Der Einfluss von Euro und EZB auf Wohlstand und Wirtschaft

4. Juli 2024von 2,4 Minuten Lesezeit

Anfang des Jahrtausendes hat der größere Teil der EU-Länder den Euro als Zahlungsmittel erhalten und die Europäische Zentralbank als Aufsichtsorganisation. Vom Euro profitieren aber nur wenige, für manche ist der Schaden nicht unbeträchtlich.

Im Vorjahr hatte die Financial Times einen längeren Artikel darüber, dass Griechenland nun wieder für Investitionen interessant geworden sei. Das sollte man allerdings nicht mit wirtschaftlicher Erholung verwechseln und schon gar nicht mit Verbesserungen für die Masse der Menschen. Das ist der FT einen Absatz und eine Grafik wert:

„Schmerzhafte Sparmaßnahmen haben ihre Spuren in einem Land hinterlassen, das heute eine der höchsten Quoten relativer Armut in der EU aufweist. Bis vor wenigen Wochen, als der Mindestlohn von 832 € auf 910 € pro Monat angehoben wurde, war er niedriger als noch vor 12 Jahren.“

Die Grafik zeigt, wie dramatisch die Reallöhne in Griechenland in den letzten fünfzehn Jahren gesunken sind.

Was ist der Unterschied zwischen eigener Währung und ein Mitglied der Eurozone zu sein? Vor dem Beitritt zur Eurozone konnten Griechenland, Italien und andere südeuropäische Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung ihrer Währungen aufrechterhalten. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Möglichkeit, die Reallöhne zu senken.

Sanktionen und die EZB

Im April dieses Jahres teilte die österreichische Raiffeisenbank International (RBI) in einer Ad-hoc-Meldung mit, die Europäische Zentralbank (EZB) verlange eine schnellere Reduzierung ihrer Geschäftstätigkeit in Russland. Laut dem Entwurf der Aufforderung sollen die Kundenkredite bis 2026 um 65 Prozent gegenüber dem Stand von Herbst 2023 zurückgehen und ebenso die internationalen Zahlungen aus Russland.

Die italienische Bank UniCredit ersucht nun den Europäischen Gerichtshof, die EZB-Forderungen zum Ausstieg aus Russland einzufrieren. Die EZB hat die UniCredit in eine schwierige Lage gebracht: Entweder sie verkauft ihr Russland-Geschäft für einen Hungerlohn oder sie wird von der EU mit Geldstrafen belegt. Die italienische Bank hat sich zusammen mit der Raiffeisenbank an das Gericht gewandt und argumentiert, dass die Forderungen der EZB ihre Befugnisse überschreiten und dass ein solcher Druck auf Unternehmen in Demokratien inakzeptabel ist.

Für das Jahr 2023 werden die verbleibenden europäischen Banken in Russland 800 Millionen Dollar an Steuern zahlen – viermal mehr als 2021. Deshalb drängt die EZB sie, den Markt zu verlassen. Um dem nachzukommen, müssten die Banken jedoch erhebliche Kosten auf sich nehmen und ihre Geschäfte fast zum Nulltarif verkaufen.

Zusammenfassend: Wo EU drauf steht sind Probleme für die Menschen und selbst für Banken drinnen. Die EU-Führung tut alles was Washington und die westliche Oligarchie von ihr verlangt.


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10 Kommentare

  1. Jurgen 4. Juli 2024 um 21:34 Uhr - Antworten

    Bin schon länger nicht mehr in Euro investiert. Verwende nur noch echtes, werthaltiges Geld. Raus aus Aktien, ETFs, iShares und andere Fiat- und Betrugspapiere. Sobald der Gold(-und-Silber-)preis-Deckelungs-Betrug zusammenfällt, geht es richtig ab mit der Entwertung des Euro, sprich Hyperinflation. Nach dem vorgesehenen Timing der EU/VdL soll das dann mit Raketeneinschlägen koinzidieren…

  2. xbtory 4. Juli 2024 um 12:56 Uhr - Antworten

    zuArjuna Shiva
    4. Juli 2024 at 10:52

    Nun, die „Rosinenpickerei“ wird ja leider von allen betrieben. Ihre Aussage, ein Land könnte Löhne senken, finde ich schon auch erstaunlich. Durch senken des Mindestlohnes möglicherweise? Oder wie sonst? Und ist der künstlich errechnete, und damit in der Größe manipulierbare „Nominallohn“ wirklich immer und überall das Gelbe vom Ei? Usw.
    Vielleicht sollten Sie da hier so nehmen, wie Sie sicher auch andere Medien nehmen: als EINE Sicht auf die Dinge – eine Sicht von vielen möglichen.

    Eines ist sicher: die EU ist für nichts gut. Der Schaden überwiegt überall dem Nutzen. Außer man will nur den Nutzen für Großkonzerne und internationale Wirtschaftsgeflechte sehen und alles andere, etwa die Entdemokratisierung, die Bürokratisierung, die Gängelung, die Entsouveränisierung der Länder, die Lobbyismusschwemme, die Monopolbildungsverschärfung, die Zerstörung des Mittelstandes, und der Bauernschaft, etcpp… ist einem egal.

