Danke Österreich

Als Deutsche bin ich froh, in Österreich zu leben. Deutschland hätte ich wahrscheinlich schon im Sommer dieses Jahres den Rücken gekehrt. Österreich ist anders. Allein an diesem Wochenende waren in Wien wieder 150.000 bis 250.000 Menschen auf der Straße. In den Bundesländern, in fast jeder Landeshauptstadt, in fast jedem Bezirk gab bzw. gibt es Demonstrationen, die in Summe vermutlich weitere 100.000 Menschen, wenn nicht mehr, ausmachen. Auf Deutschland (Faktor 10 größer) hochgerechnet, wären das 1,5 – 2,5 Millionen Menschen in Berlin und noch mindestens eine Million deutschlandweit.

Von Andrea Drescher

Warum ist das in Deutschland nicht möglich? Warum ist Österreich so anders? (M)ein Versuch, es zu verstehen.

Der deutsche Untertan ist unschlagbar. Gehorsam ist wohl ein wesentlicher Teil des deutschen Genoms. Sich davon frei zu machen, bedeutet Anstrengung – und wer strengt sich schon gern an? In Österreich nimmt man Regeln zur Kenntnis … und „ignoriert sie nicht einmal“, wenn sie unsinnig erscheinen. Hier geht es in allen Lebensbereichen einfach „russischer“ zu … und das zahlt sich in der jetzigen Situation definitiv aus.

Schon der Umgang mit den Masken war in Österreich deutlich entspannter als in Deutschland. Als Maskenbefreite kann ich ein Lied davon singen. Auch wenn es hier und da einige übereifrige Menschen gab: die Übergriffigkeit der Deutschen, die mir bei meinen Fahrten zu Demos in Berlin, Leipzig und München immer wieder begegnete, blieb definitiv unerreicht.

Leider hat auch in Österreich die „Linke“ total versagt und sich dem System angeschlossen. Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! Ist ja wahrlich nichts Neues. Auch hier gefällt sich der linke Intellektuelle darin, darüber zu lamentieren, dass „man nicht mit Rechten demonstrieren dürfe“, statt sich aktiv gegen den Impffaschismus, gegen die Gesundheitsdiktatur zu wehren. Der Unterschied? In Wien stehen „Juden für Aufklärung“ am Heldenplatz neben der FPÖ-Kundgebung, weil es allen primär um die Freiheit geht. Beim Protestmarsch am Ring sind alle vertreten. Und das bekommen mehr und mehr Menschen mit.

Natürlich sind auch die österreichischen Mainstream-Medien sehr aktiv, das Narrativ der Politik zu verbreiten. Aber es gibt Servus-TV, RTV – und das ausgesprochen rechtslastige und mir in anderen Themen gar nicht vertrauenswürdige AUF1, die eine andere Sichtweise auf die Realität zeigen. Über die offiziellen bzw. veröffentlichten Zahlen der Demonstranten lachen inzwischen hier sogar Maßnahmenbefürworter.

In Österreich ist die Mittelschicht noch deutlich größer als in Deutschland. Der Abbau an Sozialleistungen war nicht ganz so erfolgreich wie Hartz 4, familiäre Strukturen schützen die Menschen vor der Not.

Die bürgerliche Mitte hat die Straße als Protestform entdeckt – in jedem Dorf, in jeder Gemeinde, in jeder Stadt. Diese Bevölkerungsgruppe scheint in Deutschland einfach zu dünn gesät. Leider.

Der Hausverstand ist ausgeprägt. Die Woke- und Gender-Fans findet man – wenn überhaupt – fast nur in Wien. Am Land herrscht natürlich auch ein Bewusstsein für Ungerechtigkeit, Naturzerstörung und Not – aber mit Realitätsbezug. Die FFF-Kids werden hier nicht mit dem SUV zur Demo gefahren. Aber am Land arbeiten viele junge Menschen in der Natur und räumen beispielsweise den Müll weg, den die städtischen Wanderer am Wochenende hinterlassen haben.

Man geht nicht auf die Straße, WEIL Brecha, Donner, Ehrlich, Kickl, Müllner, Rutter, Schaurecker, die FPÖ, die MFG, die Plattform Respekt oder sonst wer – meinetwegen auch ich – dazu aufrufen. Man geht in manchen Fällen auf die Straße, OBWOHL wir dazu aufrufen. Man geht auf die Straße, weil man protestieren will, auch wenn die Kundgebung von Menschen initiiert wurde, mit denen man nichts anderes gemeinsam hat als den Widerstand gegen die Gesundheitsdiktatur.

