Achtung! Die Beschützer kommen

26. Februar 2025von 3,5 Minuten Lesezeit

Schutz und Sicherheit stehen jetzt wieder ganz oben auf der Agenda. Viele lassen sich dadurch beruhigen. Man würde sich kümmern und wolle nur helfen. Aber Vorsicht! Wo Schutz in den letzten Jahrhunderten versprochen wurde, waren immer nur Zwangsabgaben und Enteignung gemeint. Millionen von Menschen haben Schutzversprechen mit ihrer Freiheit und ihrem Leben bezahlt.

Schutzangebote waren immer ein sehr einseitiges Geschäft. Vermutlich handelt es sich um das älteste Gewerbe der Welt. Gemäß dem Alten Testament hätte schon der Herrgott Schutz versprochen. Allerdings nur gegen eine Exklusivanbetung. Seine selbsternannten Vertreter auf Erden begründeten jedenfalls damit ihr Geschäftsmodell. Heilung und Heil für jedes Leben hätte niemand selbst in der Hand und daher müsse man dies im Schoß der Kirche erwerben. Schutzheilige für jedes Gewerbe und jedes Leiden bevölkerten bald die kirchlichen Kultplätze.

Heilen konnten vorgeblich nur der „Heiland“ und „Heilige“. Alle Wallfahrtsorte beanspruchten für die dort verehrten Heiligen den „Arzt“-Titel. Mindestens jeder sechste Schutzpatron eines Gotteshauses bewahrte angeblich vor irgendeinem Leiden. Legendär war das Ambulatorium des Heiligen Benno. Zur besseren Akzeptanz in der Bevölkerung führte die Männerkirche sogar weibliche Schutzheilige ein. Dank der Selbstheilung konnte man immer „Erfolge“ verbuchen.

Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts lösten medizinische Heilsversprechen die Genesung in der Obhut von Schutzpatronen ab. Schutzimpfungen statt Schutzheilige waren angesagt. 1883 wurde das „Ärztebüro“ in Lourdes gegründet, das unerklärliche spirituelle Heilungen überprüfte. Seither überschlagen sich die medizinischen Schutzangebote. Da die Krankheiten allerdings zu-, statt abnahmen, ist klar, wie leer die Versprechen waren. Epidemien verschwanden in Europa nicht durch Impfungen, sondern durch sauberes Trinkwasser, eine bessere Ernährung und sauberere Luft.

Schutzimpfungen mussten von Beginn an mit Zwangsmaßnahmen und drakonischen Strafen etabliert werden. Der Schutzgeldcharakter war offenkundig: wer sich nicht impfen ließ, kam ins Gefängnis oder musste sich mit hohen Geldbeträgen freikaufen. Der Schutzschwindel war von der Kirche auf die Medizin übergewechselt. Um einer mangelnden Nachfrage vorzubeugen, führte man dann frühzeitig Krankenversicherungspflichten ein. Zwangsabgaben ersetzten Strafen.

Auf diesem Nährboden konnten die prächtigen Geschäfte der Versicherungsunternehmen gedeihen. Die Wolkenkratzer der Versicherungen türmten sich so bestimmend in den Himmel wie die der Banken. Schließlich wachsen die Ängste, wenn Besitz und Wohlstand zunehmen. Brände, Hochwasser, Erdbeben und natürlich das Leben überhaupt. Die „Lebens“-Versicherung war dann der Gipfel des Hoax; denn sterben muss nun einmal jeder.