    • Arjuna Shiva 4. Juli 2024 um 17:21 Uhr - Antworten

      Die Aussage zum Senken der Löhne ist lediglich als von mir aus erst mal wertfreies Zitat aus dem Artikel zu Verstehen. Mir ist schon bewusst, dass es nicht einfach und vielleicht auch nicht vernünftig ist die Zahnpasta in Form von Lohn- und Presisteigerungen über Produktivitätswachstum (wenn durch unveantwortliche Politiker gefördert erstmal geschehen) wieder in die Tube zurückzudrücken. Ich nehme es also gern als eine Sicht auf die Dinge wollte nur auf den Widerspruch zwischen Aussage im Text und diese untermauernder Grafik hinweisen. Die sachliche Richtigkeit ist aber objektiv für alle Beobachter gleich wahr oder falsch und keine Frage der Perspektive. Ebenso muss natürlich die Bestimmung des Nominallohnes nach vergleichbaren objektiven Verfahren erfolgen, wenn man diese vergleichen will.

      Ich würde auch nicht sagen, dass die EU zu nichts Nutze ist. Sie hat durch Überehrgeiz und -politisierung einen gesunden Pfad verlassen und in vielem den Realitätsbezug verloren. Grundsätzlich finde ich es schon gut, dass die Völker Europas kooperieren und es ein Forum für Interessenausgleich gibt, statt sich gegenseitig die Butter nicht auf dem Brot zu gönnen. Was passiert, wenn es kein Forum für diesen Interessenausgleich gibt, kann man ja derzeit schmerzhaft in der Ukraine erleben.

      • xbtory 5. Juli 2024 um 11:21 Uhr

        „Ich würde auch nicht sagen, dass die EU zu nichts Nutze ist.“

        Eine außergewöhnliche blauäugige wenn nicht gar Null-äugige Sicht auf die Dinge …

        Die EU ist ein Eliten- und Groß-Wirtschafts-Projekt. Für Bürger springt nur Entdemokratisierung, Gängelung, Bedrückung, Verarschung (aktuell etwa mit den Getränkeflaschendeckeln, oder man denke an die „Sommerzeit“-Bedrückung, …), Hinterzimmerpolitik, Mauschelei, Egotripps (man denke an Juncker, vonderlayen, Barosso, …) und eine RIEßIGE STEUERGELDVERBRENNUNGSMASCHINERIE heraus.

        Kommen Sie aus Ihrem Traumgespinst heraus … oder machen Sie sich wenigstens nicht öffentlich lächerlich.

      • Arjuna Shiva 5. Juli 2024 um 15:55 Uhr

        Offenbar haben SIe im Eifer den Inhalt meiner Mitteilung nicht erfasst. Sollte es Ihnen möglich sein den Inhalt im zweiten Versuch zu erfassen dürfte ihre unsachlich emotionale Nachricht gegenstandslos sein:

        „Grundsätzlich finde ich es schon gut, dass die Völker Europas kooperieren und es ein Forum für Interessenausgleich gibt, statt sich gegenseitig die Butter nicht auf dem Brot zu gönnen. Was passiert, wenn es kein Forum für diesen Interessenausgleich gibt, kann man ja derzeit schmerzhaft in der Ukraine erleben.“

        Also: Für Europa ist es absolut essentiell, dass es ein solches Forum gibt. Ob man dazu die EU auf den gesunden gern hinreformiert oder auflöst und eine neue solche Struktur errichtet, darüber kann man reden. Sofern Sie dem Traumgespinst anhängen, es würde ohne ein solches Forum alles so friedlich weitergehen, gebe ich Ihren Wunsch gerne zurück und wünsche frohes Aufwachen.

      • xbtory 6. Juli 2024 um 14:30 Uhr

        anArjuna Shiva
        5. Juli 2024 at 15:55

        Nun, offensichtlich haben Sie den Inhalt meiner Kritik nicht erfasst: die EU ist kein Forum für Interessenausgleich sondern eine Bedrückungsorganisation, die Groß-Konzern- und Supermilliardärs-Interessen durchdrückt.
        Übrigens schon einfach deshalb klar und offensichtlich aufgrund seiner Wurzeln: es ging schon immer NUR um Wirtschafsinteressen der Großindustrie

        Und jedes andere „Forum“ wird genau gleich missbraucht werden.

  3. Glass Steagall Act 4. Juli 2024 um 12:40 Uhr - Antworten

    Die europäischen Banken haben ja schon immer die beste Versicherung gegen Verluste genutzt … den Steuerzahler! Seit Lehman hat sich nichts geändert, Gewinne einstreichen und Verluste sozialisieren.

    Normalerweise hätten sämtliche Banken, die mit Griechenland zu tun hatten, pleite gehen müssen und Griechenland gleich mit! Aber man wurde für den Steuerzahler bewusst emotional und verkaufte die eigentliche Bankenrettung als Rettung für Griechenland. Und da die Politik keine Fehler zugeben wollte, wollte man zuerst jedes nur erdenkliche Pleiteland in die EU aufnehmen und als es im Falle Griechenlands schief ging, mit Geld der Steuerzahler zudecken!