Man geht auf die Straße, weil mit der Impfpflicht endgültig die rote Linie überschritten wurde. Die ersten Demos, die von den Aktivisten mobilisiert wurden, brachten einige zig-Tausend auf die Straße. Jetzt mobilisiert sich der Widerstand dank der Menschen von allein. Und darum sind es jetzt Hunderttausende.

In Österreich braucht man keine Anführer, man braucht maximal Anmelder für Demonstrationen, damit man weiß, dass „wir viele sind“. Und selbst das lässt nach. Viele Spaziergänge werden gar nicht mehr angemeldet.

Die Polizei in Österreich ist deutlich weniger brutal als in Deutschland. Mehr als einmal hörte ich in persönlichen Gesprächen: „Privat kann ich die Demos gut verstehen.“ Das führt dazu, dass die bürgerlichen Demonstranten keine Angst haben müssen zu demonstrieren. Man sieht immer wieder wirklich richtig Alte, Gehbehinderte, Schwangere, Kinder – also Menschen, für die es in Deutschland inzwischen zu gefährlich ist zu demonstrieren. Auch wenn die EE, die Lentos oder die Wega mal unangenehm, unfreundlich und sogar auch übergriffig werden: verglichen mit den 33-igern, 34-igern oder 14-ner-Einheiten u.v.a.m. in Berlin sind es immer noch freundliche und kooperative Polizisten.

Die Spaltung der Gesellschaft scheint in Österreich noch nicht so tief wie in Deutschland. Mehr und mehr Menschen, die bereits geimpft sind, nehmen aktiv an den Protesten teil. Meine teilweise geimpften Nachbarn wissen, dass ich Woche für Woche auf Demonstrationen gegen die Maßnahmen gehe – und unterstützen mich trotzdem – oder deswegen? – durch Haussitting. Auch steht die Zusage für mich in Läden zu gehen, die mir als Jü… pardon Ungeimpfter verschlossen bleiben.

In Österreich wird kaum – und wenn, dann nur am Rande – über Ablenkungsthemen wie „Wir brauchen einen Friedensvertrag, wir brauchen eine Verfassung“ diskutiert. Diese Fragen stellen sich hier nicht. Man kann sich auf das Wesentliche konzentrieren und tut das auch.

Die „Demo-bringt-ja-nix“-Verfechter, die Facebook-Aktivisten-und-Helden, die „Licht-und-Liebe-schau-ja-nur-das-Positive-an“-Prediger sind in Österreich deutlich geringer wahrzunehmen als in Deutschland. Man beschäftigt sich auch in geringerem Maße mit Verschwörungstheorien – die natürlich ausdiskutiert werden, die Menschen aber nicht so intensiv ablenken. Hier gibt es mehr Pragmatiker, die etwas tun, so zumindest mein Eindruck.

Ganz viele, die in Österreich jetzt Woche für Woche – teilweise Tag für Tag – auf die Straße gehen, wollen nur eines: die Rückkehr zu einer demokratischen Rechtsform, in der nicht mit Verordnungen willkürlich agiert und das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit staatlicherseits ignoriert wird. Sie fordern ihre – nein – unsere Rechte lautstark ein. Online und auf der Straße.

Mein Dank an alle Österreicher, die das jetzt tun!

PS. Das ich nicht „DIE“ Deutschen und „DIE“ Österreicher meine oder gar verurteile, ist – hoffentlich – selbsterklärend. Mit meinen Aussagen beschreibe ich, wie ich als Deutsche gesellschaftliche Strömungen hier in Österreich wahrnehme.


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20 Kommentare zu „Danke Österreich

  1. Heureka!

    Heinrich Heine konnte nicht schlafen.

    Er dachte an Good Old Germany by night. Kolumbus oder Sibirien sein keine Alternativen. Er blieb an mental schwankender Sissi hängen.

    Das österreichische Talent, Postkarten der Zukunft zu malen, sei einzigartig in der Welt.

    Österreich hat den Plan.

