Die Inzidenz muss weg!

Das Konzept des Inzidenzwerts ist wissenschaftlich gesehen Unfug und führt wegen der inhärenten Manipulationsmöglichkeit zu Schwindel und Betrug.

Von Gastautor Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt (Universität Hamburg)

Leider äußern das selbst kritisch denkende Virologen und Medizinstatistiker nicht in der nötigen Schärfe. Es reicht nicht zu sagen, dass der Inzidenzwert keine sinnvolle Richtschnur sei und nicht der alleinige Parameter für ein Ampelsystem sein solle. Ein solches System gibt es etwa in Österreich, aber der Inzidenzwert spielt dabei die wesentliche Rolle, zumindest für die Öffentlichkeit.

Die Inzidenz zu ignorieren, wäre natürlich töricht, nur eine deutschlandweite Steuerung nur mit diesem Wert macht keinen Sinn und ist sogar irreführend. Die Zahlen, die am meisten beklagt werden, nämlich schwere Verläufe und Todesfälle, müssen natürlich im Mittelpunkt stehen, so ein Medizin Statistiker. Nein, der törichte Inzidenzwert muß auf jeden Fall weg und stattdessen bräuchte es unverfälschte wirkliche Kenngrößen des Infektionsgeschehens. Die gibt es allerdings derzeit in Deutschland nicht.

Wenn man von Inzidenz sprechen will, dann muss der traditionelle Bezug eben die Untersuchungsmenge von potentiell Erkrankten sein. Die könnte hier die Menge der überhaupt in dem Untersuchungszeitraum PCR-Getesteten sein, sofern man dem Grundirrtum erliegen will, dass ein positiver Test eine Erkrankung anzeigte. Wenn jedoch die Positivenrate kennzeichnend sein soll für das Infektionsgeschehen, so müsste die wöchentliche Stichprobe, die dem PCR-Test unterworfen wird, repräsentativ sein. Repräsentative Erhebungen wurden schon seit fast einem Jahr angemahnt, aber nicht eine vom Robert-Koch-Institut (RKI) bislang auf den Weg gebracht.

Es müsste das Hauptaugenmerk auf die Rate bezüglich klinisch manifester CoViD-19 Erkrankungen gerichtet sein und insbesondere, wie oben im Zitat gesagt, auf schwere Verläufe und wirkliche CoViD-19 Todesfälle. Mit solchen Erhebungen hapert es, weil ein positiver PCR-Test schon bei einem Krebs- oder Herzinfakt-Patienten oder gar einem Unfallopfer über die „Diagnose“ CoViD-19 entscheidet. Ein Schwindel, der – ohne zusätzlichen politischen Druck – allein durch finanzielle Anreize von der Klinik über die Leichenschau bis in den Sarg bzw. die Urne wie von selbst abläuft.

Der Inzidenzwert von 50, der weitgehend aus der Luft gegriffen wurde, sollte den Gesundheitsämtern angeblich erfolgreiche Kontaktverfolgung ermöglichen. Man kann jedoch nicht durch den PCR-Test entscheiden, wer wen angesteckt haben könnte. Und außerdem hintertreibt die Verzögerung den vorgeblichen Zweck: Wenn Symptomlose ihre potentielle Infizierung mehrheitlich bereits mehr als zwei Wochen zuvor hatten, so entwickelt diese Mehrheit keine Erkrankung mehr und wird daher nicht ansteckend sein.

In oder um Berlin wurden pro Positivfall 5 bis 15 Menschen in Quarantäne geschickt, laut Recherche zweier Journalisten. Wiederum wird dabei Infizierung mit Erkrankung verwechselt. Wer dauerhaft symptomlos bleibt, ist nicht krank, auch wenn er wochenlang den Makel des Infiziertseins trägt. Die Quarantäne wurde manchmal aufrechterhalten, bis ein negatives Ergebnis des PCR-Tests vorliegt. Hier ist – im Lichte des alten Infektionsschutzes betrachtet – das Prinzip der Quarantäne pervertiert worden!