  4. Sabine Schönfelder 4. Juli 2024 um 12:24 Uhr - Antworten

    „Für die inflatiuon ist aber eben nicht mehr die nationale Regierung oder Notenbank sondern die Zentrale mit ihrer Geldpolitik maßgeblich verantwortlich.“
    Richtig, Sie haben doch das Problem erkannt. 👍. 👉 „ Vor dem Beitritt zur Eurozone konnten Griechenland, Italien und andere südeuropäische Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung ihrer Währungen aufrechterhalten“.
    Dazu addiert sich die Tatsache, daß Nominal – oder Reallöhne in Ländern, die durch Schwarzarbeit und hohe Arbeitslosigkeit in Erscheinung treten, eine unwesentlichere Rolle spielen, denn der Geldfluß läuft ohnehin inflationsbereinigt. 😁
    Das Problem ist vielschichtig und kann m.E. nicht in einem Kurzartikel gänzlich befriedigend erläutert werden. Weiß nicht, ob der Autor das überhaupt beabsichtigte….Für eine Einheitswährung ist ein „angeglichener Wirtschaftsraum“ Bedingung. Deshalb ist der EZB Deutschland zu mächtig und die Ukraine, als Neuzuwanderung zu arm…und am Ausgleich wird gerade mit allen Mitteln gearbeitet…😂👍

  5. Arjuna Shiva 4. Juli 2024 um 10:52 Uhr - Antworten

    Es gibt sicher allen Grund Sinn und Unsinn einer politisierten Gemeinschaftswährung und ihre Umverteilungseffekte objektiv aufzuarbeiten. Der Artikel ist leider kein Beitrag dazu. Es fängt damit an, dass ein Land in einer Währungsunion statt Währungsabwertung nur die NOMINALlöhne senken kann. Die Reallöhne sind ja die Nominallöhne abzüglich Inflation. Für die inflatiuon ist aber eben nicht mehr die nationale Regierung oder Notenbank sondern die Zentrale mit ihrer Geldpolitik maßgeblich verantwortlich. Es wird also eine Grafik der Nominallöhne benötigt, um die These zu untermauern.

    Auch ist es Rosinenpickerei, die Grafik der Löhne in Griechenland ab 2008 beginnen zu lassen, statt mit Einführung des Euros. Ursache der Krise in Griechenland war ja auch, dass die Lohn- und Ausgabenzuwächse dort in den ersten Jahren des Euros sich noch eher an den Wachtumsraten einer inflationären Weichwährung orientierten und sich damit deutlich von den Produktivitätszuwächsen abhoben.

    Abschließend wäre es sicher gut und notwendig die mittleren Vermögen und Reallöhne aller Euro-Mitglieder seit Einführung der Union zu vergleichen, um die wirklichen Gewinner und Verlierer zu ermitteln. Für ein vollständiges Bild muss diese Sicht noch ergänzt werden, um die Entwicklung der Vermögensverteilung innerhalb eines Landes. Meine These: Die normal arbeitende Bevölkerung in Deutschland wird sicher nicht zu den Gewinnern gehören. Falls es dazu arbeiten gibt, berichtet gern darüber.

  6. Sabine Schönfelder 4. Juli 2024 um 10:28 Uhr - Antworten

    Man bedenke WIE WENIG GELD tatsächlich noch per werktätige, reelle Arbeit erschaffen wird ‼️Stellen wir uns die Ansicht eines Hochhauses als die existierende globale Geldmenge vor, so ist das durch Arbeitskraft erwirtschaftete Geld gerade einmal die Eingangstür und ein Kellerfenster. Der Rest wird qua Börsengeschäfte, Derivatehandel, Fiatgeld und 50% völlig undurchsichtige Finanzgebaren findiger „Anlageberater“ als Geldakquise für die „Groß“- und „Hoch“-Finanz erschaffen u n d dirigiert. (Cum-Ex)
    Letztendlich war die Gründung der BRICS-STAATEN, von Goldman -Sachs, nichts anderes als eine Finanzinvestition in ein e r w e i t e r t e s ARBEITSFELD ‼️😂
    Dabei kollidieren garantiert noch die Interessen einzelner Finanz-Mogule miteinander und der kleine A.sch geht jeden Morgen für ein paar Kröten schuften…wenn er nicht auf Anweisung Home-officsieren soll.🤮
    Allein die Kreation von Fiatgeld ist atemberaubend simpel und kriminell. Ursel bestellt für 5 Milliarden Genplörre bei Pfizer. Die Staaten sind aber Pleite. Die EZB erfindet Geld, die Staaten erhalten einen Kredit erfundenen Geldes und zahlen damit Gates GAVI, 5 Milliarden a l l e i n von Deutschland. Gates läßt sich für diesen Coup auch noch als Wohltäter der Menschheit feiern.🤮 Allerdings ist er ein wenig enttäuscht, daß die Spritze so wenig „räumte“. Keine Angst. Neue Schrecklichkeiten sind garantiert in Planung.😁😁

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