Oxford-Chirurg bei Tucker Carlson über Folterprogramme und Raketenangriffe auf Krankenhäuser in Gaza

28. Mai 2026von 9,6 Minuten Lesezeit

Ein britischer Spitzenchirurg von der Universität Oxford hat in einem aufsehenerregenden Interview mit Tucker Carlson detailliert geschildert, was er in Gaza mit eigenen Augen gesehen hat: die systematische Zerstörung des Gesundheitssystems, gezielte Schüsse auf Kinder an Lebensmittelausgaben und ein institutionalisiertes Folterprogramm gegen palästinensische Ärzte. Der Westen schaut weg – und finanziert das Ganze.

Professor Nick Maynard ist kein Aktivist. Er ist kein Politiker. Er ist kein Mitglied irgendeiner palästinensischen Organisation. Maynard ist einer der führenden gastrointestinalen Chirurgen Großbritanniens, tätig am Oxford University Hospital, spezialisiert auf Speiseröhren- und Magenchirurgie. Ein Mann, der seit über einem Jahrzehnt regelmäßig nach Gaza reist, um dort Krebsoperationen durchzuführen und Medizinstudenten zu unterrichten. Ein Mann, dessen Glaubwürdigkeit nicht mit dem billigen „Antisemitismus“-Vorwurf zu erschlagen ist, der jeden anderen Kritiker zum Schweigen bringen soll.

In einem ausführlichen Gespräch mit Tucker Carlson hat Maynard nun detailliert ausgepackt. Was er schildert, übersteigt selbst die düstersten Erwartungen an einen Krieg. Es sind keine Kollateralschäden. Es ist System.

Die gezielte Vernichtung des Gesundheitssystems

Maynard kennt die Krankenhäuser Gazas wie kaum ein anderer. Seit 2010 hat er in allen großen Kliniken gearbeitet – Shifa, Al-Aqsa, das Indonesische Krankenhaus, das Europäische Krankenhaus und zuletzt den Nasser-Krankenhauskomplex in Khan Younis, das einzige noch funktionierende große Krankenhaus des Gazastreifens. Die anderen? Zerstört. Nicht durch versehentliche Treffer, sondern durch gezielte Angriffe.

„Jedes einzelne Krankenhaus wurde angegriffen“, sagt Maynard. Die Zahlen sind erdrückend: Nahezu 2.000 Gesundheitsarbeiter wurden während dieses Konflikts getötet – 75 pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In der Ukraine liegt diese Zahl bei 0,8 pro 100.000. In allen anderen Konflikten der jüngeren Geschichte bewegt sie sich im einstelligen Bereich. 75. Das ist keine Statistik, das ist ein gezieltes Vernichtungsprogramm.

Maynard selbst operierte im Januar 2024 im Al-Aqsa-Krankenhaus, als eine israelische Rakete die Intensivstation direkt neben seinem Operationssaal traf. Während er operierte. Das Team musste evakuieren. Das Krankenhaus wurde funktionsunfähig. Die israelische Standard-Behauptung – Hamas-Kommandozentralen unter den Kliniken – bezeichnet Maynard als das, was sie ist: eine Lüge ohne jeden Beweis. „Ich war in jedem Quadratzentimeter dieser Krankenhäuser. Ich habe nichts, absolut nichts gesehen, was auf eine militärische Hamas-Präsenz hindeutet.“ Die Bomben trafen stets die klinischen Bereiche – wo Patienten lagen, wo Ärzte arbeiteten, wo Medizinstudenten lernten, die Maynard wenige Wochen zuvor unterrichtet hatte.

„Zielscheiben-Spiel“ an Lebensmittelausgaben

Die vielleicht verstörendsten Schilderungen betreffen die sogenannten Lebensmittelausgaben der Gaza Humanitarian Foundation (GHF). Diese von der US-Organisation unter der Leitung des selbsternannten „christlichen Ministers“ Johnny Moore betriebenen Verteilpunkte wurden als große humanitäre Geste inszeniert. Maynards Berichte zeichnen ein radikal anderes Bild.