Ampelsysteme (z.B. von Rot über Orange zu Gelb und schließlich Grün) vermengen und gewichten ganz Unterschiedliches: einerseits angeblich überbordende Belastung des Gesundheitssystems durch mutmaßliche CoViD-19 Fälle und andererseits willkürlich gesammelte PCR-Positivzahlen von überwiegend Gesunden aus einer nicht näher definierten Stichprobe. Das ist unzulässig, weil so Infektion wieder als Krankheit gelten würde. Solange ein Test im besten Fall nur zwei Schnipsel aus dem RNA-Genom von SARS-CoV-2 in Gesunden ansteuert und nicht die Ursache einer klinisch manifesten Krankheit klärt, ist der Test nichts wert – und so sieht es ja inzwischen auch die WHO.

Testen

Der Bezug beim Inzidenzwert, die Bevölkerungsgröße, ist grundfalsch, da nur ein völlig beliebiger Bevölkerungsanteil PCR-getestet wird – in Deutschland waren es seit 25. Juni 2020 wöchentlich nur 0,5% bis 2% der Bevölkerung. Pro Tag liegt das damit im Bereich von 5/7 (rund 0,71) bis 20/7 (rund 2,86) Promille (d.i. pro Tausend). Im letzten Jahr hatte es dagegen in Luxemburg regelrechte Ausbrüche von Massentests gegeben. Man schien dort wohl dem Glauben anzuhängen, man könne so das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen wegtesten. Das hat sich nicht erfüllt.

Quelle: https://ourworldindata.org/coronavirus-testing#how-many-tests-are-performed-each-day

Die FAZ hielt im November 2020 Luxemburg ernsthaft für einen Corona-Hotspot in Europa und dichtete: „Die höchste Infektionszahl pro Einwohner in Europa, aber nur lasche Maßnahmen“. Stattdessen hätte der Journalist – statt vorgefasste Meinungen zu äußern – mal nachdenken und den Testverlauf in Luxemburg im Vergleich zu anderen europäischen Statten recherchieren sollen.

Am 31. Jänner 2021 wurde in Dänemark zehnmal (!) und in Luxemburg sechsmal soviel getestet wie in Deutschland bzw. der Schweiz, jeweils relativ zur Bevölkerungsgröße. In diesem Jahr liegen beim Testen die Länder vorne, die offiziell PCR-Tests und Antigentests nebeneinander nutzen: Am 7. Februar hat Österreich Luxemburg in Sachen Testwahn überholt. Im Februar hat die Slowakei alle mit Abstand geschlagen: Allein vom 1. bis zum 21. Februar wurden mehr Tests durchgeführt, als es Einwohner gibt. Damit testet die Slowakei 500 Mal relativ soviel wie Bangladesh, ein Land, das eine relativ konstante Testrate seit Juli 2020 hat.

Die Hypertesterei hat Konsequenzen für die absoluten „Fallzahlen“: Hätte man seinerzeit bei der alten Teststrategie in Deutschland zehnmal mehr getestet, so wäre wohl zumindest eine Verdopplung der Positivenzahlen und so auch der Inzidenzwerte erreicht worden. Da in Deutschland mit der neuen Teststrategie die Ergebnisse der Antigentests verheimlicht und Positivfälle mit PCR nachgetestet werden, bleiben die Positivenraten dauerhaft künstlich erhöht.

Flensburg

… ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und hat 90.164 (2019) Einwohner und den Inzidenzwert 177,5, mit Stand 18. Februar 2021. Das bedeutet einerseits, dass 160 positive Tests in den vorangegangenen 7 Tagen abgeliefert wurden, und andererseits, dass der Anteil der positiv Getesteten unter allen Einwohnern Flensburg 1,775 Promille oder 0,1775% beträgt. Wir wissen nicht – und sollen es nicht wissen – wie viele Tests, d.h. Antigentests als Vortests für nachfolgende PCR-Tests sowie unabhängige PCR-Tests (ohne Vortestung), jeweils ausgeführt wurden.

