Antikörper Tests in USA und Schweden: hoher Prozentsatz von Immunen

Es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Infektion mit dem Coronavirus wesentlich rascher ausgebreitet hat als bisher angenommen. Ein weit größerer Anteil der Infizierten zeigte nie Symptome, hat Antikörper und ist damit immun. Schweden rechnet für Stockholm mit 600.000 Immunen per Ende April, das ist etwa ein Drittel der Bevölkerung des Großraumes. In den USA werden ähnliche Werte mit Antikörper Tests gefunden.

50% bis 80% der testpositiven Personen bleiben symptomlos. Selbst unter den 70 bis 79 Jahre alten Personen bleiben rund 60% symptomlos, viele weitere zeigen nur milde Symptome. Das zeigen jetzt immer mehr Studien auch aus den USA, neuerdings auch solche mit Antikörpern – also Immune, die die Infektion schon hinter sich gebracht haben.

Geringer Anteil der Infizierten erkrankt

Eine neue serologische Studie im Bezirk von Los Angeles kommt zum Ergebnis, dass bereits 42 mal mehr Personen das Coronavirus hatten als bisher bekannt, wodurch sich die Gefährlichkeit der Erkrankung entsprechend reduziert.

Aus der Studie der University of Southern California und des Los Angeles County Department of Public Health ersieht man, dass bereits per Anfang April ungefähr 320.000 Personen (4,1% der Bevölkerung des Bezirks) Antikörper gegen SARS-Cov-2 im Blut hatten, das aber ohne Krankheitssymptome. Auf aktive Infektion getestet wurden nur Personen mit Symptomen, die gefundenen Fälle machen nur 2,5% der Personen mit Antikörper aus.

Das zeigt auch, dass sich das Virus im Los Angeles County erheblich rascher ausgebreitet hatte, als bisher angenommen worden war. Damit wird auch klar, dass die Erkrankungen und Todesfälle einen wesentlich geringen Anteil ausmachen, nämlich nur 2,5% bei den Erkrankungen bzw 0,18% bei den Todesfällen.

Ein Drittel der Bewohner von Chelsea bei Boston mit Antikörper getestet

Noch erstaunlicher ist die Situation in Chelsea in der Nähe von Boston, wie der Boston Globe berichtet. In der Stadt hatte rund ein Drittel von 200 Blutspendern Antikörper gegen den Covid19-Erreger. Die Hälfte davon berichtete, im letzten Monat ein leichtes Erkältungssymptom erlebt zu haben.

In einem Obdachlosenheim ebenfalls in der Nähe von Boston wurde etwas mehr als ein Drittel der Menschen positiv getestet, wobei niemand Symptome hatte.

Ein Drittel Immune in Stockholm

Die schwedische Agentur für Öffentliche Gesundheit hat in einer neuen Studie errechnet, dass bis zum 1. Mai ein Drittel der Bevölkerung in Stockholm mit dem Coronavirus infiziert war. Damit muss es eine sehr große Zahl unbekannter Infektionen gegeben haben.

Laut der Studie gab es in Schweden für jeden bekannten Fall 999 unbekannte. Das Modell basiert auf den bekannten Infektionen in Stockholm in der Zeit vom 17. Februar bis 10, April. Professor Johan Giesecke, früherer Chef-Wissenschaftler des European Center for Disease Prevention and Control (ECDC), bestätigte, dass die Schätzungen gut sind. Gestützt werden die Berechnungen durch Antikörper Tests bei Blutspendern im Raum Stockholm, wo 11 von 100 Spendern Antikörper im Blut hatten.

Kinder sind kaum ansteckend

Ein neunjähriges französisches Kind mit Corona-Infektion hatte Kontakt zu 172 Personen, von denen es jedoch niemanden angesteckt hat. Der ie in der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie zufolge fielen Coronavirus-Tests bei allen 172 Kontaktpersonen des Kindes negativ aus. Den Forschern zufolge könnte der Fall darauf hindeuten, dass Kinder bei der Verbreitung von Sars-Cov-2 keine wichtige Rolle spielen. Das hatten schon andere Studien gezeigt.

Letalität niedrig

Auch Stanford-Medizinprofessor John Ioannidis erklärt in einem neuen einstündigen Interview mehrere neue Studien zu Covid19. Die Letalität von Covid19 liegt laut Professor Ioannidis „im Bereich der saisonalen Grippe“. Eine neue serologische Studie der Universität Stanford fand im Bezirk Santa Clara in Kalifornien Antikörper in 50 bis 85 mal mehr Personen als bisher angenommen, wodurch sich eine Covid-Letalität von 0.12% bis 0.2% oder sogar darunter ergibt.

Das deckt sich auch mit der Situation in Japan, wo Infektionen seit Anfang Februar nachgewiesen wurden. Das Land hat keine breitflächigen Ausgangsbeschränkungen verfügt und hat mit 2 Todesfällen per Million Einwohner auch weltweit einen der niedrigsten Werte. Außerdem ist jetzt schon eine zweite Welle im Abklingen begriffen.

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