Der Chirurg beschreibt ein wiederkehrendes Muster: Lebensmittel werden in einem umzäunten Gelände ausgelegt. Die Tore bleiben verschlossen, bis sich weit mehr Menschen angestaut haben, als Lebensmittel vorhanden sind. Dann werden die engen Tore geöffnet, Chaos bricht aus – und in diesem Moment eröffnen israelische Soldaten und Quadcopter-Drohnen das Feuer auf unbewaffnete Zivilisten. Die Opfer: überwiegend jugendliche Jungen, 11, 12, 13 Jahre alt – die Familien schicken die Kräftigsten zum Essenholen.

Doch das eigentlich Erschütternde ist das System dahinter. Maynard und seine Kollegen im Nasser-Krankenhaus beobachteten eine unheimliche Clusterbildung der Schusswunden:

  • An einem Tag: 19 jugendliche Jungen, alle ausschließlich in Kopf und Hals getroffen

  • An einem anderen Tag: überwiegend Brustschüsse

  • Wieder ein anderer Tag: hauptsächlich Bauchschüsse

  • An einem Samstag: vier Jungen, alle ausschließlich in die Hoden geschossen

„Es war jenseits von Zufall“, sagt Maynard. „Es schien uns, als würde ein Spiel gespielt. Heute zielen wir auf den Kopf, morgen auf den Bauch.“ Ein 12-jähriger Junge verblutete unter Maynards Händen auf dem OP-Tisch – von einem israelischen Soldaten durch die Aorta geschossen, während er versuchte, Essen für seine hungernde Familie zu holen.

Der Sender Channel 4 News hat Maynards Aussagen dokumentiert. Die GHF und Johnny Moore – derselbe Mann, der öffentlich behauptete, es gäbe keinen Hunger in Gaza – nennen diese Berichte „Hamas-Propaganda“. Maynards Antwort: „Ich glaube kein Wort von dem, was sie sagen. Die Beweise, die ich mit eigenen Augen sehe, sind überwältigend.“ Mittlerweile ist Moore mit Liberty University in Lynchburg, Virginia, affiliiert – eine bemerkenswerte Karriere für jemanden, unter dessen Aufsicht Kinder an Essensausgaben erschossen wurden.

Folter als staatliches Programm

Maynard berichtet von einem systematischen Entführungs- und Folterprogramm gegen palästinensische Gesundheitsarbeiter. Nahezu 500 medizinische Fachkräfte wurden seit Oktober 2023 von israelischen Streitkräften verschleppt und ohne Anklage in israelischen Gefängnissen festgehalten. Keiner von ihnen wurde jemals eines Verbrechens beschuldigt. Keiner erhielt einen Prozess.

Maynard hat detaillierte Video- und Audio-Zeugnisse von Überlebenden aufgenommen. Was sie beschreiben, gehört in die Kategorie der Folterhandbücher autoritärer Regime:

  • 60 Tage durchgehende Blendung mit verbundenen Augen

  • Elektroschocks durch die Genitalien – eine wiederkehrende Spezialität

  • Schläge über 12-Stunden-Perioden

  • Zwangshaltung auf Knien oder sitzend für 60 Tage ohne Unterbrechung – Hinlegen verboten, Schlaf unmöglich

  • Hunde mit aufgeschnallten Kameras und Schusswaffen, ferngesteuert in Krankenhäuser geschickt, um gezielt Menschen zu attackieren

Ein bekannter orthopädischer Chirurg, mit dem Maynard im Mai 2023 noch Kaffee getrunken hatte, wurde zu Tode gefoltert. Die Todesursache, dokumentiert durch investigative Recherchen von Sky News: tägliche Vergewaltigung über zwei Wochen bis zum Tod. Seine Leiche wurde nie zurückgegeben.

Ein junger plastischer Chirurg, mit dem Maynard im Shifa-Krankenhaus gearbeitet hatte, wurde etwa eine Meile vom Krankenhaus entfernt tot aufgefunden – Hände auf dem Rücken gefesselt, eine Kugel im Kopf. Seine Mutter lag neben ihm, ebenfalls gefesselt, ebenfalls erschossen.