Die magere Information dazu auf dem Flensburger Corona-Portal war diese hier: Positive gesamt: 1462 (plus 22 zu gestern), – genesen: 830, – verstorben: 29, – aktive Infektionen: 603, – Quarantänefälle: 762. Die einzige überhaupt relevante Tagesinformation bezieht sich auf die 22 neuen positiven Proben. Die kumulativen Zahlen sind in der voranstehenden Auflistung völlig überflüssig: Sie sagen fast nichts über den Verlauf des aktuellen Infektionsgeschehens aus. Das, was nötig wäre zur wirklichen Einschätzung, wird nicht angegeben.

Versucht man nämlich zu verstehen, wie viele Tests hinter den wöchentlichen Flensburger Zahlen stehen, so erfährt man nichts auf dem „Dashboard“ und den anderen offiziellen Seiten in Schleswig-Holstein. Man weiß also nicht, ob es besondere Testkampagnen gegeben hat, die vielleicht dazu führten, dass womöglich jeder zehnte Flensburger getestet wurde in jenen 7 Tagen. Und darüber muss man Bescheid wissen, um die Positivzahl 160 einschätzen zu können.

Statt Licht in das Dunkel zu bringen, erfolgte prompt der Ukas der Oberbürgermeisterin (SPD), dass die Bewohner Flensburgs sich privat total zu isolieren haben: „Ansammlungen und Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum zu privaten Zwecken sind nur mit Personen des eigenen Hausstandes zulässig“. Aber sich zu 30 wildfremden Menschen im Bus auf dem Weg zur Arbeit drängen, mit vielleicht 50 Menschen bei der dienstlichen Tätigkeit in Kontakt treten, das dürfen sie, die Bürger Flensburgs.

Warum lassen die Menschen sich solch hanebüchenen Zwangsmaßnahmen in ihrem privaten Umfeld gefallen? Was muss noch passieren, damit sie aufbegehren? Haben sie Angst, dass sie im gerade eröffneten ersten deutschen Quarantäne-Knast konzentriert werden könnten: In der vom Kreis Segeberg betriebenen Anlage sollen Quarantäneverweigerer aus dem ganzen Bundesland untergebracht werden ?

„Das permanente Bestrafen der Bevölkerung mit neuen Repressionen geschieht unter der Behauptung, dass die Bevölkerung sich falsch verhalten hätte“, denn am Lockdown soll es ja nicht liegen dürfen. Auf die Idee, dass Infektionen mit Coronaviren saisonal sind und die Herbst-Winter-Doppelwelle nun zu einem vorläufigen Ende gekommen ist – überall in Europa, soll man nicht kommen.

Der Stufenplan in den Dauerlockdown

Der willkürlich gesetzte Inzidenzwert von 50 war bislang die heilige Grenze zwischen Lockdown und Lockerung. Aber was macht man, wenn die Ende Februar in immer mehr Landkreisen unterschritten wird? Man senkt die Grenze ab: Die 35 ist längst über uns gekommen. Aber darunter lauern schon die 20 und die 10, unter die uns wohl die Kanzlerin und die vorgeschickten No-CoViD Aktivisten unter Androhungen von Strafen drücken wollen, koste, was es wolle. Da ist die „fast Null“ der Zero-Covid Gemeinde nicht mehr weit, die gegebenenfalls einen Lockdown anstreben, totaler und radikaler, als wir ihn uns überhaupt vorstellen können.

