Ukraine steht ohne Luftabwehr da

9. August 2026von 5,6 Minuten Lesezeit

Die Luftverteidigung der Ukraine steht vor dem Kollaps. Russland nutzt die knappen Bestände an modernen Abfangsystemen systematisch aus und steigert den Druck mit ballistischen Raketen, Gleitbomben und Drohnenschwärmen massiv.

Die Nachrichten aus Kiew gleichen sich dieser Tage. Immer wieder ballistische Raketen, immer wieder das gleiche Eingeständnis der ukrainischen Behörden: Keine einzige Iskander-Rakete wurde abgefangen. Null. Die Patriots sind leer. Was im Sommer 2026 geschieht, haben kritische Beobachter seit Jahren kommen sehen. Die Ukraine wurde von ihren westlichen Geldgebern in einen Abnutzungskrieg geschickt, den sie mangels eigener industrieller Basis niemals gewinnen konnte. Jetzt fällt das Kartenhaus in sich zusammen — und zwar schneller, als selbst Pessimisten erwartet hätten.

Die nackten Zahlen einer Niederlage

Die ukrainischen Luftabwehrstatistiken der jüngsten russischen Großangriffe sprechen eine Sprache, die keiner mehr schönreden kann. Simplicius76 dokumentiert in seiner schonungslosen Analyse vom 4. August 2026 die offiziellen, von Kiew selbst eingeräumten Zahlen:

  • 1 von 27 ballistischen Iskander-M/KN-23-Raketen abgefangen
  • 0 von 2 Anti-Radar-Raketen vom Typ Kh-31P abgefangen
  • 0 von 4 Onyx- und Zirkon-Marschflugkörpern abgefangen
  • Lediglich Drohnen werden noch zu 83 % neutralisiert — was gegen ballistische Bedrohungen völlig irrelevant ist

Am 5. August 2026 starben bei einem einzelnen Angriff 21 Menschen in Kiew, Dutzende wurden verletzt. Die BBC, sonst nicht im Verdacht russlandfreundlicher Berichterstattung, zitiert den ukrainischen Militärexperten Ivan Stupak mit einem vernichtenden Vergleich:

„Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen Lamborghini, haben aber keinen Treibstoff. Sie haben eines der besten Autos der Welt, aber Sie können nirgendwo hinfahren. Die Situation mit Patriot ist ähnlich. Die Systeme sind da, aber es gibt keine Abfangraketen.“

Ein Lamborghini ohne Sprit. Treffender kann man das strategische Versagen des Westens nicht beschreiben.

Das Produktionsdesaster: Lockheed Martin kann nicht liefern

Die entscheidende Frage lautet: Warum sind die Patriot-Vorräte erschöpft?

Die Antwort ist ebenso einfach wie niederschmetternd. Wie Simplicius76 bereits am 7. Juli 2026 detailliert ausführte, produziert Lockheed Martin derzeit rund 650 PAC-3-Abfangraketen pro Jahr — für die gesamte Welt. Das sind lächerliche 54 Stück pro Monat. Die Ukraine allein bräuchte ein Vielfaches davon, denn doktrinär werden pro anfliegender Rakete mindestens zwei, oft vier oder gar sechs Interceptoren abgefeuert.

Lockheed verspricht zwar eine Steigerung auf 2.000 Raketen jährlich bis 2033. Selbst wenn dieses völlig unrealistische Ziel erreicht würde — die Ukraine hat nicht bis 2033 Zeit. Und die versprochenen 2.000 Stück würden selbst dann nur 166 pro Monat für den gesamten Globus bedeuten, während Russland seine ballistische Raketenproduktion von 70 auf über 150 pro Monat hochfährt.

Die Lieferkette für eine einzelne PAC-3 umfasst über 400 Zulieferbetriebe. Die Endmontage allein dauert sechs Wochen. Die Gesamtvorlaufzeit liegt bei mehr als zwei Jahren. Das ist kein Produktionssystem — das ist ein bürokratisches Monster, das für einen kurzen, intensiven Konflikt völlig ungeeignet ist.

Verschärfend kommt hinzu: Die USA haben im März 2026 ihren eigenen Krieg gegen den Iran begonnen und brauchen ihre Patriot-Bestände nun selbst. Dass Trump der Ukraine im Juli eine Lizenz zur Eigenproduktion verweigerte, war da nur noch der Sargnagel.

Odessa: Die strategische Abschnürung

Während Kiew unter Raketenhagel steht, vollzieht sich im Süden eine vielleicht noch folgenreichere Entwicklung. Russland hat seit etwa zehn Tagen eine beispiellose Luftoffensive auf Odessa und die Schwarzmeerhäfen entfesselt. Die drei großen ukrainischen Häfen — Odessa, Tschornomorsk und Juschne — sind faktisch blockiert.

