
Deutscher Ex-Außenminister zweifelt am Überleben der NATO – Ein Wendepunkt?
Joschka Fischer, ehemaliger deutscher Außenminister und einer der einflussreichsten Architekten der rot-grünen Außenpolitik, hat offen Zweifel am Fortbestand der NATO geäußert. „Ich habe Zweifel am Überleben der NATO.“, wird er zitiert.
Das ist kein Randkommentar eines Pazifisten, sondern ein deutliches Signal aus dem Establishment. Wer Fischer kennt – bekannt für seine Unterstützung der NATO-Intervention im Kosovo und die damit verbundene erste deutsche Kampfbeteiligung seit dem Zweiten Weltkrieg – weiß, welche Tragweite diese Aussage hat.
Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer hat in einem Interview mit dem Spiegel klare Worte gefunden: „Ich habe Zweifel am Überleben der NATO.“ Das ist kein Statement eines randständigen Friedensaktivisten oder eines Putin-Verstehers. Das kommt von einem der zentralen Architekten der deutschen Nachkriegspolitik, einem Grünen-Politiker, der 1999 die erste deutsche Kriegsbeteiligung seit dem Ende des deutschen Nazi-Regimes – den Kosovo-Einsatz – mitgetragen und verteidigt hat. Wenn selbst Joschka Fischer jetzt öffentlich das Ende der NATO als realistisches Szenario einräumt, dann ist das kein Alarmruf mehr – das ist ein Grabgesang.
Fischer nennt den Grund unmissverständlich: „Wir können uns in Zukunft einfach nicht mehr auf die USA verlassen. Das Vertrauen in die transatlantische Allianz ist weg.“ Genau das, was kritische Beobachter seit Jahren analysieren, wird nun von einem der glühendsten NATO-Befürworter der alten Garde bestätigt. Das Vertrauen ist nicht durch russische Propaganda zerstört worden, sondern durch die eigene Politik Washingtons – durch unberechenbare Präsidenten, durch den offenen Fokus auf Asien und durch die Erkenntnis in Europa, dass die USA ihre europäischen Vasallen nicht mehr bedingungslos schützen werden. Fischer geht sogar weiter: Selbst wenn Trump durch einen anderen Präsidenten abgelöst wird – „wer garantiert, dass nicht in vier oder acht Jahren wieder ein Trump kommt?“
Vom Kosovo zur Erkenntnis
Ironie der Geschichte: Ausgerechnet ein Grüner, der einst gegen Militarismus und NATO-Osterweiterung polemisierte, fordert heute genau das Gegenteil. Der Kosovo-Krieg 1999 markierte unter Fischer die Abkehr von der Nachkriegszurückhaltung Deutschlands. Heute erkennt selbst er, dass die NATO nicht mehr die defensive Schutzmacht von einst ist, sondern ein Instrument, das nach dem Ende des Kalten Krieges seinen ursprünglichen Zweck verloren hat. Die fortgesetzte Osterweiterung trotz russischer Warnungen hat wesentlich zur aktuellen Eskalation beigetragen.
Martin Armstrong kommentiert treffend auf seiner Plattform, dass Bündnisse wie die NATO auf einem gemeinsamen Feindbild und dem militärisch-finanziellen Übergewicht der USA basieren. Sobald dieses Übergewicht bröckelt und das Vertrauen schwindet, zerfällt die Struktur. Genau das beobachten wir jetzt. Trump und mögliche Nachfolger haben Europa bereits signalisiert, dass Amerika nicht mehr der ewige Zahlmeister und Sicherheitsgarant sein will – vor allem nicht, wenn Europa selbst nicht bereit ist, signifikant mehr für seine Verteidigung auszugeben.
Realität statt Wunschdenken
Europa steckt in einer multiplen Krise: wirtschaftliche Stagnation, Energieprobleme, Migrationsdruck und eine demografische Schieflage. Gleichzeitig wird in Berlin, Warschau und Paris über eine „strategische Autonomie“ gesprochen. Deutschland will bis 2039 die stärkste Militärmacht in der EU werden, Polen rüstet massiv auf, Frankreich drängt auf nukleare Teilhabe. Das sind keine Reformen innerhalb der NATO – das sind Vorbereitungen für eine Zeit danach.
Die NATO war ein Produkt des Kalten Krieges. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde sie nicht aufgelöst, sondern erweitert und umfunktioniert – zu einem geopolitischen Werkzeug mit offensiven Zügen. Nun zeigt sich, dass solche Konstrukte nicht ewig halten.
Joschka Fischers Aussagen sind kein zufälliger Kommentar. Sie sind das Symptom eines tiefen strategischen Bruches. Die NATO, wie wir sie kannten, war auf amerikanischer Dominanz und europäischer Abhängigkeit aufgebaut. Beides löst sich gerade auf.
Wer noch vor wenigen Jahren jede Kritik an der NATO-Erweiterung als „russische Propaganda“ abgetan hat, muss sich heute von einem Joschka Fischer belehren lassen: Das Vertrauen ist weg. Und mit ihm die Grundlage der gesamten Nachkriegsordnung.