300 tote Zivilisten wurden nach einem israelischen Rückzug aus dem Shifa-Krankenhaus entdeckt – viele mit auf den Rücken gefesselten Händen, viele mit Kopfschüssen. Patienten. Personal. Unbewaffnete.

Die Organisation Healthcare Workers Watch hat diese Fälle akribisch dokumentiert. Maynard hat seine Aussagen dem Internationalen Strafgerichtshof übergeben. Dass dies keine Auswirkungen auf die westliche Politik hatte, ist der eigentliche Skandal.

Aushungern als Kriegswaffe

Maynard beschreibt die katastrophale Ernährungslage mit der Präzision des Klinikers. Nach dem Bruch des Waffenstillstands durch Israel am 18. März 2025 verhängte die israelische Regierung eine komplette Blockade – kein einziges Lebensmittel, keine medizinischen Hilfsgüter, keine Babynahrung gelangten mehr nach Gaza.

Die Folgen waren im OP-Saal unmittelbar sichtbar. Maynard operierte Patienten mit schweren, aber eigentlich überlebbaren Verletzungen – doch die Gewebe heilten nicht. „Sie fielen auseinander“, berichtet er. „Weil sie so unterernährt waren, dass der Körper keine Ressourcen für die Wundheilung hatte.“ Es gab keine intravenöse Ernährung, keine Sondennahrung. Die kleine Habiba, ein 11-jähriges Mädchen mit zertrümmerter Speiseröhre – Maynards Spezialgebiet in Oxford – überlebte die komplizierte nächtliche Rekonstruktion, starb aber vier Wochen später. Nicht an der Operation. Sondern weil das Krankenhaus nichts hatte, um sie zu ernähren.

Auf der Neugeborenen-Intensivstation verhungerten vier Frühgeborene, weil ihre unterernährten Mütter nicht stillen konnten und sämtliche Formula-Nahrung an der Grenze konfisziert wurde. Amerikanische Ärzte hatten Babynahrung mitgebracht – sie wurde ihnen an der Grenze abgenommen.

Maynard selbst verlor in einem Monat acht Kilogramm Körpergewicht. Einen befreundeten Chirurgen erkannte er nicht wieder – der Mann hatte 40 Kilogramm verloren.

Der Kronzeuge, den das System nicht mundtot machen kann

Was Maynard so gefährlich für das israelische Propagandanarrativ macht, ist nicht politischer Aktivismus. Es ist seine vollkommene institutionelle Unangreifbarkeit. Oxford-Professor. Krebschirurg. Humanitärer Helfer, der seit 16 Jahren nach Gaza geht. Kein Hamas-Mitglied. Kein militanter Islamist. Ein britischer Arzt in den Sechzigern, der in Gaza nichts anderes tut, als das zu tun, was Ärzte weltweit tun: Leben retten.

Die Reaktion des britischen Establishments auf seine Berichte war bezeichnend. Maynard und Kollegen überreichten Premierminister Keir Starmer ein detailliertes Dossier mit fotografischen und schriftlichen Beweisen. Sie trafen hochrangige Beamte der Biden-Administration – inklusive Samantha Power, die durch ihr Pulitzer-prämiertes Buch über Genozidprävention berühmt wurde und während des Gaza-Krieges im Nationalen Sicherheitsrat saß. Maynard legte laminierte Farbfotografien von Babys mit Kopfschüssen auf den Tisch, von Kindern ohne Gliedmaßen, von verhungerten Kindern.

Die Reaktion? Freundliches Nicken. Keine Taten. Power ist heute zurück in Harvard.