Laut Bild-Zeitung gibt es bereits einen ausgearbeiteten Stufenplan im Bundeskanzleramt: Bei einem Inzidenzwert von 35 kann der Einzelhandel wieder bedingt und maskiert öffnen und die Schule schrittweise im Hygienemodus. Sinkt der Wert auf 20, darf wieder ein bisschen Kultur stattfinden, aber noch kein Kino. Ist ein Wert von 10 unterschritten, kann wieder ins Kino gegangen und Sport betrieben werden und man darf mit bis zu zehn Personen im Restaurant speisen. Aber wann darf sich eine Fußballmannschaft wieder zusammen in einem Gasthof an einem großen Tische drängen? Erst bei einem Wert von fast Null? Also nie wieder? Faktisch wird im Stufenplan mit einer Salamitaktik versucht, die deutsche Bevölkerung auf eine No-CoViD-Strategie (oder besser gesagt: einen No-CoViD-Irrsinn) einzuschwören.

Nicht viel besser ist das Ansinnen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, der unterdessen einen dreistufigen Plan hat erarbeiten lassen, der vorsieht:

  • Ab Inzidenz unter 35 sollen außerschulische Bildungsmöglichkeiten, der Einzelhandel sowie die Gastronomie wieder öffnen.

  • Ab Inzidenz unter 20 sollen Einrichtungen mit längerer Aufenthaltsdauer und festen Sitzplätzen sowie Hotels und Pensionen folgen.

  • Ab Inzidenz unter 10 sollen alle Fitnessstudios wieder öffnen können, außerdem fiele die Sperrstunde der Gastronomie weg.

Letztlich sind es Allmachtsphantasien, die den Menschen eingeimpft werden, dass sie durch rituelle Handlungen und herben Verzicht, das Virus eindämmen und somit beherrschen könnten. Mittels Erzeugung nackter Angst werden sie dazu hindressiert. In den sozialen Medien und in Leserkommentaren kursiert seit Anfang Februar ein Warnstufenkatalog als realsatirische Doku, die ich hier modifiziert und erweitert aufnehme:

  • Inzidenz unter 100: Experten warnen dennoch vor Lockerungen.
  • Inzidenz unter 50: Für Entwarnungen ist es noch zu früh.
  • Inzidenz unter 35: Die gefährlichen Mutanten dürfen nicht aus den Augen verloren werden.
  • Inzidenz unter 25: Der Abwärtstrend hat sich abgeschwächt.
  • Inzidenz unter 20: Die Zahlen sind gut, aber kein Anlass zur Entwarnung.
  • Inzidenz unter 10: Das Ziel ist ein schnelles Absenken der Infektionszahlen auf Null.
  • Inzidenz unter 7: Kein Grünes Licht: Das Virus ist noch unter uns.
  • Inzidenz bei 0: Wir dürfen das Erreichte nicht gefährden.

Einen bundesweiten Inzidenzwert von nahe Null wird es selbst im Juni nicht geben. Denn dafür würde schon die kleine Falsch-Positiv-Rate von etwa 0,6 bis 1,4 Promille für den PCR-Test sorgen: bei z.B. einer Million PCR-Tests pro Woche wären dann 600 bis 1400 Positivfälle zu erwarten und damit ein Inzidenzwert von über 0,7 bis knapp unter 1,7. Schon der Inzidenzwert 10 scheint unerreichbar zu sein angesichts der neuen Teststrategie. Dafür sorgen eben genau die Antigentests, die wöchentlich millionenfach zur Anwendung kommen und die wenigen Positivfälle der PCR-Testung ausliefern. Die im privaten Bereich künftig möglichen Schnelltests verschärfen die Lage nochmals. Wenn faktisch der Bereich, aus dem potentielle PCR-Positive gefischt werden, künftig wöchentlich bis zu 20 Millionen Proben umfasst, dann besteht kaum eine Chance, unter den Inzidenzwert 10 zu kommen.

Inzidenzwert unter 10?