Zur Hochsaison der Ernte. Die Silos laufen über, die Agrarpreise im Land kollabieren, und die für August erwartete Sonnenblumenernte droht ungenutzt zu verrotten. Ein Land, das einst die Kornkammer Europas war, wird nun auch ökonomisch stranguliert — und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Frontlinien ohnehin so schnell kollabieren wie seit Kriegsbeginn nicht mehr.

Russisches „Starlink“: Das nächste Schlachtfeld

Während Selenskyjs auf 40 Tage angelegte PR-Operation kläglich gescheitert ist und er nun — wie ukrainische Analystenkanäle berichten — verzweifelt um einen Waffenstillstand bettelt, zeichnet sich am Horizont die nächste Bedrohung ab. Simplicius76 berichtet von einer Flut an Bestätigungen dafür, dass Russlands neues Satellitensystem Rasswet („Sonnenaufgang“), das als Gegenstück zu Starlink entwickelt wurde, bereits mit eingeschränkten Fähigkeiten über der Ukraine im Einsatz ist. In den kommenden Monaten soll die Abdeckung massiv ausgebaut werden.

Das würde bedeuten: Die Ukraine verliert einen ihrer letzten verbliebenen technologischen Vorteile, während Russland einen eigenen, unabhängigen Kommunikations- und Aufklärungsorbit etabliert.

Die Inszenierung des Westens

Was hier geschieht, ist das vorhersehbare Ergebnis einer Politik, die von Anfang an nicht auf einen ukrainischen Sieg, sondern auf die strategische Schwächung Russlands ausgelegt war — koste es, was es wolle. Die Ukraine sollte das Kanonenfutter stellen. Jetzt, da das Kanonenfutter ausgeht und die Waffenarsenale leer sind, wendet sich das Blatt endgültig.

Selenskyjs „40-Tage-Operation“ war nichts als ein verzweifelter Versuch, durch inszenierte Erfolge den Westen zu weiteren Lieferungen zu bewegen und Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Manöver ist gescheitert. Die westlichen Partner haben kein Interesse mehr, ihre ohnehin strapazierten Bestände für ein sinkendes Schiff zu opfern.

Noch im März 2025 forderte EZB-Direktoriumsmitglied Olli Rehn — parallel zu Lagardes Digital-Euro-Plänen — eine „gemeinsame europäische Beschaffung von Luftverteidigungsausrüstung und Drohnen“. Ausgerechnet die Zentralbank als Kriegsfinanzierer. Ein Jahr später ist von diesen großspurigen Ankündigungen nichts mehr zu hören. Die Patriots sind leer, die Versprechen verpufft.

Ausblick: 2027 als Jahr der Entscheidung

Mit der Beschleunigung der russischen Offensive, der faktischen Blockade Odessas, der Verdreifachung der russischen Raketenproduktion, dem völligen Fehlen von Patriot-Abfangraketen und der schwindenden Wirksamkeit von Starlink zeichnet sich ab: 2027 könnte das Jahr werden, in dem die Ukraine endgültig zusammenbricht.

Simplicius76 bringt es in seiner Analyse auf den Punkt:

„2027 könnte ein Meilenstein-Jahr werden, das die Ukraine wirklich ins Wanken bringt, wenn nicht gar zum vollständigen Kollaps führt.“

Die Frage ist nicht mehr, ob Kiew den Krieg verliert. Die Frage ist nur noch, wie viele Menschen bis dahin sinnlos sterben müssen — weil eine transatlantische Elite nicht zugeben kann, dass ihre geopolitische Wette von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Während europäische Spitzenpolitiker weiter von „gemeinsamer Sicherheit“ faseln und ihre Rüstungsbudgets aufblähen, brennt die Ukraine. Nicht wegen fehlenden Mutes ihrer Soldaten. Sondern weil sie in einen Stellvertreterkrieg geschickt wurde, für den ihr schlicht die Mittel fehlen — und für den ihre angeblichen Verbündeten nicht bereit sind, den Preis zu zahlen.

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16 Kommentare

  1. Hello 9. August 2026 um 17:04 Uhr - Antworten

    War Ihre Stellungnahme, Herr Madersbacher, so gefährlich, dass mein Dank dafür erst gestattet werden muss?

  2. Fritz Madersbacher 9. August 2026 um 13:59 Uhr - Antworten

    „Jetzt fällt das Kartenhaus in sich zusammen — und zwar schneller, als selbst Pessimisten erwartet hätten“

    Den siebengescheiten Haudraufs und Besserwissern geht Alles viel zu langsam und sie verfallen in ihre blödsinnigen YGL-Phantasien als Ursache dafür.