    Stimmen der Demo:

    „Ich brauche Demo, weil mir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt.“

    „Oh, liebes Österreich, erhöre und rette mich.“

    „Nach meiner Weltreise kam ich nach Österreich zurück, ich bin schon zu alt für das Auswandern. Ich bete, dass Gott das Bequeme schütze.“

    „Mit Massen fing alles Neue in der Geschichte an.“

    „Der Donau und Tirol ging es in Schwaben nicht gut.“

    Alles unter den Hut Tirols bringend:

    Der Glaube und die Hoffnung trägt den Menschen, erst einmal. – Das zur Freude von Sigmund. Der Mensch passe sich großen Veränderungen immer an, es dauere eben seine Zeit, weil er die Veränderung nicht war.

  2. Vielleicht (hoffentlich) liegt es hauptsächlich daran, dass die Überschreitung der roten Linie (Impfpflicht) bei uns in Deutschland noch nicht definitiv beschlossen ist. Wenn das passiert, werden hoffentlich noch viele mehr aufwachen.

    1. In Deutschland braucht man so etwas nicht mehr zu beschließen, der ohne-Gottes-Hilfe-Kanzler schafft die roten Linien einfach ab.

  3. Es gilt die Agenda 2030. Es ist heute die Welt der Konzerne. Diese Welt teilt sich ein in shareholder und stakeholder.

    Lernen Sie hier wer was ist.
    https://studyflix.de/wirtschaft/shareholder-vs-stakeholder-1791

    Der Staat ist stakeholder. Er ist nicht mehr der Chef, sondern nur noch ein TEILNEHMER im System.
    Und hierin finden Sie den Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. Ö wurde 1955 souverän und ist ein stakeholder. D ist ein Gruppenzusammenschluß der shareholder und Scholz ist der derzeitige Geschäftsführer.
    Die EU ist ein Zusammenschluß der stakeholder, in den Ausschüssen sitzen aber die shareholder. In der EMA wahrscheinlich auch.

  4. 100% Bestätigung. Die Demo in Wien war einfach nur mega und tat gut.Nennen wir das Kind beim Namen, gemeinsame Meinungen und Standpunkte von anderen z.B. Parteien zu teilen, auch wenn man in sonstigen Themen unterschiedlicher Auffassung ist, ist einfach nur demokratisch. Das ist in Deutschland verloren gegangen bzw. wurde jahrelang durch die MSM abtrainiert. Man muss ein unliebsamen Thema nur mit der AfD zusammen nennen und es ist tot, egal wie sinnvoll ein Vorschlag nüchtern betrachtet vielleicht ist. Das gelang in Österreich so nicht. Und daraus zieht die Bewegung nun die Kraft, was auch erklärt, warum man in D. so vorging.

  5. Sehr geehrte Frau Drescher
    Danke für Ihre schönen Worte über uns Österreicher!
    Ich meinerseits kann mich nur bei den Deutschen bedanken, die schon zu Beginn des Wahnsinns klare wissenschaftliche Worte gefunden haben. Ohne diese wäre es nie zu den frühzeitigen Demonstrationen in Deutschland gekommen, da hat Österreich noch geschlafen! Die Deutschen ( was immer das ist?) haben am 1.8.2020 und am 29.8.2020 der Welt Hoffnung gegeben und damit schon den Untergang des Wahnsinns eingeleitet. Danke an alle Menschen auf dieser Erde die sich mit klarem Bewusstsein und Mut gegen die Tyrannei stellen!

  6. Simon Wiesenthal, Jude und KZ-Häftling: „Wer zu weit links geht, kommt rechts raus.“ Abgesehen davon – es nante sich ja NationalSOZIALISMUS. Ein einziger Vergleich bzgl. Hitler und Stalin:.Bei dem einen KZ beim anderen Archipel Gulag.

    1. @ Reinhard

      Ich bedanke mich authentisch, ich wusste um die Weltneuheit der Schallplatte noch nicht. – Nun brauche ich sie mir nicht kaufen. Ich spende: FÜR KREBSKRANKE KINDER! – Wir spenden gerade alle.

  7. Ich mag das Geradeaus des Menschen von einem Punkt aus.

    Der Punkt kann nur seine Zeugung gewesen sein, verbunden mit der Feststellung, dass er mit der Herzfrequenz der Mutter nicht mithalten kann. Seine „Entscheidung“ lag beim Geradeaus.

