Deutschland geht Gassi

Spazieren gehen ist gesund. Spazieren gehen kann nicht verboten werden. Selbst im Lockdown mit Ausgangsperre für alle gehörten die Spaziergänge zu den Tätigkeiten, aufgrund derer man ungestraft das Haus verlassen durfte. Und diese Möglichkeiten nutzt man in Deutschland mit wachsender Begeisterung. Einige Impressionen aus dem Alltag deutscher Spaziergänger mit und ohne Hund beobachtet aus der Ferne.

Von Andrea Drescher

Berlin, Frankfurt, München oder Stuttgart kennt jeder, aber wer hat je von Brackenheim, Deidesheim, Greiz, Mormerland oder Zehdenick gehört? In unzähligen Städten, Städtchen und Dörfern Deutschlands gehen die Menschen aktuell spazieren. Angemeldete Demonstrationen werden immer seltener, kein Wunder bei den Verboten, bzw. Auflagen und Strafen, mit denen Versammlungsleiter konfrontiert wurden und werden. Außerdem wurde eigentlich alles gesagt. Kaum einer will mehr den ewig gleichen Reden und Rednern zuhören. Man informiert sich im Internet und freut sich auf der Straße in 3D über Gleichgesinnte aus der eigenen Region.

Spätestens seit der Ankündigung des deutschen Kanzlers, dass es keine roten Linien geben dürfe, ist spazieren gehen groß in Mode gekommen.

Montags spaziert man in Deutschland am besten, besonders im Osten des Landes haben Montagsspaziergänge seit 1989 Tradition. Egal wie man die Menschen verunglimpft, sie als Nazis, Antisemiten, Hooligans, Verschwörungstheoretiker oder Corona-Leugner beschimpft, im Osten scheinen viele aufgrund der historischen Erfahrung besser gegen Propaganda und Hetze immunisiert zu sein.

Die freien Sachsen waren Vorreiter einer Bewegung, die sich inzwischen auf ganz Deutschland ausgedehnt hat. Die freien Pfälzer, freien Hessen oder freien Schleswig-Holsteiner, um nur einige Gruppen zu nennen, erleben ebenfalls großen Zulauf.

Deutschland lebt zunehmend gesundheitsbewusst

Verfolgt man die einschlägigen Telegram-Kanäle sind es weit über 1.300 verschiedene Orte an denen inzwischen fast täglich Spaziergänge stattfinden. Über die Teilnehmerzahlen können sich Mainstream-Medien nicht mal mit sich selbst einigen.

Zunächst twitterte die Welt etwas von 35.000 Teilnehmern bundesweit, korrigierte sich aber dann selbst in den späteren Berichten. So kann man in der Welt vom 4.1.2022 lesen: „Bundesweit gab es am Montagabend erneut mehrere Corona-Demonstrationen. Zehntausende Menschen gingen auf die Straße – oft bei nicht genehmigten ‘Spaziergängen‘“.

Offensichtlich ist der Redaktion selbst aufgefallen, dass die Zahl 35.000 doch zu lächerlich gewesen wäre. Bei rd. 1.300 verschiedenen Spaziergangszielen hätte das eine durchschnittliche Teilnehmerzahl von 27 Menschen pro Stadt ausgemacht.

Im gleichen Artikel schreibt das Medium selbst: „Allein in Baden-Württemberg seien am Montag mehr als 50.000 Menschen bei über 170 Veranstaltungen auf die Straße gegangen.“

170 Veranstaltungsorte in Baden-Württemberg erscheint glaubwürdig, die durchschnittliche Teilnehmerzahl von 295 zwar niedrig, aber weniger lächerlich.