    Rußland tut gut daran, sich nicht nach diesem Wunschdenken mit seinen krausen Ratschlägen zu richten und irgendwelche Abenteuer einzugehen (tut es wohlweislich auch nicht). Ein Sieg für Rußland bedeutet nicht die Eroberung der Ukraine oder gar noch anderer Gebiete (Afghanistan 1979 ist noch präsent), sondern Zurückweisung, Abwehr und zum Scheitern Bringen der Pläne der westlichen Imperialisten, die Ukraine zu einem Frontstaat mit der Option des späteren Vordringens nach Rußland selbst zu machen. Auch bedeutet er Sicherheit für die russische Bevölkerung der Krim und des Donbass.

    Diese immer näher rückende Niederlage für den westlichen Imperialismus und seine Pläne wird eine Dynamik beschleunigen, die längst schon im Gang ist, nämlich eine Umgestaltung der Welt weg von der westlichen Herrschaft, die nicht nur moralisch bankrott ist, sondern auch auf allen anderen Gebieten ihren Höhepunkt überschritten hat und immer mehr in eine desaströse Dekadenz verfällt.

    Um das zu konstatieren, muß man kein „perverser Selbsthasser“ sein, man muß nur die Augen offen und das Gehirn denken lassen, UND man sollte Charakter bewahren und sich nicht einfach ichbezogener, Kleinkariertheit hingeben, wie sie von den reaktionären Medien (ob „Qualitäts-“ oder noch primitiveren Boulevardmedien) ständig bestärkt wird …

  3. Jan 9. August 2026 um 13:39 Uhr - Antworten

    Europa steht vor der größten Energiekrise seit den 70ern. Wenn im Januar Hunderte Millionen gefroren und gehungert und Cruella in Be in den Orkus geworfen haben werden, wird Putin freundlich und mit festem Händedruck Öl und Gas zu fairen Preisen anbieten.

    • Jurgen 9. August 2026 um 19:04 Uhr - Antworten

      Oder es ist wieder mal an der Zeit, dass die Deutschen zaubern? Aber warten wir besser vorher noch die Abwicklung der Bund-Gruppe mit den Bundesländern und der Bundeswehr ab.

    • triple-delta 9. August 2026 um 19:49 Uhr - Antworten

      Westeuropa!

  4. Der Zivilist 9. August 2026 um 13:21 Uhr - Antworten

    Die EU hält die Ukraine noch etwas am Laufen, um sich zum wichtigen Waffenproduzenten im globalen Maßstab zu mausern. Und nicht vergessen, für 2029 hat sie den direkten Krieg gegen Ru angekündigt (Putin wird uns dann angreifen, das läßt sich inszenieren) Und ein wichtiger Waffenproduzent im globalen Maßstab wird auch für Nachfrage sorgen: kleinere Konflikte immer und überall.

    Das Brüsseler Regime ist Westeuropas Ruin.

  5. Jurgen 9. August 2026 um 12:05 Uhr - Antworten

    Raketen hatten die Chinesen schon vor über 1000 Jahren erfunden und vorrangig für Feuerwerk genutzt. Im „Westen nichts Neues“ mehr erfunden seit 80 Jahren. Und alles basiert immer noch auf geklauten deutschen Erfindungen und Patenten.

  6. Glass Steagall Act 9. August 2026 um 11:58 Uhr - Antworten

    Hätte der Westen nicht seine korrupten Marionetten wie Selenskij und andere Wasserträger installiert und würden gierige westliche Investoren nicht bereits Gebietsansprüche erheben, könne die Ukraine einfach aufgeben und sich Russland ergeben! Damit wäre der ganze Spuk vorbei! Außerdem müssten wir Bürger im Westen nicht ständig Geld in den korrupten Apparat der Ukraine werfen!
    Ich bin nach wie vor der Meinung, die Ukraine gehört zum russischen Sektor und da sollte sie auch bleiben! Wer anderes behauptet, der hat sich bereits von der dümmlichen NATO-Propaganda bequatschen lassen!

