: „Denn 73 Millionen der fast 200 Millionen sind nicht in der nationalen Datenbank der digitalen Identität registriert.“
    Denke viele haben etwas zu verbergen. Und in diesen Zeiten kann man nie genug Wachsam bleiben und auf manche Finger zu schauen.

    Das ist auch meine Frage, wie Peter Pan
    26. April 2022 at 14:05

    sie stellt und fragt sich: wie der derzeitige Alptraum möglichst schnell und ohne weiteren Schaden für die unzähligen unschuldigen Menschen dieser Welt ein Ende finden kann.

    • Jolanda 27. April 2022 at 13:18Antworten

      „Denke viele haben etwas zu verbergen.“ Nein, die Afrikaner sind sehr kritisch gegenüber Ihren Regierungen, weil sie von denen immer wieder verarscht und ausgenommen werden. Und wenn wir schon nicht bereits sind, sowas mitzumachen, obwohl bei uns das Vertrauen in die Regierungen wesentlich höher ist, wieso sollen dann die Afrikaner da mitspielen. Problematisch wird es dann allerdings, wenn auch das Internet nur noch mit der digitalen Identität genutzt werden kann. Dann werden wir uns wohl wieder auf Zeiten vor dem Internet besinnen müssen oder ein alternatives Netz muss aufgebaut werden.

  8. Peter Pan 26. April 2022 at 14:05Antworten

    Ich frage mich immer öfter, ob die „Pandemie“, die Zwangsimpfungen und die Zertifikate von US-amerikanischen geisteskranken Superkriminellen Überbleibsel einer dystopischen Vergangenheit sein werden, wenn Leute wie Bill Gates hängen. Mir geht es nicht vornehmlich um die Bestrafung der Täter, sondern um die Frage, wie der derzeitige Alptraum möglichst schnell und ohne weiteren Schaden für die unzähligen unschuldigen Menschen dieser Welt ein Ende finden kann.

    Afrika wird ganz sicher eine bedeutsame Rolle spielen im Kampf gegen Größenwahnsinnige wie Bill Gates, die Rockefeller-Bande usw.

    • Nightbird 26. April 2022 at 20:13Antworten

      !Mir geht es nicht vornehmlich um die Bestrafung der Täter,“

      Mir schon, und ich wüsste auch, wie;-)

      “ sondern um die Frage, wie der derzeitige Alptraum möglichst schnell und ohne weiteren Schaden für die unzähligen unschuldigen
      Menschen dieser Welt ein Ende finden kann.“

      Ohne Revolution, Bürgerkrieg werden wir diese Verbrecher nicht los.
      Denn auf Recht & Gestz ist längst kein Verlass mehr.

      Nur sehe ich derzeit noch keine Erkenntnis dazu.
      Von Willen ganz zu schweigen.

      lG, Nightbird

      • Peter Pan 27. April 2022 at 8:29

        Revolution und Bürgerkrieg bedeuten Krieg in unserem Land. Die Treiber hinter der „Pandemie“ werden damit nicht getroffen, sondern überwiegend unschuldige Bürger. Obendrein bedeutet dies in der Regel einen Niedergang des Staates, was ganz im Interesse der Größenwahnsinnigen wäre.

        Die USA haben schon viele Revolutionen und Bürgerkriege angezettelt, um anschließend die Länder zu kontrollieren. Aktuelle Beispiele für diese Kriegsstrategie sind Irak, Libyen, Syrien und Ukraine. Die Liste ist zu lang und geht zu weit in die Vergangenheit, um hier im Detail darauf einzugehen.

      • Jürgen 28. April 2022 at 6:09

        @Nightbird
        Träumen sie weiter von ihrern Umsturtzfantasien und passen sie auf dass ihre Selbjustitzgedanken nicht mal negativ auf sie zurückfallen.
        Nicht vergessen ! Der Staat liest mit.

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