Auswertung Lockdown: keine signifikante Senkung der Inzidenzen

Studien haben immer gezeigt, dass Lockdowns keine Wirkung haben, aber immensen Schaden anrichten. Sie nützen den gefährdeten Personen und Altersgruppen nichts. Das zeigen Vergleiche mit Ländern, die keine Lockdowns hatten. Dennoch werden sie immer wieder wiederholt. Der letzte Lockdown in Österreich sollte wahrscheinlich dazu dienen, das komplette Daten- und Testchaos der Behörden zu verschleiern. Ob in Österreich mit den letzten Lockdown irgendetwas erreicht hat, wurde ausgewertet

von Gastautorin Simone Spörk.

Die AGES hat eine epidemiologische Abklärung zu Covid 19 in den Kalenderwochen 45 bis 50 2021 vorgenommen. In diesen Wochen galten grob zusammengefasst folgende Maßnahmen: In Kalenderwoche 46 gab es einen Lockdown für Personen, die weder geimpft noch genesen sind, ab 12 Jahren. Es gilt seit damals auch die 3G Regel am Arbeitsplatz.

In Kalenderwoche 47 bis 49 gab es einen Lockdown für alle. In Kalenderwoche 50 öffneten die Bundesländer unterschiedlich. Der Lockdown für Ungeimpfte gilt weiterhin.

In den Wochen konnten zwischen 36 und 57 Prozent der Fälle geklärt werden. Davon wurden 80 bis 88 Prozent Fälle auf Kontakte im Haushalt zurückgeführt. Im Bildungsbereich schwankt die Rate der nachgewiesenen Fälle zwischen 3,9 und 7,9 Prozent. Die Schwankung der geklärten Fälle in der Freizeit von 2,6 bis 6,8 Prozent lässt keinen Zusammenhang in Bezug auf die Lockdowns erkennen. 1,3 bis 2,3 Prozent der Fälle treten am Arbeitsplatz auf.

Die 3G-Regel am Arbeitsplatz korreliert mit einer 0,5 bis 1,0-prozentigen Reduktion der Fälle am Arbeitsplatz mit Bezugspunkt KW 45. Auf den Gesundheits- und Sozialbereich sind 1,6 bis 2,2 Prozent der Fälle zurückzuführen. Im Hotel- und Gastronomiebereich wurden durch den Lockdown für Ungeimpfte die nachgewiesenen Fälle von 0,7 auf 0,1 Prozent reduziert. Im Bereich Handel, Dienstleistung, Sport, Transport, Kunst und Kultur wurden in den Kalenderwochen jeweils zwischen 0,0 und 0,2 Prozent der Fälle nachgewiesen.

Tabelle 1: Aufschlüsselung der epidemiologisch abgeklärten Fälle in Österreich (exkl. Wien) nach Bereichen.

Das Ziel eines Lockdowns ist es, die Kontaktfrequenz zu verringern und dadurch auch die Inzidenzen. Der Prozentsatz der nachgewiesenen Fälle im geregelten Bereich des Lockdowns, also Hotellerie, Gastronomie, Handel, Dienstleistung, Sport, Transport, Kunst und Kultur, liegt ausnahmslos jede Woche unter 1%.

Der Lockdown kann daher in diesen Bereichen die nachgewiesenen Fälle senken, verursacht jedoch eine grobe Einschränkung der Freiheit jedes Einzelnen sein Leben zu gestalten. Dies kann zu psychischen Problemen führen. Auch führen die Lockdowns in manchen betroffenen Bereichen zu Erwerbsentgängen, die durch Steuern finanziert werden. Die Steuerzahler haben somit eine psychische und finanzielle Belastung zu tragen.

Die vorliegenden Daten zeigen, dass die Lockdowns nur sehr geringe Auswirkungen in Bezug auf die epidemiologische Abklärung haben. Daher lautet mein Appell an die Politiker und Politikerinnen, von weiteren Einschränkungen der Bürger und Bürgerinnen durch Lockdowns abzusehen und andere Lösungsmöglichkeiten zu finden, die Herausforderungen für das Gesundheitssystem durch Covid 19 zu bewältigen.