Die BBC, mit der Maynard mehrfach sprach, weigerte sich, seine detaillierten Berichte über die systematischen Schüsse auf Jugendliche auszustrahlen. Einzelne BBC-Journalisten, so Maynard, seien verzweifelt gewesen, die Wahrheit zu senden – und wurden von ihren Redaktionsleitungen gestoppt. Die BBC-Formel, jeden Bericht aus Gaza mit dem Pflichtvermerk „Hamas-geführtes Gesundheitsministerium“ zu versehen, während israelische Militärsprecher ohne solche Einschränkungen zu Wort kommen, nennt Maynard eine „falsche Ausgewogenheit“. Der Fall des israelischen Sprechers David Mencer, der einen von Maynard persönlich seit 16 Jahren bekannten Arzt im BBC Radio 4 als „ranghohen Hamas-Kommandeur“ verleumdete, zeigt die Methode: Lügen als gleichberechtigte Meinung präsentieren.

Warum das alles geschieht

Maynard formuliert es mit der Zurückhaltung des Wissenschaftlers, aber die Schlussfolgerung ist unausweichlich: „Es scheint mir eine sehr klare Mission Israels zu sein, die Palästinenser aus Gaza zu vertreiben.“ Die Zerstörung des Gesundheitssystems, die Tötung von medizinischem Personal, die Aushungerung der Bevölkerung – all das sind nicht Begleiterscheinungen eines Krieges gegen die Hamas. Es sind die Instrumente einer ethnischen Säuberung.

Die Todeszahlen untermauern diese Einschätzung. Das offiziell anerkannte, vom israelischen Militär selbst nicht mehr bestrittene Gesundheitsministerium in Gaza zählt über 76.000 direkt durch Kriegshandlungen Getötete. Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet schätzt, dass diese Zahl aufgrund der Tausenden unter Trümmern begrabenen Opfer um etwa 50 Prozent zu niedrig ist. Hinzu kommen die Übersterblichkeit durch fehlende Krebsbehandlung, zerstörte Dialysegeräte, Infektionskrankheiten und vor allem die systematisch herbeigeführte Unterernährung. Die konservativsten Schätzungen gehen von über 250.000 Toten aus – mehr als 10 Prozent der Bevölkerung Gazas. Andere Berechnungen liegen noch deutlich höher.

Das Interview, das die Narrative sprengt

Das vollständige Gespräch mit Tucker Carlson ist ein Dokument von außergewöhnlicher Bedeutung. Während die etablierten Medien entweder schweigen oder ihre Berichterstattung im Sinne der „falschen Ausgewogenheit“ verwässern, bietet Carlson den ungefilterten Raum, den ein Augenzeuge dieses Kalibers benötigt.

Maynards Aussagen sind auch deshalb so wertvoll, weil sie sich jeder politischen Vereinnahmung entziehen. Er macht keine Vergleiche mit den Nazis – die IHRA-Definition von Antisemitismus stellt genau diesen Vergleich unter Strafe und kriminalisiert damit präventiv die naheliegendste historische Parallele. Dabei sind bekanntlich just alle Palästinenser ebenso wie alle Araber Semiten, der Genozid richtet sich also gegen Semiten. Stattdessen beschreibt Maynard einfach, was er gesehen hat. Und was er gesehen hat, reicht völlig aus.

Was Maynard in Gaza dokumentiert hat – die gezielte Zerstörung von Krankenhäusern, das systematische Aushungern, die Folter von Ärzten, das Erschießen von Kindern an Essensausgaben nach einem täglich wechselnden Körperschema –, erfüllt jede denkbare Definition von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dass westliche Regierungen dies nicht nur dulden, sondern mit Steuergeldern finanzieren, macht sie zu Komplizen.

Hier ist das Original-Transkript von TCN (Tucker Carlson News):

Doctor From Gaza Frontlines Exposes Israeli Torture Programs and Missile Attacks on Hospitals-EN

und hier eine ins Deutsche übersetzte Fassung dieses Transkripts:

Doctor From Gaza Frontlines Exposes Israeli Torture Programs and Missile Attacks on Hospitals- DE

Und hier das Video:

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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Ein Kommentar

  1. Jan 28. Mai 2026 um 18:23 Uhr - Antworten

    Die Leyen muss sich fragen lassen, warum sie das als Ärztin unterstützt?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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