Ein Blick zurück: Wie hoch wäre denn der Inzidenzwert in der Kalenderwoche (KW) 11 des Jahres 2020 gewesen, gegen deren Ende die Zunahme der berichteten Positivenrate in der ersten Welle in Deutschland am größten gewesen und damit die Drohkulisse am schlimmsten war? Es wurden in der KW 11 gerade mal 7582 Positivergebnisse vermeldet. Das entspricht dem Inzidenzwert von 9,1. Schien zu jener Zeit noch Grünes Licht? Nein, im Gegenteil: Damals und davor wurde höllische Angst vor einer angeblichen neuen Seuche geschürt und verbreitet, allerdings garniert mit Verdopplungszeiten oder Reproduktionszahlen (R-Werte) – vor der Erfindung des Panik-Tools Inzidenzwert. Der R-Wert wird immer wieder gern in den Medien explizit erwähnt, wenn er nach Ende der Epidemie beginnt, leicht um 1 zu pendeln und zufällig mal gerade über 1 gerät. Außerdem kann durch kurzfristige Erhöhung des Testumfangs dieser Effekt erzeugt bzw. verstärkt werden. Auf dem Grundniveau muss es um 1 pendeln, denn sonst müsste dieses Niveau Null sein und das Virus wäre ausgelöscht.

Angenommen, wir würden für 2021 ganz optimistisch ein Training im Fitnesstudio mit anschließendem Besuch eines Restaurants und einer späten Kinovorstellung bei einem Inzidenzwert von unter 10 (pro 100.000) als Jahreshighlight ins Auge fassen wollen. Dazu dürfte man innert einer Woche höchstens 8319 Positivtestungen erhalten, denn 8319/832 ist kleiner als 10. Tatsächlich war das im Jahre 2020 in Deutschland ununterbrochen von der KW 20 bis zur KW 33 der Fall gewesen. Da wurden allerdings noch keine Schnelltests als Vortests für die PCR-Testung eingesetzt. Stellen wir uns vor, es würden so viele Antigen- & PCR-Tests wie derzeit bereits in Österreich durchgeführt. Das hieße pro Woche rund 161 Promille Testungen bezogen auf die Bevölkerungsgröße. Wer hier absolute Zahlen sehen möchte, muss nur die Bevölkerungsgröße mit 0,161 multiplizieren: Im Falle Deutschlands käme man auf 13,4 Millionen Testungen in der Woche. Die sind natürlich nicht mit alleinigen PCR-Testungen zu realisieren.

Nehmen wir mal 150 Promille Tests als Antigentests und setzen eine extrem niedrige Positivenrate, etwa 0,06%, bei diesen Tests bei einer Massentestung an (– eine solch niedrige Rate könnte wohl kaum erreicht werden). Das macht 0,009% (= 0,09 Promille) Positive bezogen auf die Bevölkerungsgröße, die für den obligatorischen PCR-Test anfallen mit einer Bestätigungsrate (Sensitivität) von etwa 80% (laut RKI). So kommen 0,072 Promille PCR-Positive zustande. Schließlich würden rund 10,9 Promille PCR-Tests direkt ohne Vortest durchgezogen, die eine (Anlaß-/Symptom-bezogene) Positivenrate von 0,3% haben mögen, also fünfmal größer als die Rate, bei der vorwiegend in die Fläche getestet wird. So kommen knapp 0,033 Promille Positive bezogen auf die Bevölkerung hinzu. Zusammengezählt sind das rund 0,105 Promille Positive (von denen obendrein etliche falsch-positiv sein werden). Auf 100.000 bezogen ist damit der Inzidenzwert 10 überschritten, und das Fitnesstraining und der Kino- und Restaurantbesuch müssen für das ganze Jahr 2021 gecancelt werden.

Eine Partei in Deutschland hat nicht mitgedacht und nachgerechnet und „fordert einen sofortigen und konsequenten harten Lockdown über einen Zeitraum von etwa drei Wochen mit Schließung aller nicht lebensnotwendigen Produktionsbetriebe und Betriebsferien für die ganze Republik. Die Inzidenz muss unter zehn gedrückt, die Nachverfolgungskette wieder ermöglicht werden und mit breitester Impfung dann immunisiert werden“.