Ähnliches – fast wortgleich, dpa/reuters lassen grüßen – las man auch bei RP-Online: „Bundesweit gab es am Montagabend erneut mehrere Demonstrationen gegen die aktuelle Corona-Politik, an denen mehrere zehntausend Menschen teilnahmen. Allein in Thüringen gingen laut Polizei rund 17.000 Menschen auf die Straße, in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich rund 12.000 Menschen, in Bayern etwa 10.000.“ Man kann also zu Recht von bundesweit mehreren hunderttausend Menschen ausgehen, wenn allein in vier von 16 Bundesländern bereits 90.000 muntere Spaziergänger unterwegs waren und das laut offizieller Polizei-Zählung, der man in Deutschland bekanntermaßen nicht den Hang zum Übertreiben nachsagen kann. Wer sich noch an die legendären „17.000“ Demonstranten am 1.8.2020 in Berlin erinnert, ahnt in welcher Größenordnung man sich dort verschätzen kann.

Apropos Berlin. Dort gibt es zwar zahlreiche aktive Gruppen, die seit dem 28. März 2020 von „Nicht ohne uns“  und dem „Demokratischen Widerstand“ organisatorisch unterstützt werden, in den unzähligen Bezirken wagen sich aber meist nur wenige 100 Menschen auf die Straßen und in die Parks. Das Gesundheitsbewusstsein der Hauptstädter ist durch 16 Hundertschaften, die zusätzlich durch Bundespolizei aufgestockt werden kann, ziemlich gedämpft. Knapp 2.900 Spaziergänger standen theoretisch damit am 3.1.2022 bis zu 3.000 Polizisten mit Wasserwerfer-Unterstützung gegenüber und nachdem Vertreter Berliner Einheiten für ihre – vorsichtig ausgedrückt – groben Umgangsformen bekannt, wenn nicht gar berüchtigt sind, verwundert es nicht, dass sich der Protest ins Umland verlagert.

Von Freunden erreichte mich die Meldung, dass allein in Neu-Brandenburg, einer Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 64.000 Einwohnern 2.500 Menschen spazieren gegangen sind. 30 Polizisten begleiteten den Zug, der völlig friedlich verlaufen ist.

Gewalttätigkeiten beim Spaziergang

Friedliche Begleitung durch die Polizei ist ein Umstand, von dem man nicht nur in Berlin nur träumen kann. Leider muss man zur Kenntnis nehmen, dass es bei den Spaziergängen immer häufiger zu Gewalt kommt.

Laut einschlägigen Mainstream-Medien geht diese natürlich von den „rechten Hooligans“ aus, die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben, als sich in die Polizei zu „verbeißen“. Unter der Überschrift „Gewalt, Hooligans und rechte Gruppen bei Märschen gegen Corona-Maßnahmen“ erfährt man bei RP-Online, dass es in Lichtenstein bei Zwickau zu Ausschreitungen gekommen sei: „In der westsächsischen Stadt wurden Polizisten attackiert, insgesamt seien 14 Beamte verletzt worden. Eine Person versuchte, einem Beamten die Dienstwaffe zu entreißen und ein Polizist erlitt eine Bissverletzung durch einen Teilnehmer der Versammlung.

Verfolgt man die Bilder und Videos der Spaziergänger bundesweit, sieht man, dass in der übergroßen Mehrheit ganz normale Bürger auf der Straße spazieren gehen. Neben den Grauköpfen, die seit Beginn der maßnahmenkritischen Proteste das Bild geprägt haben, sieht man (endlich) auch viele Jugendliche und junge Menschen. Die drohende Impfpflicht und 2G-Beschränkungen haben vielen Jungen klar gemacht, was für eine Zukunft sich am Horizont für sie abzeichnet. Eltern schieben ihre Kinderwagen mit sich, manch Alter schiebt den Rollator. Es scheint jede Altersgruppe und jede Bevölkerungsschicht beim Spazierengehen vertreten. Man sieht Menschengruppen, die fast überall durch ihre Friedlichkeit beeindrucken. In den Mainstream-Medien werden diese aber – wenn überhaupt – eher am Rande erwähnt.