    Beim Geradeaus des Wachsens stoßen wir auf Widerstände, die zu nachhaltigen und großartigen Veränderungen führen. – In der Gebärmutter wurde es eng.

    Mein Ausgangspunkt kann weder Österreich noch Deutschland sein. – Vergleiche würden dahingehend hinken.

    Ich darf mir einen „Gott“ aussuchen, weil ich nicht tief genug sei.

    An der scheinbaren Empathie darf ich geradeaus vorbeigehen. – Ich müsse mit meinem eigenen Herz leben.

    1. @ Taktgefühl

      Welchen Takt fühlten Sie bei dieser Niederschrift? – Ich vermute, dass der Ihres Herzes zu schnell für Sie sei!?

      Ich nehme an, dass Sie „geradeaus“ wuchsen und wachsen, wie Frau Drescher und ich auch.

      In der Gebärmutter wird es eng, und die hoffentlich gesunde Geburt folgt.

    2. stimmt – ich bin abgehauen … vor 21 jahren 🙂 und habe trotzdem 2020/21 rund 10 demonstrationen in deutschland mit organisiert und besucht – berlin, leipzig, münchen, passau

      ansonsten habe ich schon die eine oder andere demo in österreich mit ins leben gerufen. wir waren 2020 im mai die ersten in linz, die auf der strasse waren. rund 20 personen …

      aber sie haben verstanden. es liegt eben NICHT an uns aktivisten, sondern an der bevölkerung. und das ist das gute daran.

    3. Ich gehe jetzt auch auf die Straße.

      Warten Sie bitte einmal, ich muss mal durchzählen, wieviele Atome ich bin, hoffentlich hauen mir dabei nicht welche ab.

      Wer haut wen von was ab?

  8. Die von mir in den letzten zwei Wochen besuchten Demonstrationen hier in Bayern waren polizeilich angenehm begleitet. Hier wächst der Widerstand zunehmend. In Rosenheim versammelten sich gestern 2100 Menschen zu einem Demospaziergang. Beilngries in der Oberpfalz, ein kleines Städtchen, brachte es auf 430 Teilnehmer, die durch die Innenstadt zogen. Ich wohne in einem kleinen Dorf und ich war sehr erfreut auf den Demos Menschen aus meinem Heimatort zu treffen. Hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich erlebe gerade einen zunehmenden Protest. Ich richte also mein Augenmerk auf das Positive, denn alles andere raubt mir die Kraft, die ich zur Zeit dringend benötige. Auf das Wahre, Gute und Schöne…

    1. ich bin auch heilfroh, dass es in D mehr wird. es müssen einfach noch viel viel mehr werden. und nach den eigenen erlebnissen mit polizeigewalt in berlin ist wien einfach eine freude …

  9. Das Herz mit Frequenz ist das Stärkste an uns.

    Zittern ist das Herz durchlassen, weil das Gehirn mit der Gegenfrequenz der Ruhe für das Geradeaus nicht mehr hinterherkäme.

    Wir können Zittern oder besonnenes, ruhiges Geradeaus DEMONSTRIEREN.

    Zittern wäre der Sieg der Anderen, wir passten uns an die Frequenz der Anderen an. Wir positivierten in unserem Leben die EMPATHIE, sie sei durchweg etwas Gutes?

    Es kommt darauf an, ob der Demos „Führung“ zu zittern beginnt.

    Egal welche Partei wir hernehmen würden, ob Schwarz, Grün, Rot, Gelb, Blau, Rosa …, SIE SIND ALLE DURCHZITTERT! – „Gegen die Kraft der Sonne könne man nichts machen, um nicht früher oder später einknicken zu müssen.“

  10. Liebe Andrea,
    Ich finde Dich und Deine Arbeit wunderbar, aber die Demonstrantenzahlen solltest Du zumindest in der Großenordnung besser ermitteln oder noch besser weglassen. Ich war am Samstag 11.12 dort und erlebte eine ähnliche (oder gar geringere) Menge wie am 20.11. Damals gab es ein Video des gesamten Zugs. Ich hab gezählt (15erReihen im Sekundentakt 1,5Std. abzgl.Lücken) und kam auf ca. 50.000 +-10.000 im gesamten Demozug Franz-Josefs-Kai für 20.11.2021 Ich bin der Meinung Bilder und Videos sagen genug. Zahlen sind da nicht so wichtig.

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