Jetzt dehnt man sukzessive die Zahlungsverpflichtungen auf alle Gesellschaftsbereiche aus. Die Abgaben würden dem „Umweltschutz“, dem „Klimaschutz“, dem „Katastrophenschutz“, dem Grenzschutz, der Cybersicherheit usw. dienen. Entlarvend ist dabei immer, dass die Gefahren, vor denen geschützt werden soll, entweder gar nicht verhindert werden können oder erst geschaffen werden müssen. Dies kannte man schon vor Jahrhunderten. Die Gefahr von Überfällen auf Reisende wurde von den Schutzherren dadurch erhöht, dass sie selbst als Raubritter auftraten. Dörfer wurden oft nur geplündert, um den Untertanen den Erhalt der angeblichen Schutzburg samt Besatzung notwendig erscheinen zu lassen. Schutz ist keine Dienstleistung sondern Erpressung. Die Existenz einer sogenannten Schutzhaft zeigt allzu deutlich, dass Schutz auf einen Entzug der Freiheit hinausläuft.

Die lange Geschichte des Schutzschwindels scheint keinen Ausweg zu kennen. Aber es gibt ihn: trau keinem, der Schutz verspricht! Wenn genügend Menschen den Mut haben, unvermeidliche Risiken als Teil des Lebens anzuerkennen und selbst zu meistern, dann trocknet das Schutzgeschäft aus. Im Schutzanzug macht das Leben keine Freude.

Bild von 3D Animation Production Company auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht. Darunter „Hauptsache Panik. Eine neuer Blick auf Pandemien in Europa“, „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“ und „Hauptsache krank?


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



6 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 28. Februar 2025 um 23:39 Uhr - Antworten

    Erderwärmung bescherte Römischem Reich fette Jahre
    Olivenbäume, Weinreben und anderes, was man eher aus wärmeren Regionen kennt, war vor 2000 Jahren auf britischem Boden Erträge ab. Tacitus (58-117), der so akkurate römische Historiker, hat es der Nachwelt überliefert.
    2015
    https://www.welt.de/geschichte/article149773123/Erderwärmung-bescherte-Roemischem-Reich-fette-Jahre.html

    Alpengipfel waren vor 6000 Jahren bis hoch hinauf eisfrei
    2020_12_17
    https://www.swissinfo.ch/ger/alpengipfel-waren-vor-6000-jahren-bis-hoch-hinauf-eisfrei/46231498
    New glacier evidence for ice-free summits during the life of the Tyrolean Iceman
    2020_12_17
    https://www.nature.com/articles/s41598-020-77518-9

    Great Barrier Reef heute so warm wie 1700
    2024_08_07
    https://www.nature.com/articles/s41586-024-07672-x

  2. Varus 27. Februar 2025 um 2:49 Uhr - Antworten

    Die Abgaben würden dem „Umweltschutz“, dem „Klimaschutz“, dem „Katastrophenschutz“, dem Grenzschutz, der Cybersicherheit usw. dienen.

    Das Vierte Reich (EUdSSR) setzt gerade massiv auf „Putinschutz“, was alsbald zusätzliche 500-700 Milliarden kosten sollte. Alles dreist aus Fußvolk-Taschen gezogen.

    Das Narrativ würde vergehen, würde Putin endlich mal sein Ding am Dnepr zum Ende abziehen und das Korruptostan befrieden. Gestern brachte Böses Medium einen weiteren Podoljaka-Podcast, wo dieser bei Kursk Cannae 2.0 erwartet. Es hätte schon in die Vergangenheitsform übergehen können – erst mal berichten andere Rutube-Blogger, dass auf der Straße Sumy-Sudscha mit Drohnen täglich -zig Fahrzeuge ausgeschaltet werden. Vor ein paar Tagen schon zählte man zusammen 300 – nur auf der einen Straße.

    Bei Welika Nowossjolka fliehen die Ukros oft nur noch vor anrückenden Russen – geht es bald in die Oblast Dnipro?

  3. Sabine Schoenfelder 26. Februar 2025 um 22:21 Uhr - Antworten

    Der SchützENDE macht Dir ein Angebot, daß Du nicht ablehnen kannst….🫵🤌😖

    • Vortex 27. Februar 2025 um 2:52 Uhr - Antworten

      Galt nicht einst mal „Auge um Auge, Zahn um Zahn“!?