Wenig bis gar nicht thematisiert wird in den staatsnahen Medien die Gewalt gegen friedliche Demonstranten seitens der Polizei. Die Videos, die im Anschluss an die verschiedenen Spaziergänge in den sozialen Medien geteilt werden, sprechen eine erschreckende Sprache. Noch haben sie nicht ganz Amsterdamer Verhältnisse angenommen, wo Polizeihunde ohne Beißkorb auf Demonstranten gehetzt werden, sodass Nils Melzer, Sonderbeauftragter der UN für Folter jetzt plant, entsprechende rechtliche Schritte zu unternehmen, aber der Weg dahin ist auch in Deutschland nicht mehr weit.

Wer regelmäßig spazieren geht, weiß, dass es bei derartigen Spaziergängen zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizisten und Demonstranten kommen kann. Die Polizei möchte bestimmte Gegenden bzw. Gebäude schützen, versucht Spaziergänger-Gruppen nicht anwachsen zu lassen, um die Kontrolle nicht zu verlieren, und will das Geschehen durch entsprechende Blockaden steuern. Dadurch kommt es immer wieder zu Durchbrüchen durch Polizeiketten, bei denen es auch – auf beiden Seiten – etwas „ruppiger“ zugeht.

Was sich aber spätestens seit August 2020 auf Deutschlands Straßen immer wieder abspielt, hat nichts mehr mit „ruppig“ zu tun. Das ist in vielen Fällen nur noch willkürliche Gewalt seitens der Exekutive. Und diese Gewalt nimmt zu, nicht zuletzt aufgrund der wahrnehmbaren Hilflosigkeit der Exekutive aufgrund der großen Anzahl bundesweiter Demonstrationen.

Unter der Überschrift „Wenn die Polizei von sich aus Gewalt anwendet und Menschen verletzt, sind der Rechtsstaat samt Demokratie am Ende!“ werden im Telegram-Kanal „Polizei-Gewalt“  Videos mit Übergriffen der Polizei gesammelt. Auch wenn in manchen Video-Aufnahmen Kontext und Auslöser der Situation nicht ersichtlich sind, die Vielzahl der Aufnahmen zeigt, dass aus vielen der früheren „Freunde und Helfer“ durch Indoktrination der Leitungsstellen Erfüllungsgehilfen eines totalitären Regimes geworden sind.

Ende 2021 konnte man im Blick lesen: „Polizei ermittelt gegen eigene Beamte nach Corona-Protest wegen Verdacht auf Körperverletzung„. Nur einer von zahllosen Fällen bei denen es in den letzten Tagen zur Körperverletzung im Amt gekommen ist.

Derartige Gewaltexzesse haben verschiedene Gründe. Einer ist sicher auch, dass die Beamten aufgrund ihres Dauereinsatzes an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Belastbarkeit geraten sind. Der Berg an Überstunden war schon vor den maßnahmenkritischen Demonstrationen nicht zu übersehen, seit 2020 hat er sich auch aufgrund von Corona-Ausfällen unter den geimpften Kollegen sowie Krankmeldungen als heimlicher Widerstand vieler Beamter zu einem Mount Everest aufgetürmt. Selbst die Gewerkschaft der Polizei befürchtet „für Beamte im Dauereinsatz psychische Beeinträchtigungen durch die andauernden Corona-Demonstrationen und sogenannten Spaziergänge„.

Die Posse(n) von Ravensburg

Wie man bei Rechtsanwalt Holger Fischer nachlesen konnte, hat es „einer SWR-Journalistin glatt die Sprache verschlagen“. Nachdem dort nach der Ankündigung eines Spaziergangs mehrere Hundertschaften der Polizei inklusive Motorrad-, Pferde- und Hundestaffeln aus dem gesamten Bundesland hier zusammengezogen worden waren, fand der Spaziergang in Friedrichshafen statt.

Die Folge war die wohl größte und peinlichste Polizeidemonstration Deutschlands in der einen Stadt und ein ungestörter Spaziergang tausender friedlicher Menschen in der Nachbarstadt und vielen anderen Orten. Ein genialer Schachzug der Orga-Gruppen von Ravensburg und Friedrichshafen. Wird sich dort nächste Woche die gesamte Polizei Deutschlands versammeln? Nur zu, sagen die Organisatoren. Dann wird Platz frei in allen anderen Städten!

Eine derartige Aktion hatte sich Ravensburg aber auch verdient. Der Umgang der Stadt mit dem Demonstrationsrecht der Bürger ist – bestenfalls – fragwürdig zu nennen. So wurde Ralph Niemeyer, einem bekannten Corona-Maßnahmenkritiker pauschal für Montage ein Betretungsverbot für die Stadt erteilt. Für den gesamten Januar 2022 erhielt er einen Bescheid, der einem rechtswidrigen Abschluss eines Abos seitens der Stadt gleicht. Für jeden Bescheid werden seitens des Ordnungsamtes 20€ in Rechnung gestellt. In einer Telegram-Aktion wird jetzt dazu aufgerufen, diese Strafe für ihn zu begleichen: „Ich bitte jeden von Euch, zwischen 10 und 20 Cent mit EINEM der folgenden Verwendungszwecke zu überweisen: Betretungsverbot am 27.12.2021, am 03.01.2022, am 10.01.2022, am 17.01.2022, am 24.01.2022 und am 31.01.2022. Empfänger jeweils die Stadt Ravensburg mit der IBAN DE45 6505 0110 0048 0002 06.

Ravensburg ist überall?!

Ravensburg zeigt, wie kreativ sich das Protestgeschehen in Deutschland aktuell entwickelt. Und das ist erst der Anfang. Markus Gelau, ein bekannter Aktivist aus Deutschland, gibt auf Facebook die Lageeinschätzung eines Freundes wider, der seit 20 Jahren Beamter der Bereitschaftspolizei ist.

Dieser berichtete u.a. in Bezug auf die Kräftelage, dass die Polizei bereits jetzt an der Schmerzgrenze sei. Es gäbe einfach nicht genug Beamte, sämtliche Versammlungen zu kontrollieren oder gar die Personalien aller Teilnehmer festzustellen, um dann Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Wenn die Bürger zeitgleich demonstrieren, sind die Herausforderungen nicht zu bewältigen. Dabei erwarte man bei einer bevorstehenden Einführung der Impfpflicht ein weiteres Anwachsen der Teilnehmerzahlen.

Sobald sich die Leute klar werden, was für eine Macht sie haben, sei es vorbei. Was soll die Polizei denn machen, wenn 5.000 Leute spazieren gehen, obwohl es verboten ist? Alle anhalten? Geht nicht. Alle verprügeln? Macht keiner. Alle einsperren? So viele Gewahrsamszellen gibt es nirgends. Allen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren aufbrummen? Wer soll die bearbeiten? Die Sachbearbeiter schaffen heute schon ihre Arbeit nicht. Es könnte morgen vorbei sein, wenn die Leute nur ihre Angst verlieren würden.

Diese Einschätzung des Polizisten zeigt, es lohnt sich, weiter Gassi zu gehen.

Bild von Linda, meinem Hund

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12 Kommentare zu „Deutschland geht Gassi

  1. Niemand will gemerkt haben, dass das politisch gesteuert ist?

    Plötzlich wanderten der deutsche Bundespräsident und CDU-Ortsvereine.

    Um die Körperzell-Gesundheit stand es auch schon vor dem März 2020 nicht gut in den „freien“ Landen. – Autoimmunerkrankungen und Krebsleiden waren auch da schon manifest.

    Man könne sich vorstellen, dass Harvard mit den Diensten des Westens telefonierte. Thema: „Macht Euere Leute fitter, sonst ist die Aneignung fremder Arbeitskraft im Kapitalismus in Gefahr.“

    Professor Drosten ließ seinen humorvollen Zynismus walten mit sinngemäß: „Ein Steak trainiert auch nicht den Magen.“

    Zum ganz laut Schreien „Freiheit“ fehlen noch Studien über den Trainingseffekt.