Breitest impliziert hier sicherlich Zwang oder Pflicht, denn so breit ist die Mehrheit nicht. Nein, es war nicht die CSU, die das gesagt hat, und es war auch keine Büttenrede, sondern stammt von einer Kleinstpartei, die sich marxistisch nennt und leninistisch dazu. In demselben Artikel der Roten Fahne kann man die folgende karnevaleske Äußerung lesen: „Der von Anfang an realistische Karl Lauterbach rechnet mit der dritten Welle im März mit den Mutationen aus Großbritannien und Südafrika und der Kombination von beiden. Er meint, es liege ‚an uns‘ wie stark sie sein wird. Das ist ein Wort! Echter Lockdown sofort!“

Es ist diese „AHA-Linke“, zu der sich schon im März 2020 mit ihrem unvergessenen Auftritt im Bundestag Katja Kipping bekannte, die offenbar im wirtschaftlichen Ruin von Soloselbstständigen, Kleinlädenbesitzern und ehemals florierenden mittelständischen Unternehmen ihren antikapitalistischen Kampf sieht. Dass nur die ganz Großen davon profitieren, blendet sie aus. „Unionsparteien und Linke vollziehen gemeinsam jenen autoritären Umbau der Gesellschaft, den man der AfD als Absicht unterstellt“.

Stiller Widerstand

Wenn ein Gesundheitsamtsleiter widerständige Worte in der Öffentlichkeit äußert, geht es breit in die Presse, und er wird versödert. Wenn er jedoch ganz still und unverdrostet dafür sorgt, dass nicht jeder Infektionsfall nachverfolgt wird, dämmt er die Fallzahlen ein und hält damit die Inzidenz niedrig. Er kann also durch unauffälliges Bremsen effektiv gegensteuern. Da sind ihm die mittelständischen Unternehmen und Kleinstunternehmen dankbar. Und auch die Allgemeinheit ist froh, nicht noch mehr durch rechtswidrige Unsinnsverordnungen drangsaliert zu werden.

Besser ist es, gemeinsam zu agieren: „In Berlin fordern sämtliche Amtsärzte, die Lockerungen der in der Corona-Gesundheitskrise geltenden Kontaktbeschränkungen nicht mehr an generelle Inzidenzwerte zu knüpfen“. Aber auch spezielle sind nicht besser: Die Inzidenz muss weg. Und nicht nur die.

Bild von orythys auf Pixabay

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7 Kommentare zu „Die Inzidenz muss weg!

  1. Danke wiederum für die klaren Worte in diesem Artikel! Man wird es wirklich leid, wenn Leute sich immer noch panisch an den offiziellen Zahlen und der ganzen Testerei festklammern und man immer wieder und wieder erklären muss, was es damit auf sich hat. Mir kommt die ganze Angelegenheit wie ein riesiger Intelligenztest vor: wer durchschaut die Zahlenspielerei? So werden ständig kumulative und absolute Zahlen veröffentlicht, aber es geht nicht in die Köpfe rein, auch nach 12 Jahren Schule nicht, dass das allenfalls beim Zweiten Weltkrieg Sinn macht, aber nicht bei einer Krankheitswelle. Die Leute werden dermaßen verblödet und verängstigt, dass man auch mit einem Blatt Papier, einem Stift und einem Taschenrechner nicht mehr zu ihnen durchdringt. Inzidenz und Infektionszahl nach PCR waren noch nie epidemiologische Kriterien, das sind Erfindungen aus dem Propagandalabor. Das was wirklich notwendig wäre – Serologie, Obduktion, Massenröntgen, Kohortenstudie, Langzeituntersuchung – wird partout nicht gemacht. Man will die richtigen Daten ja gar nicht haben, wie Herr Badelt am Beispiel Flensburg ausführt. Dann würde dieser ganze Popanz nämlich zusammenkrachen. Auch bei den Impfungen ist man an den richtigen Daten gar nicht interessiert. Das ist wohl einmalig in unserer Menschheitsgeschichte.
    P.S.