In der epdemiologischen Abklärung der AGES finden sich außerdem die gesondert für Wien aufgeschlüsselten Zahlen. In Wien gab es ab Mittwoch der KW 46 eine FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen und die 2,5 G-Regel bei Treffen von mehr als 25 Personen. Ab KW 47 galt der österreichweite Lockdown für alle. Weiterhin bestehen bleibt der Lockdown für Ungeimpfte auch in Wien.

In Wien sind 82,9 bis 91,3 Prozent der abgeklärten Fälle auf den Haushalt zurückzuführen. Dies sind 2,9 bis 3,1 Prozent mehr im Vergleich zu den übrigen Bundesländern. Im Bereich der Bildung gehen die Zahlen im betrachteten Zeitraum von 8,6 auf 3,0 Prozent zurück. Die geklärten Fälle in der Freizeit schwanken zwischen 1,7 und 3,9 Prozent. Diese Schwankung lässt keinen Zusammenhang mit den Lockdowns erkennen.

Auf die Reisetätigkeit werden 0,4 bis 8,1 Prozent zurückgeführt. Am Arbeitsplatz zeigen die Zahlen eine Schwankung zwischen 0,3 und 0,8 Prozent. Hier lässt sich kein Zusammenhang mit den Maßnahmen erkennen.

In den Gesundheits- und Sozialbereich fallen 0,3 bis 1,5 Prozent der Fälle. Der Bereich Hotel, Gastro, Dienstleistung, Transport, Sport, Kunst und Kultur ist in den Kalenderwochen jeweils mit 0,0 bis 0,2 Prozent vertreten. Im Handel schwanken die Zahlen zwischen 0,0 und 0,5 Prozent, wobei in KW 45 (vor Inkrafttreten der Lockdowns) 0,0 Prozent angeführt sind und in KW 49 (während des Lockdowns für alle) 0,5 Prozent ausgewiesen sind.

Tabelle 2: Aufschlüsselung der epidemiologisch abgeklärten Fälle in Wien nach Bereichen. Quelle: AGES Epidemiologische Abklärung Covid 19, 27.12.2021

Auch in Wien kann analog zu den Daten für Österreich exklusive Wien festgestellt werden, dass die Anzahl der Fälle im geregelten Bereich der Lockdowns sehr gering ist und nur diese durch die Lockdowns beeinflusst werden können.


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.


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7 Kommentare zu „Auswertung Lockdown: keine signifikante Senkung der Inzidenzen

  1. Landläufig wird suggeriert, der Lockdown diene der Verkleinerung der Anzahl der Kontakte von Mensch zu Mensch.

    Zu vermuten ist, dass der Lockdown zu einer gesünderen Lebensweise führen möge, um Zellimmunität zu erhöhen.

    Beide Ziele wurden offensichlich verfehlt.

    Ein Lockdown ist kein Dauer-Yoga bzw. kein tibetischer Tempel und auch kein Abschaffen von McDonald’s und Coca-Cola.

    Man könne sachlogisch davon ausgehen, dass ein Lockdown nicht das ist, was er vorzugeben vermag.

    Wir dürfen uns das zweitvolkreichste Land der Welt Indien anschauen. Seine Immunität ist besser und seine Lebensweise ist anders, als die westliche.

    Kurzfristiges Indien ginge eben nicht mit uns, mit nur propagandistisch Schalter umlegen.

    Unsere technische Übermobilität des Sitzens in Fahrzeugen ist ein deutlicher Unterschied zu Indien, den ein Lockdown auch nicht wettmacht.

    Bemerkenswert ist, dass fast zwei Jahre kalter Entzug von unserer Stresssucht nach ungesunder westlicher Lebensweise auch nicht aus uns Indien machte.

    Das Immunitätsversuchsfeld zur gesunden Lebensweise wurde weiter vergrößert. – Im Einzelhandel finden Sie „urplötzlich“ Säfte, die mit Vitaminen (B, D, K, E …) „geboostert“ wurden.