  2. Wir dürfen den Schießbefehl, den es seitens der sowjetischen DDR an der innerdeutschen Grenze nicht gab, neu diskutierten.

    Der Westen wusste immer großspurigst, wie böse doch die DDR war.

    Zeiten ändern sich, und politisches Verhalten passt sich Lagen an. – Dem Volk bleibt nur das Abwägen, ob es falsch oder richtig war.

    Karl Kautsky muss sich posthum noch beweisen, ob sein dritter Weg der Sozialdemokratie richtig ist. (Rosa Luxemburg war mit Kautskys Ehefrau befreundet, sie sangen gerne im Park. Luxemburg kritisierte oft Lenin bezüglich seines Demokratieverständnisses. Was passierte schlußendlich mit Rosa Luxemburg bei Duldung durch die Sozialdemokratie?)

    DER MENSCH WIRKTE IMMER CHAOTISCH UND VERWORREN. – Ich wünsche im klarere Bilder.

  3. Die „Welt“ ist eines der schlimmsten Propaganda- und Hetz-Medien des Landes. Selbst die Bild-Zeitung, aus dem gleichen Verlagshaus, bemüht sich zwar um Hetze und Spaltung, schafft es aber immer noch nicht auf das armselige Niveau der Welt. Wer woanders nichts wird, kann dennoch Redakteur bei der Welt werden! So tat es zumindest ein ehemaliger Kommilitone, mit dem ich zusammen Wissenschafts-Journalismus studiert hatte. Vor Corona schrieb er Gebrauchsanleitungen für elektrische Zahnbürsten, jetzt sitzt er bei der Welt in der Wissenschaftsredaktion und dichtet Unsinn über C-Impfungen und Covid.

  4. Der Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg ist Dr. Daniel Rapp. Unter anderem fungiert er auch als Schirmherr des Ravensburger Rutenfestes.

    Ein Bündel aus mehreren hölzernen Ruten wird als Fasces (lateinisch fascis) bezeichnet. Es wird gemeinhin angenommen, dass sich daraus der Begriff Faschismus ableitet.

    Vielleicht kann das helfen, den Umgang der Ravensburger Stadtväter mit demokratischen Rechten und Gepflogenheiten zu erklären.

    1. Eine kurze Ergänzung zu den Fasces: Im antiken Rom wurden Rutenbündel mit einer Axt in der Mitte den Volkstribunen vorangetragen als Symbol für die Macht des zusammen stehenden Volkes. Die Fasces wurden von Mussolini als Symbol für seine Partei übernommen, als Zeichen dafür, dass das Volk zusammensteht. Im Italienischen muss das lateinische Fasces mit einem h geschrieben werden, also Fasches, und schon sind wir bei dem deutschen Wort Faschismus. Übrigens gibt beim Deichbau wohl seit Jahrhunderten die Faschinen – zusammengebundene Reisigbündel, mit denen Deiche befestigt werden.

  5. Zwar nicht direkt zum Thema gehörend, aber ziemlich aufschlussreich wie ich finde, die exorbitante Steigerung bei den ärztlichen Notdiensten in 2021:

    „Berlin – Die Zahl der Anrufe bei der Bereitschaftsdiensthotline 116117 sind im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Das geht aus Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, die die KBV dem Deutschen Ärzteblatt auf Nach­frage mitteilte.

    Demnach sind im vergangenen Jahr rund 70 Millionen Anrufe bei der 116117 eingegangen. 2020 waren es noch rund 18 Millionen. Das ist ein Zuwachs um rund 288 Prozent.

    2019 hatte die Zahl der Anrufe noch bei etwa zehn Millionen gelegen. Zwei Jahre vor der Coronakrise han­delte es sich der KBV zufolge vor allem um Anfragen zur Bereitschafts­dienst­suche sowie Termin­ver­mittlun­gen von Arztterminen.“ (Ärzteblatt, 4.1.22)

    Dazu gehört noch, dass die Notaufnahmen in deutschen Kliniken ab etwa April 2021, etwa einem Monat nach dem Beginn der Massenimpfungen, sich fast verdoppelt haben und in etwa auf dem Niveau blieben. Es handelt sich um kardiovaskuläre und neurologische Ereignisse, also die den mRNA Injektionen entsprechenden Nebenwirkungen.

    1. Christa 79

      Genau dies hat mir ein Notfallsanitäter (Bayern) gesagt, der dies genauso
      erlebt.

      Ein großes Dankeschön für diese Webseite und alles alles Gute für 2022.

  6. „Sobald sich die Leute klar werden, was für eine Macht sie haben, sei es vorbei“
    Diese Macht ist viel größer als nutzlose Umfragemehrheiten durch passive Mitläufer. In Österreich wie jetzt auch wieder in Deutschland ist die wachsende Massenbewegung nicht mehr zu bremsen, die „Pandemie“-Tyrannen haben die rote Linie überschritten …

    1. ja, ganz im Sinne von Gandhi: “ „Wenn du im Recht bist, kannst du es dir leisten, Ruhe zu bewahren (Spaziergänger); und wenn du im Unrecht bist, kannst du es dir nicht leisten, sie zu verlieren.“

  7. Das linke „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND), hinter dem über mehrere Ecken die SPD steckt, hat heute am 5.1.22 einen interessanten Artikel zum Thema mit dem Titel:

    „Bayerns Innenminister Herrmann: „Eine Demonstration ist kein Spaziergang“

    Umgekehrt würde es mehr Sinn machen:
    „Ein Spaziergang ist keine Demonstration“, nämlich im Sinne des inzwischen durch die Bundesländer definierten „Versammlungsrechts“, das eigentlich „Versammlungsverbot“ heissen müsste. Denn das scheint deren einziger Zweck zu sein, nachdem Art 8 GG (Versammlungsrecht) seit der Aufhebung der epidemischen Lage eigentlich nicht mehr eingeschränkt ist.

    „Dass solche Proteste oftmals als „Spaziergänge“ deklariert werden, um das Versammlungsrecht zu umgehen, ärgert Bayerns Innenminister Herrmann.“

    „„Inzwischen herrscht Klarheit, dass Behörden und Polizei sich durch spitzfindige Leute, die eine Demonstration kurzerhand als ‚Spaziergang‘ deklarieren, nicht auf der Nase herumtanzen lassen müssen“, sagte Herrmann der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). „Eine Demonstration ist kein Spaziergang.“

    Das Ministerium habe den Kommunen inzwischen wegen der komplexen juristischen Materie Handlungsanweisungen zur Verfügung gestellt. Fazit: „Sie müssen es jedenfalls nicht dulden, wenn sogenannte Querdenker mit ‚Spaziergängen‘ anstelle angezeigter Versammlungen versuchen, sich dem Versammlungsrecht zu entziehen“, erläuterte der Minister. „Wissen sie aus Erfahrung, dass bestimmte Veranstalter gegen geltendes Recht verstoßen, kann auch eine nicht angezeigte Versammlung verboten werden.“

    Allerdings muss selbst Herrmann einräumen:

    „Grundlos sei dies aber nicht möglich, schließlich sei das Versammlungsrecht ein hohes Gut – auch eine nicht angezeigte Versammlung könne nicht per se verboten oder einfach aufgelöst werden. Zugleich müssten sich jedoch auch die Demonstranten an Regeln wie ein etwaiges Abstands- oder Maskengebot halten, betonte Herrmann. „Es handelt sich um zwei Seiten der selben Medaille: Der rechtliche Rahmen einer Versammlung muss respektiert werden – von der Polizei im Hinblick auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und von den Teilnehmern im Hinblick auf die Vorschriften, die für die jeweilige Versammlung gelten.“

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