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Bild: Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
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„Europa steckt in einer multiplen Krise“
Jahrzehntelang wurde innerhalb der EU von einem „gemeinsamen europäischen Sicherheitssystem“ gesprochen, das die logische Folge der GASP wäre („Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik“, eingerichtet im „Vertrag von Maastricht“ 1993). Ebensolang wurde seine Schaffung für unmöglich und auch überflüssig wegen der NATO gehalten.
Jetzt sind „der Westen“ und die EU intern uneiniger als je zuvor (um das allmähliche Zerbrechen zu beschönigen), aber die größten EU-Staaten stürzen sich in Kriegsanstrengungen und Schulden, die nicht zu den gewünschten Erfolgen führen werden, sondern das Ende der EU und der westlichen Hegemonie insgesamt beschleunigen werden.
Das wollen die europäischen Machthaber nicht wahrhaben, darin sind sie ihrem irrlichternden Pendant in Übersee sehr ähnlich. Die Rüstungskonzerne reiben sich die Hände und lobbyieren fleißig im Hintergrund. Die Ideologen der „liberalen Demokratie“ wie der zitierte ehemalige deutsche Außenminister spüren, dass ihnen die Felle davonschwimmen und treiben die europäischen Kriegsherren an, ihre Anstrengungen durchzuhalten und zu vergrößern.
Österreich hängt mittendrin in diesem desaströsen Geschehen und findet als EU-Untertan nicht mehr die einzige Antwort, die eines neutralen Landes würdig wäre: NEIN!
Auf den Punkt gebracht!
Wen interessiert überhaupt die Meinung eines Joschka Fischers? Da würde mich sogar mehr die Meinung eines Truthahns interessieren.
Da bin und bleib ich ganz beim alten van Staa. Adieu!
Würde mich als Tiroler interessieren, worauf Sie anspielen (auch wenn es nicht besonders wichtig ist). Wissen alle oder manche, wer der „alte (nichtsdestotrotz quicklebendige) van Staa“ ist? Ich rate einmal …
Sie raten richtig …
Sehr interessant!
Auch sehr interessant ist die erste Matura-Aufgabe in Deutsch vorgestern. Zwei Gedichte von Hans Sahl aus dem Jahre 1942. In „Das letzte Tau“, dem Abschied von Europa, heißt es u.a.:
„…schwindet alles, was Europa war. Sprache, und Musik der Landschaft, Weltentrücktheit, Schwärmerei und, in gräßlicher Verwandtschaft, dunkle Todesraserei.“
In „Epilog“, der Ankunft im gelobten Land ist die Rede von: „…aus den Wassern steigend, sich selbst überstrahlend, Manhattans utopische Säulen, die Dolomiten der Stahlzeit…“
Euphorie und fieberhafte Erregung beim Anblick von New York erfasst die Passagiere.
Es war leider zu erwarten, dass die Worte Frieden und Diplomatie bei der Matura in einem neutralen Land sicher keine Rolle spielen.
(Dass beim zweiten Thema Wissenschaftsskepsis anhand von „Coronaleugnern“ erklärt wurde, hingegen schon. Dass die Coronamaßnahmen überzogen waren, wird vom Wissenschaftskommunikator Florian Aigner immerhin als vertretbare Meinung beschrieben.)
Aber zwei Gedichte vom zweiten Weltkrieg 2026? Vor dem Angriff auf den Iran festgelegt? Mit der Aussicht auf einem Sieg nach einem Blitzkrieg?
Will man die jungen Menschen hier geistig auf etwas einstimmen, ohne dass sie ihre Stimme erheben können?
Sie ganz subtil, aber flächendeckend unterjochen und über alles, was für sie wirklich wichtig ist, schweigen?
Richtig ist natürlich: auf einen Sieg nach einem Blitzkrieg; eine Niederlage nach einem langen Krieg wäre speziell für die jüngere Generaton ein Desaster.
warum verottet er nicht wegen seinem illegalen angriffskrieg gegen Jugoslawien in einem loch?
nicht vergessen,
rot-grün unter schröder/fischer haben den ersten angriffskrieg deutschlands seit 1945 in serbien geführt
dafür gehören die beiden vor ein kriegsverbrechertribunal und bis zum letzten atemzug eingesperrt
Zumindest am Golf – Ungeschnittene-Newsticker: „… 07. Mai 09:53 … Katar hat den USA auch den Zugang zu Stützpunkten und Überflugrechten entzogen … 07. Mai 03:13 … Saudi-Arabien blockiert unseren Zugang zu Stützpunkten und Luftraum für „Projekt Freiheit” — NBC Die saudische Führung war Berichten zufolge „verärgert” über Trumps überraschende Ankündigung, was zu einer Ablehnung führte. …“
Wie gesagt, läuft alles nach Plan:
Trump & Putin’s Plan to Exterminate Whites: Russia & USA wipe out Europe as China & Europe take out America – https://cjbbooks.substack.com/p/trump-and-putins-plan-to-exterminate
Die NAhTOd ist bereits Geschichte, durch die EU VdL wurde die Türkei als Quasi-Feind tituliert (keine Artikel 5 Unterstützung), die US Armee zieht Waffen und Personal ab. Dark Eagle geht nach Nahost – zum Test? USrael hat fertig. Hast Du Dein Strahlenmeßgerät zu Hause in einer Metallumhüllung gelagert?