    MIT WESTEN GEHT HALT KEINE GESÜNDERE LEBENSWEISE VON HEUT AUF MORGEN. – MAN SEI MIT DEM LATEIN AM ENDE UND FAVORISIERE DIE IMPFPFLICHT ALS LEBENSLÄNGLICHES FITNESSSTUDIO-ABO.

    Probieren ginge über studieren, jedoch unser Probieren war typisch westlich in seiner gemäßigten Strenge des Nichternstmeinens. – DAS VIRUS SEI ERNST.

  2. In diesem Winter kann die nahezu völlige Wirkung(slosigkeit) der Lockdowns und anderer Maßnahmen besonders schön im Vergleich mit Ungarn gezeigt werden. Ungarn hatte praktisch keine Einschränkungen, Österreich hat und hatte einen sogenannten harten Lockdown, einen Dauerlockdown für Ungeimpften, 3G, 2G, 2G+, 1G Regeln neben anderen Absurditäten.

    Der Verlauf der Inzidenzen ist nahezu parallel zu denen in Ungarn, steiler Anstieg, steiler Abfall. Diese Maßnahmen haben also kaum etwas gebracht. Interessanterweise wird das niemals den Medien erwähnt. Dafür hört man immer wieder Sätze wie „die Zahlen fallen durch den Lockdown“, „Der Lockdown wirkt, etc.“.

    Die Zahl der an oder mit Corona verstorbenen Personen ist in Ungarn in dieser Welle wesentlich höher als in Österreich.

    Quelle: „https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2021-09-01..latest&uniformYAxis=0&pickerSort=desc&pickerMetric=new_tests_smoothed_per_thousand&Metric=Cases+and+deaths&Interval=7-day+rolling+average&Relative+to+Population=true&Align+outbreaks=false&country=AUT~HUN“

    1. Lieber „Braver Bürger“: Sie vergessen zu erwähnen—wir in Österreich als Musterschüler haben für die Ungarn quasi „mit-ge-lockdowned“ — wie in diesem Block schon meherfach festgestellt 😉

      Das hat unseren Nachbarn sicherlich geholfen auf einer „esoterischen Ebene“ 😉 Leider wissen sie nur nix davon.

      Aber mit Wissenschaft haben unsere Corona-Maßnahmen seit dem Ioannidis-Artikel Anfang des Jahres ohnehin nix mehr zu tun. Sondern mit evangelikalem Kult und Blasphemie (Jonathan Haidt).

    2. @Karl Svozil

      Ich bin ausdrücklich nicht enttäuscht von Ihren Dogmen.

      Ich zeige authentisch und gutherzig Nachsicht, es sei nicht ganz einfach, sich lebenslänglich an komplizierten theoretischen Modellen festbeißen zu wollen.

      Ich wünsche Ihnen, mit meiner ganzen Wärme, die mir zur Verfügung steht, MEHR GEISTIGE FLEXIBILITÄT. – Sie würden attraktiver rüberkommen.

  3. also wenn 80-90% aller infektionen im haushalt passieren und 0,0-0,1% in gastronomie- und kulturbetrieben, dann ist es epidemiologisch natürlich „logisch“, dass man silvesterparties in gastro & kultur verbietet und dafür umso mehr in haushalten gefeiert wird. ich glaube, mückstein & co. haben soeben eine neue hohe schule der logik erfunden, die jener der ganzen logikschwurbler von aristoteles bis gödel meilenweit überlegen ist…

  4. Die Zahlen aus der „Epidemiologischen Abklärung“ der AGES sind meiner Meinung nach weitestgehend nichtssagend, weil die Zahlen der Fallabklärungen nicht relativ zu den Personenzahlen erhoben wurden. Wenn z.B. 5% der Abklärungen auf Schulen zurückgehen, diese dann angenommenerweise geschlossen werden, würde sich eine Reduktion auf 0% ergeben. Da dürfen dann alle rauslesen, was sie wollen.

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