  7. Daisy 9. August 2026 um 10:37 Uhr - Antworten

    Schon eigenartig, Kiew kann sich nicht mehr verteidigen und trotzdem kann Putin den Donbass nicht „befreien“. Er macht weiter, bis Schland „kriegstüchtig“ ist..
    Musk hat Starlink soweit beendet, dass es keine Angriffe auf Russlands Hinterland mehr unterstützt, dennoch mag Putin nicht aufhören…

    Putin war YGL und arbeitet an der Agenda 2030 mit wie übrigens auch der Iran, und China sowieso. Putin tritt nicht vom Pariser Klimaabkommen aus, obwohl die Russ. Akademie der Wissenschaften längst nachgewiesen hat, dass nach einer CO2-Sättigung, einem Schwellwert, das CO2 ansteigen kann, soviel es will, es spielt schlichtweg keine Rolle…, und er tritt natürlich nicht aus der WHO aus wie die USA, denn auch Russland hat gespiked. Sputnik V war sogar ein DNA-Impfstoff wie AstraZeneca. Weiters macht Russland bei der Digitalisierung mit…

    Das alles schaut nicht gut aus. Putin möchte keinen Frieden. Selbst wenn sich der Klavierclown jetzt ergeben würde, macht er weiter.

    Da es so komisch wirkt, hat man aber nun beschlossen, nicht bis 2029 zu warten. Deutschland wird daher jetzt im Herbst schon offiziell in den Krieg gegen Russland eintreten.

    • Daisy 9. August 2026 um 11:07 Uhr - Antworten

      Na, fesch, Kiew hat schon wieder eine Pipeline angegriffen, diesmal gehts gegen die Türkei…

      Je brenzlicher es für Kiew wird, umso unberechenbarer und verrückter werden die Aktionen.

      • alter Mann 9. August 2026 um 11:24 Uhr

        Gut aufgepasst – da passt Einiges in der Gesamtheit nicht und die „positiven“ Meldungen beider Seiten sollte man sich genauer ansehen. Ja, was wirde das echte Ziel dieses (globalen) Konfliktes sein? Stimmabgabe im geschlossenem Umschlag?

      • Lutz Herzer 9. August 2026 um 12:00 Uhr

        „Kiew hat schon wieder eine Pipeline angegriffen…“

        Kiew? Israel bat Putin 2022, den Komiker am Leben zu lassen. Hier spielt die Musik. Und Putin ging darauf ein. Das dürfte ein schwerer Fehler gewesen sein.

    • Lutz Herzer 9. August 2026 um 11:33 Uhr - Antworten

      Und täglich grüßt das Murmeltier. Immer wieder der gleiche Fehlschluss beim Denken. Putin könne den Donbass nicht befreien, folglich wolle er keinen Frieden. Hingegen kein Wort zu den ukrainischen Fernangriffen mit westlicher Technologie auf russisches Hinterland, begleitet von einem Bohei um eine Billigdrohne auf dem Leipziger Flughafen. Wer hier keinen Frieden will, sollte mittlerweile nicht allzu schwer zu begreifen sein.

      • Daisy 9. August 2026 um 12:02 Uhr

        Ich denke nicht so einfach…die Angriffe auf das Hinterland soll ich kritisieren? Warn Sie bisher am Mond? Ja, was trödelt er denn so lang herum? Schaun Sie, je länger es dauert, umso mehr Frechheiten nimmt sich der Wertewesten eben heraus. Überhaupt haben die offenbar nie Angst vor Russlands Reaktionen, da können sie provozieren, soviel sie wollen.

        Es stimmt, die EU will auch keinen Frieden, aber Putin offensichtlich auch nicht….
        Ich trete für ein Einfrieren des Konflikts ein. Wenn Putin jetzt die Ukraine noch immer nicht bezwingt, müsste aber langsam auch das einfachste Gemüt bemerken, dass hier etwas nicht stimmt. MMn stecken die alle unter einer Decke. Und Ursache ist, dass das Finanzsystem mal wieder kollabiert, wegen des Zinseszinses….

      • Jurgen 9. August 2026 um 12:14 Uhr

        Putin? Ja, die Russen wollen die Natsis ein für allemal loswerden. Das braucht eben Zeit. Und interne Aufrüstung natürlich auch. Ist auch so bei China, der äussere Druck durch den Westen zwingt zur Aufrüstung. Andererseits kann es China nicht verkraften keinen Export mehr zu tätigen, sonst hätten sie ihre Wunderbare Welt-Werkbank (WWW) längst schon geschlossen. Aber solange der Westen das Handelsungleichgewicht durch zuviel Import aushalten muss, um so eher pleitet er sich selbst. Der nunmehr rein physische Goldhandel in China wird es schon richten…

    • Varus 10. August 2026 um 1:19 Uhr - Antworten

      Gerade wird die Festung Orechow gestürmt – der Osten wurde bereits eingenommen. Darauf wird der Weg nach Saporosche frei – woanders habe ich gelesen, dass die Bewohner aufgerufen wurden, die Stadt zu verlassen (800 Tsd. vor dem Krieg).

      Die Russen stehen auch nur noch 4 Km von Kramatorsk in Donbass entfernt.

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