
Wegovy® und Co. – wo ist euer Effekt?
Der Covid-Lockdown war der Startschuss für eine Pandemie des Übergewichts der Generation Kindersitz. Selbst in Spas der gehobenen Preisklasse, in denen seit Jahren der Schlankheitskult zelebriert wurde, ist auch im Sommer 2025 um die Pools reichlich schneeweißes Depotfettgewebe zu bestaunen.
Der Schlankheitskult mit jugendlich stramm sitzenden Dresscodes ist Geschichte. Stubenhockerei vor Monitoren und süchtig machende Fertignahrung wurden zu einer toxischen Kombination. Aber müsste der Kalorienstau dank der gehypten Schlankheitsspritzen von Big Pharma nicht längst Geschichte sein?
Es ist inzwischen in den Propaganda-Medien um die pharmazeutischen Schlankheitskuren ruhig geworden. Auch Herstellerinformationen sprechen nur noch von einer „Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkten körperlichen Aktivität.“ Die Aussicht, 10-15% an Ballast zu verlieren, wird immer in Kombination mit einer Lebensstiländerung festgestellt und scheint auch auf dem hohen Anteil von Therapieabbrechern zu beruhen. Realistisch sind eher überschaubare 7% bei Diabetes und 9% ohne Diabetes.i Bei inzwischen verbreiteten 20-30kg Übergewicht ist dies jedenfalls kaum sichtbar.
An einer mangelnden Akzeptanz von Wegovy® (Wirkstoff: Semaglutid) & Co. kann die pandemische Zunahme von Fettgewebe nicht liegen. Der Marktführer Novo Nordisk musste trotz des hohen Preises seine Produktionskapazitäten mehrfach ausweiten. Die menschliche Biologie lässt sich aber nicht so einfach austricksen. Selbst beträchtliches Übergewicht wird schnell zum neuen Sollwert, da unser Körper gerne an Vorräten festhält. Zu oft herrschte Hunger in der Evolution. Nach den ersten 12 Therapiewochen passiert meist kaum noch etwas. 2/3 derjenigen, die das Medikament absetzen, erreichen schnell wieder ihr Ausgangsgewicht.
Und dafür kann man Übelkeit, Verstopfung, Kopfschmerzen und Haarausfall sowie Schlimmeres frei Haus mitgeliefert bekommen: Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, eine Verschlechterung der Nierenfunktion, Schädigungen der Netzhaut bei Diabetikern. Selbst bestimmte Schilddrüsenkarzinome in Tierversuchen werden inzwischen von den Herstellern auf der Fachinformation eingestanden, die allerdings nur auf 2650 Personen mit einer Beobachtungszeit von 68 Wochen beruht. Bei der überwiegend jungen Klientel wäre aber wegen der langen Lebenserwartung ein Langzeitmonitoring vorrangig.
Vom Ladenhüter zum Blockbuster
Die Schlankheitsspritzen sind keineswegs eine neue Substanzklasse. Die Gruppe der sogenannten GLP-1-Agonisten ist ein alter Hut aus dem Diabetiker-Regal. Seit Jahren wurde Wegovy® unter dem Handelsnamen Ozempic® als Zuckersenker ohne Zusatznutzen wie saures Bier vermarktet.ii Die dabei festgestellte Nebenwirkung einer geringen Gewichtsabnahme wurde einfach zum Haupteffekt erklärt. So wurde aus einem Ladenhüter ganz ohne Entwicklungskosten ein Blockbuster, dem jetzt ein Nutzen zugebilligt wird.
Die Umetikettierung gehört jedenfalls zu den lukrativsten Coups in der Geschichte der Pharmaindustrie. 2024 lagen die Verkäufe von Wegovy® bei 8 Milliarden $ oder 20% des Konzernumsatzes. Dafür kann sich Novo Nordisk leisten, ärztliche Meinungsführer mit bis zu 39.000 Euro sowie viele medizinische Fachgesellschaften großzügig zu unterstützen. 2/3 des Budgets der deutschen Adipositasgesellschaft stammen von Novo Nordisk. „Covid-19“ war die willkommene und vielleicht auch geplante Starthilfe: eine schnelle Gewichtszunahme durch die Kombination aus weniger Bewegung und mehr ultraverarbeiteten Nahrungsmitteln während der Lockdowns erzeugte den nötigen Leidensdruck.
