Europäisches Parlament beschleunigt Einführung des Digitalen Euro

7. März 2026von 4,4 Minuten Lesezeit

Das EU-Parlament hat nun seine Unterstützung für die Schaffung eines digitalen Euro bekundet und damit einen weiteren Schritt in Richtung Einführung einer digitalen Zentralbankwährung in der Eurozone getan. Während das Projekt bereits seit mehreren Jahren bei der EU-Zentralbank in der Entwicklung ist, signalisiert diese Abstimmung, dass Brüssel die Umsetzung vorantreibt.

Die Mitglieder des Parlaments stimmten für Änderungsanträge, die einen digitalen Euro befürworten, der sowohl online als auch offline funktionieren würde, was den Absichten der EU-Zentralbank für eine öffentlich ausgegebene digitale Form von Geld entspricht. Die Abstimmung wurde mit einer starken Mehrheit angenommen. Begründet wird es mit einer wachsende Besorgnis über die Struktur der globalen Zahlungssysteme. Ein großer Teil der digitalen Transaktionen innerhalb der EU läuft derzeit über Netzwerke wie Visa und Mastercard, deren Unternehmen ihren Sitz außerhalb der EU haben. Damit könnten sich Bürger der Kontrolle der EU entziehen.

Die EU-Politiker fühlen sich mit dieser Möglichkeit gefährdet und argumentieren, dass die Zahlungsinfrastruktur nicht mehr nur ein technisches System, sondern ein strategischer Vermögenswert ist, der mit der wirtschaftlichen Souveränität verbunden sei.

Eurokraten haben den digitalen Euro als einen Weg dargestellt, um die Kontrolle über die „Schienen” des europäischen Zahlungssystems zurückzugewinnen. Da der Zahlungsverkehr zunehmend von Bargeld hin zu elektronischen Plattformen verlagert werden soll, wollen die Zentralbanken sicherstellen, dass die EU-Währung in diesem Umfeld weiterhin eine Rolle spielt und nicht durch private Zahlungssysteme oder ausländische Finanznetzwerke verdrängt wird.

Nach den offiziellen Vorschlägen würde der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht sofort ersetzen. Die Bürger hätten über digitale Geldbörsen, die von Banken oder Finanzinstituten bereitgestellt werden, Zugang zu der Währung und könnten damit elektronisch Zahlungen mit Geld senden und empfangen, das direkt von der Zentralbank ausgegeben wird. Befürworter argumentieren, dass dadurch der Zugang der Öffentlichkeit zu Zentralbankgeld in einer Wirtschaft erhalten bliebe, in der physisches Bargeld immer seltener verwendet wird.

Die weiterreichenden Auswirkungen gehen jedoch über den angeblichen Komfort hinaus. Eine von einer Zentralbank ausgegebene digitale Währung verändert die Architektur des Finanzsystems selbst.

Das Projekt befindet sich noch in der legislativen und technischen Phase. Die EU-Regierungen einigten sich Ende 2025 auf einen Verhandlungsrahmen, und die Abstimmung im Europäischen Parlament signalisiert nun, dass die Gesetzgeber bereit sind, mit der nächsten Phase der Gesetzgebung fortzufahren. Wenn der Rechtsrahmen in den kommenden Jahren fertiggestellt ist, hofft die Europäische Zentralbank, um 2027 mit Pilotversuchen zu beginnen, mit einer möglichen öffentlichen Einführung später in diesem Jahrzehnt.

Die Kontroll- und Überwachungsarchitektur

So lauten zumindest die offiziellen Aussagen dazu. Dahinter steht jedoch, dass mit dem Zentralbankgeld der EU eine zentrale Kontrolle aller Bürger durch die illegitime Zentralmacht in Brüssel und ihrer Hintermänner verbunden ist. Sanktionen gegen Bürger, wie sie jetzt gemeinsam mit den Sanktionspaketen gegen Russland verhängt werden, können dann wesentlich rascher, effizienter und fein abgestuft eingeführt werden.

Die EU will ihren Bürgern bis 2030 eine „Geldbörse“ aufzwingen – das Projekt ist innig mit dem digitalen Euro verbunden. Darin sind Ihre gesamten Daten und Ihre gesamte Identität gespeichert. Eine App vom Superstaat EU für alles: Ihr CO2-Konto, Ihre medizinischen Daten, Reise- und Mobilitätsdaten, Bildung, Beschäftigung, Finanzen und Steuerakt, Impfpass, ihre Unterschrift und biometrische Daten, Stimme und DNA.

Normalerweise hören wir von diesen Dingen getrennt voneinander: ein neuer „Digitaler Euro”, eine neue „Digitale ID” oder eine neue „Kohlenstoffsteuer”.

Aber wenn man sich den Zeitplan ansieht, merkt man, dass sie nicht getrennt voneinander sind. Sie sind Zahnräder in einer einzigen Maschine.

Wenn Sie derzeit das Geld haben, um etwas zu kaufen, können Sie es kaufen. Ihre Bank überprüft Ihren Kontostand, und das war’s. Bis 2029 wird sich das jedoch ändern. Derzeit wird eine Infrastruktur aufgebaut, um einen zweiten Kontostand zu überprüfen: Ihren CO2-Kontostand.

15-Minuten Städte

Ein weiteres verbundenes EU-Projekt, das intensiv vorangetrieben wird, betrifft die 15-Minuten Städte. Die Climate KIC, die führende EU-Agentur für Klimainnovationen, arbeitet daran, Städte in ganz Europa den Übergang zur Netto-Null-Emissionsbilanz schmackhaft zu machen.

Ein Programm namens NetZeroCities (als Teil der EU-Mission: Klimaneutrale und intelligente Städte) wurde in 112 Städten in Europa durchgeführt.

Die PR-Erklärung dazu ist, es hätten sich über 184.000 Menschen daran beteiligt. Es seien Nachbarschaftsworkshops in Mannheim, Klimabotschafter-Netzwerke in Turku und Co-Design-Sitzungen in Limassol veranstaltet worden.

Auch dieses Projekt hängt am digitalen Zentralbankgeld, denn irgendwann wird die Beteiligung Pflicht, so wie das mit der Covid-Pandemie durchexerziert wurde.


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4 Kommentare

  1. BAG CORNELEAN ZEPHRODATEV 8. März 2026 um 15:48 Uhr - Antworten

    PINK GLASSES

    Bedaure, die 15-Minuten Städte sind nicht ganz so harmlos wie gerne suggeriert wird. Die CBDC’s lassen sich nämlich auch dahingehend programmieren, das diese nur innerhalb eines bestimmten Radius (15-Minuten Stadt) Gültigkeit besitzen.
    Ungezwungenes Reisen gestaltet sich dann eher recht abenteuerlich. Unterwegs auftanken geht nicht. Einkaufen ist ebenso ausgeschlossen. Also ja, wenn das digitale Geld lediglich innerhalb eines derart eng begrenzten Raumes zur Verwendung bestimmt ist, schränkt solcherlei Ungemach die Bewegungsfreiheit ganz schön ein. Keine Frage. Was will man denn im Ausland (oder auch nur 150 km entfernt) machen ohne verfügbares Geld? Hinzu kommt, das die CBDC’s nur noch für „genehmigte“ Dinge ausgegeben werden dürfen. Ein Verfallsdatum erhält der Nutzer noch als süße Kirsche obendrauf. All diese Herrlichkeit wird eng verknüpft sein, mit gewährten – und nicht gewährten Privilegien. Also nein, definitiv keine Entwarnung. Die rosa Brille kann man hier getrost absetzen …

  2. Gabriele 7. März 2026 um 16:16 Uhr - Antworten

    Ich sehe das ehrlich gesagt nicht so rabenschwarz…. die Zentralbank hofft bis 2027…? Na dann soll sie hoffen – da rinnt noch viel Wasser durch die europäischen Flüsse bis dahin…
    Und wenn es stimmt, ist digitales Geld plus ID schon in zwei afrikanischen Staaten krachend gescheitert – mangels Interesse.
    Auch mit diesen 15 Minuten-Städten habe ich nicht so ein gravierendes Problem. Sollte ja eigentlich nur heißen, dass dort alles Lebensnotwendige – Supermarkt, Schule, Kindergarten etc. innerhalb von 15 Minuten per Fußmarsch erreichbar wäre. Was ist daran grundlegend schlecht? Muss man denn in der Stadt für jeden Meter das Auto nehmen (wollen)? Wer so leben möchte, der soll und der Umwelt wird es nicht gerade schaden. Immer mehr junge Leute leben doch jetzt schon in Städten ohne Auto.
    Ich glaube, ein bisschen spielt hier schon die Panik mit, auf das heiß geliebte Tütüt einmal verzichten zu müssen.
    Dass man hier überall so leicht Zwänge implementieren kann, halte ich für etwas übertrieben. Es sind doch nicht alle Menschen solche Idioten, um da völlig zu gehorchen. Womöglich doch aus Corona manches gelernt? Ich will mir ein Mindestmaß an Hoffnung diesbezüglich behalten.

  3. Patient Null 7. März 2026 um 12:52 Uhr - Antworten

    Die wollen ans Geld und an die Daten und das möglichst schnell. Der EU gehts finanziell nicht besonders, so will die EU aktuell eigene Schulden aufnehemen, was bis jetzt nicht ohne Grund verboten war, deshalb drückt man anscheinend auf die Tube.

    Mit dem DE bekommt die EU das Geld quasi kostenlos und zusätzlich noch die Überweisungsdaten, falls man die sammeln wird, denke aber schon. Man könnte damit irgendwann auf die Konten der Bürger durchgreifen, wenn man das wollte. Die Hausbanken jammern schon, weil das Geld damit nicht mehr bei denen liegt sondern bei der EU. Im Prinzip ist das auch eine große Abschöpfung bei den Banken. Die können dann nicht mehr mit dem Geld arbeiten, was deren Kosten steigen lassen wird.

  4. Jan 7. März 2026 um 10:12 Uhr - Antworten

    Wenn der Nahostkonflikt die Ölexporte über längere Zeit verhindert, wird es zu Verwerfungen der Weltwirtschaft kommen, an deren Ende die globale Finanzwirtschaft neu aufgesetzt werden muss. Dazu ist eie Währungsreform notwendig. Der Digitale Euro ist eine Möglichkeit dazu.

    Das Problem: Erschütterungen der Weltwirtschaft können sich auch auf die Infrastruktur und die Beschaffung digitaler Devices auswirken. Es kommt sehr auf die konkrete Ausgestaltung an, ob der Digitale Euro auch ohne nutzbar ist.

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