  2. Vielleicht interessiert das hier als Anhaltspunkte für Ansteckungsgefahren

    https://norberthaering.de/bargeld-widerstand/mastercard-gesundheitsgefahr-bargeld/

    (hier geht es zwar um Bakterien auf Geldscheinen, aber ich finde interessante Informationen darin):

    „Es ist interessant, einmal danach zu recherchieren, wie viele Bakterien einer pathogenen Art nötig sind, um sich überhaupt zu infizieren: Bei der Salmonellenvergiftung schätzt das RKI, dass es üblicherweise zwischen 10.000 und 1.000.000 sind.“

    Wie viele braucht es wohl pathogene Viren zu einer Ansteckung? Und wie viele schweben wohl in so einem Aerosol in der Luft? Wie viele kann man davon überhaupt aufnehmen (das ist ja das entscheidende)?

    Das hier finde ich auch interessant als einordnende Größen:

    „Im Jahr 2014 untersuchten Forscher, wie viele Bakterien während eines 10sekündigen Kusses mit Zungenkontakt übertragen werden: im Schnitt 80 Millionen. Und auf der menschlichen Haut leben gar 100 Milliarden Mikroben!

    Wie die Wasserversorgung der Stadt Zürich in einer Publikation schreibt, enthält gesundes, nichtkontaminiertes Trinkwasser 20.000–150.000 Bakterien pro Milliliter. Stilles Mineralwasser aus der Flasche liege in der gleichen Größenordnung. Sauberes Seewasser zählt 1 Million Bakterien je Milliliter.

    Bakterien sind allgegenwärtig – in der Luft, im Wasser, auf Oberflächen, ja selbst in der glühenden Lava! Bei weitem übertroffen werden sie in ihrer Zahl aber von den Viren. Nur Atome und Moleküle scheinen da noch häufiger zu sein.“

    Und nun soll uns also gerade beigebracht werden uns vor dem Allgegenwärtigen zu fürchten? Wenn man dieser Allgegenwärtigkeit von Erregern, Keimen, Viren, Bakterien, Pilze, sich vor Augen hält – und dann ernsthaft meint, man solle Maske tragen – Maske? Nein Ganzkörperkondom! Alles andere nützt ganz einfach nichts weil einzig der Schutz vor Keime durch die vollkommene Abschottung gegen die Umwelt möglich ist – und selbst dann sind wir noch mit den Milliarden in unserem eigenen Körper konfrontiert Es gibt kein entkommen – denn wir brauchen die ja zum Leben!

    Kann die Lebensfeindlichkeit unserer aktuellen Kerkermeister eigentlich noch offensichtlicher gemacht werden?

  3. Es wird mit allen Zahlen Schindluder getrieben.Eine besonders lächerliche Impfpropaganda lieferte heute der ORF: „Wirkung der Impfung wird sichtbar“ (https://orf.at/stories/3202976/)

    Als Beleg wird angeführt, dass der Anteil der Altersgruppe 85 plus an den Covid-19-Todesfällen zuletzt „signifikant“ gesunken sei, nämlich von 50% auf 40%, plus Grafik dabei. Die Todeszahlen liegen aber bereits unter 20 pro Tag. Bei 15 Todesfällen etwa entspricht das also einem Rückgang von 7,5 auf 6 Todesfälle. Zweifellos hochsignifikant. Nichts ist zu blöd offenbar.

  4. Es wird nicht regelmäßig oder auch nur stichprobenartig obduziert um Gewissheit über COVID-19 bzw. andere Indikation zu erlangen. Es wird nicht standardmäßig erfasst, ob und wann und wie der Todesfall geimpft wurde. Alle Zahlen hier scheinen Spielerei, Interpretation und letztlich Hochrechnung. Außerdem lassen die Infektionen gerade massiv nach, da kann man besten Willen keine Unterscheidung nach Wirksamkeit der Impfung oder natürlicher Abschwächung oder anderen Faktoren mehr vornehmen. Es ist eine totale Katastrophe wie selbst gestandene Journalisten / Redaktionen mit diesen Zahlen umgehen.
    P.S.

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