Werden Medikamente mit allenfalls sehr begrenztem Nutzen bei beträchtlichen Risiken als alternativlose Therapie angepriesen, stellt sich die Frage nach dem wahren Hintergrund. Um eine Förderung der Volksgesundheit kann es wie bei den Impfungen nicht gehen. Schon eher um das Gegenteil. Bei der vorgezeichneten lebenslangen Medikation könnten sich erst allmählich abzeichnende „Nebenwirkungen“ zum Haupteffekt werden.
Referenzen
i Ghusn W et al.: Weight Loss Outcomes Associated With Semaglutide Treatment for Patients With Overweight or Obesity. JAMA Netw Open 2022; 5(9):e2231982
ii https://www.kvwl.de/fileadmin/user_upload/pdf/Mitglieder/Verordnung/Arzneimittel/FNB/semaglutid_ozempic.pdf
Image by Fernando Zamora from Pixabay
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht. Darunter „Hauptsache Panik. Eine neuer Blick auf Pandemien in Europa“, „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“, „Hauptsache krank?“ und „Tatort Vergangenheit“
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Das Grauen. Ein weiterer Auswuchs einer degenerierten Wohlstandsgesellschaft. Fressen bis der Arzt kommt…..und der spritzt Ozempic. Hat natürlich seinen Preis.😁
Damit sich der faty, der Fettwanst, die Fettmadame nicht so alleine fühlen, propagieren Medien ruck-zuck ein neues Schönheitsideal. Fett ist nicht nur pharmakologisch betrachtet von entscheidendem „Nährwert“, ……es folgen neben Diabetes auch Herz/Kreislauferkrankungen, kaputte Knie und Hüften…, sondern auch s c h ö n. 👍🏼👍🏼👍🏼. Selbst die Schönheitschirugie profitiert. ☝🏽
War ein durchtrainierter schlanker Po früher sexy, lange schlanke Beine attraktiv, wird heute neben Ozempic gleich jede Menge FETT injiziert ! Ein obszön feistes Hinterteil ist heute errrotisch….und nicht billig. Das teure Stück wird in Leggins gepreßt und zur Show gestellt.
Wer noch ein paar Kröten „über“ hat, läßt sich noch ein Pärchen Rippen entfernen.
Diese „Diskrepanz“ läßt die angefetteten glutei maximi noch voluminöser erscheinen..😂
Wennˋs schäääää macht. ✌️
Wie immer gibt es Hoffnung!
Das „mikrobielle Lab“ stammt offenbar aus der Pfizer-Genküche. Schimmelpilze enthalten Genfragmente von Rindermägen.
Da in Brot zermahlene Insekten enthalten sein dürfen und in Käse Pfizer-Lab fällt es leicht, die Brotzeit auf Paprika und Gurke zu reduzieren.
Naja, das hätte mich auch gewundert, wenn das eine nebenwirkungsfreie Lösung wäre. Mit Dicken macht die Pharmaindustrie immer gute Geschäfte. Das Zeugs ist alles sehr schädlich, Appetitzügler & Co. Besonders dekadent sind Magenverkleinerungen. Aber selbst damit schaffen es viele noch, trotz der Verkleinerung soviel zu essen, dass der Magen sich wieder ausdehnt und sie wieder zunehmen.
Früher in den 70ern gab es weniger Dicke. Man sollte einfach mal nachdenken, wieso das so war. Nun, man saß nicht vor dem PC/TV, sondern man war viel draußen in der frischen Luft und hat viel Bewegung gehabt. Man hat die Mahlzeiten eingehalten. Dazwischen gab es nichts, keine Snacks, auch keine „gesunden“. Schokozeugs gabs nur an Feiertagen, Cola nur am Sonntag usw. Sonst trank man einfach Wasser. So hatte das Verdauungssystem genug Zeit, die Mahlzeiten zu verarbeiten. Die viele Bewegung bescherte den Menschen einen gesunden Schlaf. Man dachte gar nicht so nach. Man aß, weil man Hunger hatte. Die Portionen waren deutlich kleiner als heute. Man hatte kleine Teller….
Ich machs heute noch so.