      Modern gesagt: Er oder Sie ist zahm wie ein Lamm, außer es tritt das Böse heran!

      Resümee: Irgendwie fühlt man sich in dieser Zeit entmündigt, weil man sein eigenes Leben und/oder, dass seiner Lieben nicht ohne Staatsgewalt erfolgreich (be)schützen darf …

  4. local.man 26. Februar 2025 um 20:28 Uhr - Antworten

    Das Geschäft mit der Angst. In dem Falle dem ökonomischen Schaden.
    Denn eine Versicherung schützt ja nicht vor einem Ereignis, dass kann sie natürlich nicht. Also der Schaden tritt so oder so ein, wenn etwas passiert. Die Versicherungen geben nur, je nach Höhe und Inhalt der Versicherungspolice, einen Teil bis den kompletten Schaden in finanzieller Form zurück. Aber eine Vollkasko ist entsprechend teuer z.B.
    Deswegen wird man den Unfall trotzdem erst haben müssen und dann hat man auch gerne mal mehr als nur einen ökonomischen Schaden. Versicherungen haben auf die ganzen Schäden erstmal 0 Wirkungen oder bieten Schutz. Sie verringern auch kein Chance auf einen Schaden.

    Und dann haben wir das Modell des typischen Kapitalismus, denn sonst würde dies alles niemals funktionieren. Jedes Geschäftsmodell, selbst Glücksspiel basiert auf dem Prinzip am Ende mehr einzunehmen als auszubezahlen. Und den Versicherungsunternehmen, genau so wie dem Glückspielbetreiber geht es dabei niemals um die Menschen, sondern um ihren Reichtum.
    Das erkennt man immer dann schnell, wenn z.B. ein Hochwasser enorme Schäden angerichtet hat und die Versicherungen dann gerne umgehend diese Regionen ihre Versicherungen kündigen, weil die Gefahr hoch ist, dass die Gewinne abermals schrumpfen im nächsten Jahr zur selben Zeit.

    Zudem basieren diese Modelle alle auf den Einzelfall des Schadens, im Verbund auf die Masse an Einzahlungen.
    Es passiert natürlich immermal was. Hier ein Gewitter mit Folgen, da setzt sich jemand auf die Brille des Kumpels und seine Haftpflicht spring ein.
    Die Zahlungen erfolgen hier und da, aber im Grunde basiert es darauf, dass mehr einzahlen als bezahlt wird.
    Die Kosten der Versicherungen sind entsprechend auch so angepeilt. Denn es gibt ja auch hier die Erfahrungswerte aus der Vergangenheit und entsprechend die Durchschnittsmodelle über die Jahre. Und wie immer versucht man die Profite zu maximieren.

    DIe Modelle basieren immer auf die gegenseitige Ausplünderung. In einem vernünftigen System, würden wir uns gegenseitig aushelfen und das ohne Betrugsmodelle, weil dies dann gar nicht mehr nötig ist. Diese Systeme sind aber auch Zukunftsmusik, weil der Fortschritt dies alles immer mehr umfassend ermöglicht. Die Frage ist und bleibt wie immer, werden wir damit umgehen lernen, oder wird man es künstlich erhalten zum Schaden aller und zwar im Bereich Freiheit.
    Denn wir alle müssen dann weiterhin etwas erwirtschaften, was man auch sein lassen könnte + freie Arbeitskräfte die wiederum woanders Menschen bei wirklichen nötigen Dingen unterstützen und damit wieder mehr Freiheit ermöglichen.

    Aber das sind so alles utopische Gedankenmodelle, die immer im Keim erstickt werden, durch falsche Erziehung und Bildung bei den Kleinsten schon.

  5. Oekologe 26. Februar 2025 um 17:42 Uhr - Antworten

    Schutzschwindel. Da fällt mir die Mafia ein. Die beschützt weltweit diverse Clubs/Gastro vor den Bösen. Kostet halt. Und wer nicht zahlt, der….

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge